{"id":537588,"date":"2025-10-30T10:44:12","date_gmt":"2025-10-30T10:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/537588\/"},"modified":"2025-10-30T10:44:12","modified_gmt":"2025-10-30T10:44:12","slug":"die-taktgeber-der-stadt-rot-gelb-gruen-an-stuttgarts-ampeln-zaehlt-jede-sekunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/537588\/","title":{"rendered":"Die Taktgeber der Stadt: Rot, Gelb, Gr\u00fcn: An Stuttgarts Ampeln z\u00e4hlt jede Sekunde"},"content":{"rendered":"<p>Egal, ob mit dem Auto, dem Rad oder zu Fu\u00df. Verkehrsteilnehmer, die eine der 850 ampelgesteuerten Kreuzungen in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> passieren, haben alle eines gemeinsam: Ihre Wartezeit soll so kurz wie m\u00f6glich sein. Noch besser w\u00e4re es, ganz ohne Halt voranzukommen. <\/p>\n<p>Die eierlegende Wollmilchsau gibt es jedoch nicht. Dar\u00fcber ist sich auch Alexander Gehling im Klaren. Er ist als Sachgebietsleiter beim Tiefbauamt f\u00fcr die Ampelsteuerungen in der Landeshauptstadt mitverantwortlich. \u201eKompromisse sind zwangsl\u00e4ufig notwendig. Alle Verkehrsteilnehmer haben Anspr\u00fcche und wollen das Maximum. Letztendlich ist es schlicht und ergreifend in einer subjektiv optimalen Qualit\u00e4t nicht umsetzbar\u201c, sagt er. Und jeder Knotenpunkt ben\u00f6tige individuelle L\u00f6sungen, um einem optimalen Verkehrsablauf nahezukommen.<\/p>\n<p>Verkehrsminister Hermann hakt bei der Stadt nach <\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel f\u00fcr solche Kompromisse stellt der<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.nahverkehr-in-stuttgart-dauerstau-bushaltestelle-muss-weichen.98ffd5bd-fcd9-4015-b118-74abd0fc0995.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Charlottenplatz<\/a> dar. An Stuttgarts zentralem Knotenpunkt kommt es regelm\u00e4\u00dfig zu Beschwerden, vor allem von Radfahrern. Selbst der baden-w\u00fcrttembergische Verkehrsminister <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.verkehrsminister-von-baden-wuerttemberg-herrmann-will-autonomes-fahren-fuer-busse-aber-nicht-fuer-autos.766f6133-860f-4dd7-aac3-3deb0275c11a.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Winfried Hermann (Gr\u00fcne)<\/a> hat sich schon nach der dortigen Situation erkundigt. Ein Kritikpunkt: Auf der Hauptradroute 1, die vom <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.dorotheen-quartier-in-stuttgart-wo-der-leerstand-stilvoll-pause-macht-ein-pop-up-fuer-lifestyle-zieht-ein.42e8dcd4-c638-4c71-a6cb-9847b3efa8ce.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Dorotheen-Quartier<\/a> in den Schlossgarten f\u00fchrt, kann die Bundesstra\u00dfe 27 nicht auf einmal \u00fcberquert werden. Je nach Tempo m\u00fcssen Radler auf der letzten Verkehrsinsel vor dem Park anhalten, Fu\u00dfg\u00e4nger in der Regel nicht. <\/p>\n<p>\u201eEine gr\u00fcne Welle funktioniert meist nur in eine Richtung gut\u201c, sagt Gehling. Sie sorge aber auch daf\u00fcr, dass an anderen Stellen Verkehrsteilnehmer l\u00e4nger warten m\u00fcssen. Gezielt eingesetzt, k\u00f6nne man mit Ampelschaltungen Verkehrsstr\u00f6me steuern und Gefahren reduzieren. Am <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Charlottenplatz\" title=\"Charlottenplatz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Charlottenplatz<\/a> wird so unter anderem verhindert, dass Autofahrer beschleunigen, um das Rei\u00dfverschlussverfahren zu umgehen. \u201eVor dem Planietunnel stellt das Einf\u00e4deln nicht die einzige Herausforderung dar, die mithilfe einer speziellen Taktung leichter gemeistert werden kann. Auch Radfahrer und Busse, die Richtung Schlossplatz unterwegs sind, m\u00fcssen wahrgenommen werden\u201c, so Gehling. <\/p>\n<p>\u201eEs w\u00e4ren an dieser Stelle sicherlich auch andere L\u00f6sungen wie ein Zebrastreifen oder eine Bedarfsampel denkbar\u201c, sagt der Experte des Tiefbauamts. Damit sich diese Ma\u00dfnahmen positiv auswirken k\u00f6nnen, w\u00e4re allerdings eine Umgestaltung des Knotenpunkts erforderlich. Aus seiner Sicht sei die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Kreuzung\" title=\"Kreuzung\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreuzung<\/a> weitestgehend optimiert. \u201eDie Thematik an der Furt zum Schlossgarten ist befriedigt\u201c, so Gehling. Es sei nicht zu vermeiden, dass man mal auf Verkehrsinseln stehen muss. \u201eIm Endeffekt sind sie daf\u00fcr da.\u201c<\/p>\n<p>Maximal 55 Sekunden soll ein Fu\u00dfg\u00e4nger oder Radfahrer an einer roten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Ampel\" title=\"Ampel\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ampel<\/a> warten m\u00fcssen. Diese Empfehlung der Forschungsgesellschaft f\u00fcr Stra\u00dfen- und Verkehrswesen setzt sich auch die Stadt Stuttgart bei ihren Ampelsteuerungen als Ziel. Jedoch nur bei Ausschreibungen f\u00fcr neue Anlagen. Im Bestand sieht es oft anders aus. Das zeigt sich an der Kreuzung am Bergfriedhof in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart-Ost\" title=\"Stuttgart-Ost\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart-Ost<\/a>. Dr\u00fcckt man dort auf den Taster, vergehen bis zu 100 Sekunden, ehe die Hackstra\u00dfe \u00fcberquert werden darf. Obwohl einen kaum Fahrzeuge passiert haben.