{"id":534894,"date":"2025-10-29T08:05:16","date_gmt":"2025-10-29T08:05:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/534894\/"},"modified":"2025-10-29T08:05:16","modified_gmt":"2025-10-29T08:05:16","slug":"die-enkel-werden-kuerzer-leben-als-ihre-grosseltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/534894\/","title":{"rendered":"Die Enkel werden k\u00fcrzer leben als ihre Gro\u00dfeltern"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-mdl-ath__p v-mdl-ath__p--6\">\nMittwoch, 29. Oktober 2025<\/p>\n<p class=\"v-p\">Die Lebenserwartung steigt nicht mehr. Seit einigen Jahren sinkt sie sogar wieder. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt eine Studie, die in 16 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, darunter Spanien, durchgef\u00fchrt wurde. Wie in den anderen L\u00e4ndern wurde auch hier ab 2019 \u00abein absoluter R\u00fcckgang der Lebenserwartung\u00bb beobachtet. Seitdem leben die Menschen 0,18 Jahre weniger. Das bedeutet, dass sie im Durchschnitt fast zwei Monate fr\u00fcher sterben; das sind 64 Tage weniger Lebenszeit. <\/p>\n<p class=\"v-p\">Die Lebenserwartung stieg zwischen 1990 und 2011 kontinuierlich an, bevor sich ihr Wachstum verlangsamte. Acht Jahre sp\u00e4ter wurden dann negative Indikatoren verzeichnet. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser R\u00fcckgang nicht nur auf durch Covid verursachte Atemwegsinfektionen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Ausschlaggebend war auch das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Neoplasien (Tumoren), die durch Faktoren verursacht wurden, die eher auf die Lebensgewohnheiten als auf die Genetik zur\u00fcckzuf\u00fchren sind: Bluthochdruck, Rauchen, Cholesterin, \u00dcbergewicht, berufliche Risiken, Alkohol und Bewegungsmangel.<\/p>\n<p class=\"v-p\">\u00abUnsere Kinder werden weniger lange leben als wir\u00bb, best\u00e4tigt Alejandro de la Torre Luque, Forscher an der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universidad Complutense, der an der in The Lancet Public Health ver\u00f6ffentlichten Studie mitgewirkt hat. \u00abJa, das ist eine sehr traurige Botschaft, aber wir m\u00fcssen bereit sein, dies mit Hilfe einer Gesundheitspolitik, die Auswirkungen auf die neuen Generationen hat, umzukehren. Wir sehen bereits die ersten Anzeichen, wir sehen die Folgen jedes Jahr und leider werden wir sie auch in den kommenden Jahrzehnten sehen.\u00bb Es ist nicht nur eine Frage der Quantit\u00e4t. \u00abWenn die aktuellen Trends (Zunahme von Fettleibigkeit bei Kindern, Bewegungsmangel oder schlechte Ern\u00e4hrung) nicht umgekehrt werden, werden sie wahrscheinlich l\u00e4nger mit chronischen Krankheiten leben\u00bb sagt L\u00f3pez Gil. \u00abEs ist die Qualit\u00e4t und nicht nur die Quantit\u00e4t der Jahre, die uns besch\u00e4ftigen sollte.\u00bb<\/p>\n<p class=\"v-p\">Bei dieser r\u00fcckl\u00e4ufigen Lebenserwartung bildet Spanien keine Ausnahme. \u00abObwohl Spanien weiterhin zu den L\u00e4ndern mit der h\u00f6chsten Lebenserwartung des Kontinents geh\u00f6rt, hat sich die j\u00e4hrliche Steigerung verlangsamt\u00bb, erkl\u00e4rt Jos\u00e9 Francisco L\u00f3pez Gil, Forschungsdirektor des Spanischen Instituts f\u00fcr Lebensstilmedizin (IEMEV) und an der Studie Beteiligter. \u00abZwischen 1990 und 2011 steigerte sich Spanien um durchschnittlich 0,25 Jahre pro Jahr. Zwischen 2011 und 2019 sank diese Rate jedoch auf 0,13. Und von 2019 bis 2021, w\u00e4hrend der Pandemie, sank die Lebenserwartung sogar (durchschnittlich -0,19 Jahre).