{"id":540583,"date":"2025-10-31T15:17:18","date_gmt":"2025-10-31T15:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540583\/"},"modified":"2025-10-31T15:17:18","modified_gmt":"2025-10-31T15:17:18","slug":"kabel-klingeln-kurbeln-wie-dresdner-ehrenamtliche-das-fernmeldemuseum-am-laufen-halten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540583\/","title":{"rendered":"Kabel, Klingeln, Kurbeln &#8211; Wie Dresdner Ehrenamtliche das Fernmeldemuseum am Laufen halten"},"content":{"rendered":"<p>Mehr Platz, neue Heimat<\/p>\n<p class=\"text\">\nNoch vor Kurzem stand die Zukunft des Museums auf der Kippe. Der fr\u00fchere Standort an der Hertha-Lindner-Stra\u00dfe musste aufgegeben werden, ausgerechnet kurz vor dem 25-j\u00e4hrigen Vereinsjubil\u00e4um. &#8222;Wegen der Eigentumsverh\u00e4ltnisse im Geb\u00e4ude wurde uns damals gek\u00fcndigt&#8220;, erinnert sich Klinke. &#8222;Wir mussten auf die Suche nach neuen R\u00e4umen gehen und das war gar nicht so einfach.&#8220; Lange h\u00e4tten die Vereinsmitglieder nach einem geeigneten Ort gesucht, der gro\u00df genug ist, um die umfangreiche Sammlung unterzubringen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcndig wurden sie schlie\u00dflich im ehemaligen Telekom-Technikgeb\u00e4ude am Postplatz. Dort, wo fr\u00fcher digitale Vermittlungstechnik arbeitete, stehen heute Telefone, Kabelschr\u00e4nke und Schaltanlagen aus mehr als 100 Jahren Fernmeldegeschichte. &#8222;Durch den Umzug haben wir ein Dreiviertel mehr an Platz gewonnen&#8220;, sagt Klinke stolz. &#8222;Jetzt k\u00f6nnen wir Exponate zeigen, die vorher im Lager standen. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck gestalten wir die R\u00e4ume weiter.&#8220;\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Wir gestalten das Museum St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck weiter.<\/p>\n<p>Andreas Klinke<br \/>\nSprecher Fernmeldemuseum<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Von der Handvermittlung zur Selbstwahl<\/p>\n<p class=\"text\">\nWer die Ausstellung besucht, kann eine Zeitreise durch die Geschichte des Telefonierens machen. Vom ersten Kurbeltelefon \u00fcber die Handvermittlung bis zur automatischen W\u00e4hlscheibe steht alles in Glasvitrinen und Regalen. Besonders faszinierend: Die Besucher d\u00fcrfen vieles selbst ausprobieren. &#8222;Etwas, was wir besonders gern Sch\u00fclern zeigen, ist die Entwicklung vom Handbetrieb zur Selbstwahl&#8220;, erkl\u00e4rt Vereinsmitglied J\u00f6rg M\u00fcller.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEr erz\u00e4hlt die Geschichte vom amerikanischen Bestattungsunternehmer Almon Strowger, der 1892 die Selbstwahl erfand. Weil er sich von einer Telefonistin benachteiligt f\u00fchlte. &#8222;Damals mussten die Leute ihre Nummer noch mit Tasten w\u00e4hlen. Erst 1896 kam die W\u00e4hlscheibe und das hat alles ver\u00e4ndert.&#8220; M\u00fcller lacht, wenn er Besucher am alten W\u00e4hler scheitern sieht. &#8222;Probieren Sie mal, eine Sieben zu w\u00e4hlen, das ist gar nicht so einfach.&#8220;\n<\/p>\n<p>Lebendige Technik<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Museum wird nicht nur gezeigt, sondern auch gearbeitet. Dienstags und donnerstags treffen sich die Mitglieder, um Ger\u00e4te zu warten, zu reparieren und instand zu halten. Viele von ihnen haben jahrzehntelang im Fernmeldebereich gearbeitet und bringen ihr Wissen mit ein. &#8222;Die Kollegen, die das alles aufgebaut haben, werden \u00e4lter. Einige k\u00f6nnen mit der Brille kaum noch richtig sehen, aber sie machen weiter&#8220;, sagt Klinke. &#8222;Ohne sie g\u00e4be es das Museum nicht.&#8220;\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ohne die \u00e4lteren Kollegen g\u00e4be es das Museum nicht.<\/p>\n<p>Andreas Klinke<br \/>\nSprecher Fernmeldemuseum<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nUmso wichtiger sei Nachwuchs. &#8222;Wir suchen immer junge Leute, die Lust auf Technik und Geschichte haben. Man kann einfach vorbeikommen, einen Schnuppertag machen und sehen, ob es passt.&#8220;\n<\/p>\n<p>Erinnerungen, die klingeln<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcr Klinke ist das Fernmeldemuseum mehr als ein Hobby. &#8222;Ich war zu DDR-Zeiten Nebenstellenpfleger f\u00fcr Telefonanlagen&#8220;, erz\u00e4hlt er. &#8222;Eine dieser alten Anlagen habe ich damals selbst betreut. Sie h\u00e4ngt heute hier im Museum &#8211; funktionst\u00fcchtig.&#8220; Dass er im Ruhestand weiter zwischen Kabeln und Klingeln arbeitet, ist f\u00fcr ihn selbstverst\u00e4ndlich. &#8222;Man sagt mir, ich h\u00e4tte Telefonblut in den Adern. Da kann man nicht einfach aufh\u00f6ren.&#8220;\n<\/p>\n<p>\nBesuch im Fernmeldemuseum<br \/>\nDas Fernmeldemuseum Dresden am Postplatz auf der Annenstra\u00dfe ist an jedem ersten Sonnabend im Monat von 10 bis 15 Uhr ge\u00f6ffnet. Wer sich vorab anmelden m\u00f6chte, kann \u00fcber die Website www.fernmeldemuseum-dresden.de einen Termin buchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mehr Platz, neue Heimat Noch vor Kurzem stand die Zukunft des Museums auf der Kippe. 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