{"id":538557,"date":"2025-10-30T19:37:18","date_gmt":"2025-10-30T19:37:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/538557\/"},"modified":"2025-10-30T19:37:18","modified_gmt":"2025-10-30T19:37:18","slug":"spannungen-zwischen-usa-und-china-ueberschatten-apec-gipfel-dw-30-10-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/538557\/","title":{"rendered":"Spannungen zwischen USA und China \u00fcberschatten APEC-Gipfel \u2013 DW \u2013 30.10.2025"},"content":{"rendered":"<p>Die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trump-und-xi-gewinnen-zeit-aber-kein-vertrauen\/a-74555732\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Begegnung<\/a> war mit Spannung erwartet worden, doch gro\u00dfe \u00dcberraschungen bot sie nicht. Als H\u00f6hepunkt seiner Blitzreise durch Asien traf US-Pr\u00e4sident\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> den chinesischen Pr\u00e4sidenten <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/xi-jinping\/t-19011092\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Xi Jinping<\/a>. Die beiden begegneten sich am Donnerstag am Rande des j\u00e4hrlichen Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/apec-asia-pacific-economic-cooperation\/t-67373201\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">APEC<\/a>), der in diesem Jahr von S\u00fcdkorea ausgerichtet wird.<\/p>\n<p>Die bislang bekannt gewordenen Details des Treffens entsprechen den Erwartungen. Die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-vereinigte-staaten-amerika\/t-17286012\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> werden die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trumps-strafz\u00f6lle-wie-abh\u00e4ngig-sind-die-usa-von-china\/a-74363727\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Z\u00f6lle<\/a> senken, im Gegenzug geht <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/china\/t-17281386\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> gegen den Handel mit dem Schmerzmittel\u00a0Fentanyl vor, das in den USA als Droge missbraucht wird. Zudem werde China &#8222;enorme Mengen&#8220; Sojabohnen von den USA kaufen, erkl\u00e4rte Trump. Peking hatte die K\u00e4ufe inmitten des eskalierenden Handelskriegs eingestellt.<\/p>\n<p>Zentrale Fragen blieben nach dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trump-xi-handel-und-wirtschaft-seltene-erden-krieg-in-der-ukraine-export-zoelle-atomtests-v3\/a-74551415\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Treffen<\/a> allerdings offen.\u00a0So etwa, ob die nun erzielte Einigung von Dauer sein wird:\u00a0&#8222;Die Beziehungen zwischen den USA und China werden weiterhin von starkem Wettbewerb gepr\u00e4gt sein&#8220;, sagt die Politologin Bonnie Glaser vom German Marshall Fund im DW-Interview. &#8222;Selbst wenn einige kleinere Abkommen erzielt und die Spannungen vor\u00fcbergehend abgebaut werden, m\u00fcssen die L\u00e4nder auf erneute Reibereien vorbereitet sein.&#8220;<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74345864\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74345864_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Ein US-amerikanischer Sojabauer entl\u00e4dt Sojabohnen beim Getreideh\u00e4ndler\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Vor dem Handelsstreit exportierten die USA die H\u00e4lfte ihrer Sojabohnen nach ChinaBild: Roberto Schmidt\/AFP<\/p>\n<p>Ruhe zwischen den USA und China &#8211; vorerst<\/p>\n<p>Trump begann seine zweite Amtszeit mit der Einf\u00fchrung sogenannter &#8222;reziproker&#8220; Z\u00f6lle auf fast alle L\u00e4nder der Welt &#8211; Verb\u00fcndete wie Konkurrenten gleicherma\u00dfen. Seitdem sind viele der Z\u00f6lle entweder relativiert, zur\u00fcckgenommen oder verschoben worden. Der Wettbewerb mit China stand schon seit Trumps erster Amtszeit allerdings weiter im Mittelpunkt der aggressiven US-Handelspolitik.