{"id":540619,"date":"2025-10-31T15:37:18","date_gmt":"2025-10-31T15:37:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540619\/"},"modified":"2025-10-31T15:37:18","modified_gmt":"2025-10-31T15:37:18","slug":"immer-wieder-diese-leitkultur-debatten-wem-nuetzt-das-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/540619\/","title":{"rendered":"&#8222;Immer wieder diese Leitkultur-Debatten, wem n\u00fctzt das?&#8220; &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eEs gibt kaum einen krasseren Tag als heute, um die Notwendigkeit von Initiativen wie der Ihren zu beweisen\u201c, sagt Christian Ude an den Gastgeber Vural \u00dcnl\u00fc gewandt. Das sitzt. Der Alt-Oberb\u00fcrgermeister der Stadt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> kann noch immer Dinge zuspitzen. Er wird gleich weiter ausholen. Denn es geht um <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Integration\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Integration<\/a>, ein Thema, das seit Friedrich Merz\u2019 Stadtbild-\u00c4u\u00dferung wieder die Gem\u00fcter erhitzt. Dabei sitzen an diesem Abend im t\u00fcrkischen Restaurant Pageou im Herzen von M\u00fcnchen Menschen, die Vorbild sind, wie Integration gelingt. Und die sich seit Jahren darum bem\u00fchen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Drei von ihnen zeichnet die liberale T\u00fcrkische Gemeinde Bayerns (TBG), deren Vorsitzender \u00dcnl\u00fc ist, f\u00fcr ihre Verdienste aus: Cumali Naz, langj\u00e4hriger SPD-Stadtrat in M\u00fcnchen, Cemal Bozo\u011flu, Landtagsabgeordneter von B\u00fcndnis 90\/Gr\u00fcne, und H\u00fclya D\u00fcber, die seit der j\u00fcngsten Wahl f\u00fcr die CSU im Bundestag sitzt. \u201eDie Stadtbild-Diskussion hat f\u00fcr viel Verunsicherung gesorgt\u201c, sagt \u00dcnl\u00fc, \u201edenn in den Communitys fragen sich jetzt alle: Sind wir auch gemeint?\u201c Der promovierte \u00d6konom und Medienunternehmer hat auch schon Barbara Stamm oder Horst Seehofer f\u00fcr ihre Verdienste um sozialen Zusammenhalt ausgezeichnet. Diesmal sind drei <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/T%C3%BCrkei\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcrkei<\/a>-st\u00e4mmige Politiker dran.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/9818ebfa-3664-406e-aab7-9c993b503240.jpg\"   alt=\"Christian Ude mit Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Integrationsbeir\u00e4te. Pluralismus, sagt sie, habe dort seine Grenze, wo \u201erassistische Bilder entworfen werden und Migration als solche verteufelt wird\u201c.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Christian Ude mit Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Integrationsbeir\u00e4te. Pluralismus, sagt sie, habe dort seine Grenze, wo \u201erassistische Bilder entworfen werden und Migration als solche verteufelt wird\u201c. (Foto: Johannes Simon)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Christian Ude (SPD) und der ehemalige Ministerpr\u00e4sident G\u00fcnther Beckstein (CSU) sind die gemeinsamen Laudatoren. Beide kennen die T\u00fcrkei gut, beide haben t\u00fcrkische Freunde, und Beckstein, so \u00dcnl\u00fc, sei der erste Ministerpr\u00e4sident gewesen, \u201eder auch f\u00fcr Migranten zu einem Landesvater wurde\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ude ist aber an diesem Abend nicht zum Feiern zumute. Denn am Tag zuvor hat die FDP-nahe Thomas-Dehler-Stiftung den Penzberger Imam Benjamin Idriz gew\u00fcrdigt \u2013 gegen massiven Protest von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und Teilen der FDP. \u201eEs ist absolut unbegreiflich, dass dieser Imam, der sich seit Jahrzehnten f\u00fcr Verst\u00e4ndigung zwischen den Religionen engagiert, angefeindet wird.