{"id":542857,"date":"2025-11-01T13:06:12","date_gmt":"2025-11-01T13:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542857\/"},"modified":"2025-11-01T13:06:12","modified_gmt":"2025-11-01T13:06:12","slug":"was-sie-wissen-muessen-dw-01-11-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542857\/","title":{"rendered":"Was Sie wissen m\u00fcssen \u2013 DW \u2013 01.11.2025"},"content":{"rendered":"<p>Vor 33 Jahren f\u00fchrten die Vereinigten Staaten zum letzten Mal Waffentests mit Atomsprengk\u00f6pfen durch. Doch am Mittwoch schien US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a>\u00a0den Befehl gegeben zu haben, diese\u00a0&#8222;unverz\u00fcglich&#8220; wieder einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>In einer Nachricht auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social erw\u00e4hnte er die nukleare Bedrohung durch Russland und China. &#8222;Aufgrund der Testprogramme anderer L\u00e4nder habe ich das Kriegsministerium angewiesen, unsere Atomwaffen auf gleiche Weise zu testen&#8220;, schrieb er. Erst k\u00fcrzlich hatte er das US-Verteidigungsministerium in Kriegsministerium umbenannt.<\/p>\n<p>Einige Tage zuvor hatte Trump <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland\/t-17284476\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> wegen des Tests einer eigenen atomgetriebenen Rakete verurteilt. Sollte Trump sein vorgebliches Versprechen wahr machen, w\u00e4re dies eine Abkehr von einem jahrzehntelangem Moratorium f\u00fcr Atomwaffentests.<\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrend der ersten Amtszeit Trumps hatte die Regierung \u00e4hnliche Absichten ge\u00e4u\u00dfert, diese dann aber wieder fallengelassen.<\/p>\n<p>Wollen die USA wirklich Atomsprengk\u00f6pfe z\u00fcnden?<\/p>\n<p>Atomwaffenexperten zufolge ist nicht klar, auf welche Tests genau sich Trump mit seiner \u00c4u\u00dferung bezieht. Es k\u00f6nnte sich um <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wie-viel-propaganda-steckt-hinter-putins-atom-rakete-burewestnik-sturmvogel-nuklear-waffe-nato-v2\/a-74514291\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Testfl\u00fcge<\/a>\u00a0handeln, wie sie von Russland durchgef\u00fchrt wurden, bei denen Atomraketen oder Waffen \u00e4hnlicher Gr\u00f6\u00dfe transportiert aber nicht detoniert werden. Es k\u00f6nnte sich aber auch um komplizierte und gef\u00e4hrliche unterirdische Detonationen handeln.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73051009\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73051009_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Ein B2-Tarnkappenbomber hebt ab und fliegt \u00fcber Las Vegas, Nevada\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Atomwaffentests in der W\u00fcste Nevada k\u00f6nnten Las Vegas in Gefahr bringenBild: Brett Johnsen\/NurPhoto\/picture alliance<\/p>\n<p>&#8222;Ich gehe davon aus, dass Flugtests\u00a0US-amerikanischer\u00a0Interkontinentalraketen geben wird, aber ich w\u00e4re sehr \u00fcberrascht, wenn die USA die tats\u00e4chlichen nuklearen Sprengtests wieder aufnehmen w\u00fcrden&#8220;, sagt Dr. Alexander Bollfrass, Leiter der Abteilung Strategy, Technology and Arms Control\u00a0am International Institute for Strategic Studies, einer Denkfabrik mit verschiedenen Standorten weltweit.<\/p>\n<p>Vitaly Fedchenko vom Stockholm International Peace Research Institute (<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/stockholm-international-peace-research-institute-sipri\/t-17565853\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SIPRI<\/a>) hat ebenfalls Zweifel. Da weitere Informationen fehlen, h\u00e4lt er es durchaus f\u00fcr m\u00f6glich, dass Trumps Anweisung sich lediglich auf die weniger bedenkliche Variante bezieht.