{"id":542833,"date":"2025-11-01T12:53:25","date_gmt":"2025-11-01T12:53:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542833\/"},"modified":"2025-11-01T12:53:25","modified_gmt":"2025-11-01T12:53:25","slug":"so-viel-anfang-war-nie-vor-25-jahren-startete-das-ludwigshafener-ernst-bloch-zentrum-ludwigshafen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542833\/","title":{"rendered":"So viel Anfang war nie: Vor 25 Jahren startete das Ludwigshafener Ernst-Bloch-Zentrum &#8211; Ludwigshafen"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Gr\u00fcndungsdirektor Klaus Kufeld schreibt dar\u00fcber, wie das utopische Projekt begann und wie weit es gekommen ist.<\/b><\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt der Gr\u00fcndung des Ernst-Bloch-Zentrums im Jahr 1997 ist noch offen, wohin die Reise geht. Der 1995 erworbene Wohnungsnachlass <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Ernst Bloch\" data-rtr-id=\"6b81adbf8dfd94bc57d0281007508fff73dd55d4\" data-rtr-score=\"328.94526568118255\" data-rtr-etype=\"person\" data-rtr-index=\"41\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/ernst-bloch?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ernst Blochs<\/a> liegt zwischengelagert im Stadtarchiv herum, das Institut ist ohne Haus und wird vom Rathaus aus gesteuert, einige Jahre in Personalunion mit dem Kulturb\u00fcro. Ein utopisches Projekt zum perfekten Schiefgehen, denn auch Geld ist keins da. Die fetten Jahre der einst reichen Stadt sind jedenfalls vorbei. \u00dcber ihr h\u00e4ngt zeitlebens der Ruch einer zwiesp\u00e4ltigen Identit\u00e4t: einerseits ein bedeutender Industriestandort zu sein, andererseits sich nicht erfolgreich gegen ein Schattendasein gegen\u00fcber der Residenzstadt <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Mannheim\" data-rtr-id=\"8e39f98d121d00ffdaf4f78a2ae2e7dea2653ba7\" data-rtr-score=\"14.201757890531363\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"55\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/lokal\/mannheim.html?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mannheim<\/a> emanzipieren zu k\u00f6nnen. So gesehen kommt die Gr\u00fcndungsgeschichte des Ernst-Bloch-Zentrums aus der Not.<\/p>\n<p>Das \u201eroh-kalte Gesicht des Sp\u00e4tkapitalismus\u201c<\/p>\n<p>Schon vor 100 Jahren stellt Ernst Bloch in \u201e<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Ludwigshafen\" data-rtr-id=\"26b4406521e36b503c690e53e1b9dec3bdb26dfe\" data-rtr-score=\"250.99320815021974\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"34\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/lokal\/ludwigshafen.html?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ludwigshafen<\/a> \u2013 Mannheim\u201c seiner Geburtsstadt ein ern\u00fcchterndes Zeugnis aus: \u201edas reine, roh-kalte, phantastische Gesicht des Sp\u00e4tkapitalismus\u201c h\u00e4ngt noch immer im kollektiven Unterbewussten der Bev\u00f6lkerung. Stolz ist die B\u00fcrgerschaft in ihren Stadtteilen, auf das Stadtzentrum ist sie es nicht. Vor diesem Hintergrund beginnt ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Narrativ, n\u00e4mlich auf die Kontrastwirkung Ludwigshafens zu setzen, in der sich anpacken lohnt, \u201enoch das Alte zu pl\u00fcndern, zu Neuem zu montieren\u201c. Hier, in dieser Volte von Gestaltungswillen, liegt der Nukleus des Erfolgs, der am 3. November 2000 seinen Anfang nimmt.<\/p>\n<p>Mit dem Gedanken einer Metropolregion muss sich Ludwigshafen nicht mehr solit\u00e4r definieren, denn fortan geht die Power dieser Stadt in der Synergie einer Wirtschafts- und Kulturregion auf. In den Jahren um die Jahrtausendwende ist der Boden f\u00fcr Innovation generell fruchtbar. Bundespr\u00e4sident Horst K\u00f6hler ruft das \u201eLand der Ideen\u201c aus. Aus allen Institutionen und Schichten der Gesellschaft kommen Ideen und Visionen von Menschen, die mitgestalten wollen: Bereits 2003 findet BASF-unterst\u00fctzt das erste future:lab Zukunftssymposium statt zur Stadtentwicklung und B\u00fcrgerregion. Bis 2010 folgen weitere Symposien zur Wissensregion, zu <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Europa\" data-rtr-id=\"39e7f7fa764abfffb19d8f1651d69023170e7664\" data-rtr-score=\"6.219936076707951\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"62\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/europa?