<\/p>\n<p>Seit Trumps erster Amtszeit hat Peking jedoch gelernt, Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen. Bevor sie sich einigten, hatten beide Seiten einander mit Z\u00f6llen von weit \u00fcber 100 Prozent gedroht. Beim j\u00fcngsten Konflikt Anfang Oktober drohte Trump erneut mit Z\u00f6llen in dieser H\u00f6he. Peking seinerseits hatte zuvor gedroht, den Export <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/seltene-erden\/t-19011062\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Seltener Erden<\/a> einzuschr\u00e4nken. Diese sind wichtig f\u00fcr die Herstellung zahlreicher High-Tech-Produkte.<\/p>\n<p>Zwar hat sich das Verh\u00e4ltnis zwischen beiden L\u00e4ndern nun entspannt. Dennoch bleibt die allgemeine Wirtschaftslage instabil. &#8222;Washingtons turbulente Handelsverhandlungen &#8211; von China \u00fcber Indien bis Korea &#8211; haben viele seiner asiatischen Verb\u00fcndeten dazu veranlasst, sich zu fragen, ob die Vereinigten Staaten wirtschaftliche Integration weiterhin als strategischen Vorteil oder als Verhandlungsmasse betrachten&#8220;, sagt Alison Szalwinski, Vizepr\u00e4sidentin und China-Beraterin bei The Asia Group, einer Beratungsfirma f\u00fcr \u00f6ffentliche Politik und Strategie, im Gespr\u00e4ch mit der DW.<\/p>\n<p>Angesichts dieser angespannten geopolitischen Lage d\u00fcrften Institutionen wie die APEC es k\u00fcnftig schwerer haben, im gegenw\u00e4rtigen geopolitischen Klima multilaterale Ergebnisse zu erzielen, schrieb Andrew Yeo von der Brookings Institution im Vorfeld von Trumps Asienreise. Diese Entwicklung habe &#8222;zur stetigen Marginalisierung von Gipfeltreffen beigetragen. Stattdessen gewinnen gro\u00dfe Versammlungen wie der APEC an Bedeutung, an deren Rand kleinere Treffen vereinbart werden&#8220;.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73142834\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73142834_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Eine Maschine selektiert Rohstoffe mit hohem Gehalt an Seltenen Erden, Bayan Ob, China\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>China verf\u00fcgt \u00fcber einen der weltweit gr\u00f6\u00dften Vorrat an Seltenen ErdenBild: Xinhua\/imago images <\/p>\n<p>Wichtige Abkommen am Rande<\/p>\n<p>Auch mit anderen APEC-Staaten hat Trump bedeutende Abkommen erzielt. So stimmten die Staatschefs S\u00fcdkoreas und Japans Investitionen in H\u00f6he von insgesamt 900 Milliarden Dollar (777 Milliarden Euro) in die US-Wirtschaft zu. Im Gegenzug sollen die Z\u00f6lle gesenkt werden. Die Abkommen umfassen die Bereiche Energie, k\u00fcnstliche Intelligenz und kritische Rohstoffe.<\/p>\n<p>Asiatische Mittelm\u00e4chte wie S\u00fcdkorea seien zwischen den USA und China gefangen, schreibt Patricia Kim, Expertin f\u00fcr Asienfragen bei der Brookings Institution. &#8222;Sie konzentrieren sich darauf, Handelsabkommen mit Washington auszuhandeln und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von Peking zu begrenzen. In der gesamten Region sichern sich die Regierungen eher ab, statt in einem zunehmend transaktionalen Umfeld eine F\u00fchrungsrolle zu \u00fcbernehmen.&#8220;<\/p>\n<p>US-Verb\u00fcndete in Asien kooperieren untereinander<\/p>\n<p>Trotz der nun unterzeichneten Vertr\u00e4ge scheint es, als vertieften\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/s\u00fcdkorea\/t-17449527\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdkorea<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/japan\/t-17412625\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Japan<\/a>\u00a0ihre Handels- und Sicherheitskooperation mit anderen Staaten in der Region, um damit einen Schutz\u00a0gegen die unzuverl\u00e4ssige US-Politik aufzubauen.