{"id":535910,"date":"2025-10-29T18:15:24","date_gmt":"2025-10-29T18:15:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/535910\/"},"modified":"2025-10-29T18:15:24","modified_gmt":"2025-10-29T18:15:24","slug":"schlafmangel-unkonzentriert-weil-das-hirn-seinen-waschgang-nachholt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/535910\/","title":{"rendered":"Schlafmangel: Unkonzentriert, weil das Hirn seinen Waschgang nachholt?"},"content":{"rendered":"<p>Schlafmangel: Unkonzentriert, weil das Hirn seinen Waschgang nachholt? &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Schlafmangel: Unkonzentriert, weil das Hirn seinen \u00bbWaschgang\u00ab nachholt?<\/p>\n<p>Kleine mentale Blackouts nach einer schlaflosen Nacht gehen mit einem Abfluss von Liquor aus dem Gehirn einher \u2013 ein Prozess, der normalerweise w\u00e4hrend des Schlafs stattfindet und Abfallstoffe beseitigt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ein Mann sitzt in einem B\u00fcro an einem Schreibtisch und reibt sich die Augen, w\u00e4hrend er eine Brille in der Hand h\u00e4lt. Auf dem Tisch liegen ein Notizbuch und ein Stift. Im Hintergrund sind Computer und Pflanzen zu sehen. Die Szene vermittelt den Eindruck von M\u00fcdigkeit oder Anstrengung bei der Arbeit.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/GettyImages-2196205113.jpg\" title=\"Ein Mann sitzt in einem B\u00fcro an einem Schreibtisch und reibt sich die Augen, w\u00e4hrend er eine Brille in der Hand h\u00e4lt. Auf dem Tisch liegen ein Notizbuch und ein Stift. Im Hintergrund sind Computer und Pflanzen zu sehen. Die Szene vermittelt den Eindruck von M\u00fcdigkeit oder Anstrengung bei der Arbeit.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 urbazon \/ Getty Images \/ E+ (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Wenn der Schlaf fehlt, kommt der Kopf ins Straucheln. <\/p>\n<p>Nach einer schlaflosen Nacht f\u00fchlt man sich meist ziemlich matschig im Kopf. Immer wieder entgleitet einem die Aufmerksamkeit. Solche Aussetzer k\u00f6nnen verheerende Folgen haben, etwa beim Autofahren. Eine US-Studie zeigt nun: Diese Blackouts bei Schlafmangel passieren offenbar immer kurz bevor ein Schwall Liquor (zerebrospinale Fl\u00fcssigkeit) das Gehirn verl\u00e4sst\u00a0\u2013 ein Prozess, der normalerweise w\u00e4hrend des Schlafs stattfindet. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41593-025-02098-8\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Die Forschenden um Laura Lewis vom<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41593-025-02098-8\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge ver\u00f6ffentlichen ihre Ergebnisse bei \u00bbNature Neuroscience\u00ab<\/a>. <\/p>\n<p>Um zu verstehen, was bei Menschen mit Schlafmangel im Gehirn passiert, untersuchten Lewis und ihre Kollegen 26 Freiwillige, die zweimal getestet wurden\u00a0\u2013 einmal nach einer durchwachten Nacht im Labor, einmal im ausgeruhten Zustand. Die Probanden absolvierten jeweils am Morgen zwei verschiedene Aufmerksamkeitsaufgaben. Bei dem visuellen Test erschien auf einem Bildschirm ein Kreuz, das sich in zuf\u00e4lligen Abst\u00e4nden in ein Quadrat verwandelte. Die Teilnehmer sollten immer dann einen Knopf dr\u00fccken, wenn sie die Ver\u00e4nderung sahen. Bei der auditiven Aufgabe h\u00f6rten sie einen variierenden Piepton. <\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen lagen sie in einem speziellen Magnetresonanztomografen (MRT), der nicht nur den Blutfluss und somit indirekt die neuronale Aktivit\u00e4t misst, sondern auch den Liquor-Strom im Gehirn. Alle Teilnehmenden trugen zudem eine EEG-Haube, die ihre elektrischen Hirnsignale aufzeichnete.