{"id":542568,"date":"2025-11-01T10:21:28","date_gmt":"2025-11-01T10:21:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542568\/"},"modified":"2025-11-01T10:21:28","modified_gmt":"2025-11-01T10:21:28","slug":"frankreich-verschaerft-sexualstrafrecht-wann-endlich-auch-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542568\/","title":{"rendered":"Frankreich versch\u00e4rft Sexualstrafrecht: Wann endlich auch in Deutschland?"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich<br \/>\n&#8222;Nur Ja hei\u00dft Ja&#8220; \u2013 Wann endlich auch in Deutschland?!<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/frankreich-ja-heisst-ja.jpg\" alt=\"Ein pinker Aufkleber auf einer grauen Litfa\u00dfs\u00e4ule mit der Aufschrift &quot;Nur Ja Heisst Ja&quot;\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" loading=\"eager\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/14041518\/t\/Vk\/v2\/w2048\/r1.5\/-\/frankreich-ja-heisst-ja.jpg#Torsten%20Sukrow%20%2F%20SULUPRESS.DE%20%2F%20Picture%20Alliance\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>\u00a9 Torsten Sukrow \/ SULUPRESS.DE \/ Picture Alliance<\/p>\n<p>\nFrankreich versch\u00e4rft sein Sexualstrafrecht. K\u00fcnftig gilt dort: &#8222;Nur ja hei\u00dft Ja.&#8220; Unsere Autorin fragt sich: Wann gilt das Prinzip endlich auch bei uns?\n<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\n Was genau z\u00e4hlt als Vergewaltigung? \u2013 Diese Frage zu kl\u00e4ren, d\u00fcrfte in Frankreich k\u00fcnftig einfacher werden. Dank eines neuen Gesetzes gilt dort &#8222;jede nicht einvernehmliche sexuelle Handlung&#8220; als sexueller \u00dcbergriff. Hei\u00dft konkret: Das Schweigen einer Frau wird nicht l\u00e4nger als Zustimmung gewertet. <strong>Sie muss klar &#8222;Ja&#8220; sagen und darf sich ihre Entscheidung w\u00e4hrend des Sexes auch anders \u00fcberlegen. <\/strong>Ein wichtiger, l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lliger Schritt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Anders sieht es in Deutschland aus. Hierzulande gilt nach wie vor das abgeschw\u00e4chte &#8222;Nein hei\u00dft nein.&#8220; Was das bedeutet, m\u00fcssen t\u00e4glich viele Opfer von Vergewaltigungen erfahren. Denn schweigt eine Frau bei einem sexuellen \u00dcbergriff \u2013 sei es <strong>aus Angst vor weiterer Gewalt oder weil sie schlicht nicht in der Lage ist, zu sprechen,<\/strong> wegen Drogen, Medikamenten oder KO-Tropfen, die ihr ein T\u00e4ter zuvor verabreichte \u2013 kann ihr &#8222;Nein&#8220; vor Gericht angezweifelt werden. Dann gilt die Tat unter Umst\u00e4nden nicht als Vergewaltigung.\u00a0<\/p>\n<p>Jede dritte Frau erlebt sexuelle Gewalt  <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Dass wir diese Diskussion \u00fcberhaupt f\u00fchren (immerhin ganze acht Jahre nach #Metoo!) ist f\u00fcr Deutschland ein Armutszeugnis. Mehr noch: Im vergangenen Jahr <strong>blockierte<\/strong> ausgerechnet die Bundesrepublik ein Gesetz, das die &#8222;Nur Ja hei\u00dft Ja&#8220;-Regel zum europaweiten Standard machen sollte.\u00a0<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Was Frankreich nach dem schockierenden Fall von <strong>Gis\u00e8le Pelicot<\/strong> beschlossen hat \u2013 jener Frau, die unter Einfluss von Schlafmitteln von ihrem Ehemann und anderen M\u00e4nnern mehrfach vergewaltigt wurde \u2013 zeigt, dass gesellschaftlicher Druck Ver\u00e4nderungen bewirken kann. Eine Welle der Emp\u00f6rung brachte dort Reformen im Sexualstrafrecht auf den Weg. In Deutschland dagegen scheint das Thema f\u00fcr die Bundesregierung nicht dieselbe Dringlichkeit zu haben \u2013 obwohl auch hier die Lage f\u00fcr viele Betroffene ersch\u00fctternd ist.