<\/p>\n<p>&#8222;In den USA ist das Energieministerium daf\u00fcr zust\u00e4ndig, die F\u00e4higkeiten f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Atomtests aufrechtzuerhalten, nicht das Verteidigungsministerium&#8220;, betont er. &#8222;Wenn er also das Verteidigungsministerium angewiesen hat, dann reden wir vermutlich \u00fcber Raketentests und \u00c4hnliches. Aber wenn wir \u00fcber Atomwaffen selbst sprechen, dann ist das Energieministerium zust\u00e4ndig.&#8220;<\/p>\n<p>Wo k\u00f6nnten die Tests durchgef\u00fchrt werden?<\/p>\n<p>Beide Experten sind sich einig, dass eine Explosion &#8211; sollte sie durchgef\u00fchrt werden &#8211; in der W\u00fcste Nevada stattfinden w\u00fcrde. Dort wurden sie auch vor dem Moratorium, dem sich die meisten der Atomwaffenstaaten angeschlossen hatten, durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Von den Menschen, die unmittelbare Erfahrung mit solchen Tests haben, seien jedoch vermutlich nur noch wenige im Dienst, erl\u00e4utert Fedchenko. Dies und die Komplexit\u00e4t der erforderlichen Logistik mache es unwahrscheinlich, dass Trumps Anweisung schnell umgesetzt werden k\u00f6nne, betont er.<\/p>\n<p>&#8222;Ein tats\u00e4chliches Datum f\u00fcr einen Test liegt Jahre in der Zukunft; mindestens 18 Monate, selbst wenn alles absolut nach Plan l\u00e4uft&#8220;, ist sich Fedchenko sicher. &#8222;Ein Ort daf\u00fcr muss vorbereitet werden. Soll es unter der Erde stattfinden, wird ein Schacht oder \u00c4hnliches ben\u00f6tigt. Der muss erst einmal gebohrt werden.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Auch wenn der Test unterirdisch durchgef\u00fchrt wird, handelt es sich immer noch um eine nukleare Explosion. Wenn da etwas nicht nach Plan verl\u00e4uft, k\u00f6nnte Radioaktivit\u00e4t in die Atmosph\u00e4re entweichen. Wir sprechen also \u00fcber eine potentielle radioaktive Wolke in der N\u00e4he von Las Vegas. Das Ganze h\u00e4tte auch seismische Auswirkungen auf die hohen Geb\u00e4ude dort.&#8220;<\/p>\n<p>Welche Rolle spielt Russland?<\/p>\n<p>Anfang der Woche machten atomgetriebene Testfl\u00fcge Russlands Schlagzeilen. Waleri Gerassimow, Chef des Generalstabs der russischen Streitkr\u00e4fte, berichtete Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wladimir-putin\/t-17289915\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a>, die Armee habe &#8222;einen mehrst\u00fcndigen Flug eines atomgetriebenen Marschflugk\u00f6rpers durchgef\u00fchrt, mit einer Distanz von 14.000 Kilometern&#8220;, dies sei jedoch nicht das Limit.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"44227519\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/44227519_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Russische Interkontinentalrakete Sarmat\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Vor wenigen Tagen f\u00fchrte Russland einen Testflug mit einem atomgetriebenen Marschflugk\u00f6rper durchBild: picture-alliance\/AP Photo\/Russian Television<\/p>\n<p>Bollfrass ist nicht \u00fcberzeugt davon, dass sich die USA davon beeinflussen lassen: &#8222;Ich glaube nicht, dass die USA versuchen, es den Russen nachzumachen. Sie haben ein klares Modernisierungsprogramm f\u00fcr ihre Atomwaffen. Viele von diesen stammen noch aus den letzten Jahren des Kalten Krieges, es macht also Sinn, sie zu modernisieren und neue Systeme einzuf\u00fchren&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>&#8222;Ausl\u00f6ser f\u00fcr die sogenannten exotischen oder neuen Systeme der Russen ist die Angst, dass die Raketenabwehrsysteme der USA es den herk\u00f6mmlichen russischen Atomwaffen schwer machen, durchzukommen. Diese Angst haben die Vereinigten Staaten nicht, denn Russland investiert nicht im gleichen Ma\u00dfe in Abwehrsysteme wie die USA.&#8220;<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnten andere Atomwaffenstaaten reagieren?<\/p>\n<p>Trumps Absichten oder gar sein Handeln m\u00f6gen noch nicht klar sein, doch allein seine Worte k\u00f6nnten dazu f\u00fchren, dass andere handeln. Laut SIPRI z\u00e4hlen gegenw\u00e4rtig die USA, Russland, das Vereinigte K\u00f6nigreich, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel zu den Atomwaffenstaaten.