{"id":532628,"date":"2025-10-28T09:50:32","date_gmt":"2025-10-28T09:50:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532628\/"},"modified":"2025-10-28T09:50:32","modified_gmt":"2025-10-28T09:50:32","slug":"ki-helfen-tabea-emil-und-aleks-der-justiz-in-niedersachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532628\/","title":{"rendered":"KI: Helfen &#8222;Tabea&#8220;, &#8222;Emil&#8220; und &#8222;Aleks&#8220; der Justiz in Niedersachsen?"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/justiz-112.webp\" alt=\"Ein KI-Programm f\u00fcr die richterliche Arbeit an Asylverfahren\" title=\"Das Modul &quot;Tabea&quot; erstellt aus Asylakten Tatbestandstexte.  | NDR\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 28.10.2025 09:37 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">KI-Programme sollen die Arbeit in der Justiz erleichtern. Niedersachsen sieht sich als eines der Vorreiterl\u00e4nder &#8211; und arbeitet schon an mehreren Entwicklungsprojekten. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/claudia-wohlsperger,claudiawohlsperger100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Claudia Wohlsperger<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Sie hei\u00dfen &#8222;Tabea&#8220;, &#8222;Maki&#8220;, &#8222;Emil&#8220; und &#8222;Aleks&#8220; &#8211; und arbeiten bald an den nieders\u00e4chsischen Gerichten mit. Das Verwaltungsgericht Hannover erprobt und entwickelt sie weiter. Die F\u00e4lle dieses Gerichts eignen sich f\u00fcr erste Schritte mit KI-Anwendungen, sagt Gerichtspr\u00e4sident Ingo Behrens. Asylklagen sind gleichf\u00f6rmig, die Unterlagen kommen alle vom Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF). Und: Die Gerichte haben reichlich F\u00e4lle. Ende September lagen niedersachsenweit \u00fcber 19.500 Asyl-Hauptverfahren vor. Die Bearbeitung dauert durchschnittlich 13,5 Monate &#8211; schneller als in den Vorjahren, aber doppelt so lang wie die Zielvorgabe der Bundesl\u00e4nder. Gerichtspr\u00e4sident Behrens erwartet von der KI mehr Effizienz, aber vor allem: Die Technik soll Arbeitsschritte erleichtern. Die Richterinnen und Richter gewinnen Zeit f\u00fcr m\u00fcndliche Anh\u00f6rungen und den pers\u00f6nlichen Kontakt zu Menschen.<\/p>\n<p>    Vom h\u00e4ndischen K\u00fcrzen zu &#8222;Aleks&#8220;<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/justiz-110.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/justiz-110.webp\" alt=\"Gesine Irskens vom nds. Justizministerium und Richter Patrick Vriermann am Computer\" title=\"Gesine Irskens vom Justizministerium und Richter Patrick Vriermann arbeiten am KI-Programm &quot;Tabea&quot;: Der Tatbestandsassistent. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Gesine Irskens vom Justizministerium und Richter Patrick Vriermann arbeiten am KI-Programm &#8222;Tabea&#8220;: Der Tatbestandsassistent.<\/p>\n<p class=\"\">Aber wie funktioniert nun die KI genau? Schritt eins: Die Gerichte m\u00fcssen ihre Akten alle digital bearbeiten k\u00f6nnen. Die sogenannte E-Akte soll in Niedersachsen bis Ende dieses Jahres komplett ausgerollt sein. Laut Gesine Irskens aus dem Justizministerium liegt das Land dabei im Zeitplan. Ab Januar konzentrieren sich die Gerichte verst\u00e4rkt auf die KI-Helfer. Am weitesten fortgeschritten ist derzeit &#8222;Aleks&#8220;: Das Oberlandesgericht Celle hat mit dem Tool echte Urteile f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung vorbereitet,<strong> <\/strong>aber nur wenige der gut 2.200 Richterinnen und Richter d\u00fcrfen es derzeit zum Ausprobieren nutzen.