\u201c Ude kennt Idriz lange, engagiert sich selbst im Kuratorium des Forums f\u00fcr Islam. Da sei eine \u201eMedienmaschine\u201c angeworfen worden, die weiter zur Spaltung statt Vers\u00f6hnung beitrage. \u201eUnfassbar\u201c, sagt der Alt-OB, \u201ekrass.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-thomas-dehler-preis-2025-benjamin-idriz-li.3310956\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;er_ist_kein_antisemit&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;leben_und_gesellschaft_in_muenchen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3310956&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;muenchen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemuenchenmuenchen-thomas-dehler-preis-2025-benjamin-idriz-li3310956\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/a7d43b0b-7b8b-41e8-babf-a07efd96753a.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Verleihung des Thomas-Dehler-Preises an Imam Benjamin Idriz<\/p>\n<p>:\u201eEr ist kein Antisemit\u201c<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">\u201eJudenhass ist f\u00fcr Muslime ein absolutes No-Go\u201c, sagt Benjamin Idriz. Am Mittwochabend wurde der Penzberger Imam in M\u00fcnchen als \u201eBr\u00fcckenbauer\u201c f\u00fcr interreligi\u00f6sen Dialog mit dem Thomas-Dehler-Preis ausgezeichnet. Vorausgegangen war massive Kritik.<\/p>\n<p>SZ PlusVon Andrea Schlaier<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es erfordere noch immer Courage, sich f\u00fcr die Rechte von Minderheiten einzusetzen, f\u00e4hrt der Laudator fort. Cumali Naz sei dies als langj\u00e4hrigem Vorsitzenden des Migrationsbeirats und Stadtrat \u00fcberzeugend gelungen. Er habe auch immer unter t\u00fcrkischen Zuwanderern f\u00fcr Demokratie geworben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDas war nicht immer einfach\u201c, gibt der Preistr\u00e4ger zu, gerade im Verh\u00e4ltnis zu den religi\u00f6s orientierten Vereinen. Er selbst sei nach dem Milit\u00e4rputsch 1980 in der T\u00fcrkei als Student nach M\u00fcnchen gekommen, sein Vater war hier schon Gastarbeiter. Dann gab es die t\u00f6dlichen Brandanschl\u00e4ge auf zwei t\u00fcrkische Familien in M\u00f6lln. \u201eIch vergesse nie den 6. September 1992, als ich mit Hunderttausenden M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchnern in der Lichterkette gegen Ausl\u00e4nderfeindlichkeit stand.\u201c Danach habe er angefangen, sich politisch zu engagieren. In der SPD habe er gelernt, wie der Rechtsstaat funktioniere. Doch bis heute gebe es Barrieren f\u00fcr Menschen wie ihn. \u201eImmer wieder diese Leitkultur-, das Boot- ist-voll-, Stadtbild-Debatten \u2013 wem n\u00fctzt das? Welche Probleme werden dadurch gel\u00f6st?\u201c, fragt er.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/8f393f86-0503-48da-ab58-f13e104ec738.jpg\"   alt=\"Gastgeber Vural \u00dcnl\u00fc mit der Bundestagsabgeordneten H\u00fclya D\u00fcber (CSU).\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Gastgeber Vural \u00dcnl\u00fc mit der Bundestagsabgeordneten H\u00fclya D\u00fcber (CSU). (Foto: Johannes Simon)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch G\u00fcnther Beckstein sagt, es gebe offensichtliche Probleme in deutschen St\u00e4dten, aber der Begriff Stadtbild sei \u201ev\u00f6llig falsch\u201c. Denn wer sei damit gemeint? Es gehe vielmehr darum, \u201esaubere Pl\u00e4tze zu schaffen, an denen sich Menschen, egal welcher Herkunft, wohlf\u00fchlen\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In seiner Laudatio richtet sich der einstige Landesvater dann zuerst an H\u00fclya D\u00fcber. Es sei gro\u00dfartig, dass eine Frau mit t\u00fcrkischen Wurzeln f\u00fcr die CSU im Bundestag sitze. Bei der SPD und den Gr\u00fcnen erwarte man das, es sei sch\u00f6n, dass es das jetzt auch in seiner Partei gebe. D\u00fcber verdiene gr\u00f6\u00dften Respekt, dass sie sich \u201ein den politischen Kampf wirft, wo man ja nicht nur gelobt wird\u201c. Alle drei Preistr\u00e4ger k\u00f6nnten ein Vorbild f\u00fcr t\u00fcrkische Mitb\u00fcrger sein. Dass sie dazu noch Schwaben, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Oberbayern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oberbayern<\/a> und Franken vertreten, h\u00f6rt man nicht nur am Zungenschlag, sondern auch in der Identifikation mit ihrem jeweiligen Wohnort.