{"id":541942,"date":"2025-11-01T04:29:19","date_gmt":"2025-11-01T04:29:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/541942\/"},"modified":"2025-11-01T04:29:19","modified_gmt":"2025-11-01T04:29:19","slug":"was-bei-riskanter-geldanlage-zu-bedenken-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/541942\/","title":{"rendered":"Was bei riskanter Geldanlage zu bedenken ist"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/us-boerse-102.jpg\" alt=\"Ein Makler an der New Yorker B\u00f6rse schaut auf seine Bildschirme.\" title=\"Ein Makler an der New Yorker B\u00f6rse schaut auf seine Bildschirme. | AP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 31.10.2025 18:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Immer mehr Menschen in Deutschland handeln mit Derivaten. Dabei reichen oft nur ein paar Euro, um gro\u00dfe Mengen zu bewegen und enorme Gewinne oder Verluste zu verzeichnen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/lilli-hiltscher-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Lilli Hiltscher\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/lilli-hiltscher-104.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Handel mit riskanten Finanzprodukten wie Optionen, Hebelzertifikaten und CFDs nimmt zu &#8211; bundesweit investiert laut Zahlen der Aufsichtsbeh\u00f6rde BaFin mittlerweile etwa jeder f\u00fcnfte Anleger in spekulative Wertpapiere. W\u00e4hrend klassische Anlagen wie ETFs und Anleihen j\u00e4hrlich vergleichsweise stabile Renditen erzielen und als relativ risikoarm gelten, lockt die Aussicht auf schnelle, hohe Gewinne viele Anleger in die Welt der Derivate.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Wort Derivate kommt vom lateinischen &#8222;derivare&#8220; und bedeutet &#8222;ableiten&#8220;. Ein Derivat ist ein Termingesch\u00e4ft, das sich auf einen bestimmten Basiswert bezieht. Der Kurs eines Derivats h\u00e4ngt immer direkt von diesem Basiswert ab. Solche Basiswerte k\u00f6nnen ganz verschieden sein: Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle oder seit einiger Zeit sogar Kryptow\u00e4hrungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Derivate &#8211; in der Regel sind es Zertifikate oder Optionsscheine &#8211; sind eine eigene Produktklasse. Sie sind quasi eine Vereinbarung \u00fcber den Wert eines bestimmten Wertpapieres. &#8222;Solche Produkte sind eher f\u00fcr Investoren, die die Absicht haben, mit wenig Einsatz auf einem kurzen Zeithorizont m\u00f6glichst viel und m\u00f6glichst schnell Geld zu verdienen&#8220;, erkl\u00e4rt Professor Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance and Management im ARD-Finanzformat 50k auf YouTube.<\/p>\n<p>    Wetten auf die Zukunft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es gibt unterschiedliche Einzelprodukte, die zur Klasse der Derivate geh\u00f6ren. Das sind zum Beispiel Optionen. Die funktionieren so, dass der Investor mit seinem Broker einen Vertrag \u00fcber den Preis einer bestimmten Aktie &#8211; das ist der Basiswert &#8211; in der Zukunft abschlie\u00dft. Dabei vereinbart man entweder eine Kaufoption &#8211; Call &#8211; oder eine Verkaufsoption &#8211; Put genannt. Wenn der vereinbarte Zeitpunkt erreicht ist, hat der Investor das Recht, die Option einzul\u00f6sen, muss dies aber nicht tun. F\u00fcr dieses Recht zahlt der Investor die Optionspr\u00e4mie an den Broker.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neben Optionen gibt es au\u00dferdem CFDs, sogenannte &#8222;Contracts for Difference&#8220;. Zu Deutsch sind das Differenzkontrakte. Damit k\u00f6nnen Anleger auf Kursver\u00e4nderungen spekulieren. Man wettet also auf die Zukunft und sagt zum Beispiel steigende Kurse voraus. Steigt der Kurs auch tats\u00e4chlich, schuldet der Broker dem Anleger Geld. F\u00e4llt der Kurs aber stattdessen, schuldet der Anleger dem Broker Geld.<\/p>\n<p>    Hebel vervielfachen die Kursbewegung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon kleine Kursbewegungen k\u00f6nnen hier gro\u00dfe Gewinne oder Verluste ausl\u00f6sen. Grund daf\u00fcr sind die Hebel. Der Hebel ist ein Multiplikator, den der Anleger vorher ausw\u00e4hlt und der den Effekt der Kursbewegung multipliziert und damit die Position um den Faktor vergr\u00f6\u00dfert. Steigt der Wert also beispielsweise um zwei Prozent, ver\u00e4ndert sich die Position eines Anlegers mit Zehner Hebel um 20 Prozent.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Deutschland gibt es f\u00fcr solche Hebel strenge Regeln: F\u00fcr Privatanleger ist maximal ein 30er-Hebel erlaubt. Und seit 2017 gibt es auch keine Nachschusspflicht mehr. Das hei\u00dft: Drohende Verluste m\u00fcssen nicht mehr mit zus\u00e4tzlichem Geld ausgeglichen werden. Die BaFin sagt, das Risiko f\u00fcr Anleger w\u00e4re sonst einfach viel zu hoch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dferdem geh\u00f6ren noch Hebelzertifikate oder Turbo-Zertifikate zu den Derivaten. Diese sind vor allem bei aktiven Tradern beliebt. Dabei setzen Anleger entweder auf steigende Kurse &#8211; das nennt man long &#8211; oder auf fallende Kurse &#8211; das nennt man short. Besonders heikel ist hier die sogenannte Knock-Out-Schwelle: Wird dieser vorher festgelegte Wert erreicht, ist das Zertifikat sofort wertlos.