{"id":541040,"date":"2025-10-31T19:38:16","date_gmt":"2025-10-31T19:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/541040\/"},"modified":"2025-10-31T19:38:16","modified_gmt":"2025-10-31T19:38:16","slug":"mit-hologrammen-die-erinnerung-an-den-holocaust-lebendig-halten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/541040\/","title":{"rendered":"Mit Hologrammen die Erinnerung an den Holocaust lebendig halten"},"content":{"rendered":"<p>Die Idee f\u00fcr das Projekt stammt von einer USA-Reise der Wissenschaftsministerin Ina Brandes im vergangenen Jahr, als sie und TU-Rektor Prof. Manfred Bayer beim Besuch des Illinois Holocaust Museum in Chicago erlebten, wie beeindruckend die Begegnung mit Holocaust-\u00dcberlebenden mittels eines Hologramms sein kann. Daraus erwuchs die Idee der Ministerin, dass Nordrhein-Westfalen auch einen solchen Erinnerungs- und Lernort braucht \u2013 ein Plan, der bei allen Beteiligten sofort auf uneingeschr\u00e4nkte Zustimmung stie\u00df. Denn der Holocaust und das damit verbundene Leid der J\u00fcdinnen und Juden pr\u00e4gt die deutsche Geschichte auch 80 Jahre nach dem Ende der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Die Erinnerung an die Gr\u00e4uel, verbunden mit der Mahnung, die Stimme gegen Antisemitismus und Rassismus zu erheben, geh\u00f6rt zu den bleibenden Aufgaben deutscher Erinnerungskultur. \u201eHOLO-VOICES l\u00e4sst die \u00dcberlebenden des Holocaust zu Wort kommen. Wir brauchen ihre authentischen Schilderungen, um eine Ahnung davon zu bekommen, welches Leid sie erfahren mussten \u2013 und welche Schuld die Mitl\u00e4ufer und Schweiger auf sich geladen haben\u201c, sagt Ina Brandes. Da die Erz\u00e4hlungen und Erfahrungen der Zeutzeug*innen den Terror des Nationalsozialismus greifbar machen, sind pers\u00f6nliche Begegnungen und Gespr\u00e4che mit ihnen von unsch\u00e4tzbarem Wert. Da nur noch wenige von ihnen leben, ist es Ziel von HOLO-VOICES, die verbleibende Zeit zu nutzen, um ihre Geschichten f\u00fcr die nachfolgenden Generationen zu bewahren und erlebbar zu machen.<\/p>\n<p><strong>Technische und journalistische Projektleitung der TU Dortmund<\/strong><\/p>\n<p>Durch moderne Technik werden die originalen Videoaufnahmen von Zeitzeug*innen so geschickt projiziert, dass die Qualit\u00e4t der Darstellung einem Hologramm gleichkommt. K\u00fcnstliche Intelligenz wird es Besucher*innen erm\u00f6glichen, in Interaktion mit den Holocaust-\u00dcberlebenden zu treten und ihnen Fragen zu stellen. Die KI ermittelt daf\u00fcr die passende Original-Antwort, die die Zeitzeug*innen zuvor im Interview gegeben haben. Am Institut f\u00fcr Journalistik wurde von Dr. Susanne Wegner und Prof. Wiebke M\u00f6hring gemeinsam mit der Studentin Fabia Lulis und dem Verein ZWEITZEUGEN e. V. ein umfangreicher Fragenkatalog erstellt, um gemeinsam mit Mediengestalter*innen der TU Dortmund weitere Interviews mit Holocaust-\u00dcberlebenden zu f\u00fchren. Die Datenverarbeitung koordiniert ein Team um Prof. Mario Botsch von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Informatik. \u201eAls ein f\u00fchrender Standort der KI-Forschung bringen wir mit gro\u00dfem Engagement unsere Expertise ein, um jungen Menschen einen Dialog mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust dauerhaft zu erm\u00f6glichen. HOLO-VOICES ist f\u00fcr uns zu einem interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojekt geworden. Gemeinsam erarbeiten Expertinnen und Experten aus Journalismus und KI zusammen mit Historikerinnen und Historikern einen wertvollen Beitrag gegen Antisemitismus und Rassismus\u201c, sagt TU-Rektor Prof. Manfred Bayer.