{"id":53921,"date":"2025-04-23T05:24:14","date_gmt":"2025-04-23T05:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/53921\/"},"modified":"2025-04-23T05:24:14","modified_gmt":"2025-04-23T05:24:14","slug":"fractal-universe-the-great-filters-review-metal-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/53921\/","title":{"rendered":"Fractal Universe \u2013 The Great Filters Review \u2022 metal.de"},"content":{"rendered":"<p>Jedem, der die <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/bands\/evergrey-95871\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EVERGREY<\/a>-Tour 2022 in Deutschland besucht hat, ist vermutlich vor allem eine Support-Band im Kopf geblieben. Genau, ich spreche von der Death-Metal-Kapelle, deren Frontmann sich pl\u00f6tzlich sein Saxophon umgeh\u00e4ngt und sein Solo mitten im Publikum gespielt hat. FRACTAL UNIVERSE aus dem franz\u00f6sischen Nordosten d\u00fcrften sich damals den ein oder anderen neuen Fan erspielt haben. Leider war nach zwei Alben bei Metal Blade offenbar Schluss mit dem Deal, der vierte Longplayer \u201eThe Great Filters\u201c erscheint auf dem ungleich kleineren Label M-Theory Audio, was aber nat\u00fcrlich keinesfalls etwas \u00fcber die Qualit\u00e4t des Inhalts zu sagen haben sollte.<\/p>\n<p>FRACTAL UNIVERSE \u2013 Progressiver Tod?<\/p>\n<p>Da uns die ersten drei FRACTAL UNIVERSE-Alben leider komplett durchgegangen sind, erst einmal ein kurzer Versuch der Einordnung: Die Band aus Nancy spielt auf dem Papier Progressive Death Metal, h\u00e4ufiger ist auch etwas von Technical Death Metal zu lesen. Wer jetzt in Richtung <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/bands\/nile-100657\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NILE<\/a> denkt, ist aber komplett auf der falschen F\u00e4hrte, selbst melodischeres wie <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/bands\/fleshgod-apocalypse-96289\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FLESHGOD APOCALYPSE<\/a> kommt FRACTAL UNIVERSE nicht wirklich nah. Den Stil der Franzosen einfach nur als \u201eProgressive Metal\u201c zu bezeichnen d\u00fcrfte wohl passender sein.<\/p>\n<p>Ja, neben Growls bricht zwar auch immer wieder Raserei durch, diese ger\u00e4t manchmal auch komplex. Aber die N\u00e4he zu Bands wie <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/bands\/leprous-98928\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">LEPROUS<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/bands\/haken-97071\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">HAKEN<\/a> d\u00fcrfte wohl deutlich st\u00e4rker sein, als zu den vorher genannten Todesstahl-Bolzern. \u201eThe Great Filters\u201c ist insgesamt sicherlich nicht das h\u00e4rteste Album von FRACTAL UNIVERSE, ein moderner Anstrich scheint ebenfalls immer wieder durch.<\/p>\n<p>Klingt alles irgendwie komisch, als k\u00f6nnte das niemals zusammen passen? Doch, genau dieses Kunstst\u00fcck schafft die str\u00e4flich unterbewertete Formation eben doch immer wieder. Sperrig? Klar. Aber Fronter Vince Wilquin und Co. ergehen sich eben nicht in nerviger Technik-Selbstbeweihr\u00e4ucherung, sondern haben auch ein H\u00e4ndchen f\u00fcr packende Harmonien und eing\u00e4ngiges Songwriting. Ein knackiger, ohrenschmeichelnder Viermin\u00fcter wie \u201eThe Seed Of Singularity\u201c funktioniert auf \u201eThe Great Filters\u201c genau so, wie das vertrackte \u201eSpecific Obsolescence\u201c.<\/p>\n<p>Songs jenseits der sieben Minuten sucht man auf der Platte sogar vergebens, Songdienlichkeit wird bei FRACTAL UNIVERSE ganz gro\u00df geschrieben. So wird das Saxophon eben auch nur in passenden Momenten ausgepackt, immer wieder ausgekontert von harschen Death-Metal-Salven, eing\u00e4ngigen MeloDeath-Parts, unwiderstehlichen Soli und sogar zerbrechlichen Klavierpassagen. Dabei kann das hohe Niveau fast \u00fcber das ganze Album gehalten werden \u2013 lediglich kurz vor dem erneut gro\u00dfartigen Finale \u201eA New Cycle\u201c schleichen sich hier und da ein paar kleine L\u00e4ngen ein.<\/p>\n<p>Gibt es denn gar nichts zu kritisieren? Nunja, in Sachen Klargesang gibt es sicher ausdrucksst\u00e4rkere Stimmen als die von Wilquin, auch wenn er versucht leicht angeraut und kraftvoll zu intonieren geht dem Mann ab und an ein wenig die Luft aus. Schlecht ist seine Leistung aber auch in diesem Bereich keinesfalls und wird von der b\u00e4renstarken Instrumentierung sowieso mehr als tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Extraschippe Vielschichtigkeit \u2013 \u201eThe Great Filters\u201c<\/p>\n<p>FRACTAL UNIVERSE haben eigentlich noch nie ein schlechtes Album ver\u00f6ffentlicht, auch \u201eThe Great Filters\u201c bildet hier keine Ausnahme. Besonders in Sachen Vielschichtigkeit wird noch einmal eine Schippe drauf gepackt und eindrucksvoll bewiesen, dass es keiner Scheuklappen bedarf, unterschiedlichste Stilrichtungen und -mittel in einen Topf geworfen werden und trotzdem ein schl\u00fcssiges Ganzes ergeben k\u00f6nnen, wenn man es denn richtig macht.<\/p>\n<p>Angriffsfl\u00e4che bieten die Franzosen nat\u00fcrlich trotzdem reichlich: Zu modern, zu viel Chichi, \u201eSaxophon braucht im Metal eh keiner\u201c \u2013 beliebiges weiteres Gem\u00e4kel bitte hier einf\u00fcgen. Wer aber modernerem, progressivem Metal offen gegen\u00fcbersteht, dem bietet sich mit \u201eThe Great Filters\u201c ein hervorragendes, abwechslungsreiches und sogar erstaunlich zug\u00e4ngliches Album. Gerade auch Fans von Bands wie <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/bands\/vola-106092\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">VOLA<\/a> sollten der Platte unbedingt eine Chance geben, denn diese Band m\u00fcsste eigentlich viel bekannter sein. Mit \u201eThe Great Filters\u201c untermauert sie diesen Anspruch jedenfalls eindrucksvoll.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jedem, der die EVERGREY-Tour 2022 in Deutschland besucht hat, ist vermutlich vor allem eine Support-Band im Kopf geblieben.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":53922,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-53921","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114385614613199409","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53921"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53921\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53922"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}