{"id":539899,"date":"2025-10-31T08:39:13","date_gmt":"2025-10-31T08:39:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/539899\/"},"modified":"2025-10-31T08:39:13","modified_gmt":"2025-10-31T08:39:13","slug":"olympische-spiele-olympia-an-rhein-und-ruhr-koeln-wird-zur-leadcity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/539899\/","title":{"rendered":"Olympische Spiele \u2013 Olympia an Rhein und Ruhr: K\u00f6ln wird zur \u00bbLeadcity\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img313339\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/313339.jpeg\" alt=\"Als Gastgeber der World University Games im Juli, hier Bogenschie\u00dfen in Essen, sieht sich die Rhein-Ruhr-Region gut auf Olympia vorbereitet, f\u00fcr die Sommerspiele r\u00fcckt K\u00f6ln in den Fokus.\"\/><\/p>\n<p>Als Gastgeber der World University Games im Juli, hier Bogenschie\u00dfen in Essen, sieht sich die Rhein-Ruhr-Region gut auf Olympia vorbereitet, f\u00fcr die Sommerspiele r\u00fcckt K\u00f6ln in den Fokus.<\/p>\n<p>Foto: imago\/Socrates Tassos<\/p>\n<p>Noch scheint die Sportstadt K\u00f6ln zu schlafen. Doch immer konkreter deutet sich an, dass das \u00bbMillionendorf am Rhein\u00ab, wie es der BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken einst besungen hat, tats\u00e4chlich zu einem <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192219.olympia-bewerbung-olympische-spiele-in-berlin-eine-frage-der-ideologie.html?sstr=dosb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Olympiakandidaten<\/a> werden k\u00f6nnte \u2013 als \u00bbLeadcity\u00ab des bislang unter dem Namen \u00bbOlympia an Rhein und Ruhr\u00ab gef\u00fchrten Projektes, dessen treibende Kr\u00e4fte in einem Jahr zu Deutschlands offiziellem Kandidaten f\u00fcr die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 gek\u00fcrt werden wollen.<\/p>\n<p>Der gerade neu gew\u00e4hlte K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister Torsten Burmester (SPD), der als ehemaliger Vorstandschef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bestens in der Sportszene vernetzt ist, schweigt derzeit zu diesem Thema. Auch die lokalen Medien fangen gerade erst an, sich intensiver mit den Details des riesigen Projektes zu besch\u00e4ftigen, nachdem sich eine <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195046.olympia-buergervotum-in-muenchen-gluecklicher-ohne-olympische-spiele.html?sstr=olympia\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bemerkenswerte Mehrheit<\/a> von 66 Prozent der M\u00fcnchner Einwohner f\u00fcr eine Kandidatur ihrer Stadt ausgesprochen hat.<\/p>\n<p>Kompaktes Spektakel<\/p>\n<p>\u00bbDas Ergebnis best\u00e4tigt die Begeisterung f\u00fcr die olympische Idee in ganz Deutschland\u00ab, sagt Nordrhein-Westfalens <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194273.wahlkampf-muell-und-zuwanderung.html?sstr=Hendrik|W\u00fcst\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ministerpr\u00e4sident Hendrik W\u00fcst<\/a> von der CDU dazu und warb sogleich f\u00fcr das eigene Bundesland: \u00bbWir sind bereit f\u00fcr ein gro\u00dfes und zugleich kompaktes olympisches Fest mit neuen Zuschauerrekorden, spektakul\u00e4ren Sportst\u00e4tten, getragen von den vielen sportbegeisterten Menschen bei uns im Land.\u00ab<\/p>\n<p>Weil \u00bbRhein-Ruhr\u00ab jedoch ziemlich \u00bbunsexy\u00ab klingt, wie ein hoher Sportfunktion\u00e4r im vertraulichen Gespr\u00e4ch sagt, gilt es als offenes Geheimnis, dass noch vor Weihnachten \u00bbCologne\u00ab mit dem Dom, dem Rhein und dem Duftwasser den bisherigen Namen ersetzen wird. Das unter dem Slogan \u00bbThe Powerhouse of true Sports\u00ab firmierende, von der NRW-Staatskanzlei vorangetriebene Konzept soll aber weite Teile des Bundeslandes einbeziehen. Insgesamt 16 Kommunen von Dortmund \u00fcber Recklinghausen, Gelsenkirchen, Duisburg, Wuppertal bis zu Oberhausen sind beteiligt. 