<\/p>\n<p>Wie erwartet, schnitten die Probanden nach durchzechter Nacht bei beiden Aufgaben schlechter ab, als wenn sie ausgeruht waren. Sie reagierten langsamer und registrierten einige Ver\u00e4nderung \u00fcberhaupt nicht. Diese mentalen Aussetzer spiegelten sich auch im EEG wider. Besonders auff\u00e4llig: Immer zwei Sekunden nach solchen \u00bbBlackouts\u00ab setzte eine Welle abflie\u00dfenden Liquors ein, der kurz danach wieder ins Gehirn zur\u00fcckkehrte. Solche rhythmischen Ver\u00e4nderungen im Fluss der zerebrospinalen Fl\u00fcssigkeit sind eigentlich typisch f\u00fcr den Schlaf.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/glymphatisches-system-hirneigene-muellabfuhr-gegen-demenz\/2247514\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Das sogenannte glymphatische System entsorgt auf diese Art \u00bbdreckigen\u00ab Liquor<\/a> \u2013\u00a0eine Voraussetzung daf\u00fcr, dass unser Hirn am n\u00e4chsten Tag wieder voll einsatzf\u00e4hig ist und effektiv arbeiten kann.<\/p>\n<p>Auf Kausalit\u00e4t kann nicht sicher geschlossen werden<\/p>\n<p>\u00bbWenn Sie nicht schlafen, setzen die Liquor-Wellen im Wachzustand ein, wo man sie normalerweise nicht sieht. Allerdings gehen sie mit einer Beeintr\u00e4chtigung der Aufmerksamkeit einher\u00ab, <a href=\"https:\/\/news.mit.edu\/2025\/your-brain-without-sleep-1029\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagt Laura Lewis in einer Pressemeldung<\/a>. Die Fachleute haben eine solche Kausalit\u00e4t jedoch nicht direkt getestet. Ob die Liquor-Wellen die kurzen Blackouts verursachen oder lediglich mit ihnen einhergehen, ist bislang unklar. Weitere Untersuchungen \u00fcber die zugrundeliegenden Mechanismen m\u00fcssten deshalb folgen.<\/p>\n<p>Ria Kodosaki, Neurowissenschaftlerin am University College London,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/science\/2025\/oct\/29\/brain-changes-lapses-of-attention-tired-sleep-deprived\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">spekuliert gegen\u00fcber \u00bbThe Guardian\u00ab<\/a>, dass die Aussetzer m\u00f6glicherweise eine Schutzma\u00dfnahme sind. Man k\u00f6nne sie sich wie erzwungene Boxenstopps vorstellen: Das Gehirn l\u00e4sst vor\u00fcbergehend seine Konzentration auf \u00e4u\u00dfere Reize nach, um wichtige interne Aufgaben zu erledigen.<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist promovierte Neurobiologin und Redakteurin f\u00fcr Hirnforschung und Neuromedizin. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Yang, Z. et al.: Nature Neuroscience 10.1038\/s41593\u2013025\u201302098\u20138, 2025 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/6fbd3a9803d447e580a82c3b5849f1de.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schlafmangel: Unkonzentriert, weil das Hirn seinen Waschgang nachholt? &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltSchlafmangel: Unkonzentriert, weil das Hirn&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":535911,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,1050,30,141,131388,232,131387,131386,837,66785,12226,30663],"class_list":{"0":"post-535910","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-gehirn","10":"tag-germany","11":"tag-gesundheit","12":"tag-glymphatisches-system","13":"tag-health","14":"tag-hirnwaesche","15":"tag-liquor","16":"tag-medizin","17":"tag-psychologie-hirnforschung","18":"tag-schlaf","19":"tag-schlafmangel"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115458823801411884","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/535910","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=535910"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/535910\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/535911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=535910"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=535910"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=535910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}