{"id":541103,"date":"2025-10-31T20:14:15","date_gmt":"2025-10-31T20:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/541103\/"},"modified":"2025-10-31T20:14:15","modified_gmt":"2025-10-31T20:14:15","slug":"interne-kurse-enthuellt-so-sollen-reporter-von-ard-und-zdf-ueber-migration-reden-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/541103\/","title":{"rendered":"Interne Kurse enth\u00fcllt: So sollen Reporter von ARD und ZDF \u00fcber Migration reden | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Mainz \u2013 <b>So lernen ARD- und ZDF-Reporter, wie sie \u00fcber Migration reden sollen! BILD liegen Schulungsunterlagen des gemeinsamen Fortbildungsportals von ARD und ZDF vor. Sie stammen vom \u201eMediendienst Integration\u201c, einer Nichtregierungsorganisation (NGO) \u2013 und sie zeigen: \u00d6ffentlich-rechtliche Journalisten werden dort in politisch korrektem Sprechen und Schreiben trainiert \u2013 finanziert durch Steuergeld.<\/b><\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>In einer internen ZDF-Mail, die BILD ebenfalls vorliegt, bietet der Sender seinen Mitarbeitern zw\u00f6lf freiwillige Online-Kurse der NGO an. Dort wird erkl\u00e4rt, wie Reporter \u00fcber Themen wie Flucht, Migration und Asyl sprechen sollten \u2013 und welche Begriffe sie besser vermeiden.<\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e So hei\u00dft es in einem Kurs etwa, dass Alternativen f\u00fcr das Wort \u201eFl\u00fcchtling\u201c verwendet werden sollten. Etwa das Wort \u201eGefl\u00fcchteter\u201c. Die Endung \u201e-ling\u201c wirke \u201everkleinernd\u201c. <\/p>\n<p>Fakt ist: \u201eFl\u00fcchtling\u201c ist ein stehender Begriff, der unter anderem in der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention definiert ist.<\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Der Mediendienst empfiehlt zudem, das Wort \u201eMigrationshintergrund\u201c nur dann zu verwenden, wenn damit Statistiken beschrieben werden. Geht es darum, Personen mit Migrationshintergrund zu benennen, solle die Alternative \u201eEingewanderte und ihre Nachkommen\u201c verwendet werden.<\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Zum Wort \u201eFl\u00fcchtlingswelle\u201c hei\u00dft es, der Begriff suggeriere, \u201edass die Politik einer Bedrohung machtlos gegen\u00fcbersteht und weist damit den Schutzsuchenden selbst die Verantwortung zu\u201c.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e In einem Schulungsvideo zum Thema \u201eHerkunft in der Polizeilichen Kriminalstatistik\u201c wird gesagt, dass zu den ausl\u00e4ndischen Tatverd\u00e4chtigen auch \u201eeine ganze Menge von Verd\u00e4chtigen, die gar nicht in Deutschland leben\u201c z\u00e4hle. Die Kriminalit\u00e4tsh\u00e4ufigkeit bei in Deutschland lebenden Ausl\u00e4ndern werde \u201e\u00fcbersch\u00e4tzt\u201c, wenn auch Straftaten von \u201eTouristen\u201c ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Der Polizei liegen nach BILD-Informationen keine Erkenntnisse dazu vor, dass Touristen die Kriminalit\u00e4tsstatistik verzerren w\u00fcrden. <\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Und bei der Nennung von Herkunft beziehungsweise Nationalit\u00e4t von Straft\u00e4tern wird in den Schulungen eine klare Linie vertreten: Nur wenn die Herkunft inhaltlich von Bedeutung sei (etwa bei Terror), solle sie auch erw\u00e4hnt werden.<\/p>\n<p>\u00dcber die Nennung von Nationalit\u00e4t und Herkunft wird in Redaktionen immer wieder diskutiert. Eine einheitliche Regel gibt es nicht. Je nach Redaktion unterscheiden sich die Kriterien. BILD nennt die Nationalit\u00e4t, weil sie genau wie Alter, Geschlecht oder Beruf zu einer Person geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Dass Redaktionen ihre Mitarbeiter schulen, ist nicht un\u00fcblich. Auch bei BILD gibt es Seminare f\u00fcr Reporter und Redakteure, in denen unter anderem auch \u00fcber Formulierungen gesprochen wird. <\/p>\n<p><b>Allerdings sehen Kritiker bei den Angeboten des Mediendienstes Integration die Gefahr der politischen Einflussnahme auf die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Laut Website f\u00f6rdert neben anderen die linke Amadeu-Antonio-Stiftung den Mediendienst. Geleitet wurde der Mediendienst bis 2016 von der heutigen Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Ferda Ataman\u00a0(45, wurde 2022 von der Ampel-Koalition ins Amt gew\u00e4hlt). Ataman engagierte sich auch beim Verein \u201eNeue deutsche Medienmacher*innen\u201c.