{"id":540069,"date":"2025-10-31T10:20:13","date_gmt":"2025-10-31T10:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540069\/"},"modified":"2025-10-31T10:20:13","modified_gmt":"2025-10-31T10:20:13","slug":"50-jahre-nach-bohemian-rhapsody-lang-lebe-das-musikvideo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540069\/","title":{"rendered":"50 Jahre nach &#8222;Bohemian Rhapsody&#8220;: Lang lebe das Musikvideo?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/kultur-musikvideo-ophelia-100.jpg\" alt=\"Eine Besucherin steht vor dem Kunstwerk &quot;Ophelia&quot; von Friedrich Heyser.\" title=\"Eine Besucherin steht vor dem Kunstwerk &quot;Ophelia&quot; von Friedrich Heyser. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 31.10.2025 10:58 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Von MTV bis TikTok: Immer wieder hat sich das Musikvideo neu erfunden. 50 Jahre nach &#8222;Bohemian Rhapsody&#8220; zeigen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, dass die Verbindung von Bild und Ton lebendiger ist denn je.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Barbara Geschwinde, WDR\u00a0\u00a0\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Is this the real life? Is this just fantasy?&#8220; Als Freddie Mercury diese Zeilen 1975 sang, ahnte wohl niemand, dass das dazugeh\u00f6rige Video der Band Queen Musikgeschichte schreiben w\u00fcrde. Am 31. Oktober 1975 wurde der Song &#8222;Bohemian Rhapsody&#8220; ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">50 Jahre sp\u00e4ter gilt das in wenigen Stunden produzierte und 4.500 Pfund teure Video, das kurz darauf erschien, als Startschuss einer neuen \u00c4ra: Musik wurde pl\u00f6tzlich auch zum bewegten Bild und das Fernsehen, ganz besonders der Musiksender MTV, zum Motor eines globalen Popkults.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Von MTV zu TikTok<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter hat sich die B\u00fchne ver\u00e4ndert. MTV als reiner Musikvideo-Sender ist l\u00e4ngst Geschichte, und doch erleben Musikclips einen zweiten Fr\u00fchling &#8211; im Internet, auf YouTube, Instagram und TikTok. Das Musikvideo ist nicht tot, es hat sich nur verwandelt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den 1980er-Jahren waren Musikvideos fester Bestandteil jeder erfolgreichen Single. Sie machten Stars wie Madonna mit &#8222;Like a Prayer&#8220; und ihren Anspielungen zu Religion und Sexualit\u00e4t oder Michael Jackson mit seinem bahnbrechenden 13-Minuten-Video zu &#8222;Thriller&#8220; zu Ikonen. Heute entstehen Clips f\u00fcr ganz andere Plattformen &#8211; und oft mit deutlich geringerem Budget.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    &#8222;Video auf TikTok fast wichtiger als bei MTV&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Fr\u00fcher gab es ein oder zwei Musikvideos, die richtig Geld gekostet haben. Heute sind es viele kleine&#8220;, sagt der Musiker KAMRAD. Der geb\u00fcrtige Wuppertaler kennt sich aus: Seine Videos haben auf YouTube mehrere Millionen Aufrufe, auf TikTok kratzen sie schon mal an der 30-Millionen-Marke. &#8222;Vor allem auf TikTok ist das Video im Zusammenhang mit der Musik fast wichtiger als fr\u00fcher bei MTV oder Viva. Es wird ja quasi alles nur noch so entdeckt.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">KAMRAD sieht in den kurzen Reels die neue W\u00e4hrung der Aufmerksamkeit &#8211; spontan, nahbar, oft ohne gro\u00dfes Produktionsteam. &#8222;Ich drehe manchmal einfach im Auto oder im Drive-in. Das kostet nichts, ist aber direkt bei den Fans. Trotzdem liebe ich das klassische Musikvideo &#8211; das ist dann Kunst, da kann man Geschichten erz\u00e4hlen.&#8220;<\/p>\n<p>    Vom Fernsehen befreit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gro\u00dfe Budgets wie noch in den 1990ern sind heute selten. &#8222;Man kann kein Geld mehr mit Musikvideos einspielen wie fr\u00fcher \u00fcber Plattenverk\u00e4ufe&#8220;, so KAMRAD. &#8222;Aber das hei\u00dft nicht, dass sie an Bedeutung verloren haben &#8211; nur, dass sie eine andere Funktion haben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit mehr als einem Vierteljahrhundert werden bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen auch Musikvideos pr\u00e4miert, seit mehr als 20 Jahren kuratiert Jessica Manstetten den Musikvideopreis &#8222;MuVi&#8220; und beobachtet, wie sich die Form ver\u00e4ndert hat. &#8222;Das Musikvideo war immer ein Ort der Referenz und der Freiheit&#8220;, sagt sie. &#8222;Im Internet konnte man sich pl\u00f6tzlich von den Konventionen des Musikfernsehens l\u00f6sen &#8211; es wurde experimenteller, dokumentarischer, k\u00fcnstlerischer.