{"id":536783,"date":"2025-10-30T02:43:25","date_gmt":"2025-10-30T02:43:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/536783\/"},"modified":"2025-10-30T02:43:25","modified_gmt":"2025-10-30T02:43:25","slug":"vw-und-co-vor-ausverkauf-an-china-jetzt-reagiert-die-ig-metall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/536783\/","title":{"rendered":"VW und Co. vor Ausverkauf an China? Jetzt reagiert die IG Metall"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Droht den europ\u00e4ischen Autoherstellern eine \u00dcbernahme durch die Konkurrenz aus <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/china\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">China<\/a>? Davor warnt nun zumindest\u00a0Carlos Tavares, ehemaliger Chef des Peugeot- und Jeep-Herstellers Stellantis, im <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/555499db-9ea5-45df-949d-20321556eee3\">Interview mit der britischen Financial Times<\/a>. In den n\u00e4chsten zehn bis f\u00fcnfzehn Jahren, so Tavares, w\u00fcrden chinesische Autobauer in Europa weiter Fu\u00df fassen und gezielt Fabriken \u00fcbernehmen, die vor dem Aus stehen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eF\u00fcr die Chinesen er\u00f6ffnen sich viele sch\u00f6ne M\u00f6glichkeiten\u201c, sagte der fr\u00fchere Stellantis-Chef. \u201eWenn ein westlicher Autobauer in ernsthafte Schwierigkeiten ger\u00e4t und Fabriken kurz vor der Schlie\u00dfung stehen, wird ein chinesischer Hersteller kommen und sagen: \u201aIch nehme es und behalte die Arbeitspl\u00e4tze\u2018\u201c \u2013 dadurch w\u00fcrde man ihn als Retter betrachten. \u201eDer Grund ist einfach: Sie wollen uns eines Tages schlucken.\u201c Was sagt die deutsche Automobilindustrie zu diesen Warnungen \u2013 und wie reagiert die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ig-metall\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IG Metall<\/a>? W\u00fcrden die Besch\u00e4ftigten deutscher Autowerke tats\u00e4chlich f\u00fcr chinesische Hersteller arbeiten, wenn dadurch ihre Jobs gesichert blieben?<\/p>\n<p>Ex-Stellantis-Chef: \u201eVW steht f\u00fcr die Unf\u00e4higkeit Europas\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In dem Interview zeichnet Tavares ein d\u00fcsteres Bild f\u00fcr die europ\u00e4ische Autoindustrie. Strenge <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU<\/a>-Vorgaben, hohe Produktionskosten und eine unklare Industriepolitik h\u00e4tten die europ\u00e4ischen Hersteller geschw\u00e4cht. Chinesische Konzerne wie BYD w\u00fcrden hingegen mit massiver staatlicher Unterst\u00fctzung und g\u00fcnstiger Produktion immer st\u00e4rker. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/volkswagen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VW<\/a> stehe f\u00fcr die \u201eUnf\u00e4higkeit Europas, sich zu ver\u00e4ndern\u201c, schrieb er, w\u00e4hrend der US-E-Autobauer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/tesla\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tesla<\/a> am Ende vollst\u00e4ndig von chinesischen Herstellern \u00fcberholt werde.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Tavares kritisierte die Entscheidung der EU, ab 2035 keine neuen Verbrenner mehr zuzulassen, als \u201estupide\u201c und prophezeite, dass Br\u00fcssel diesen Kurs wieder aufgeben werde. Die Milliardeninvestitionen in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/elektroauto\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Elektroautos<\/a> seien, so seine Warnung, wom\u00f6glich vergeblich gewesen. In seinen k\u00fcrzlich erschienenen Memoiren prognostiziert Tavares, dass weltweit nur f\u00fcnf oder sechs Autohersteller \u00fcberleben werden \u2013 darunter Toyota, Hyundai und BYD.<\/p>\n<p>BYD will Vertriebsstandorte in Deutschland verdreifachen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Tavares\u2019 drastische Prognosen scheinen in Teilen bereits einzutreffen. W\u00e4hrend VW, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/bmw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BMW<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/mercedes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mercedes<\/a> seit Monaten starke Gewinneinbr\u00fcche und sinkende Absatzzahlen melden, boomt der chinesische Automarkt geradezu. BYD ist mit 4,3 Millionen verkauften Autos im Jahr 2024 mittlerweile zum viertgr\u00f6\u00dften Autobauer der Welt aufgestiegen. Zwar ist der Marktanteil chinesischer Hersteller in Europa bislang noch \u00fcberschaubar. Doch BYD plant l\u00e4ngst eine Gro\u00dfoffensive auf VW und Co., wie der chinesische Autobauer k\u00fcrzlich im <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/byd-europachefin-im-interview-so-will-der-china-riese-vw-schlagen-li.2355607\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit der Berliner Zeitung<\/a> best\u00e4tigte. Bis Ende 2026 will BYD die Zahl seiner Vertriebsstandorte in Deutschland verdreifachen.<\/p>\n<p><img alt=\"Gro\u00dfe Ank\u00fcndigung auf der diesj\u00e4hrigen IAA in M\u00fcnchen: Bis Ende 2026 will BYD die Anzahl seiner Vertriebstandorte in Deutschland verdreifachen.\" loading=\"lazy\" width=\"4096\" height=\"2731\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/7fc1425e-3d27-4984-b9ac-361650e93fd9.