<\/b><\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Die Aktivisten des Vereins riefen zuletzt dazu auf, sich bei der ARD \u00fcber die konservative Sendung \u201eKlar\u201c von Journalistin Julia Ruhs\u00a0(31) zu beschweren. In einem Seminar, das ARD und ZDF ihren Mitarbeitern anbieten, erkl\u00e4rt die ehemalige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Vereins, die Journalistin Konstantina Vassiliou-Enz\u00a0(57), was am Begriff \u201eAusl\u00e4nder\u201c falsch sei.<\/p>\n<p>Experte sicher: ARD und ZDF handeln verfassungswidrig<\/p>\n<p><b>Finanziert wird der Mediendienst neben privaten Mitteln von Stiftungen auch aus Steuergeld.<\/b><\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Insgesamt flossen rund 3 Mio. Euro von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung. Dazu kommen 280.642 Euro vom Bundesinnenministerium. Und 909.972 Euro aus dem EU-Migrationsfonds (AMIF). Das teilten Sprecher der zust\u00e4ndigen Ministerien auf BILD-Anfrage mit.<\/p>\n<p><b>Hei\u00dft: Die Macher der Seminare, mit denen Journalisten der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender weitergebildet werden, bekommen Steuergeld. Der Verfassungsrechtler Volker Boehme-Ne\u00dfler (63, Uni Oldenburg) sagt zu BILD: \u201eIndirekt finanziert der Staat die Weiterbildung der Journalisten. Das verst\u00f6\u00dft gegen das Gebot der Staatsferne und damit gegen die Verfassung und den Medienstaatsvertrag.\u201c<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"\u201eDer Staat darf keinen Einfluss auf den journalistischen Inhalt nehmen\u201c, sagt Verfassungsexperte Volker Boehme-Ne\u00dfler\u00a0(63)\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/123d2d894689741f6e9ef14e1e521708,41910aa2\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">\u201eDer Staat darf keinen Einfluss auf den journalistischen Inhalt nehmen\u201c, sagt Verfassungsexperte Volker Boehme-Ne\u00dfler\u00a0(63)<\/p>\n<p>Foto:  Universit\u00e4t Oldenburg<\/p>\n<p>Hintergrund: Die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender sollen unabh\u00e4ngig vom Staat sein (Gebot der Staatsferne). Sie werden daher im Wesentlichen \u00fcber den von einer unabh\u00e4ngigen Kommission (KEF) festgesetzten Rundfunkbeitrag (fr\u00fcher GEZ, f\u00fcr jeden Haushalt 18,36 Euro\/Monat) finanziert.<\/p>\n<p><b>\u201eDer Staat darf keinen Einfluss auf den journalistischen Inhalt nehmen. Genauso verboten ist die subtile, indirekte Einflussnahme \u00fcber die Finanzierung. Das ist hier das Problem\u201c, erkl\u00e4rt Boehme-Ne\u00dfler weiter.<\/b><\/p>\n<p><b>Anja St\u00fcrzl\u00a0(38), deren \u201eInitiative Transparente Demokratie\u201c zuerst \u00fcber die Reporterkurse von ARD und ZDF berichtete, zu BILD: <\/b>\u201eDie Bundesregierung f\u00f6rdert mit dem Mediendienst Integration eine NGO, die mit Unterst\u00fctzung linker Journalisten und Aktivisten politisch tendenzi\u00f6se und thematisch einseitige Inhalte und Schulungen produziert. ARD und ZDF schulen mit diesen Kursen ihre Journalistinnen und Journalisten. Es braucht also keinen Anruf aus einem Ministerium oder einer Beh\u00f6rde mehr, um Wirkung zu erzielen. Der Einfluss entsteht fr\u00fcher: \u00fcber die Auswahl der Themen, die empfohlenen W\u00f6rter, die Tonlage.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Anja St\u00fcrzl\u00a0(38) ist Vorstandsvorsitzende der Initiative Transparente Demokratie (ITD)\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/7e9056b768a8da77e113ec2a1c0d9443,48fc173a\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Anja St\u00fcrzl\u00a0(38) ist Vorstandsvorsitzende der Initiative Transparente Demokratie (ITD)<\/p>\n<p>Foto: Ruben Amon\/Initiative Transparente Demokratie<\/p>\n<p>Die ARD teilte auf BILD-Anfrage mit: \u201eDie ARD legt gro\u00dfen Wert auf die Einhaltung aller gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Vorgaben. Im angesprochenen Sachverhalt sehen wir diese Vorgaben in keiner Weise beeintr\u00e4chtigt.\u201c Das ZDF lie\u00df eine BILD-Anfrage auch mehrere Stunden nach der gesetzten Frist unbeantwortet. Auf Telefonanrufe reagierte die Pressestelle des Senders nicht.<\/p>\n<p><b>Zu den Personen<\/b><\/p>\n<p><b>Volker Boehme-Ne\u00dfler <\/b>(63) ist Professor f\u00fcr \u00d6ffentliches Recht an der Uni Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u. a. in den Bereichen Verfassungsrecht, Digitalisierung, Demokratie und Medienordnung.<\/p>\n<p><b>Anja St\u00fcrzl<\/b> (38) ist promovierte Juristin und Vorstandsvorsitzende der Initiative Transparente Demokratie (ITD). Die ITD setzt sich nach eigenen Angaben f\u00fcr Transparenz bei der Finanzierung von Lobbygruppen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Mainz \u2013 So lernen ARD- und ZDF-Reporter, wie sie \u00fcber Migration reden sollen! 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