{"id":537106,"date":"2025-10-30T06:08:25","date_gmt":"2025-10-30T06:08:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/537106\/"},"modified":"2025-10-30T06:08:25","modified_gmt":"2025-10-30T06:08:25","slug":"nuklearwaffen-trumps-ankuendigung-von-atomtests-ist-mehr-als-eine-warnung-an-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/537106\/","title":{"rendered":"Nuklearwaffen: Trumps Ank\u00fcndigung von Atomtests ist mehr als eine Warnung an Russland"},"content":{"rendered":"<p>Die USA brechen mit jahrzehntelanger Zur\u00fcckhaltung: Donald Trump ordnet erstmals neue Atomwaffentests an \u2013 und sendet damit ein eindeutiges Signal. Die Botschaft d\u00fcrfte nicht nur in Moskau registriert werden, sondern auch Folgen f\u00fcr die globale nukleare Aufr\u00fcstung haben.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es war eine Ank\u00fcndigung, deren Zeitpunkt auff\u00e4llig war: Nur Minuten vor seinem mit Spannung erwarteten<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6902c2d95afbdf36c840d262\/partner-und-freunde-treffen-dauerte-1-40-stunden-trump-und-xi-wollen-umfangreiches-abkommen-unterzeichnen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6902c2d95afbdf36c840d262\/partner-und-freunde-treffen-dauerte-1-40-stunden-trump-und-xi-wollen-umfangreiches-abkommen-unterzeichnen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Treffen mit dem chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping<\/a> hat Donald Trump die Wiederaufnahme von Atomtests angek\u00fcndigt. \u201eWegen der Testprogramme anderer L\u00e4nder habe ich das Kriegsministerium angewiesen, auf gleicher Basis mit dem Testen unserer Atomwaffen zu beginnen. Dieser Prozess wird unverz\u00fcglich beginnen\u201c, teilte der US-Pr\u00e4sident auf seiner Plattform <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/truthsocial.com\/@realDonaldTrump\/posts\/115460423936412555\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/truthsocial.com\/@realDonaldTrump\/posts\/115460423936412555&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Truth Social<\/a> mit. <\/p>\n<p>Mit dieser \u00fcberraschenden Erkl\u00e4rung beginnt die US-Regierung erstmals seit 33 Jahren wieder mit Nuklearwaffentests. Trump sagte, dass Russland in Hinsicht auf die Gr\u00f6\u00dfe seines Waffenarsenals nach den USA \u201ean zweiter Stelle steht, China mit einigem Abstand an dritter, aber es wird binnen f\u00fcnf Jahren gleichziehen\u201c. <\/p>\n<p>Obgleich offen ist, welche Art von Tests beziehungsweise Waffen Trump meint, ist eines klar: Trump demonstriert damit nicht nur gegen\u00fcber Moskau milit\u00e4rische Macht, sondern auch gegen\u00fcber Peking.<\/p>\n<p>Dabei verfolgt China eine andere nukleare Strategie als Russland. Das Land hat seinen letzten offiziell best\u00e4tigten Atomwaffentest im Juli 1996 durchgef\u00fchrt und h\u00e4lt seither an einem selbst auferlegten Moratorium fest. Unmittelbar vor dem Treffen zwischen Xi und Trump bekr\u00e4ftigte das Au\u00dfenministerium erneut Chinas \u201eselbstverteidigungsorientierte Nuklearpolitik\u201c und die No-first-use-Doktrin, also das Versprechen, Atomwaffen nur im Falle eines gegnerischen Nuklearangriffs einzusetzen.<\/p>\n<p>Vergangene Woche zertifizierte Peking zwei neue seismische \u00dcberwachungsstationen, die Teil des internationalen Atomtest-Kontrollsystems sind. \u201eDas zeigt Chinas konsequente Haltung, seine internationalen Verpflichtungen zu erf\u00fcllen\u201c, sagte Au\u00dfenministeriumssprecher Guo Jiakun. Robert Floyd, Leiter der UN-Organisation, die weltweit Atomtests \u00fcberwacht, lobte bei der Zeremonie in Shanghai und Xi\u2019an \u201eMultilateralismus, der dem globalen Wohl und der Sicherheit dient\u201c.<\/p>\n<p>Zugleich treibt China seit Jahren seine nukleare Modernisierung voran. Im Entwurf des neuen F\u00fcnfjahresplans (2026\u20132030) taucht erstmals die Formulierung auf, dass eine St\u00e4rkung der \u201estrategischen Abschreckung\u201c notwendig sei, um das globale Machtgleichgewicht zu sichern. Analysten werten dies als Signal, dass China den nuklearen Abstand zu den USA und Russland verringern m\u00f6chte \u2013 allerdings nicht, um zahlenm\u00e4\u00dfige Parit\u00e4t zu erreichen, sondern eine glaubw\u00fcrdige Zweitschlagsf\u00e4higkeit. Die USA und Russland besitzen immer noch 90 Prozent aller Atomwaffen.<\/p>\n<p>Laut dem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256022854\/Neuer-Sipri-Report-Deutsche-Militaerausgaben-steigen-drastisch-weltweit-jetzt-auf-Rang-vier.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256022854\/Neuer-Sipri-Report-Deutsche-Militaerausgaben-steigen-drastisch-weltweit-jetzt-auf-Rang-vier.