{"id":540065,"date":"2025-10-31T10:15:32","date_gmt":"2025-10-31T10:15:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540065\/"},"modified":"2025-10-31T10:15:32","modified_gmt":"2025-10-31T10:15:32","slug":"frueher-hiessen-wir-gastarbeiter-fotoausstellung-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540065\/","title":{"rendered":"&#8222;Fr\u00fcher hie\u00dfen wir Gastarbeiter&#8220;: Fotoausstellung in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/gastarbeiter-102.webp\" alt=\"Eine Frau mit schwarzen Haaren sitzt an einer N\u00e4hmaschine.\" title=\"Eine Frau mit schwarzen Haaren sitzt an einer N\u00e4hmaschine. | \u00a9 Muhlis Kenter\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: &#8222;Fr\u00fcher hie\u00dfen wir Gastarbeiter&#8220; im MK&amp;G (3 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 31.10.2025 07:44 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Sie kamen in den 1960er- und 1970er-Jahren nach Deutschland: Menschen aus der T\u00fcrkei und Griechenland, angeworben von der deutschen Regierung, um auf Zeit hier zu arbeiten. Jetzt zeigt das Hamburger Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe rund 80 Fotos eben dieser Menschen.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Kerry R\u00fcgemer<\/p>\n<p class=\"\">Ein VW Bulli &#8211; heute ist dieser Typ l\u00e4ngst ein Oldtimer &#8211; steht neben anderen Pkw am Stra\u00dfenrand. Alle Wagend\u00e4cher sind voll bepackt. Auf dem Foto daneben sieht man ein paar M\u00e4nner, die sich in einem Gr\u00fcnstreifen neben der Fahrbahn kurz hingelegt haben. Es waren die langen, beschwerlichen Reisen in die s\u00fcdeurop\u00e4ische Heimat.<\/p>\n<p class=\"\">Das Besondere an s\u00e4mtlichen Fotos, die jetzt hier zu sehen sind: &#8222;Sowohl in der Sammlung als auch in der Geschichte der Fotografie haben wir wenig Bilder, die von den MigrantInnen selber aufgenommen wurden&#8220;, sagt Esther Ruelfs, die die Fotoabteilung des Museums f\u00fcr Kunst und Gewerbe (MK&amp;G) leitet. Sie freut sich \u00fcber die Erweiterung der Sammlung mit diesen Bildern, die aus den 1980er-Jahren stammen und von drei Amateurfotografen und einer -fotografin gemacht worden sind.<\/p>\n<p>    Rarit\u00e4t: Bilder von Frauen als Gastarbeiterinnen<\/p>\n<p class=\"\">Die von von Asimina Paradissa aus Griechenland sind eine Rarit\u00e4t, so Ruelfs: &#8222;Obwohl ein Drittel der Personen, die als sogenannte Gastarbeiter nach Deutschland kommen, weiblich sind, gibt es kaum Fotografinnen, die dann selbst die Kamera in die Hand nehmen. Und ich finde, man wei\u00df auch wenig \u00fcber diese Frauen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Paradissas kleinformatige Abz\u00fcge erlauben einen Einblick in ihr Privatleben in Deutschland ab 1968. Ihr Alltag mit Kolleginnen im Wohnheim f\u00fcr unverheiratete Frauen in Wilhelmshaven: Lachend mit Kolleginnen, verkleidet Karneval feiernd oder bei der Fabrikarbeit.<\/p>\n<p>    Traditionelle Arbeiterfotografie<\/p>\n<p class=\"\">Ganz in der Tradition der Arbeiterfotografie, die in den 1920er-Jahren das Leben der Arbeiterklasse dokumentierte, sind vor allem die Bilder und kritischen Collagen von Mehmet \u00dcnal. So sieht man Portr\u00e4ts seiner Kollegen. Oben rechts steht &#8222;Ausl\u00e4nder&#8220;, unten links sind sie zu &#8222;Rausl\u00e4ndern&#8220; geworden.<\/p>\n<p class=\"\">Muhlis Kenter kam 1972 von Istanbul nach Aachen. Er hat seine Landsm\u00e4nner und -frauen beeindruckend einf\u00fchlsam und nahbar w\u00e4hrend ihrer Arbeit portr\u00e4tiert. &#8222;Gerade bei den T\u00fcrken haben wir gemerkt, dass ein Gespr\u00e4ch sehr wichtig war. Dann haben sie sich auch ge\u00f6ffnet. Und mit den deutschen Fotografen war das nicht so einfach, weil damals die t\u00fcrkischen Mitb\u00fcrger noch nicht soviel Deutsch sprechen konnten. Und das war gerade bei den t\u00fcrkischen Frauen sehr wichtig, weil sie teilweise sehr scheu waren und nicht wussten, was auf sie zukommt.&#8220;<\/p>\n<p>    Ausl\u00e4nderfeindliche Graffiti erschreckend aktuell<\/p>\n<p class=\"\">Der Titel dieser lohnenswerten Ausstellung stamme aus einem Gespr\u00e4ch mit dem vierten Fotografen Nuri Muslouglu, erz\u00e4hlt Esther Ruelfs. &#8222;Muslouglu meinte: Ja, fr\u00fcher hie\u00dfen wir Gastarbeiter, dann hie\u00dfen wir Ausl\u00e4nder, dann hie\u00dfen wir Migranten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Und auch die Ablehnung gegen\u00fcber diesen Menschen ist hier dokumentiert: Mit Fotos ausl\u00e4nderfeindlicher Graffiti aus den 1980er-Jahren, die erschreckend aktuell wirken: &#8222;Weil es eine Wiederholung davon ist, was wir gerade erleben: Der Rechtsruck, verbunden mit einer Wirtschaftskrise &#8211; sozusagen die Geschichte, die sich wiederholt.