{"id":539937,"date":"2025-10-31T09:01:14","date_gmt":"2025-10-31T09:01:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/539937\/"},"modified":"2025-10-31T09:01:14","modified_gmt":"2025-10-31T09:01:14","slug":"us-militaerschlaege-in-lateinamerika-warum-der-konflikt-zwischen-den-usa-und-venezuela-eskaliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/539937\/","title":{"rendered":"US-Milit\u00e4rschl\u00e4ge in Lateinamerika: Warum der Konflikt zwischen den USA und Venezuela eskaliert"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Unter Juristen bestehen gro\u00dfe Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Angriffe. Unabh\u00e4ngige Experten der UN haben die Bombardierungen im Oktober als &#8222;au\u00dfergerichtliche Hinrichtungen&#8220; <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2025\/10\/un-experts-condemn-coercive-intervention-venezuela-united-states\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eingestuft<\/a>. Die Angriffe h\u00e4tten keine rechtliche Grundlage \u2013 selbst wenn sie tats\u00e4chlich Drogenkuriere treffen sollten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die US-Regierung hat in den vergangenen Monaten verschiedene Argumente zur Rechtfertigung der Milit\u00e4rschl\u00e4ge angef\u00fchrt. Einer ersten Argumentation zufolge dienen sie der Selbstverteidigung. Der UN-Botschafter der USA, Mike Waltz,\u00a0<a href=\"https:\/\/usun.usmission.gov\/representative-to-the-united-nations-ambassador-mike-waltzs-interview-with-brian-kilmeade-on-fox-friends\/\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berief sich im Oktober<\/a> auf Artikel 51 der UN-Charta, die Staaten das Recht dazu einr\u00e4umt. Auch die stellvertretende Pressesprecherin des Wei\u00dfen Hauses, Anna Kelly, sagte nach dem ersten Milit\u00e4rschlag im September, der Angriff habe der &#8222;gemeinschaftlichen Selbstverteidigung&#8220; gegolten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Allerdings hatte das Boot laut <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/09\/10\/us\/trump-drug-boat-venezuela-strike.html\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einer Recherche der New York Times<\/a> beim Anblick der US-Flugzeuge bereits umgekehrt und war auf dem R\u00fcckweg nach Venezuela \u2013 von einer unmittelbaren Bedrohung konnte keine Rede sein. Juristen bezweifeln au\u00dferdem, dass der Export von Drogen mit einem bewaffneten Angriff im Sinne des V\u00f6lkerrechts gleichzusetzen ist.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In den vergangenen Wochen scheint sich die US-Regierung auf eine andere Argumentation verlegt zu haben. So informierte Trump Anfang Oktober den Kongress, man befinde sich in einem &#8222;nicht-internationalen bewaffneten Konflikt&#8220; mit Drogenkartellen. In einem solchen Konflikt kann ein Staat nach den Regeln des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts auch das Milit\u00e4r einsetzen. Aber auch hier haben\u00a0<a href=\"https:\/\/www.justsecurity.org\/121844\/trump-notice-drug-cartels\/\" class=\"link-edit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Juristen Bedenken<\/a>: Der Gegner m\u00fcsse in diesem Fall aus einer bewaffneten Gruppierung mit klarer Kommandostruktur bestehen, die intensive oder anhaltende bewaffnete Angriffe gegen einen Staat aus\u00fcbt. Das sei bei Drogenkartellen nicht gegeben, schreibt\u00a0der Verfassungsrechtler Marty Lederman, der sich an der Georgetown University schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit dem Thema nationale Sicherheit befasst.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00dcberformt wird diese Diskussion durch \u00c4u\u00dferungen der US-Regierung, wonach Drogenschmuggel mit Terrorismus gleichzusetzen sei. Trump stufte die Gruppe Tren de Aragua am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit als ausl\u00e4ndische Terrororganisation ein. Au\u00dfenminister <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/marco-rubio\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marco Rubio<\/a> bezeichnete Drogenschmuggler als &#8222;Narco-Terroristen&#8220;, und Verteidigungsminister Hegseth sagte wiederholt, Drogen lateinamerikanischer Kartelle h\u00e4tten mehr Menschen get\u00f6tet als die islamistische Terrororganisation Al-Kaida.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nur: Terrorgruppen m\u00fcssen nach der Definition des US-Au\u00dfenministeriums <a href=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/when-crime-becomes-terror-rethinking-fto-designation\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eigentlich politische Ziele haben<\/a>. Das trifft nach Auffassung von Rechtsexperten auf Drogenkartelle nicht zu. Und selbst dann w\u00e4ren Milit\u00e4rschl\u00e4ge gegen mutma\u00dfliche Drogenschmuggler nicht legal, wie UN-Experten festgehalten haben. &#8222;Internationales Recht erlaubt es nicht, im Ausland einseitig Gewalt einzusetzen, um Terrorismus oder Drogenhandel zu bek\u00e4mpfen&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2025\/09\/us-war-narco-terrorists-violates-right-life-warn-un-experts-after-deadly\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hei\u00dft es in einem Bericht<\/a>\u00a0vom September.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unter Juristen bestehen gro\u00dfe Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Angriffe. 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