<\/p>\n<p> Sicherheitspuffer wegen Stadtbahnen <\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die Wartezeiten sind zwei Stadtbahnlinien, die zum einen in Stuttgart immer bevorrechtigt sind und sich zum anderen dort gabeln. F\u00fcr sie wird ein gr\u00f6\u00dferer Sicherheitspuffer als f\u00fcr andere Verkehrsteilnehmer eingerechnet. \u201eDadurch wird die Kreuzung tr\u00e4ger. Ein Fu\u00dfg\u00e4nger, der an einer Ampel steht, wei\u00df, dass er es r\u00fcber schaffen w\u00fcrde. Aber die Anlage kann die Situation nicht so dezidiert wahrnehmen, die Realit\u00e4t zu 100 Prozent erfassen.\u201c Das zeige sich auch, wenn ein Polizist an einer kleineren Kreuzung den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Verkehr\" title=\"Verkehr\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verkehr<\/a> regelt. \u201eEr kann mit k\u00fcrzeren Zwischenzeiten arbeiten und ber\u00fccksichtigen, ob ein junger Sportler, ein langsamer Rentner oder eine Gruppe r\u00fcber will\u201c, so der 36-J\u00e4hrige. Eine Ampel k\u00f6nne nicht eben f\u00fcr eine Person kurz auf Gr\u00fcn schalten.<\/p>\n<p>Es sei m\u00f6glich, sich dieser Problematik anzun\u00e4hern. \u201eDas ist aber sehr komplex und mit hohen Kosten verbunden, sowohl in der Anschaffung als auch in der Konzeption\u201c, sagt Gehling. Auch der Unterhalt sei nicht zu untersch\u00e4tzen. \u201eDie Eingangswerte m\u00fcssen verarbeitet werden.\u201c Zum Beispiel mithilfe von Induktionsschleifen. Sie werden aber durch Spurrillen in Mitleidenschaft gezogen. \u201eLiegt dort ein Defekt vor, ist es oft schwer nachzuvollziehen, warum eine Ampel \u00f6fters gr\u00fcn anzeigt als eine andere.\u201c <\/p>\n<p>Alternativ gebe es Pilotversuche, bei denen mithilfe von KI-Kameras Menschenmengen und Verkehrsstr\u00f6me ausgewertet werden. \u201eNoch ist das in Stuttgart Zukunftsmusik, aber die Stadt sperrt sich nicht dagegen. Klar ist aber, dass mehr Technik immer teurer ist.\u201c Man m\u00fcsse sich immer die Frage stellen, wie hoch der Mehrwert ist. F\u00fcr das Verkehrssystem in Stuttgart stehen im Vergleich zu kleineren Kommunen deutlich mehr Ressourcen zur Verf\u00fcgung. \u201eAber es m\u00fcssen auch andere Problemstellungen bew\u00e4ltigt werden.\u201c <\/p>\n<p>Unter anderem an der Haltestelle Waldeck in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Kaltental\" title=\"Kaltental\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kaltental<\/a>. In der B\u00f6blinger Stra\u00dfe, an der Kreuzung zur Fuchswaldstra\u00dfe, wechselt die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stadtbahn\" title=\"Stadtbahn\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stadtbahn<\/a> von der rechten Seite in die Mitte der Fahrbahn und die Hauptradroute bergauf von links nach rechts. \u201eEs gibt Grundst\u00fccksausfahrten auf die Schienen. Fu\u00dfg\u00e4nger wollen sowohl zur Haltestelle als auch auf die andere Stra\u00dfenseite\u201c, sagt Gehling. \u201eDie Sicherheit steht auch bei dieser Lichtsignalanlage im Vordergrund, mit der Konsequenz, dass hier aus Richtung Dachswald eine Wartezeit von bis zu 4,5 Minuten hingenommen werden muss.\u201c Das sei einmalig in Stuttgart. Wie an der Haltestelle Beethovenstra\u00dfe in Botnang k\u00f6nnte wom\u00f6glich ein Kreisverkehr, der von der Stadtbahn durchfahren wird, f\u00fcr Abhilfe sorgen. Noch liegt die bahnbrechende Idee aber nicht auf dem Tisch und Stuttgart hat derzeit genug andere Baustellen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Egal, ob mit dem Auto, dem Rad oder zu Fu\u00df. Verkehrsteilnehmer, die eine der 850 ampelgesteuerten Kreuzungen in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":537589,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[9047,1634,7399,3364,29,30,75072,11238,1441,18960,15389,601,8183,4253],"class_list":{"0":"post-537588","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-ampel","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-charlottenplatz","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-kaltental","15":"tag-stadtbahn","16":"tag-stuttgart","17":"tag-stuttgart-mitte","18":"tag-stuttgart-ost","19":"tag-verkehr","20":"tag-verkehrskontrolle","21":"tag-verkehrssicherheit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115462711909147367","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/537588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=537588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/537588\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/537589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=537588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=537588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=537588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}