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/screenshot-16238.webp\" alt=\"Gastarbeiter aus S\u00fcdeuropa nehmen 1965 bei Ankunft in der Bundesrepublik amtliche Informationsbrosch\u00fcren entgegen.\" title=\"Gastarbeiter aus S\u00fcdeuropa nehmen 1965 bei Ankunft in der Bundesrepublik amtliche Informationsbrosch\u00fcren entgegen. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Arbeiter aus dem armen S\u00fcdeuropa sind die St\u00fctze des deutschen Wohlstands &#8211; mit der Aufnahmebereitschaft aber hapert es.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/wolfsburg17896.webp\" alt=\"Mitarbeitende verlassen 1972 zum Schichtwechsel das Volkswagenwerk in Wolfsburg.\" title=\"Mitarbeitende verlassen 1972 zum Schichtwechsel das Volkswagenwerk in Wolfsburg. | picture-alliance \/ Klaus Rose, Klaus Rose\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Am 25. Mai 1945 lassen die Alliierten die &#8222;Stadt des KdF-Wagens&#8220; in Wolfsburg umbenennen. Schnell wird sie zur VW-Stadt schlechthin.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/gastarbeiter256.webp\" alt=\"Das Denkmal f\u00fcr die italienischen Einwanderer, &quot;L'Emigrante&quot; von K\u00fcnstler Quinto Provenziani steht in Wolfsburg.\" title=\"Das Denkmal f\u00fcr die italienischen Einwanderer, &quot;L'Emigrante&quot; von K\u00fcnstler Quinto Provenziani steht in Wolfsburg. | dpa-Bildfunk, Ole Spata\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Stadt Wolfsburg hat den 60. Jahrestag mit einer Zusammenkunft am Auswanderer-Denkmal vor dem Hauptbahnhof gefeiert.<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/gastarbeiter-102.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/gastarbeiter-102.webp\" alt=\"Eine Frau mit schwarzen Haaren sitzt an einer N\u00e4hmaschine.\" title=\"Eine Frau mit schwarzen Haaren sitzt an einer N\u00e4hmaschine. | \u00a9 Muhlis Kenter\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>            &#8222;Fr\u00fcher hie\u00dfen wir Gastarbeiter&#8220;: Fotoausstellung in Hamburg<\/p>\n<p>Das Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe zeigt Fotos von Menschen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren angeworben wurden, um  in Deutschland zu arbeiten.<\/p>\n<dl class=\"s-100 m-50\">\n<dt>Datum:<\/dt>\n<dd>31.10.2025, 10:00 Uhr<\/dd>\n<dt>Ende:<\/dt>\n<dd>17.05.2026<\/dd>\n<dt>Ort:<\/dt>\n<dd>\n<p>                            Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe<\/p>\n<p>Steintorplatz<\/p>\n<p>20099<\/p>\n<p>Hamburg<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"s-100 m-50\">\n<dt>\u00d6ffnungszeiten:<\/dt>\n<dd>Di bis So 10 bis 18 Uhr<br \/>Do 10 bis 21 Uhr<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>14<\/dd>\n<\/dl>\n<p>            <a class=\"button\" title=\"Laden Sie diese Veranstaltung in die Terminkalender Anwendung ihres Computers\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/calendar\/gastarbeiter-100\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> In meinen<br \/>\n                Kalender eintragen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: &#8222;Fr\u00fcher hie\u00dfen wir Gastarbeiter&#8220; im MK&amp;G (3 Min) Stand: 31.10.2025 07:44 Uhr Sie kamen in den 1960er-&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":540066,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,2704,29,214,30,1794,2147,215],"class_list":{"0":"post-540065","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-ausstellungen","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-kunst-und-design","14":"tag-museen","15":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115468265135239536","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/540065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=540065"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/540065\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/540066"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=540065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=540065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=540065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}