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stockholm International Peace Research Institute<\/a> (Sipri) verf\u00fcgt China derzeit \u00fcber rund 600 nukleare Sprengk\u00f6pfe \u2014 etwa 100 mehr pro Jahr seit 2023 \u2014 und k\u00f6nnte bis 2030 sein Arsenal auf rund 1000 Sprengk\u00f6pfe aufstocken. Die USA besitzen demnach rund 5200, Russland etwa 5500 Sprengk\u00f6pfe. <\/p>\n<p>China baut gleichzeitig seine nukleare Triade aus: landgest\u00fctzte Interkontinentalraketen, U-Boot-gest\u00fctzte Systeme und luftgest\u00fctzte Tr\u00e4ger. Neue Systeme wie die JL-3-U-Boot-Rakete und die DF-31BJ-Interkontinentalrakete wurden zuletzt \u00f6ffentlich gezeigt. Experten warnen jedoch vor wachsender Unsicherheit: \u201eDie fehlende Transparenz \u00fcber Chinas Endziel k\u00f6nnte die USA dazu bringen, vom schlimmsten Fall auszugehen\u201c, sagte Zhao Tong von der Carnegie-Stiftung der \u201eSouth China Morning Post\u201c. <\/p>\n<p>Russland testet atomgetriebenen Marschflugk\u00f6rper<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Peking aktuell keine Atomwaffentests durchf\u00fchrt, teilte Russlands Machthaber Wladimir Putin diese Woche mit, einen neuartigen atomgetriebenen Marschflugk\u00f6rper getestet zu haben. \u201eEs ist eine einzigartige Waffe, die niemand sonst auf der Welt hat\u201c, so Putin. <\/p>\n<p>Der Kremlchef hatte die Teilnahme Russlands am 2010 mit den USA geschlossenen START-Vertrag im Februar 2023 ausgesetzt \u2013 als Reaktion auf die angeblich \u201efeindliche Haltung\u201c der Nato auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Der Vertrag hatte die Menge strategischer Kernwaffen begrenzen und Kontrollen erm\u00f6glichen sollen.<\/p>\n<p>Trump hat Atomwaffen stets als die \u201egr\u00f6\u00dfte Bedrohung der Menschheit\u201c bezeichnet und sich generell zur\u00fcckhaltend gezeigt. Allerdings investieren die USA hohe Summen in die Modernisierung ihrer Nuklearwaffen. Auch machte Trump Anfang August \u00fcberraschend publik, dass er<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article688cf417aae9774fac9a76a5\/Donald-Trump-verlegt-Atom-U-Boote-naeher-an-Russland-Wir-sind-vorbereitet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article688cf417aae9774fac9a76a5\/Donald-Trump-verlegt-Atom-U-Boote-naeher-an-Russland-Wir-sind-vorbereitet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Atom-U-Boote an die russische K\u00fcste kommandiert habe<\/a>. \u201eWir sind j\u00fcngst ein bisschen bedroht worden, und darum habe ich ein oder zwei Atom-U-Boote geschickt.\u201c<\/p>\n<p>Grund sei die Drohung einer \u201edummen Person\u201c mit Atomschl\u00e4gen gewesen. Trump bezog sich damit auf \u00c4u\u00dferungen von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68d4e49a6199625f8c0fc60f\/ISW-Medwedjew-will-Trump-mit-versteckter-nuklearer-Drohung-einschuechtern.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68d4e49a6199625f8c0fc60f\/ISW-Medwedjew-will-Trump-mit-versteckter-nuklearer-Drohung-einschuechtern.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dmitri Medwedjew<\/a>. Russlands Ex-Pr\u00e4sident hatte Trumps Sanktionsdrohungen wegen des russischen \u00dcberfalls der Ukraine als \u201eSchritt Richtung Krieg\u201c bezeichnet. <\/p>\n<p>Sollte Trump seine Ank\u00fcndigung in die Tat umsetzen und erstmals neue Atomwaffentests durchf\u00fchren, k\u00f6nnte das auch andere Atomm\u00e4chte ermutigen, offensiver voranzugehen. Insgesamt gibt es aktuell nach einem Bericht des Friedensforschungsinstituts Sipri neun Staaten, die \u00fcber Atomwaffen verf\u00fcgen. Neben den bereits genannten L\u00e4ndern sowie Gro\u00dfbritannien und Frankreich z\u00e4hlen dazu Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefanie-bolzen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefanie-bolzen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Stefanie Bolzen<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT seit 2023 als US-Korrespondentin aus Washington, D.C. Zuvor war sie Korrespondentin in London und Br\u00fcssel. <\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/christina-zur-nedden\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/christina-zur-nedden\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Christina zur Nedden<\/b><\/a><b> berichtet im Auftrag von WELT seit 2022 aus Asien.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die USA brechen mit jahrzehntelanger Zur\u00fcckhaltung: Donald Trump ordnet erstmals neue Atomwaffentests an \u2013 und sendet damit ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":537107,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,662,54962,114,13,14,15,111,4043,4044,850,307,15725,12,113,716,112,10257],"class_list":{"0":"post-537106","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-atomwaffen","11":"tag-china-politik","12":"tag-donald-geb-1946","13":"tag-headlines","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-putin","17":"tag-russia","18":"tag-russian-federation","19":"tag-russische-foederation","20":"tag-russland","21":"tag-russland-politik","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-trump","24":"tag-usa-politik","25":"tag-wladimir","26":"tag-xi-jinping"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115461626759293494","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/537106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=537106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/537106\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/537107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=537106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=537106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=537106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}