\u00bb<\/p>\n<p class=\"v-p\">Zu den nationalen Besonderheiten z\u00e4hlt die Kombination aus geringeren Investitionen im Gesundheitswesen und steigenden Raten grundlegender Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit. \u00abWir beobachten bestimmte Faktoren, von denen viele mit dem Anstieg des Konsums hochverarbeiteter Lebensmittel in den letzten Jahren zusammenh\u00e4ngen, die gro\u00dfe Mengen an Zucker und Salz enthalten. Bei \u00e4lteren Menschen helfen Behandlungen dabei, mit den Krankheiten gut umzugehen, aber das Problem entsteht, wenn sie sich h\u00e4ufen und zu weiteren Komplikationen f\u00fchren\u00bb, erkl\u00e4rt De la Torre, der auf Rechtsmedizin, Psychiatrie und Pathologie spezialisiert ist. <\/p>\n<p class=\"v-p\">Generell hat sich in den untersuchten L\u00e4ndern die Tendenz, Todesf\u00e4lle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden, \u00aberheblich verringert\u00bb, w\u00e4hrend der Body-Mass-Index (BMI) in den letzten drei Jahrzehnten stetig gestiegen ist, ebenso wie der Cholesterinspiegel und der Blutdruck, wie aus dem Artikel &#8218;Ver\u00e4nderungen der Lebenserwartung in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern 1990-2021: Eine Subanalyse der Ursachen und Risikofaktoren der Studie &#8218;Global Burden of Disease 2021&#8216; hervorgeht. \u00abEs gibt nicht nur einen einzigen Grund\u00bb, behauptet L\u00f3pez Gil. \u00abZu den Hauptursachen z\u00e4hlen geringere Fortschritte bei der Verringerung der Todesf\u00e4lle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sowie ein Anstieg oder eine Stagnation von Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck oder hoher Cholesterinspiegel. Auch soziale, wirtschaftliche und politische Faktoren wie K\u00fcrzungen im Gesundheitswesen oder zunehmende Ungleichheiten spielen eine Rolle.\u00bb<\/p>\n<p>Spielraum<\/p>\n<p class=\"v-p\">Basierend auf Daten aus dem &#8218;Global Burden of Disease Report&#8216; des renommierten Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) wurden Berichte und Experten aus \u00d6sterreich, Belgien, D\u00e4nemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Island, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, England, Nordirland, Schottland und Wales zusammengetragen. \u00abDie in diesem Artikel vorgestellten Ergebnisse st\u00fctzen nicht die Hypothese, dass die Verlangsamung des Anstiegs der Lebenserwartung darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass eine nat\u00fcrliche Grenze der Lebenserwartung erreicht wurde, die bei etwa 110 Jahren liegt.\u00bb <\/p>\n<p class=\"v-p\">Laut den Autoren der \u00abgr\u00f6\u00dften und umfassendsten Studie zur Quantifizierung von Verlusten bei der Gesundheit\u00bb, in der die Ver\u00e4nderungen bei Lebenserwartung, Todesursachen und der Exposition der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber Risikofaktoren in Europa zwischen 1990 und 2021 verglichen wurden, k\u00f6nnen \u00e4ltere Menschen dennoch eine \u00abkontinuierliche Steigerung der Lebenserwartung\u00bb erzielen, da \u00abnoch erheblicher Spielraum f\u00fcr die Senkung der Sterblichkeit und der grundlegenden Risiken besteht\u00bb.<\/p>\n<p class=\"v-p\">\u00abUnsere Studie findet keine Anzeichen daf\u00fcr, dass wir eine biologische Obergrenze erreichen. Die Lebenserwartung kann weiter steigen, wenn wir vermeidbare Todesf\u00e4lle vor dem 100. Lebensjahr reduzieren, die diesen Indikator tats\u00e4chlich beeinflussen\u00bb, erkl\u00e4rt L\u00f3pez Gil, der zu den mehr als 10.000 Mitarbeitern in \u00fcber 160 L\u00e4ndern und Regionen geh\u00f6rte. <\/p>\n<p class=\"v-p\">In Spanien wird die Bek\u00e4mpfung von Krankheiten durch das \u00abProblem der Investitionen im Gesundheitssektor beeintr\u00e4chtigt, die in vielen F\u00e4llen viel zu gering ausfallen\u00bb, warnt De la Torre und weist auf die Notwendigkeit hin, Wartelisten zu verk\u00fcrzen, die psychiatrische Versorgung auszuweiten und Zugang zu \u00absehr teuren Medikamenten\u00bb zu schaffen. \u00abWir haben eindeutige Beispiele daf\u00fcr im Bereich Krebs. Die neuen Chemotherapien haben weniger Nebenwirkungen, und wir m\u00fcssen versuchen, den Staat dazu zu bewegen, den Zugang zu diesen Medikamenten zu verbessern.