50 der 54 Sportarten k\u00f6nnten in einem Radius von 40 Kilometern stattfinden: Damit w\u00fcrde Rhein-Ruhr sogar die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1184208.paris-francois-tchekemian-ueber-olympia-wer-nicht-da-ist-bereut-es.html?sstr=olympia|paris\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gefeierten Spiele<\/a> von Paris aus dem Vorjahr \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>Auch das Konzept der Sportst\u00e4tten passt: die Arena auf Schalke als tempor\u00e4res Schwimmstadion f\u00fcr 60\u2009000 Menschen, Handball in D\u00fcsseldorf vor Rekordkulissen, Turnen in der gro\u00dfen K\u00f6lner Multifunktionshalle. In Aachen existiert eine der modernsten Reitsportanlagen der Welt, Duisburg ist eine international gesch\u00e4tzte Kanu- und Ruderhochburg. \u00bbWir hatten in unserem Konzept hinterlegt, dass 95 Prozent der Sportst\u00e4tten bereits stehen\u00ab, erkl\u00e4rt Christoph Niessen, Vorstandschef des Landessportbundes NRW. Im Zuge des Austausches habe der DOSB \u00bbnach der Taxonomie dieser ersten Bewerbungsstufe gesagt, dass wir in NRW sogar bei 100 Prozent liegen, denn es wird keine einzige Sportst\u00e4tte neu und dauerhaft gebaut\u00ab.<\/p>\n<p>Eine Idee, zwei Orte<\/p>\n<p>Was fehlt, ist jedoch ein Leichtathletikstadion, das in der Regel auch das Zentrum der Spiele bildet und an das Olympische Dorf angeschlossen sein soll. Hier schwanken die Planer zwischen zwei Standorten: eine Industriebrache in Essen oder ein Ackergel\u00e4nde im Norden K\u00f6lns. Beide Fl\u00e4chen sollen ohnehin in den kommenden Jahren st\u00e4dtebaulich erschlossen werden, der vorliegende Entwurf eines Darmst\u00e4dter Architekturb\u00fcros w\u00e4re an beiden Orten in \u00e4hnlicher Form realisierbar. Die Idee ist, ein Olympisches Dorf mit Wohnraum f\u00fcr rund 16\u2009000 Olympioniken zu bauen. Und ein Stadion, das danach ohne viel Aufwand f\u00fcr eine Wohn- und Gewerbenutzung umgebaut werden kann \u2013 die Rasenfl\u00e4che im Zentrum w\u00fcrde zu einem kleinen Park werden.<\/p>\n<p>An dieser Stelle kommen die in NRW im Vergleich zu Berlin oder Hamburg eher leisen Kritiker ins Spiel. J\u00f6rg Detjen, der sich im Stadtrat f\u00fcr Die Linke mit Sportthemen befasst, begr\u00fc\u00dft zwar, dass ein neues Viertel mit dem dringend ben\u00f6tigten Wohnraum entstehen soll, sagt aber auch, dass der Bau des l\u00e4ngst geplanten Quartiers \u00bbdurch Olympia gebremst\u00ab werde. \u00bbDerzeit liegt die Umsetzung auf Eis. Und wenn K\u00f6ln den Zuschlag f\u00fcr das Dorf bekommen w\u00fcrde, m\u00fcssten die Menschen bis 2040 oder 2044 warten, bis sie einziehen k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194791.olympische-spiele-buergerentscheid-in-muenchen-olympia-scheidet-die-geister.html?sstr=olympia\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz<\/a> (BUND) lehnt die Bebauung der unversiegelten Fl\u00e4che grunds\u00e4tzlich ab und fordert eine sogenannte \u00bbStrategische Umweltpr\u00fcfung\u00ab der gesamten Olympiapl\u00e4ne. In diesem Verfahren lie\u00dfe sich ermitteln, \u00bbwelche Auswirkungen ein bestimmtes Projekt auf Boden, Wasser, Klima, Luft, Natur, Mensch\u00ab habe, sagt Dirk Jansen, BUND-Gesch\u00e4ftsleiter in NRW. Nur so seien die Einwohner in der Lage zu sagen, \u00bbwelchen Impact so ein Gro\u00dfereignis auf die Umwelt hat, um dann zu sagen: Okay, das ist uns die Sache wert.