<strong> <\/strong>Das Programm durchsucht Urteile nach identifizierbaren Merkmalen &#8211; Namen und Ortsnamen, aber auch andere Eigenschaften werden erkannt. Beispielsweise, wenn im Urteil eine Schwangerschaft vermerkt ist. Die Richter entscheiden dann, welche erkannten Daten geschw\u00e4rzt oder durch K\u00fcrzel ersetzt werden sollen. Bisher mussten sie jedes Wort einzeln durchgehen.<\/p>\n<p>    Intelligentere Suche und Tatbestands-Assistenten<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/justiz-108.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/justiz-108.webp\" alt=\"Richter und Projektmanager Niclas Stock blickt auf einen Computerbildschirm.\" title=\"Der Erkenntnismittelassistent &quot;Emil&quot; sieht aus wie ein normaler KI-Chat. Richter Niclas Stock ist Projektmanager. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Der Erkenntnismittelassistent &#8222;Emil&#8220; sieht aus wie ein normaler KI-Chat. Richter Niclas Stock ist Projektmanager.<\/p>\n<p class=\"\">Niclas Stock, Richter am Verwaltungsgericht Hannover, arbeitet in der Aleks-Projektgruppe. Und er leitet das Projekt &#8222;Emil&#8220; &#8211; der Erkenntnismittelassistent f\u00fcr Asylverfahren. Richterinnen und Richter bewerten die Sicherheitslage f\u00fcr Kl\u00e4ger in deren Heimatl\u00e4ndern. Daf\u00fcr gibt es verschiedene Datenbanken und vertrauensw\u00fcrdige Organisationen, so Stock. Leicht zu finden seien Informationen \u00fcber die Verf\u00fcgbarkeit bestimmter Medikamente. Bei schwierigeren Fragen soll &#8222;Emil&#8220; helfen: &#8222;Suche ich nach Diskriminierung von Personengruppe A oder B in ihrem Heimatland, sind das ungenauere Suchen mit sehr vielen Daten. Und die Idee ist, diese Daten mit nat\u00fcrlicher Sprache zug\u00e4nglicher zu machen, indem ich einfach eine Frage stelle. Im Idealfall kommt dabei eine Antwort raus, die ich auch verwerten kann.&#8220; &#8222;Maki&#8220; und &#8222;Tabea&#8220; unterst\u00fctzen beim Schreiben der Urteilstexte, konkret beim Tatbestand f\u00fcr Massenverfahren wie Asylklagen oder Fluggastrechtsf\u00e4llen. Die Programme durchsuchen die jeweiligen Akten nach ben\u00f6tigten Daten und f\u00fcgen sie in Textbausteine ein. Gesine Irskens aus dem Justizministerium betont: Alle KI-Ergebnisse werden \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>    Strenge Vorgaben der EU und Vorsicht bei der Richterschaft<\/p>\n<p class=\"\">Besonders die Justiz tr\u00e4gt gro\u00dfe Verantwortung. Alle m\u00fcssen sich streng an die Vorgaben der KI-Verordnung der EU halten. Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum die nieders\u00e4chsische Justiz viele kleinteilige Programme erarbeitet &#8211; statt eines gro\u00dfen: Sie und ihre Ergebnisse lassen sich leichter kontrollieren. Au\u00dferdem lassen sich kleinere Programme schneller auf den Weg bringen und sind ressourcenschonender. Immerhin k\u00f6nnten rund 16.000 Besch\u00e4ftigte in der nieders\u00e4chsischen Justiz die Tools f\u00fcr verschiedene Zwecke nutzen. Irskens betont: Die KI-Programme bleiben freiwillig. Aber Klagewellen \u00fcberlasten die Richterinnen und Richter immer wieder. Irskens hofft, dass k\u00fcnstliche Intelligenz die Besch\u00e4ftigten unterst\u00fctzt und so die Arbeitszufriedenheit verbessert. Und Irskens denkt auch an das Au\u00dfenbild, wenn Entscheidungen schneller zu erwarten sind: &#8222;Ein schnelles Recht ist auch ein St\u00fcck weit ein gutes Recht.&#8220; Trotzdem: Auch die beteiligten Richter genie\u00dfen die neuen M\u00f6glichkeiten mit Vorsicht. &#8222;Die KI wird nicht unsere Entscheidungsfindung ersetzen,&#8220; betont Gerichtspr\u00e4sident Ingo Behrens.