{"id":534403,"date":"2025-10-29T03:18:10","date_gmt":"2025-10-29T03:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/534403\/"},"modified":"2025-10-29T03:18:10","modified_gmt":"2025-10-29T03:18:10","slug":"verkuppelt-mit-der-dresdner-frauenkirche-der-maler-christoph-wetzel-und-seine-passion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/534403\/","title":{"rendered":"Verkuppelt mit der Dresdner Frauenkirche: Der Maler Christoph Wetzel und seine Passion"},"content":{"rendered":"<p>Berliner Pfarrerssohn geht zum Kunst-Studium nach Dresden<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer heute 75j\u00e4hrige beginnt schon als Kind, Selbstportr\u00e4ts zu malen. Christoph Wetzel w\u00e4chst mit zwei Geschwistern in einem Berliner Pfarrhaushalt auf. Der Vater r\u00e4t ihm ab, eher brotlose Kunst zu studieren. Auch die Mutter versucht, ihn davon abzubringen. Er h\u00e4lt sich nicht dran.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit Anfang 20 bewirbt er sich an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Dresden und wird zum Studium der Malerei angenommen: &#8222;Das war nat\u00fcrlich das Gr\u00f6\u00dfte. Aber sp\u00e4ter habe ich gemerkt, was alles so br\u00f6ckelt und dass die Professoren mir leider nichts vormachen konnten, nicht sagten: &#8222;Geben Sie mal den Pinsel her, ich zeige Ihnen, wie man das macht.&#8216; Nichts! Meine eigentlichen Lehrer sind alle tot, sie sind alle da dr\u00fcben \u2013 in der Gem\u00e4ldegalerie Alte Meister. Dort war meine eigentliche Akademie.&#8220;\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Die Gem\u00e4ldegalerie Alte Meister, das war meine eigentliche Akademie.<\/p>\n<p>Christoph Wetzel, Maler<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&#8222;Ich bin ein Menschenmaler&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nMalen lernen durch genaues Studieren der alten Vorbilder. Viele Gem\u00e4lde, die derzeit in der Mei\u00dfner Albrechtsburg zu sehen sind, sind so entstanden. Aus Anlass seines 75. Geburtstages sind in der Retrospektive mehr als 60 Gem\u00e4lde, 25 Zeichnungen und mehrere Skulpturen unter dem Titel &#8222;Passion Mensch&#8220; vereint.\u00a0<\/p>\n<p>Fast eintausend Portr\u00e4ts brachte Christoph Wetzel bereits auf die Leinwand. F\u00fcr manche Bilder ben\u00f6tigt er Jahre, andere malt er an einem Tag. So wie das des kleinen syrischen Jungen Alan Kurdi, der auf der Flucht \u00fcbers Mittelmeer ertrank. Das Foto, das 2015 um die Welt ging, ersch\u00fctterte auch Christoph Wetzel: &#8222;Es gibt so viele Entrechte, so viel Sprachlosigkeit, und ich finde, dieses Einmischen ist eine Gewissensfrage.&#8220;\n<\/p>\n<p>Retrospektive zum 75. Geburtstag in der Albrechtsburg Mei\u00dfen<\/p>\n<p class=\"text\">\nOft w\u00e4hlt Wetzel auch Motive des christlichen Glaubens. Gemeinsam mit seinem Freund und Kurator Uwe Michel w\u00e4hlte er die Bilder f\u00fcr die Mei\u00dfner Ausstellung aus. Michel bewundert ihn f\u00fcr seine F\u00e4higkeit, so tief ins Innere eines Menschen vorzudringen, sein Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen. Wetzel sagt lakonisch, er sei ein &#8222;Menschenmaler&#8220;, was ihm einiges abverlangt. Das Gem\u00e4lde seines schlafenden Vaters entstand an dessen Sterbebett: &#8222;Was von einem Menschenleben \u00fcbrig bleibt &#8230;&#8220;, sagt der Maler, als er vor dem bewegenden Bild steht, das ebenfalls in der Albrechtsburg zu sehen ist.\n<\/p>\n<p>Wetzels Passion<\/p>\n<p class=\"text\">\nTod und Schuld \u2013 um damit umgehen zu k\u00f6nnen, malt Christoph Wetzel. Die Kraft dazu sch\u00f6pft er auch aus seinem Glauben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEs ist wohl seine Art zu beten und Gott anzurufen: <strong>&#8222;<\/strong>Meine Botschaft \u2013 mit Bildern, die etwas mit dem Glauben oder mit Jesus Christus zu tun haben \u2013 ich will, dass er auf meine S\u00fcnden schaut, denn deswegen ist er ja am Kreuz gestorben. Dieses Gef\u00fchl, dass ich eben wirklich den Gekreuzigten so gemalt habe, dass es weh tut, dass noch die Dornen von der Gei\u00dfelung in der Haut stecken, das ist schon sehr heftig zu verkraften&#8220;, gibt er zu.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAls Sohn eines Pfarrers in Berlin geboren, hat er die christliche Botschaft tief verinnerlicht. In der Dresdner Kunsttradition tief verwurzelt, versucht er sein Gegen\u00fcber auch psychologisch zu erfassen. Das, was Wetzel aus Gespr\u00e4chen \u00fcber den Portr\u00e4tierten erf\u00e4hrt, flie\u00dft ins Gem\u00e4lde ein. Sein Stil wirkt altmeisterlich und hochexpressiv zugleich. Wetzel studierte von 1967 bis 1973 an der\u00a0Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Dresden\u00a0bei\u00a0Gerhard Kettner\u00a0und\u00a0Fritz Eisel. Er schloss das Studium mit einem Diplom als Wand- und\u00a0Tafelmaler ab. Von 1973 bis 1974 absolvierte er eine Restauratorenausbildung an den\u00a0Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Seit 1977 ist Wetzel freischaffend t\u00e4tig. Von 1982 bis 1986 lehrte Wetzel an der Zeichenschule der Porzellan-Manufaktur Meissen. Dort entstanden auch plastische Arbeiten. Seit 2014 lebt und arbeitet er in Berlin.\n<\/p>\n<p>\nReportage aus dem Jahr 2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berliner Pfarrerssohn geht zum Kunst-Studium nach Dresden Der heute 75j\u00e4hrige beginnt schon als Kind, Selbstportr\u00e4ts zu malen. 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