<\/p>\n<p>    Hohes Verlustrisiko<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Derivate geh\u00f6ren zu den riskanten Anlageformen. Deshalb wird h\u00e4ufig von ihnen abgeraten &#8211; gerade f\u00fcr Privatanleger ist das Risiko hoch. Bei den Turbo-Zertifikaten hat die <a href=\"https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Fachartikel\/2025\/Studie_250521_Turbo_Zertifikate.html?cms_expanded=false\" title=\"BaFin-Studie: Vertrieb von Turbo-Zertifikaten an deutsche Kleinanlegerinnen und Kleinanleger\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">BaFin<\/a> festgestellt, dass drei von vier Anlegern Geld verloren haben, im Schnitt 6.358 Euro pro Kopf.\u00a0Und einer von zehn hat sogar mehr als 10.000 Euro verloren. Trotzdem gibt es Kleinanleger hierzulande, die sich f\u00fcr solche Produkte entscheiden. Turbo-Zertifikate und andere Derivate machen laut der BaFin bei Privatanlegern fast 20 Prozent Marktanteil aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wenn man solche riskanten Zertifikate wie Hebelzertifikate betrachtet, sieht man vor allem: Menschen sehen den gro\u00dfen Gewinn, aber nicht die kleine Wahrscheinlichkeit, mit der der Gewinn erreicht werden kann&#8220;, erkl\u00e4rt Experte Stotz. Das Ziel, mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen, sei f\u00fcr viele Menschen wichtig. Um es zu erreichen, lie\u00dfen sie sich aber statt von rationalen Entscheidungen, getroffen etwa anhand kleiner Gewinnwahrscheinlichkeiten, eher von Gef\u00fchlen leiten, so Stotz.<\/p>\n<p>    Emotionen beeinflussen das Anlageverhalten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Emotionen spielen auch bei Aktieninvestments also eine gro\u00dfe Rolle. Die Lust auf Gewinne, die Angst vor Verlusten, die Panik bei roten Zahlen im Depot: Vor allem in Schw\u00e4chephasen handeln einige Privatanleger wild hin und her. Solche Muster, die nichts mit soliden Finanzentscheidungen zu tun haben, sind sogar empirisch belegt. Man unterliegt dabei einem Bias, also einer Art Voreingenommenheit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Recency Bias. Das bedeutet, dass Menschen von Erlebnissen in der j\u00fcngsten Vergangenheit voreingenommen sind. Dazu geh\u00f6rt etwa, dass jahrelang der Glaubenssatz galt: &#8222;Immobilien sind sicher.&#8220; Viele Menschen kauften Immobilien, die Preise stiegen und alle dachten: Mit Immobilien kann man nur gewinnen. Genau das f\u00fchrte aber zu einer Blase, deren Platzen mindestens mitverantwortlich f\u00fcr die Finanzkrise 2008 war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu solchen Mustern, die die Verhaltensweisen gerade bei Entscheidungen rund ums Thema Geldanlage pr\u00e4gen, geh\u00f6rt auch, dass Geld in Kategorien f\u00fcr bestimmte Zwecke eingeteilt wird. Miete, Geburtstagsgeschenke oder Sparplan an der B\u00f6rse &#8211; obwohl ein ausgegebener Euro immer weg ist, hat er je nach Verwendungszweck eine andere Bedeutung. Dazu geh\u00f6rt auch das Festhalten an schlechten Investitionen, die man objektiv l\u00e4ngst h\u00e4tte fallen lassen sollen. Dahinter steckt dann oft der Gedanke: &#8222;Das hat mich doch mal viel Geld gekostet, das verkaufe ich nicht.&#8220;<\/p>\n<p>    Suchtgefahr reduzieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Experte Olaf Stotz betont im 50k-Video aber auch, dass es neben der Gefahr, sich von Gef\u00fchlen leiten zu lassen, auch noch das Risiko gibt, s\u00fcchtig zu werden. Anlageprodukte wie Derivate werden in der Regel nur f\u00fcr einen kurzen Zeitraum gehalten, meist weniger als 24 Stunden. &#8222;Da besteht die Gefahr, dass ich davon abh\u00e4ngig werde, vom Nervenkitzel, den schnellen Euro zu gewinnen&#8220;, so Stotz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Viele Trader zeigen n\u00e4mlich ganz \u00e4hnliche Muster: Sie handeln immer h\u00e4ufiger, machen weiter, obwohl sie schon Verluste erlitten haben und verlieren dadurch irgendwann komplett die Kontrolle. Besonders gef\u00e4hrdet sind dabei jene, die eh schon eher impulsiv sind oder eine Neigung zu Gl\u00fccksspielen haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Damit solche Investments bei Privatpersonen dann nicht zu \u00dcberschuldung f\u00fchren, raten Experten dazu, unbedingt mit Personen aus dem eigenen Umfeld dar\u00fcber zu sprechen. Durch den Austausch mit der Partnerin, dem Partner, den Eltern oder Freunden schafft man eine Art externe Kontrolle und senkt die Gefahr, still und leise in eine Abh\u00e4ngigkeit zu rutschen. Und man sollte auch immer ehrlich mit sich selbst sein und den Moment erkennen, wann Schluss ist. Denn angesichts der hohen Verlustrisiken sollte man wirklich nur Geld in Derivate investieren, auf das man auf jeden Fall verzichten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 31.10.2025 18:51 Uhr Immer mehr Menschen in Deutschland handeln mit Derivaten. 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