<\/p>\n<p>    VR-Brillen f\u00fcr Berufseinsteiger<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/justiz-114.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/justiz-114.webp\" alt=\"Richterinnen und Richter testen in einem Gerichtssaal eine VR-Brille.\" title=\"Mit dem VR-Brillen-Programm &quot;CourtnAI&quot; k\u00f6nnen junge Richter und Richterinnen heikle Verh\u00f6rsituationen \u00fcben.  | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Mit dem VR-Brillen-Programm &#8222;CourtnAI&#8220; k\u00f6nnen junge Richter und Richterinnen heikle Verh\u00f6rsituationen \u00fcben. <\/p>\n<p class=\"\">Wer dabei aber helfen soll, ist eine weitere KI, namens &#8222;CourtnAI&#8220;. Anders als die \u00fcbrigen KI-Tools ist &#8222;CourtnAI&#8220; ein Schulungsprogramm: Per VR-Brille k\u00f6nnen Referendare und angehende Richterinnen und Richter etwa f\u00fcr Pr\u00fcfungen lernen oder auch das Befragen von Zeugen \u00fcben. Irskens erkl\u00e4rt: Das vorherige Training ist besonders f\u00fcr Kinderaussagen sinnvoll. Aber sogar der Umgang mit Diktierger\u00e4ten l\u00e4sst sich mit &#8222;CourtnAI&#8220; \u00fcben &#8211; auch der macht am Anfang viele Richter nerv\u00f6s.<\/p>\n<p>    Erst das Fahrrad, dann das Auto entwickeln<\/p>\n<p class=\"\">Das betont auch Gert-Armin Neuh\u00e4user, Vorsitzender des Bundes nieders\u00e4chsischer Verwaltungsrichter: &#8222;Rechtsprechung beruht auch auf einem emotionalen Wissen und hat sicherlich auch immer ethische und moralische Dimensionen. Das kann KI nicht leisten und das darf sie aus meiner Sicht auch nicht leisten.&#8220; Die jetzt in Niedersachsen entwickelten KI-Funktionen sieht er aber als gro\u00dfen Gewinn. Der Zeitpunkt f\u00fcr den fl\u00e4chendeckenden Einsatz all dieser Programme ist noch offen. Sie sollen aber schrittweise weiterentwickelt werden. &#8222;Wir entwickeln jetzt erstmal das Fahrrad,&#8220; sagt Richter Niclas Stock mit Blick auf &#8222;Emil&#8220;, &#8222;um am Ende das Auto zu haben, um noch schneller voranzukommen.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/asylantrag102.webp\" alt=\"Ein Formular auf Asylantrag in Deutschland liegt auf einer Tastatur.\" title=\"Ein Formular auf Asylantrag in Deutschland liegt auf einer Tastatur. | picture alliance \/ CHROMORANGE, Udo Herrmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Gleichzeitig entscheiden die Gerichte in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern aber schneller.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/kamera-112.webp\" alt=\"Eine \u00dcberwachungskamera der Polizei Hannover.\" title=\"Eine \u00dcberwachungskamera der Polizei Hannover. | Julian Stratenschulte\/dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das sieht ein Gesetzentwurf vor. So sollen etwa Gesichter schneller erkannt werden. Der Datenschutzbeauftragte hat Bedenken.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/beweismittelcloud102.webp\" alt=\"Auf zwei Computerbildschirmen sind Fotos und Videos zu sehen.\" title=\"Auf zwei Computerbildschirmen sind Fotos und Videos zu sehen. | picture alliance \/ dpa, Uli Deck\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Dort sollen die stetig wachsenden Datenmengen geb\u00fcndelt werden. Auch K\u00fcnstliche Intelligenz soll zum Einsatz kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.10.2025 09:37 Uhr KI-Programme sollen die Arbeit in der Justiz erleichtern. 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