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Gro\u00dfe Ank\u00fcndigung auf der diesj\u00e4hrigen IAA in M\u00fcnchen: Bis Ende 2026 will BYD die Anzahl seiner Vertriebstandorte in Deutschland verdreifachen.Flynn Jacobs\/Berliner Zeitung<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Bereits Anfang des Jahres kursierten <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/brisant-chinesen-wollen-vw-werke-in-dresden-und-osnabrueck-kaufen-jetzt-reagiert-volkswagen-li.2289553\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berichte<\/a>, dass chinesische K\u00e4ufer ein Auge auf die zwei kriselnden VW-Werke in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/dresden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dresden<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/osnabrueck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Osnabr\u00fcck<\/a> geworfen h\u00e4tten. Zwar wurden die beiden Standorte im Zuge der Tarifeinigung mit der IG Metall Ende 2024 vor einer drohenden Schlie\u00dfung gerettet \u2013 allerdings wird dort jeweils Ende dieses Jahres die Fahrzeugfertigung eingestellt. China scheint in dieser Situation eine Chance zu wittern. VW dementierte die Berichte entschieden und betonte gegen\u00fcber der Berliner Zeitung, dass \u201ebei Volkswagen kein Standort zum Verkauf\u201c stehe. Doch \u00e4ndert sich die Lage m\u00f6glicherweise, falls die Krise bei VW noch l\u00e4nger anhalten sollte? Wie reagiert die deutsche Autobranche auf die Warnungen des ehemaligen Stellantis-Chefs?<\/p>\n<p>IG Metall \u00fcber China-\u00dcbernahme: Hauptsache, die Jobs bleiben<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Bei der IG Metall blickt man gelassen auf m\u00f6gliche chinesische Investitionen in Deutschland. Entscheidend sei f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten nicht, wem ein Werk geh\u00f6re, sondern \u201edass es gute, sichere und fair bezahlte Arbeitspl\u00e4tze gibt\u201c, sagt ein Sprecher der Gewerkschaft auf Anfrage der Berliner Zeitung.\u00a0Wenn ausl\u00e4ndische Investoren \u2013 etwa aus China \u2013 mit einer langfristigen und nachhaltigen Strategie in Deutschland aktiv w\u00fcrden, k\u00f6nne das durchaus positiv sein. \u201eWenn diese Unternehmen sogar Arbeitspl\u00e4tze sichern, die sonst verloren gingen, ist das zu begr\u00fc\u00dfen\u201c, so der Sprecher weiter. Viele Besch\u00e4ftigte s\u00e4hen das \u00e4hnlich, auch wenn es verst\u00e4ndlicherweise Vorbehalte gebe.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zugleich weist die IG Metall auf offene Fragen bei Mitbestimmung und Tarifbindung hin. \u201eWas gelebte Mitbestimmung und die Durchsetzung von Tarifvertr\u00e4gen angeht, ergibt sich bisher ein gemischtes Bild\u201c, betont der Sprecher. Zwar erlebe man \u201evergleichsweise selten harte Union-Busting-Strategien\u201c (Versuche, gewerkschaftliche Strukturen zu schw\u00e4chen oder Betriebsr\u00e4te einzusch\u00fcchtern, Anm. d. Red.), wie sie bei anderen internationalen Konzernen vork\u00e4men. Schwieriger sei allerdings h\u00e4ufig die Kommunikation: \u201eWenn Betriebsr\u00e4te niemanden auf chinesischer Seite erreichen, bleiben Konflikte tendenziell ungel\u00f6st.\u201c<\/p>\n<p>VDA hei\u00dft Chinesen willkommen \u2013 fordert aber fairen Wettbewerb<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/verband-der-automobilindustrie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verband der Automobilindustrie (VDA)<\/a> reagiert n\u00fcchtern auf die Warnungen von Carlos Tavares. Eine Sprecherin betont auf Anfrage, die deutsche Autoindustrie stelle sich \u201edem globalen Wettbewerb\u201c und hei\u00dfe auch chinesische Hersteller in Europa \u201egrunds\u00e4tzlich willkommen\u201c. Entscheidend sei jedoch, dass auf beiden Seiten \u201egleiche Wettbewerbsbedingungen und ein Level-Playing-Field\u201c gelten.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die von der EU verh\u00e4ngten Ausgleichsz\u00f6lle auf chinesische E-Autos bezeichnete der Verband als \u201eFehler\u201c. Der VDA setze sich f\u00fcr freien, regelbasierten Handel ein und fordere stattdessen, dass Europa seine eigenen Standortbedingungen verbessere \u2013 etwa bei <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/strompreis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Energiepreisen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/buerokratie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00fcrokratie<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/mobilitaet-und-infrastruktur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infrastruktur<\/a>. Auch bei der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/klimapolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimapolitik<\/a> geht der Autoverband auf Distanz zur EU. Die aktuellen CO\u2082-Ziele seien \u201eso derzeit nicht zu erreichen\u201c. Der VDA fordert technologieoffene Regeln \u2013 und sieht Potenzial nicht nur bei Elektroautos, sondern auch bei Hybriden und synthetischen Kraftstoffen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">W\u00e4hrend Tavares vor einem \u201eVerschlucken\u201c der westlichen Hersteller warnt, blicken die deutschen Akteure n\u00fcchterner auf die neue Realit\u00e4t: Die IG Metall hofft auf sichere Jobs, der VDA auf faire Spielregeln. Ob China zum Retter oder zum Rivalen der europ\u00e4ischen Autobauer wird, scheint weniger von <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/peking\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peking<\/a> abzuh\u00e4ngen \u2013 sondern von Europas F\u00e4higkeit, seine eigene Industriepolitik neu auszurichten.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns gern! <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/mailto:briefe@berliner-zeitung.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">briefe@berliner-zeitung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Droht den europ\u00e4ischen Autoherstellern eine \u00dcbernahme durch die Konkurrenz aus China? 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