<\/p>\n<p>Anfang des Jahres ver\u00f6ffentlichte die Organisation einen Bericht, demzufolge alle diese Staaten &#8222;2024 intensive Programme zur Modernisierung ihrer Atomwaffen fortsetzten, vorhandene Waffen nachr\u00fcsteten und neuere Versionen einf\u00fchrten&#8220;.<\/p>\n<p>Offene Abschreckung: NATO trainiert nukleare Verteidigung<video id=\"video-74463744\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"74463744\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74464397_605.webp\" data-duration=\"02:48\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>Trump betonte k\u00fcrzlich, die Vereinigten Staaten verf\u00fcgten \u00fcber mehr <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/atomwaffen\/t-18520612\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Atomwaffen<\/a> als jedes andere Land. SIPRI sieht in seinem Jahrbuch 2025 jedoch Russland vor den USA (siehe Grafik oben). Weit abgeschlagen dahinter liegt <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/china\/t-17281386\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a>. Doch 2025 hatte das asiatische Land sein Arsenal laut dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington auf gesch\u00e4tzt 600 Atomwaffen verdoppelt. 2020 waren es noch 300 Atomwaffen. Bis 2030 d\u00fcrfte die Zahl auf 1000 steigen, vermutet das CSIS.<\/p>\n<p>&#8222;Mit Ausnahme Chinas beobachten wir keine massive nukleare Aufr\u00fcstung&#8220;, sagt Bollfrass. &#8222;Die Vereinigten Staaten machen sich gro\u00dfe Sorgen um die Zukunft. Sie m\u00fcssen nicht nur ihr Arsenal und ihre nukleare Haltung gegen\u00fcber Russland anpassen, sie sehen sich auch von einer doppelten Konkurrenz bedroht. Es besteht also die Gefahr eines Wettr\u00fcstens.&#8220;<\/p>\n<p><a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nordkorea\/t-17449206\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nordkorea<\/a> ist in Bezug auf Atomtests eine Ausnahme. Am Mittwoch gab das Land bekannt, es habe eine Salve strategisch gelenkter Marschflugk\u00f6rper, die laut eigenen Angaben mit Atomsprengk\u00f6pfen best\u00fcckt werden k\u00f6nnen, auf Ziele im Gelben Meer vor der K\u00fcste des Landes abgefeuert.<\/p>\n<p>Wie wurden Atomwaffen fr\u00fcher getestet?<\/p>\n<p>Mit Ausnahme Nordkoreas stellten alle Atomwaffenstaaten Tests mit detonierenden Atomwaffen in den Neunzigerjahren ein. Nordkorea f\u00fchrte seinen letzten Test im Jahr 2017 durch. Der letzte best\u00e4tigte Tests Russlands fand 1990 statt, der letzte US-amerikanische Test 1992 und der letzte chinesische Test 1996.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Jahren, seit 1945, wurden viele Tests nicht unter der Erde, sondern dar\u00fcber durchgef\u00fchrt. Die Arms Control Association, die s\u00e4mtliche Atomtests protokolliert, kritisiert: &#8222;Die meisten dieser Testareale befinden sich auf dem Land indigener V\u00f6lker und weit entfernt von den Hauptst\u00e4dten der testenden Regierungen. Eine gro\u00dfe Zahl der fr\u00fchen Tests &#8211; 528 &#8211; wurde in der Atmosph\u00e4re gez\u00fcndet. Dadurch verteilten sich radioaktive Substanzen in der Atmosph\u00e4re.&#8220;<\/p>\n<p>1963 unterzeichneten 123 Staaten, darunter die Vereinigten Staaten und Russland, nicht jedoch Nordkorea, den Vertrag \u00fcber das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosph\u00e4re, im Weltraum und unter Wasser. Dieser verbietet Atomwaffentests in der Atmosph\u00e4re aufgrund ihrer verheerenden Folgen. Doch obgleich unterirdische Tests als sicherer gelten, besteht auch hier die Gefahr, dass Radioaktivit\u00e4t, wie von Fedchenko beschrieben, entweicht.<\/p>\n<p>Adaptiert aus dem Englischen von Phoenix Hanzo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor 33 Jahren f\u00fchrten die Vereinigten Staaten zum letzten Mal Waffentests mit Atomsprengk\u00f6pfen durch. 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