\u00bb <\/p>\n<p class=\"v-p\">Doch auch wenn \u00abder Preis von Medikamenten einen Einfluss haben kann, zeigt die Studie, dass die Verbesserung der Lebenserwartung nicht nur von neuen oder teuren Behandlungen abh\u00e4ngt\u00bb, erg\u00e4nzt L\u00f3pez Gil. \u00abTats\u00e4chlich ist ein Teil der Stagnation darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass sich die grundlegenden Risikofaktoren \u2013 schlechte Ern\u00e4hrung oder Bewegungsmangel \u2013 nicht ausreichend verbessert haben. Das hei\u00dft, wir k\u00f6nnen die Auswirkungen einer schlechten Gesundheit der Bev\u00f6lkerung nicht allein mit fortschrittlichen Medikamenten ausgleichen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"v-p\">Trotz unzureichender Investitionen und grundlegender Risikofaktoren sank die Lebenserwartung in Spanien etwas sp\u00e4ter als in anderen L\u00e4ndern, dank der mediterranen Ern\u00e4hrung, die den Anstieg schlechter Ern\u00e4hrungsgewohnheiten zumindest etwas abgefedert hat. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass \u00abstaatliche Ma\u00dfnahmen, die die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung verbessern, auch die Widerstandsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber k\u00fcnftigen Krisen f\u00f6rdern\u00bb. Zu den erforderlichen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung geh\u00f6ren die Verringerung der Belastung durch ungesunde Ern\u00e4hrung und Bewegungsmangel sowie die Gew\u00e4hrleistung des Zugangs zu erschwinglichen Gesundheitsdienstleistungen. \u00abUnsere Studie legt nahe, dass L\u00e4nder, die Verbesserungen aufrechterhalten konnten (Norwegen oder Schweden), dies dank solider Gesundheitspolitik erreicht haben: Pr\u00e4vention, Aufkl\u00e4rung, gleichberechtigter Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und Kontrolle von Risikofaktoren\u00bb, argumentiert L\u00f3pez Gil. \u00abManchmal ist es g\u00fcnstiger und rettet mehr Leben, in Pr\u00e4ventima\u00dfnahmen zu investieren als ausschlie\u00dflich in die Behandlunge von Krankheiten.\u00bb<\/p>\n<p>Die Kurve umdrehen<\/p>\n<p class=\"v-p\">In allen L\u00e4ndern war aufgrund der Pandemie ein Knick in der Kurve zu verzeichnen, aber auch danach setzte die Lebenserwartung ihren vorherigen Abw\u00e4rtstrend fort. <\/p>\n<p class=\"v-p\">Die Aufgabe, diesen Trend umzukehren, liegt bei den neuen Generationen, die aufgrund von Fettleibigkeit bei Kindern, E-Zigaretten, Essst\u00f6rungen, Suchterkrankungen usw. eine geringere Lebenserwartung haben werden als ihre Gro\u00dfeltern. \u00abDie Politik muss Finanzierungsstrukturen und mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Gesundheitsleistungen schaffen.\u00bb W\u00fcrde man jetzt damit beginnen, w\u00e4ren die Ergebnisse in zehn oder zwanzig Jahren sichtbar, sch\u00e4tzt De la Torre, denn \u00abes braucht Zeit, um das Bewusstsein der Menschen zu sch\u00e4rfen und die Ver\u00e4nderungen umzusetzen. Wir k\u00f6nnen die Kurve zweifellos umkehren.\u00bb<\/p>\n<p class=\"v-p\">Spiegeln die aktuellen Daten die Defizite der Generationen der 90er und 2000er Jahre wider? \u00abZum Teil ja\u00bb, antwortet L\u00f3pez Gil. \u00abDie Auswirkungen der Politik (oder deren Fehlen) summieren sich im Laufe der Zeit. Generationen, die seit ihrer Jugend einer schlechten Ern\u00e4hrung, Bewegungsmangel (vor allem durch die Nutzung von Bildschirmen) oder sozialer Unsicherheit ausgesetzt sind, tragen diese Auswirkungen in ihr Erwachsenenalter mit sich. Dar\u00fcber hinaus haben die Krise von 2008 und die damaligen Sparma\u00dfnahmen insbesondere die j\u00fcngeren Menschen getroffen, und das k\u00f6nnte sich jetzt r\u00e4chen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mittwoch, 29. Oktober 2025 Die Lebenserwartung steigt nicht mehr. Seit einigen Jahren sinkt sie sogar wieder. 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