{"id":535956,"date":"2025-10-29T18:40:14","date_gmt":"2025-10-29T18:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/535956\/"},"modified":"2025-10-29T18:40:14","modified_gmt":"2025-10-29T18:40:14","slug":"us-notenbank-senkt-leitzins-erneut-arbeitsmarkt-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/535956\/","title":{"rendered":"US-Notenbank senkt Leitzins erneut &#8211; Arbeitsmarkt im Fokus"},"content":{"rendered":"<p>Washington (dpa) &#8211; Aus Sorge um den Arbeitsmarkt senkt die US-Notenbank zum zweiten Mal in diesem Jahr den Leitzins. Sie reduzierte das Zinsniveau um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent, wie der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch in Washington mitteilte. Eine breite Mehrheit von Volkswirten hatte diesen Schritt erwartet. Die vehementen Forderungen von US-Pr\u00e4sident Donald Trump nach Zinssenkungen d\u00fcrften eine Rolle gespielt haben.<\/p>\n<p>Zwar war die Inflation im September auf 3,0 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich \u00fcber dem mittelfristigen Inflationsziel der Fed von 2,0 Prozent. Das spr\u00e4che an sich gegen eine Zinssenkung. Allerdings hatten Experten einen noch st\u00e4rkeren Zuwachs bef\u00fcrchtet, sodass die Sorgen um den US-Arbeitsmarkt wohl schwerer wiegen als die Inflationsproblematik: Beim vergangenen Entscheid hatte die Fed ihre Zinssenkung mit dem schwachen Arbeitsmarkt begr\u00fcndet. Seither fehlten allerdings wichtige Konjunkturdaten, die infolge des andauernden Shutdowns in den USA nicht oder nur versp\u00e4tet ver\u00f6ffentlicht wurden. Ein Ende der Haushaltssperre ist bislang nicht in Sicht.<\/p>\n<p>Die Zinssenkung d\u00fcrfte den Dollar schw\u00e4chen &#8211; das kann den Urlaub in den USA und Gesch\u00e4fte in der US-W\u00e4hrung attraktiver machen. F\u00fcr einen Euro bekommt man dann etwas mehr Dollar. US-Pr\u00e4sident Donald Trump bef\u00fcrwortet eine schw\u00e4chere W\u00e4hrung und argumentiert: Ist sie zu stark, schrecke sie vor zus\u00e4tzlichem Gesch\u00e4ft ab und ausl\u00e4ndische Touristen k\u00e4men nicht mehr ins Land. Prinzipiell stimmt das zwar, zugleich ist das ein Problem bei der Bek\u00e4mpfung der Inflation: Denn f\u00fcr die Amerikaner bedeutet das unter anderem, dass sie f\u00fcr importierte G\u00fcter und Reisen ins Ausland mehr Geld auf den Tisch legen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bereits zweite Zinssenkung 2025 &#8211; und wom\u00f6glich nicht die letzte<\/p>\n<p>Der Fed-Zentralbankrat hatte im September erstmals nach einem Dreivierteljahr den Leitzins um einen Zinsschritt &#8211; also 0,25 Prozentpunkte &#8211; gesenkt. Damals hatte das Gremium weitere Senkungen in Aussicht gestellt, bis zu zwei Zinsschritte seien m\u00f6glich. Analysten rechnen damit, dass der Leitzins bei der Dezember-Sitzung &#8211; die letzte dieses Jahr &#8211; nochmals gelockert wird. 2026 k\u00f6nnte nach Fed-Angaben dann noch eine weitere Senkung erfolgen.<\/p>\n<p>Von den zw\u00f6lf stimmberechtigten Mitgliedern votierten zehn f\u00fcr eine Senkung um einen Zinsschritt. Zur \u00dcberraschung bef\u00fcrwortete das Mitglied Jeffrey Schmid von der regionalen Fed aus Kansas City die Beibehaltung der bisherigen Spanne. Der Trump-Vertraute Stephen Miran sprach sich dagegen erneut f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Senkung aus &#8211; ganz nach dem Wunsch des Pr\u00e4sidenten. Kritiker wie die demokratische Senatorin Elizabeth Warren bezweifeln Mirans Unabh\u00e4ngigkeit und werfen ihm vor, \u00abTrumps Marionette\u00bb zu sein. Miran bestritt dies.<\/p>\n<p>Trumps Einflussnahme auf die Fed<\/p>\n<p>Trump hatte Miran f\u00fcr den Posten nominiert, nachdem dieser pl\u00f6tzlich vakant geworden war. Nicht nur \u00fcber seinen Berater versucht der Pr\u00e4sident, mehr Einfluss auf die Notenbank nehmen zu k\u00f6nnen &#8211; und das, obwohl die Federal Reserve unabh\u00e4ngig von politischem Druck \u00fcber die geldpolitische Ausrichtung entscheiden soll. Die Fed sieht sich seit Monaten Trumps Vorwurf ausgesetzt, zu sp\u00e4t die Zinsen zu senken.<\/p>\n<p>Wenn es nach Trump gehen w\u00fcrde, h\u00e4tte Fed-Chef Jerome Powell l\u00e4ngst seinen Hut nehmen m\u00fcssen. Der US-Pr\u00e4sident macht ihn pers\u00f6nlich daf\u00fcr verantwortlich, dass die Fed den Leitzins \u00fcber Monate hinweg stabil hielt, anstatt diesen zu senken. Dabei entscheidet ein zw\u00f6lfk\u00f6pfiges Gremium \u00fcber den Leitzins und es ist unklar, ob ein Pr\u00e4sident den Fed-Chef entlassen darf.\u00a0<\/p>\n<p>Powells Amtszeit endet im Mai 2026. Finanzminister Scott Bessent will Trump nach dem Erntedankfest am 27. November eine Liste mit Nachfolgekandidaten vorlegen. Der Pr\u00e4sident will bis Ende des Jahres eine Entscheidung getroffen haben.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zu einem weniger unabh\u00e4ngigen Fed-Vorstand kn\u00f6pfte sich Trump auch die Fed-Gouverneurin Lisa Cook vor: Er will sie wegen angeblichen Hypothekenbetruges loswerden. Cook bestreitet ein Fehlverhalten. Der Fall liegt mittlerweile vor dem obersten Gericht der USA. Dort kassierte Trump zuletzt einen D\u00e4mpfer bei seinem Entlassungsversuch, doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Washington (dpa) &#8211; Aus Sorge um den Arbeitsmarkt senkt die US-Notenbank zum zweiten Mal in diesem Jahr den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":535957,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,30,984,10268,1209,64,4418,26781,5025],"class_list":{"0":"post-535956","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-international","12":"tag-konjunktur","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-usa","15":"tag-wuppertal","16":"tag-zentralbank","17":"tag-zinsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115458921314869968","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/535956","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=535956"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/535956\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/535957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=535956"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=535956"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=535956"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}