&#8220;<\/p>\n<p>    Br\u00fccken zwischen Pop, Kunst und Gesellschaft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerade diese Offenheit habe dazu gef\u00fchrt, dass Musikvideos heute wieder im Feuilleton auftauchten. &#8222;Taylor Swifts visuelle Referenzen auf Shakespeare oder Jugendstilgem\u00e4lde etwa bringen pl\u00f6tzlich Menschen ins Museum, die sonst nie dorthin gehen w\u00fcrden&#8220;, so Manstetten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich erlebt das Landesmuseum Wiesbaden derzeit einen Ansturm von Swift-Fans. Im Video zu ihrem aktuellen Hit &#8222;The Fate of Ophelia&#8220; stellt Taylor Swift ein Gem\u00e4lde des Jugendstilmalers Friedrich Heyser nach. Tickets f\u00fcr eine Sonderveranstaltung rund um das Gem\u00e4lde Ophelias waren danach innerhalb weniger Stunden ausverkauft.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Das Musikvideo ist so etwas wie ein Vermittler geworden&#8220;, sagt Manstetten. &#8222;Es schl\u00e4gt Br\u00fccken zwischen Pop, Kunst und Gesellschaft, und es hat keine Angst, sich \u00fcberall zu bedienen.&#8220;<\/p>\n<p>    Zwischen Kunst und Marketing<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine, die seit vielen Jahren Musikvideos produziert, ist Stefanie Schmid-Rinc\u00f3n. Sie sieht vor allem eine \u00e4sthetische Verschiebung zu &#8222;entweder auff\u00e4llig und schnell geschnitten &#8211; oder intimere Settings und ganz minimalistisch.&#8220; Viele Musikerinnen und Musiker produzierten inzwischen selbst, oft im Hochformat, f\u00fcr soziale Medien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Musikvideo sei heute immer noch wichtig f\u00fcr die Sichtbarkeit von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern, so Schmid-Rinc\u00f3n. Trotz sinkender Budgets sei die visuelle Sprache weiterhin entscheidend: &#8222;Ob auf YouTube oder TikTok &#8211; es geht darum, eine Geschichte zu erz\u00e4hlen, die zum Song passt.&#8220; Das ist &#8211; gerade in der kurzen Form &#8211; Marketing, aber eben auch Ausdruck von Pers\u00f6nlichkeit.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Ein Genre im Wandel<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Musikvideo war schon immer Spiegel seiner Zeit &#8211; und bleibt es auch in Zeiten von TikTok und Co. W\u00e4hrend fr\u00fcher auf MTV perfekte Inszenierungen gefragt waren, dominieren heute Authentizit\u00e4t, N\u00e4he und Geschwindigkeit.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ich glaube, das Musikvideo ist nicht tot, sondern wird in einer anderen Form weiterexistieren und sich immer weiterentwickeln&#8220;, sagt KAMRAD.\u00a0Ob als k\u00fcnstlerisches Statement, viraler Clip oder digitaler Museumsf\u00fchrer: Das Musikvideo lebt &#8211; nur anders als fr\u00fcher. Und Freddie Mercury h\u00e4tte sicher seine Freude daran.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 31.10.2025 10:58 Uhr Von MTV bis TikTok: Immer wieder hat sich das Musikvideo neu erfunden. 50 Jahre&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":540070,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,80,1779,810,4632,215],"class_list":{"0":"post-540069","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-kultur","12":"tag-music","13":"tag-musik","14":"tag-musikvideo","15":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115468280329277609","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/540069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=540069"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/540069\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/540070"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=540069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=540069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=540069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}