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> und Kultur sowie zur Utopie als Denkwende. 2004 gr\u00fcndet sich die B\u00fcrgerStiftung (die erste in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Rheinland-Pfalz\" data-rtr-id=\"592c89cea2c38a673e1ef01e37ba8a1a22000196\" data-rtr-score=\"12.318817419097083\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"18\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/rheinland-pfalz.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rheinland-Pfalz<\/a>), 2005 startet viel versprechend das <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Festival des deutschen Films\" data-rtr-id=\"bc65230e004d1b876d2450affe7a1c6189a3ee70\" data-rtr-score=\"12.255293647622853\" data-rtr-etype=\"event\" data-rtr-index=\"1\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/festival-des-deutschen-films?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Festival des deutschen Films<\/a>. Dies alles m\u00fcndet schlie\u00dflich in die Metropolregion Rhein-Neckar. In dieser Zeit des Aufbruchs stehen die Wahrzeichen der Stadt (Engelhorn-Haus, Tortenschachtel und Rathauscenter) noch, und kaum einer ahnt, in welchen Abgrund Ludwigshafen schaut, auch dem 11. September 2001 und der Weltfinanzkrise 2008 geschuldet. <\/p>\n<p>Ludwigshafen sticht T\u00fcbingen und Marbach aus<\/p>\n<p>Der Durchbruch f\u00fcr die heutige bekannte Walzm\u00fchlvilla gelingt erst mit dem politisch tollk\u00fchnen Durchsetzungswillen des damaligen Oberb\u00fcrgermeisters Wolfgang Schulte. Den 1998 \u00fcberraschend verf\u00fcgbaren wissenschaftlichen Nachlass von Ernst Bloch muss man erst einmal haben wollen und bekommen k\u00f6nnen, schlie\u00dflich hat sich Ludwigshafen gegen die Mitkonkurrentinnen Stadt <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"T\u00fcbingen\" data-rtr-id=\"f34a0d1b7a85cec6c704fc05cc76f6baa26f014c\" data-rtr-score=\"11.807031562125449\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"57\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/tuebingen?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcbingen<\/a> und Akademie der K\u00fcnste Berlin durchzusetzen. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist Bloch in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Berlin\" data-rtr-id=\"d0f8ca37195d12bf55f612c03cb5ae6e0ea21dfa\" data-rtr-score=\"5.6434278865361565\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"63\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/berlin?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> oder Marbach besser aufgehoben \u2013 theoretisch, aber praktisch kann seine wahre Bedeutung gerade in seiner Geburtsstadt herausgestellt werden, nicht nur seine heimatst\u00e4dtische Verortung betreffend, sondern mit seinen, den Blochschen Themen konkrete Utopie, Hoffnung und aufrechter Gang. Mit dem Nachlass ist nicht nur das Archiv entscheidend aufgestockt, sondern vor allem das Zentrum entscheidend gest\u00e4rkt: ohne das Archiv als Kern w\u00e4re das Zentrum eine austauschbare H\u00fclle, so die Pr\u00e4misse. Innere Bedeutung st\u00e4rkt Au\u00dfenwirkung und damit Relevanz im Stadtgeschehen. Ludwigshafen setzt sich schlie\u00dflich mit einer extraordin\u00e4ren architektonischen und Programm-Konzeption durch. Der Dreiklang Archiv, Ausstellung und Zukunftsforum steht f\u00fcr Vielseitigkeit und den Mut zur Utopie. Wissenschaftler wie Jan Philipp Reemtsma w\u00e4ren wohl nie ins Bloch-Archiv gekommen (auch um \u00fcbrigens die Restaurierung des Nachlasses