\u00ab<\/p>\n<p>Mehr Transparenz bei den Kosten<\/p>\n<p>In der Politik und bei Sportverb\u00e4nden ist grunds\u00e4tzlich der Wille erkennbar, eher Chancen statt Bedenken in den Vordergrund zu stellen. Und so widerspricht der Landessportbund (LSB) auch dem vielfach erhobenen Vorwurf, dass die Kosten in einem \u00fcberraschend um 27,4 Millionen Euro erh\u00f6hten Budget f\u00fcr Sportst\u00e4ttenbau versteckt werden. Bisher seien etwas mehr als 200\u2009000 Euro ausgegeben worden, die B\u00fcrgerbefragung, die am 19. April 2026 stattfinden soll, werde einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Da die genaue Summe gerade erst ermittelt werde, sei eben in dem Budget f\u00fcr Sportst\u00e4ttenbau ein gewisser Betrag \u00bbbevorratet\u00ab worden, erkl\u00e4rt LSB-Vorstandschef Niessen. Geld, das nicht ben\u00f6tigt werde, \u00bbkann dann den Sportst\u00e4ttenbau verst\u00e4rken, da wird immer Geld gebraucht\u00ab. \u00a0<\/p>\n<p>Niessen pl\u00e4diert grunds\u00e4tzlich f\u00fcr mehr Transparenz \u2013 aber auch f\u00fcr einen unaufgeregteren Umgang mit den Investitionen in die Olympia-Kampagnen aller Bewerber: \u00bbSie werden von niemandem aus Nordrhein-Westfalen h\u00f6ren, dass diese Olympia-Bewerbung g\u00fcnstiger ist als die vorherigen. Mittlerweile h\u00f6ren Sie das auch vom DOSB nicht mehr.\u00ab  Es ist gut m\u00f6glich, dass die Rhein-Ruhr-Kampagne bis zum B\u00fcrgerentscheid im kommenden April auf eine Summe von fast 20 Millionen Euro kommt. Angenommen, die anderen drei deutschen Bewerber M\u00fcnchen, Hamburg und Berlin geben \u00e4hnlich viel Geld aus, h\u00e4tte alleine das <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194641.wirtschaftsfaktor-sport-olympia-bewerbung-teure-spiele.html?sstr=olympia\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nationale Auswahlverfahren<\/a> bis zu 80 Millionen Euro an \u00f6ffentlichen Mitteln verschlungen, die auch in Schulen oder Infrastruktur h\u00e4tten flie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fortschritt und Zweifel<\/p>\n<p>Die Frage, ob sich diese Investition lohnt, l\u00e4sst sich jedoch nicht eindeutig beantworten. Wom\u00f6glich k\u00f6nnen Olympische Spiele tats\u00e4chlich dazu beitragen, St\u00e4dte und Regionen zu entwickeln, weil Verkehrswege entstehen und Strukturen modernisiert werden. Zudem sind die Spiele ein Fest, das besondere Gef\u00fchle erzeugt, Erinnerungen schafft, die Wahrnehmung einer Stadt im Inneren und von au\u00dfen \u00e4ndern kann. <\/p>\n<p>Niessen meint, dass die Menschen in NRW \u00bbschon jetzt gewonnen\u00ab h\u00e4tten. Im Zuge der Olympiapl\u00e4ne wurde gerade ein Sportst\u00e4ttenf\u00f6rderprogramm f\u00fcr den Breitensport beschlossen, der Etat von 600 Millionen Euro kann direkt von Vereinen und Kommunen abgerufen werden. Dirk Jansen vom BUND spricht angesichts solcher Investitionen und Fortschritte einen naheliegenden Gedanken aus: \u00bbWir k\u00e4mpfen seit Jahrzehnten f\u00fcr autofreie Innenst\u00e4dte, f\u00fcr eine vern\u00fcnftige Mobilit\u00e4t. Aber wenn wir zur Umsetzung notwendiger Dinge Olympische Spiele brauchen, dann l\u00e4uft doch irgendwas falsch im Lande.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Gastgeber der World University Games im Juli, hier Bogenschie\u00dfen in Essen, sieht sich die Rhein-Ruhr-Region gut auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":539900,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,30,2519,1420,1209],"class_list":{"0":"post-539899","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-ioc","11":"tag-koeln","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115467883178535235","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/539899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=539899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/539899\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/539900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=539899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=539899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=539899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}