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eIch bin stolz darauf, eine Frau mit t\u00fcrkischen Wurzeln zu sein und in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bayern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bayern<\/a> meine Heimat gefunden zu haben\u201c, sagt H\u00fclya D\u00fcber. Die promovierte Juristin und Mutter von zwei Kindern hat ihren deutschen Mann mitgebracht. Als Frau mit Migrationsbiografie, noch dazu aus einem muslimischen Kulturkreis, begegneten ihr noch immer viele Vorurteile. Aber so selbstbewusst wie sie auftritt, verwundert es nicht, dass sie sich bei der Kandidatur in ihrem W\u00fcrzburger Stimmkreis gegen einen deutschen Mann durchsetzte. Sie habe dabei auch in der l\u00e4ndlichen Region viel Wertsch\u00e4tzung erfahren, sagt sie, was g\u00e4ngige Vorurteile gegen\u00fcber der Landbev\u00f6lkerung widerlege. Sie w\u00fcnscht sich mehr Frauen in der Politik \u2013 und mehr Zusammenhalt unter den demokratischen Parteien. \u201eIm Hinblick auf die Bundestagswahl 2029 m\u00fcssen wir verbal abr\u00fcsten und viel mehr Austausch pflegen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie seine beiden Co-Preistr\u00e4ger ist auch Cemal Bozo\u011flu ein Kind von Gastarbeitern. Mit 17 Jahren kam er nach Augsburg, seine Eltern arbeiteten schon dort. Er begann bei Siemens, kam \u00fcber die Gewerkschaftsarbeit zur Politik. Auch er erz\u00e4hlt, dass er in der Welle rassistischer Gewalttaten in den 1990er-Jahren sich gefragt habe, ob Deutschland noch seine Heimat sei. Gerade deshalb fing er an, sich zu engagieren, geh\u00f6rte zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern der Gr\u00fcnen in Augsburg. Seit 2018 vertritt er die Partei im Bayerischen Landtag. \u201eIch will, dass meine Kinder eine friedliche Zukunft haben.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Innenminister Joachim Herrmann, der ein Gru\u00dfwort schickte, betone oft, der deutsche Pass sei die Vollendung der Integration, sagt Vural \u00dcnl\u00fc. \u201eAber eigentlich f\u00e4ngt es da doch an: Denn erst, wenn man B\u00fcrgerrechte hat und w\u00e4hlen darf, kann man sich wirklich an der Demokratie in diesem Land beteiligen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eEs gibt kaum einen krasseren Tag als heute, um die Notwendigkeit von Initiativen wie der Ihren zu beweisen\u201c,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":540620,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[147,772,29,8058,30,3659,3311,8059,1268,2339,149,3967,143],"class_list":{"0":"post-540619","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-ausland","9":"tag-bayern","10":"tag-deutschland","11":"tag-flucht-und-migration","12":"tag-germany","13":"tag-integration","14":"tag-leben-und-gesellschaft-in-muenchen","15":"tag-migrations-und-asylpolitik","16":"tag-muenchen","17":"tag-oberbayern","18":"tag-sueddeutsche-zeitung","19":"tag-sz-leute","20":"tag-tuerkei"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115469526850649777","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/540619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=540619"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/540619\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/540620"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=540619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=540619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=540619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}