{"id":532772,"date":"2025-10-28T11:27:13","date_gmt":"2025-10-28T11:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532772\/"},"modified":"2025-10-28T11:27:13","modified_gmt":"2025-10-28T11:27:13","slug":"erste-3d-karte-eines-fernen-planeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532772\/","title":{"rendered":"Erste 3D-Karte eines fernen Planeten"},"content":{"rendered":"<p>Einem Forschungsteam gelang es erstmalig, die Atmosph\u00e4re eines Planeten au\u00dferhalb <a href=\"https:\/\/www.weltderphysik.de\/gebiet\/universum\/planeten-des-sonnensystems\/\" title=\"\u00d6ffnet die interne Seite im selben Fenster\" class=\"internal-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unseres Sonnensystems<\/a> in drei Dimensionen zu kartieren. Dazu beobachtete es mit dem James-Webb-Weltraumteleskop, wie der Planet von uns aus gesehen hinter seinem Stern vor\u00fcberzieht. K\u00fcnftig k\u00f6nnten sich auf diese Weise die Atmosph\u00e4ren vieler \u00e4hnlicher Planeten untersuchen lassen, so die Autorinnen und Autoren der Studie im Fachblatt \u201eNature Astronomy\u201c.<\/p>\n<p>Er ist 400\u00a0Lichtjahre von der Erde entfernt und im Vergleich zu <a href=\"https:\/\/www.weltderphysik.de\/gebiet\/universum\/planeten-des-sonnensystems\/jupiter\/\" title=\"\u00d6ffnet die interne Seite im selben Fenster\" class=\"internal-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jupiter<\/a> um 20\u00a0Prozent gr\u00f6\u00dfer und zehnmal so schwer:\u00a0WASP-18b. Seine Runden zieht der Planet im Abstand von nur drei Millionen Kilometern um seinen Heimatstern. Zum Vergleich:\u00a0Die Erde ist 150\u00a0Millionen, der sonnenn\u00e4chste Planet <a href=\"https:\/\/www.weltderphysik.de\/gebiet\/universum\/planeten-des-sonnensystems\/merkur\/\" title=\"\u00d6ffnet die interne Seite im selben Fenster\" class=\"internal-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Merkur<\/a> immer noch im Mittel 58\u00a0Millionen Kilometer von der <a href=\"https:\/\/www.weltderphysik.de\/gebiet\/universum\/sterne\/sonne\/\" title=\"\u00d6ffnet die interne Seite im selben Fenster\" class=\"internal-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sonne<\/a> entfernt. Entsprechend hei\u00df ist es auf WASP-18b. Die Durchschnitttemperatur in seiner Gash\u00fclle liegt bei 2700\u00a0Grad Celsius\u00a0\u2013 man spricht daher von einem \u201eHei\u00dfen Jupiter\u201c.<\/p>\n<p>Aufgesp\u00fcrt wurde der Exoplanet\u00a0\u2013 so nennt man einen Planeten, der um einen anderen Stern als unsere Sonne kreist\u00a0\u2013 im Jahr\u00a02009. Ihn verr\u00e4t, dass er von der Erde aus gesehen jedes Mal vor seinem Stern vor\u00fcberzieht, wenn er ihn umrundet. In diesem Moment, Transit genannt, scheint der Stern dann etwas schw\u00e4cher zu leuchten. Ryan Challener von der Cornell University in den USA und seine Kolleginnen und Kollegen haben jetzt das Gegenst\u00fcck dazu beobachtet: einen sekund\u00e4ren Transit.<\/p>\n<p>Komplexer, aber aufschlussreich: Ein Transit hinter dem Stern<\/p>\n<p>Bei diesem Ereignis zieht der Planet von der Erde aus hinter dem Stern vorbei. In diesem Moment haben Challener und sein Team mit dem James-Webb-Teleskop Ver\u00e4nderungen im Lichtsignal gemessen, die auf den gerade verschwundenen oder wieder aufgetauchten Teil des Planeten schlie\u00dfen lassen. F\u00fchrt man diese Beobachtungen gleichzeitig bei unterschiedlichen Wellenl\u00e4ngen durch, so erh\u00e4lt man zugleich einen unterschiedlich tiefen Blick in die Atmosph\u00e4re. \u201eBeobachten wir bei einer Wellenl\u00e4nge, die von Wasser absorbiert wird, blicken wir in die wasserhaltige Schicht der Atmosph\u00e4re\u201c, so der Forscher weiter. Bei einer anderen Wellenl\u00e4nge hingegen k\u00f6nnen die Forschenden tiefer hineinblicken.<\/p>\n<p>Bei den Messungen erwies sich der Planet an der Stelle, die dem Stern direkt gegen\u00fcber liegt, als besonders hei\u00df. Das liegt daran, dass WASP-18b dem Stern stets die gleiche Seite zuwendet. Dort erhitzt sich die Atmosph\u00e4re auf 2900\u00a0Grad Celsius. Bei dieser extremen Hitze zerfallen Wassermolek\u00fcle in Wasserstoff und Sauerstoff, wie die Daten weiter zeigen. Zudem zeigen die Messungen, dass die Atmosph\u00e4re in gro\u00dfer H\u00f6he hei\u00dfer ist als weiter unten ist, weil ein gro\u00dfer Teil des Sternenlichts bereits dort oben absorbiert wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine noch genauere dreidimensionale Karte der Atmosph\u00e4re m\u00f6chte das Team mit dem Webb-Teleskop weitere sekund\u00e4re Transits von WASP-18b beobachten. Auch auf viele andere Planeten wolle man die Technik anwenden, um so ein 3D-Bild von ihnen zu erhalten und sie besser zu verstehen, so Challener.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einem Forschungsteam gelang es erstmalig, die Atmosph\u00e4re eines Planeten au\u00dferhalb unseres Sonnensystems in drei Dimensionen zu kartieren. 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