\u00a0\u00a0&#8222;Der Anteil der koreanischen und japanischen Exporte in die USA sinkt beispielsweise, und dies trotz der Handelsabkommen, die beide L\u00e4nder im Juli mit Washington angek\u00fcndigt haben&#8220;, sagt Jeremy Chan, Senior Analyst f\u00fcr Nordostasien und China bei der Politikberatung Eurasia Group, gegen\u00fcber der DW. Und: &#8222;Keines der beiden L\u00e4nder will seine Handelsverhandlungen mit den USA \u00fcber multilaterale Institutionen wie die WTO oder die APEC absichern&#8220;, so Chan<\/p>\n<p>Auch die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/japan-s\u00fcdkorea-treffen-pr\u00e4sident-lee-premier-ishiba-v1\/a-73749839\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">diplomatischen Beziehungen<\/a> zwischen S\u00fcdkorea und Japan vertiefen sich. Vor seinem ersten Treffen mit Trump im August traf der s\u00fcdkoreanische Pr\u00e4sident Lee Jae-myung den damaligen japanischen Premierminister Ishiba Shigeru in Tokio. &#8222;Seoul konsultierte fr\u00fcher Washington, bevor es mit Tokio in Kontakt trat. Jetzt ist das Gegenteil der Fall, da sich die Beziehungen zwischen S\u00fcdkorea und Japan verbessert haben. Beide L\u00e4nder stehen &#8211; mit Blick auf umstrittene Handels- und Investitionsabkommen mit den USA &#8211;\u00a0vor \u00e4hnlichen Herausforderungen. Beiden geht es darum, mit den USA \u00fcber diese Abkommen zu verhandeln, ohne die Sicherheitsbeziehungen zu gef\u00e4hrden&#8220;, sagt Chan.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74402852\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74402852_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Ein Lastwagen passiert chinesische Container im Hafen von Savannah\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der bilaterale Handel zwischen den USA und China erreicht 2024 Angaben des United States Trade Representative zufolge einen Gesamtwert von knapp 659 Milliarden US-Dollar (569 Milliarden Euro)Bild: Stephen B. Morton\/AP Photo\/dpa\/picture alliance<\/p>\n<p>So wird Lee am Rande des APEC-Gipfels erstmals die neue\u00a0japanische\u00a0Premierministerin <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/japans-erste-premierministerin-wirtschaft-und-sicherheit-im-fokus\/a-74443872\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Takaichi Sanae<\/a>\u00a0treffen. Die konservative Politikerin ist bereit, ihre ehemals aggressive au\u00dfenpolitische Haltung gegen\u00fcber S\u00fcdkorea zu m\u00e4\u00dfigen.\u00a0&#8222;In einer Welt, in der die USA weniger verl\u00e4sslich sind, werden Japan und Korea einander verst\u00e4rkt\u00a0brauchen. Die Pendeldiplomatie zwischen Seoul und Tokio d\u00fcrfte sich darum fortsetzen&#8220;, sagt Chan.<\/p>\n<p>Generell sicherten sich die APEC-Staaten seit einiger Zeit ab, indem sie &#8222;verst\u00e4rkt auf\u00a0so genannte minilaterale Vereinbarungen\u00a0setzen, sagt Szalwinski von der Asia Group.\u00a0Diese sehr eingeschr\u00e4nkten Abkommen orientieren sich &#8222;oft an engeren oder konkreteren gemeinsamen Interessen&#8220;.<\/p>\n<p>Aus dem Englischen adaptiert von Kersten Knipp.<\/p>\n<p>Wie gehen deutsche Maschinenbauer mit US-Z\u00f6llen um?<video id=\"video-72275126\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"72275126\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/64588313_605.webp\" data-duration=\"03:03\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Begegnung war mit Spannung erwartet worden, doch gro\u00dfe \u00dcberraschungen bot sie nicht. 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