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr laut <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/DE\/AktuelleInformationen\/StatistikenLagebilder\/PolizeilicheKriminalstatistik\/PKS2024\/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024\/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kriminalstatistik<\/a> rund 43.000 Frauen Opfer gewaltt\u00e4tiger \u00dcbergriffe. Vergewaltigungen, bei denen Frauen zuvor sediert wurden, passieren auch hierzulande immer wieder. Laut <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/sites\/default\/files\/fra_uploads\/pr-2024-eu-gender-based-violence-survey_de.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Statistik<\/a> erlebt <strong>jede dritte Frau<\/strong> in ihrem Leben mindestens einmal sexualisierte Gewalt. Doch anstatt den Frauenschutz endlich zu verbessern und T\u00e4ter st\u00e4rker zur Verantwortung zu ziehen, plant der Berliner Senat nun sogar Sparma\u00dfnahmen \u2013 ausgerechnet bei der Gewaltpr\u00e4vention.<\/p>\n<p>In vielen L\u00e4ndern gilt die Regel l\u00e4ngst<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> So n\u00fctzt es nichts, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) 2024 vor Journalisten sagte, er w\u00fcrde zu einer Reform beim Thema Vergewaltigung in der Ehe heute anders abstimmen, als er es im Jahr 1997 tat. Auf Worte m\u00fcssen auch Taten und Gesetze folgen. Und die bleiben in Deutschland bislang aus.\u00a0<\/p>\n<p><img class=\"image teaser__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/nl-empower-hour-v2-teaser.jpg\" alt=\"Teaserbild f\u00fcr den Newsletter Empower Hour\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/brigitte.wpf-medien.de\/newsletter-anmeldung-empower-hour-neu\" class=\"teaser__link js-teaser-external-link js-embedded-teaser teaser__link--overlay\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\nPost aus der Chefredaktion<br \/>\nDie Empower Hour: Starke Themen f\u00fcr starke Frauen &#8211; jeden Donnerstag alles, was du wissen musst<br \/>\n<\/a> <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Dabei ist die &#8222;Nur Ja hei\u00dft Ja&#8220;-Regel in Frankreich nichts Neues. In Schweden gilt sie bereits seit 2018. Auch D\u00e4nemark, Griechenland und Spanien haben die sch\u00e4rfere Regel l\u00e4ngst umgesetzt. Worauf also warten?!<\/p>\n<p>&#8222;Frozen-Fright-Effekt&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> In den sozialen Medien kl\u00e4ren Opfer von Vergewaltigungen immer wieder \u00fcber das Thema auf. Viele berichten, sie h\u00e4tten sich w\u00e4hrend des \u00dcbergriffs nicht gewehrt und nichts gesagt, weil sie<strong> vor Angst wie gel\u00e4hmt <\/strong>waren. Der sogenannte &#8222;Frozen-Fright-Effekt&#8220; bei Vergewaltigungen ist unter Psychologen l\u00e4ngst bekannt. Er entsteht, wenn wir in einer Gefahrensituation unter gro\u00dfem Stress stehen. Der K\u00f6rper verf\u00e4llt in eine Art Schockstarre. Ein &#8222;Nein&#8220; ist dann gar nicht m\u00f6glich.\u00a0<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Am Ende ist Gis\u00e8le Pelicots Erfolg also ein trauriger Sieg, denn er h\u00e4lt uns vor Augen, was erst passieren muss, damit Frauenrechte nachhaltig gest\u00e4rkt werden. Und was wom\u00f6glich in Deutschland noch geschehen muss, bis auch hier endlich bessere Schutzgesetze gelten.<\/p>\n<p>\nBrigitte\n<\/p>\n<p>#Themen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich &#8222;Nur Ja hei\u00dft Ja&#8220; \u2013 Wann endlich auch in Deutschland?! \u00a9 Torsten Sukrow \/ SULUPRESS.DE \/ Picture&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":542569,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-542568","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115473946861933514","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/542568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=542568"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/542568\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/542569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=542568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=542568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=542568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}