anzumahnen), wenn sie sich im Ernst-Bloch-Zentrum nicht gleichzeitig ein \u00f6ffentliches Forum erwarten konnten. <\/p>\n<p>Eine Institution als Experiment<\/p>\n<p>F\u00fcr den Schreiber dieser Zeilen ist es von Anfang an ein offenes Experiment, eine Institution erfinden zu m\u00fcssen, die sich zweifach auszuzeichnen hat: Gewicht in der philosophischen (Bloch-)Welt zu erlangen und philosophische Themen auch f\u00fcr das Stadtleben nutzbar zu machen. Dabei ist noch Monate zuvor die Villa per Stadtratsbeschluss bereits zum Abriss bestimmt, was eine couragierte B\u00fcrgerinitiative zu verhindern wusste. Dem Ernst-Bloch-Zentrum sollte eine identit\u00e4tsstiftende Rolle zukommen. Von ihm aus sollten Zukunfts- beziehungsweise utopische Impulse ausgehen, es sollte ein zentraler Veranstaltungsort werden. F\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Programmgestaltung wird schlicht so geplant: Wie wird nicht nur das Prinzip Hoffnung (Blochs Opus magnum) zum \u00f6ffentlichen Thema, sondern die Utopie als Antrieb f\u00fcr Entwicklungen generell ins positive Licht ger\u00fcckt. <\/p>\n<p>Nach f\u00fcnf Jahren Planung ins Ungewisse ist da nun ein Haus, und was f\u00fcr eines. Es ist eine gewaltige Anstrengung und ein f\u00fcr diese Stadt ungew\u00f6hnlicher Schritt: \u00fcber sieben Millionen (damals noch) D-Mark kostet allein der Erwerb und Umbau der Villa. Die Stadt, die (damalige) Stadtsparkasse, das Land Rheinland-Pfalz, die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"BASF\" data-rtr-id=\"be139c317f0526b7ad964c016585196587169ade\" data-rtr-score=\"12.628046344386735\" data-rtr-etype=\"organisation\" data-rtr-index=\"72\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/basf?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BASF<\/a>, die Klaus Tschira-Stiftung und weitere \u00fcber 40 F\u00f6rderer und Sponsoren unterst\u00fctzen den Aufbau mit ca. 1,4 Millionen Euro. Der vielleicht bedeutendste Schritt ist mit der Stiftung Ernst-Bloch-Zentrum gemacht, mit dem Stiftungskapital von 1,5 Millionen Euro, weil eine Stiftung zumindest damals in Hochzinszeiten Geld f\u00fcr die Ewigkeit bedeutet. Noch wichtiger als das Monet\u00e4re aber ist die M\u00f6glichkeit, die Programmgestaltung weitgehend \u00fcber die Stiftung abzuwickeln und die Stadt zu entlasten. Dies bedeutet k\u00fcnstlerische Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit: Standbein Stadt, Spielbein Stiftung. Die ideale Abfederung f\u00fcr ein waghalsiges Utopieprojekt.<\/p>\n<p>\u201eFuturum links des Rheins\u201c<\/p>\n<p>Die neue Kulturst\u00e4tte, ein Leuchtturm, direkt am Rhein und in Sichtbeziehung zum Mannheimer Schloss, was schon den jungen Philosophen Bloch pr\u00e4gt, als er vom \u201eAntiquarium rechts des Rheins und Futurum links des Rheins\u201c spricht, symbolisiert die dialektische Energie beider St\u00e4dte: fortan schm\u00fcckt die Blochsche \u201eSeestadt auf dem Lande\u201c manch Er\u00f6ffnungsrede und Begr\u00fc\u00dfung. Die Pl\u00e4ne um ein hochwertiges Programm sind so ehrgeizig wie umstritten. W\u00e4hrend die einen eine schleichende sozialistische Unterwanderung einer st\u00e4dtischen Institution, die im Namen Bloch agiert, bef\u00fcrchten, warnen andere vor einer \u00dcberforderung der Stadt, die noch immer nicht das Arbeiterstadtimage ablegt und der das geborene Klientel fehlt. Also: Auch der beste Inhalt braucht seine gute Form. Das T\u00fcbinger Arbeitszimmer von Ernst Bloch wird begehbar unter einer Glasplatte installiert und wird zur Hauptattraktion. Da sie zur Er\u00f6ffnung nicht fertig wird, kommt es zu einem (nicht begehbaren) Provisorium, mit einem Gel\u00e4nder drumherum. Die meisten Besucherinnen und Besucher finden das sogar schick, und es ist nur schwer klarzumachen, dass es sich nicht um das Endprodukt handelt. Langfristig hat diese spektakul\u00e4re Pr\u00e4sentation nicht nur touristischen Effekt, sie erlaubt auch beinahe intime Einblicke in die Atmosph\u00e4re von Blochs Arbeit, seine Privatbibliothek (mit seinem Schelling und seinem Hegel), den Altar mit der ihm \u201eheiligen\u201c Else von Stritzky, den Ohrensessel, von dem aus er unz\u00e4hlige Interviews gegeben hat. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/6870455_3_articledetail_adv-kal-bloch-zimmer_0276.webp.webp\" alt=\"Schreibtisch von Ernst Bloch, er geh\u00f6rt zu dem unter einem Glasdach ausgestellten Bloch-Zimmer. \" title=\"Schreibtisch von Ernst Bloch, er geh\u00f6rt zu dem unter einem Glasdach ausgestellten Bloch-Zimmer. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Schreibtisch von Ernst Bloch, er geh\u00f6rt zu dem unter einem Glasdach ausgestellten Bloch-Zimmer.Foto: KUNZStubenfliege oder Gott?<\/p>\n<p>Julian Nida-R\u00fcmelin, Philosoph, Berliner Hochschulrektor und fr\u00fcherer Kulturstaatsminister, spricht die Bedeutung dieser Architektur so an: \u201eDie Atmosph\u00e4re hier im Ernst-Bloch-Zentrum ist etwas ganz Besonderes. Das mag an diesem Schwebezustand der Glasdecke \u00fcber dem Arbeitszimmer von Ernst Bloch liegen. Das ehemalige Arbeitszimmer eines der gr\u00f6\u00dften Denker, den Deutschland im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat, ist an Bescheidenheit kaum \u00fcberbietbar. Dieses Besondere f\u00fcllt den gesamten Raum, auch mental.\u201c Legend\u00e4r bleibt der launige Spruch des Komponisten Wolfgang Rihm, der, frisch gek\u00fcrt als Siemens-Musikpreistr\u00e4ger, auf der Glasplatte stehend ausspricht: \u201eBin ich hier die Stubenfliege oder bin ich Gott?\u201c<\/p>\n<p>Zeitlose Gestaltung und Lust zum Diskurs<\/p>\n<p>Die Themen der Utopie, die sogenannten Blochschen Themen vergegenst\u00e4ndlichen sich in utopisch gestalteten Ausstellungsexponaten, den sogenannten Themensatelliten: Hoffnung, Heimat, aufrechter Gang, K\u00fcnste, Naturallianz, Arbeit, Religion. Heute kommen sie mit den einst hochmodernen \u201eMacs\u201c freilich wie im gewollten Retro-Look daher. Daf\u00fcr sind sie zeitlos, jederzeit und vor jedem Publikum einzusetzen. Die Gestaltung ist einheitlich durchdesignt, von Ausstellung bis Internetauftritt. Das Ernst-Bloch-Zentrum ist \u00fcbrigens schon 2001 eine der ersten Einrichtungen, die eine eigene Homepage haben (www.bloch.de) und dank eines Telekom-Sponsoring \u00f6ffentliches Internet anbieten. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/6870456_3_articledetail_ursula_krechel_0318.webp.webp\" alt=\"B\u00fcchnerpreistr\u00e4gerin Ursula Krechel bei ihrer Lesung im Bloch-Zentrum. \" title=\"B\u00fcchnerpreistr\u00e4gerin Ursula Krechel bei ihrer Lesung im Bloch-Zentrum. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> B\u00fcchnerpreistr\u00e4gerin Ursula Krechel bei ihrer Lesung im Bloch-Zentrum.Foto: KunzDie Lust auf Auseinandersetzung<\/p>\n<p>Letztlich wird die Vision eines Zusammenspiels unterschiedlicher Formate verwirklicht, von Zukunftssymposien, Ausstellungen, Lesungen und Vortr\u00e4gen. Mit prominenten Philosophen, Schriftstellerinnen und Wissenschaftlern, manchmal Politikerinnen wie Rita S\u00fc\u00dfmuth oder Kurt Beck, wird kein Starkult aufgef\u00fchrt, sondern die Lust zur Auseinandersetzung wird in Szene gesetzt: moderierte Streitgespr\u00e4che zwischen Kontrahenten wie Peter Sloterdijk und Daniel Cohn-Bendit; Aufbietung von Buchklassikern wie Klaus Theweleits \u201eM\u00e4nnerphantasien\u201c und ihr Bezug zur heutigen Zeit; Schlagabtausche der Generationen und politischen Lager wie zwischen Sahra Wagenknecht und Heiner Gei\u00dfler; provokante Gastspiele von G\u00fcnter Wallraff, Wolf Biermann, Klaus Staeck und sogar der Diskurspopgruppe Tocotronic, die mit linksintellektuellen \u201eFAZ\u201c-Redakteur und Autor Dietmar Dath auftreten; oder die personifizierte Weisheit eines Alfred Grosser im \u00f6ffentlichen Disput. Mit der Zeit bildet sich das richtige Feeling aus, wenn etwa Schriftsteller und Schriftstellerinnen wie Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107, Ursula Krechel, Robert Menasse und Bodo Kirchhoff zu Lesungen eingeladen werden, denen Jahre sp\u00e4ter der deutsche Buchpreis verliehen wird. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/6870457_3_articledetail_utopisches-gespr-0673.webp.webp\" alt=\"\u201eM\u00e4nnerphantasien\u201c-Autor Klaus Theweleit beim \u201eUtopischen Gespr\u00e4ch\u201c. \" title=\"\u201eM\u00e4nnerphantasien\u201c-Autor Klaus Theweleit beim \u201eUtopischen Gespr\u00e4ch\u201c. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> \u00bbM\u00e4nnerphantasien\u00ab-Autor Klaus Theweleit beim \u00bbUtopischen Gespr\u00e4ch\u00ab.Foto: KUNZ<\/p>\n<p>Neuausgerichtet wird auch der Ernst-Bloch-Preis. Dieser gewinnt an internationaler Kontur und wird herausragende Philosophen und Literatinnen auszeichnen, die eben noch nicht mit Preisen \u00fcbersch\u00fcttet sind: Bourdieu, Hobsbawm, Dan Diner, Benhabib. Und junge Gelehrte wie Navid Kermani oder Carolin Emcke werden mit ihrem Erstling Bloch-F\u00f6rderpreis in eine bedeutende Karriere geleitet. <\/p>\n<p>Eine realisierte Utopie<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist eine Einrichtung entstanden, die es schafft, trotz philosophischem Nukleus auch Breitenwirkung zu erzielen, nicht nur \u00f6ffentliches Diskursforum f\u00fcr Stadt und Land zu sein, sondern auch einen Bildungsauftrag zu erf\u00fcllen. Die Internationale Ernst-Bloch-Gesellschaft ist dort regelm\u00e4\u00dfig mit ihren gro\u00dfen Tagungen pr\u00e4sent. Die Studienstiftung des deutschen Volkes veranstaltet ihre Auswahlverfahren. Auch zahlreiche Schulen nutzen die anregende Atmosph\u00e4re, etwa die Integrierte Gesamtschule Ernst Bloch oder das Carl-Bosch-Gymnasium. Besonders, wenn Zeitzeugen aufgeboten sind, die von ihrem Leid in Konzentrationslagern der Nazis erz\u00e4hlen wie Anita Lasker-Wallfisch, Eva Umlauf oder Edgar Hilsenrath, sind die Ohren der jungen Menschen gespitzt. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/6870458_3_articledetail_prof_dr_immacolata_amadeo_0011.webp.webp\" alt=\"Leitet seit 2018 das Bloch-Zentrum: die in Italien geborene Literaturwissenschaftlerin Immacolata Amodeo. \" title=\"Leitet seit 2018 das Bloch-Zentrum: die in Italien geborene Literaturwissenschaftlerin Immacolata Amodeo. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Leitet seit 2018 das Bloch-Zentrum: die in Italien geborene Literaturwissenschaftlerin Immacolata Amodeo.Foto: KUNZ<\/p>\n<p>Bei so viel Anfang erweist sich das seit 2018 von der italienischst\u00e4mmigen Literaturprofessorin Immacolata Amodeo geleitete Ernst-Bloch-Zentrum heute als realisierte Utopie.<\/p>\n<p class=\"rhp-closing-headline\">Zum Autor<\/p>\n<p class=\"rhp-closing-credits\">Klaus Kufeld, Dr. phil., Politikwissenschaftler, promoviert bei Julian Nida-R\u00fcmelin an der LMU M\u00fcnchen, war von 1997 bis 2018 Gr\u00fcndungsdirektor des Ernst-Bloch-Zentrums und seiner Stiftung. Zuvor war er Bildungsberater und 1990 erster Kulturb\u00fcroleiter. Er gr\u00fcndete unter anderem den Kultursommer und den William Dieterle Filmpreis. Zuletzt erschienen ausgew\u00e4hlte Vortr\u00e4ge und Essays seines Wirkens: R\u00fcckkehr zur Utopie. Philosophische Szenarien. Verlag Karl Alber, M\u00fcnchen\/Freiburg 2021. Au\u00dferdem: Im Diskursraum der Utopie, Eine szenische Auslese aus 20 Jahren Ernst-Bloch-Zentrum, mit Fotografien von Bernhard Kunz, Ludwigshafen 2018. www.klaus-kufeld.de<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/6870459_3_articledetail_klaus_kufeld.webp.webp\" alt=\"Auf dem Weg: Autor Klaus Kufeld. \" title=\"Auf dem Weg: Autor Klaus Kufeld. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Auf dem Weg: Autor Klaus Kufeld.Foto: Markus Clauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gr\u00fcndungsdirektor Klaus Kufeld schreibt dar\u00fcber, wie das utopische Projekt begann und wie weit es gekommen ist. 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