<\/p>\n<p>Ein erstes Interview ist bereits an der TU Dortmund gef\u00fchrt worden, und zwar mit Eva Weyl. Sie wurde 1942 nach Westerbork verschleppt, das als \u201ePortal zur H\u00f6lle\u201c bekannt war, da es als Durchgangslager zu Vernichtungslagern wie Auschwitz-Birkenau diente. 1945 wurde sie von kanadischen Soldaten befreit. \u201eDie moderne Technik mit KI ist fantastisch. So kann ich mithelfen, dass die Geschichte bewahrt bleibt. Besonders den jungen Menschen m\u00f6chte ich sagen: Ihr m\u00fcsst die Vergangenheit kennen, um zu helfen, dass der Frieden bewahrt bleibt. Helft mit gegen Intoleranz, gegen Respektlosigkeit und gegen Entw\u00fcrdigung\u201c, sagt die Zeitzeugin. Auch zwei Interviews, die das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek bereits vor einigen Jahren gef\u00fchrt hat, werden nun f\u00fcr die Hologramm-Technik genutzt.<\/p>\n<p><strong>Durch Stiftungen gef\u00f6rdert<\/strong><\/p>\n<p>Es ist gelungen, gleich mehrere F\u00f6rderer f\u00fcr das europaweit einzigartige Projekt zu gewinnen: Die RAG-Stiftung, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und die Brost-Stiftung tragen rund 35 Prozent der Gesamtkosten von rund 3,2 Millionen Euro. Die restliche Finanzierung liegt beim Ministerium f\u00fcr Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.<\/p>\n<p><strong>Ausstellungen sind ab Januar 2026 auf Zollverein zu sehen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eHOLO-VOICES \u2013 begegnen \u2022 fragen \u2022 weitersagen\u201c wird am 27. Januar 2026, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, von Ministerpr\u00e4sident Hendrik W\u00fcst auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein er\u00f6ffnet. Zu Beginn der Ausstellung werden die Hologramme von Inge Auerbacher und Kurt Salomon Maier des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek gezeigt, begleitet von der Ausstellung \u201eFrag nach!\u201c. Au\u00dferdem wird es eine vom Verein ZWEITZEUGEN kuratierte Ausstellung \u201eUnter Tage \u2013 Unter Zwang\u201c zur Zwangsarbeit im Steinkohlenbergbau geben, die in Kooperation mit dem Ruhr Museum entsteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Idee f\u00fcr das Projekt stammt von einer USA-Reise der Wissenschaftsministerin Ina Brandes im vergangenen Jahr, als sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":541041,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1833],"tags":[4249,712,2076,3364,29,1081,217,15738,597,30,2989,132358,9681,7277,43935,26892,132360,1256,33927,1209,132359,20239,14737,6647],"class_list":{"0":"post-541040","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dortmund","8":"tag-rassismus","9":"tag-antisemitismus","10":"tag-ausstellung","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-digitalisierung","14":"tag-dortmund","15":"tag-erinnerungskultur","16":"tag-forschung","17":"tag-germany","18":"tag-geschichte","19":"tag-holo-voices","20":"tag-holocaust","21":"tag-hologramm","22":"tag-ina-brandes","23":"tag-informatik","24":"tag-journalistik","25":"tag-kuenstliche-intelligenz","26":"tag-mkw","27":"tag-nordrhein-westfalen","28":"tag-nrw-wissenschaft","29":"tag-tu-dortmund","30":"tag-zeitzeugen","31":"tag-zollverein"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115470473904197318","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/541040","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=541040"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/541040\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/541041"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=541040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=541040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=541040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}