{"id":539507,"date":"2025-10-31T05:00:19","date_gmt":"2025-10-31T05:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/539507\/"},"modified":"2025-10-31T05:00:19","modified_gmt":"2025-10-31T05:00:19","slug":"halle-digitalisiert-bibliothek-pergamentfragment-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/539507\/","title":{"rendered":"Halle digitalisiert Bibliothek \u2013 Pergamentfragment entdeckt"},"content":{"rendered":"<p class=\"fp-paragraph\"><strong>Halle<\/strong> &#8211; Wer alte Buchbest\u00e4nde digitalisiert, findet mitunter \u00dcberraschendes. Jetzt gab es diesen besonderen Moment in der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (Halle). Es handelt sich um ein mittelalterliches Pergamentfragment aus der antiken f\u00fcnfb\u00e4ndigen Schrift \u201eDe materia medica\u201c (\u201e\u00dcber medizinisches Material\u201c) des Arztes Pedanios Dioskurides (um 40 n.Chr. bis um 90 n.Chr.) in lateinischer \u00dcbersetzung. \u201eDie Schrift des Fragments deutet auf eine Entstehung im 9. Jahrhundert\u201c, sagte die Leiterin der Historischen Sammlungen der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek, Julia Kn\u00f6dler.<\/p>\n<p>Mittelalterliche Handschrift als Bucheinband<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Entdeckt wurde die 1.100 Jahre alte Handschrift als Einband eines Buches mit reformatorischen Schriften aus dem 16. Jahrhundert. \u201eDas ist ein absoluter Gl\u00fccksfall. Viele mittelalterliche und antike Texte sind nur noch in solchen Fragmenten \u00fcberliefert\u201c, sagte die Direktorin der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek, Anke Berghaus-Sprengel. \u201eM\u00f6glicherweise finden sich in der unbekannten \u00dcberlieferung der Schrift Textvarianten, die in anderen Handschriften nicht \u00fcberliefert sind.\u201c<\/p>\n<p>Getrocknete Feigen helfen gegen Blasen- und Nierenleiden<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Die Wiederverwendung \u00e4lterer Handschriften war typisch f\u00fcr Buchbindungen der \u201eFr\u00fchen Neuzeit\u201c. In dem Einbandfragment geht es um getrocknete Feigen, die gegen Blasen- und Nierenleiden helfen, sowie um frische Feigen, die sich als Abf\u00fchrmittel eignen. Nach Angaben von Kn\u00f6dler ist nicht viel \u00fcber Dioskurides\u2018 Leben bekannt. Er war m\u00f6glicherweise Milit\u00e4rarzt in der r\u00f6mischen Armee, und sein Buch ist eine wichtige historische Informationsquelle \u00fcber die Medikamente, die von den Griechen, R\u00f6mern und anderen Kulturen der Antike verwendet wurden. \u201eDas Pergamentfragment wird restauratorisch gesichert, wissenschaftlich untersucht und sp\u00e4ter ebenfalls digital zug\u00e4nglich gemacht.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Privatbibliothek im 16. Jahrhundert gegr\u00fcndet<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Die historische Handschrift wurde bei Arbeiten zu Digitalisierung von rund 3.500 B\u00e4nden aus der \u201eAlvenslebenschen Bibliothek\u201c entdeckt. Die Sammlung gilt als eine der bedeutendsten Privatbibliotheken der Renaissance in Mitteldeutschland. Ihr Gr\u00fcnder, der Humanist Joachim I. von Alvensleben (1514\u20131588), sammelte seit den 1520er-Jahren Werke aus Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaft, Geschichte und Naturkunde. Die Bibliothek war \u00fcber Jahrhunderte auf den Familieng\u00fctern der Alvenslebens erhalten geblieben. Seit 2012 befinden sich die B\u00fccher in der Au\u00dfenstelle der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek auf Schloss Hundisburg (Landkreis B\u00f6rde).\u00a0<\/p>\n<p>Digitalisierung bis 2027 abgeschlossen<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Bis 2027 sollen rund eine Million Seiten aus der Alvenslebenschen Bibliothek digitalisiert und erschlossen werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) f\u00f6rdert das Vorhaben mit mehr als 800.000 Euro. Die Digitalisate werden anschlie\u00dfend online frei verf\u00fcgbar sein und per Volltextsuche durchsucht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fragment wichtige Quelle f\u00fcr die Forschung\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">F\u00fcr die Forschung er\u00f6ffnet die Digitalisierung neue M\u00f6glichkeiten. \u201eWir k\u00f6nnen nicht nur die Provenienzen der B\u00fccher und damit die Struktur einer fr\u00fchneuzeitlichen Adelsbibliothek besser nachvollziehen, sondern entdecken auch bislang unbekannte Quellenzeugnisse, wie dieses Dioskurides-Fragment\u201c, sagte die Projektleiterin Jana Adolph.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">\u201eDer Fund bietet wertvolle Einblicke in die Text\u00fcberlieferung antiker Medizin im Mittelalter und in die Wiederverwendung von Handschriften in der Buchproduktion des 16. Jahrhunderts.\u201c Mit dem Projekt werde nicht nur Kulturerbe bewahrt, sondern auch ein Beitrag zur internationalen Forschung geleistet. \u201eSolche Funde zeigen, dass in historischen Sammlungen noch immer \u00dcberraschungen warten\u201c.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Die Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek digitalisiert ihre Best\u00e4nde seit 2007. Bislang wurden 150.000 Werke digitalisiert. Der Gesamtbestand umfasst f\u00fcnf Millionen B\u00e4nde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Halle &#8211; Wer alte Buchbest\u00e4nde digitalisiert, findet mitunter \u00dcberraschendes. 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