{"id":535167,"date":"2025-10-29T10:51:18","date_gmt":"2025-10-29T10:51:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/535167\/"},"modified":"2025-10-29T10:51:18","modified_gmt":"2025-10-29T10:51:18","slug":"radio-wird-fuer-die-wenigen-gemacht-die-angerufen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/535167\/","title":{"rendered":"\u201eRadio wird f\u00fcr die wenigen gemacht, die angerufen werden\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im ZEIT-Podcast \u201eAlles Gesagt?\u201c hat Bestsellerautor und Ex-Radiomacher Sebastian Fitzek einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen des Formatradios gew\u00e4hrt. Der fr\u00fchere Programm- und Gesch\u00e4ftsleiter mehrerer Privatsender erkl\u00e4rte, warum Radioprogramme seiner Ansicht nach heute so klingen, wie sie klingen \u2013 und was das mit der Marktforschung zu tun hat.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.radioszene.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Sebastian-Fitzek-YouTube-ZEIT-Podcast-fb3.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-207322 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Sebastian-Fitzek-YouTube-ZEIT-Podcast-fb3-750x393.jpg\" alt=\"Sebastian Fitzek (Screenshot aus YouTube-Video des ZEIT-Live-Podcasts)\" width=\"750\" height=\"393\" title=\"Sebastian Fitzek: \u201eRadio wird f\u00fcr die wenigen gemacht, die angerufen werden, und nicht f\u00fcr die Mehrheit, die h\u00f6rt.\u201c\"  \/><\/a>Sebastian Fitzek (Screenshot aus YouTube-Video des ZEIT-Live-Podcasts)<\/p>\n<p>Fitzek blickt auf seine Anf\u00e4nge in den 1990er-Jahren zur\u00fcck, als Sender wie HUNDERT,6 und 104.6 RTL den Berliner Radiomarkt pr\u00e4gten. W\u00e4hrend <strong>HUNDERT,6<\/strong> unter <strong>Georg Gafron<\/strong> noch auf Regionalit\u00e4t, Nachrichten und boulevardeske Unterhaltung setzte, habe <strong>104.6 RTL<\/strong> auf strikte Marktforschung gebaut \u2013 mit Fragen wie: \u201eWas wollt ihr eigentlich h\u00f6ren?\u201c Das Ergebnis: \u201eLieblingshits in der richtigen Reihenfolge, morgens lachen und Bargeld gewinnen.\u201c<\/p>\n<p>Diese einfache Formel habe sich als \u00fcberaus erfolgreich erwiesen. \u201eEin halbes Jahr sp\u00e4ter war 104.6 RTL Nummer eins \u2013 und HUNDERT,6 gibt\u2019s heute nicht mehr\u201c, so Fitzek. Der Sender habe mit Claims wie \u201eDie gr\u00f6\u00dften Hits der 70er, 80er, 90er \u2013 Berlins lustigste Morgenshow und die gr\u00f6\u00dften Gewinnspiele der Stadt\u201c die neue Radiorealit\u00e4t definiert.<\/p>\n<p>Aus diesen simplen Erkenntnissen sei dann die Blaupause vieler deutscher Privatsender entstanden.\u00a0Jeder Song sei \u201ezu Tode getestet\u201c worden, um exakt zu wissen, wann er \u201everbrannt\u201c sei \u2013 also zu oft gelaufen. Die Konsequenz: Radioprogramme seien zunehmend austauschbar geworden.<\/p>\n<p>Auch Promotions wie bei <strong>RS2<\/strong> seien letztlich aus der Logik der Marktforschung entstanden. Fitzek erinnert sich: \u201eMan sollte bei einem Anruf sofort sagen: \u2018Hallo, ich h\u00f6re RS2 \u2013 und jetzt her mit der Kohle.\u2019\u201c Wer das tat, konnte 50.000 Euro gewinnen. Die Aktion zielte allein darauf ab, den Sendernamen im Bewusstsein der H\u00f6rer zu verankern \u2013 damit sie ihn bei der n\u00e4chsten MA-Befragung nennen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Mechanik dahinter beschreibt Fitzek als absurde Konsequenz eines fehlerhaften Systems: <strong>\u201eRadio wird f\u00fcr die wenigen gemacht, die angerufen werden, und nicht f\u00fcr die Mehrheit, die h\u00f6rt.\u201c<\/strong> Die Reichweitenmessung der Medienanalyse (MA) sei n\u00e4mlich keine Echtzeiterfassung, sondern basiere auf Erinnerungsabfragen am Telefon. \u201eDeswegen beballert man die Leute drau\u00dfen mit Plakaten, damit sie dich sehen und am Telefon sagen, dass sie dich h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Auch technische Messverfahren h\u00e4tten die Situation nicht immer verbessert: In der Schweiz etwa seien Armbanduhren eingef\u00fchrt worden, die den Radiokonsum automatisch registrieren. \u201ePl\u00f6tzlich hatte man 80 Prozent weniger H\u00f6rer \u2013 vor allem Frauen, weil sie die Uhren gar nicht tragen wollten.\u201c<\/p>\n<p>Als Berater habe ihn das System schlie\u00dflich erm\u00fcdet: \u201eEs stimmt nicht, dass ich vorher wei\u00df, was Menschen wollen und ich muss es ihnen nur geben.\u201c Heute verzichte Fitzek bewusst auf Marktforschung \u2013 auch als Autor. Seine Lehre aus der Radiowelt: <strong>Erfolg lasse sich nicht algorithmisch planen.<\/strong>\n<\/p>\n<p>Video: Sebastian Fitzek im ZEIT-Podcast \u201eAlles Gesagt?\u201c<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\u201eYouTube video player\u201c von YouTube anzeigen\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>Quelle: Podcast \u201eAlles Gesagt?\u201c, DIE ZEIT, Folge mit Sebastian Fitzek, ver\u00f6ffentlicht am 16. Oktober 2025.<\/p>\n<p><strong>Links:<br \/><\/strong><a title=\"Diskussion auf radioforen.de\" href=\"https:\/\/www.radioforen.de\/threads\/so-schaut-sebastian-fitzek-heute-auf-das-formatradio.50627\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Diskussion auf radioforen.de<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/alles-gesagt\/id1374777021?i=1000732105201\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Apple Podcasts<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dfgLm3e5oCQ&amp;t=9326s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">YouTube<\/a><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.radioszene.de\/tag\/podcast\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Podcast<\/a><a href=\"https:\/\/www.radioszene.de\/tag\/sebastian-fitzek\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sebastian Fitzek<\/a>\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im ZEIT-Podcast \u201eAlles Gesagt?\u201c hat Bestsellerautor und Ex-Radiomacher Sebastian Fitzek einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen des Formatradios&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":535168,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-535167","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115457077280312909","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/535167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=535167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/535167\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/535168"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=535167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=535167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=535167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}