{"id":542869,"date":"2025-11-01T13:12:17","date_gmt":"2025-11-01T13:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542869\/"},"modified":"2025-11-01T13:12:17","modified_gmt":"2025-11-01T13:12:17","slug":"aegyptens-neues-riesenmuseum-gigantisch-pompoes-und-milliardenteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/542869\/","title":{"rendered":"\u00c4gyptens neues Riesenmuseum: &#8222;&#8220;Gigantisch&#8220;, &#8222;pomp\u00f6s&#8220; &#8211; und milliardenteuer"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/museum-kario-100.jpg\" alt=\"Eine Statue von Ramses II. im Gro\u00dfen \u00c4gyptischen Museum, Kairo\" title=\"Eine Statue von Ramses II. im Gro\u00dfen \u00c4gyptischen Museum, Kairo | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 01.11.2025 12:53 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nach langer Verz\u00f6gerung wird heute das Grand Egyptian Museum bei Kairo er\u00f6ffnet. Der monumentale Bau mit mehr als 100.000 Exponaten ist auch ein Denkmal f\u00fcr die \u00e4gyptische Regierung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/anna-osius-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Anna Osius\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/osius-ts-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon bei der Anfahrt ist das neue \u00e4gyptische Museum nicht zu \u00fcbersehen. Das Grand Egyptian Museum, kurz GEM &#8211; ein langgezogener, eher flach gehaltener Bau, mit Pyramiden-Ornamenten auf der Fassade &#8211; ganz in der N\u00e4he der echten Pyramiden von Gizeh gelegen. Auf die einen wirkt das sandsteinfarbende Geb\u00e4ude wie eine avantgardistische Ann\u00e4herung an die antiken Weltwunder &#8211; andere sagen, es habe von au\u00dfen den Charme einer \u00fcberdimensionierten Turnhalle.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Sicherheitskontrollen gleichen einem Flughafen und zeigen die Dimensionen des zu erwartenden Besucheransturms: Dutzende Vereinzelungsschranken nebeneinander. Hier k\u00f6nnen Busse mit internationalen Touristen abgefertigt werden &#8211; bis zu 15.000 Besucher t\u00e4glich sollen demn\u00e4chst hier ankommen.<\/p>\n<p>    Vorfreude auf ganze Er\u00f6ffnung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon die Verk\u00e4uferin an der Kasse freut sich auf die Er\u00f6ffnung &#8211; endlich, sagt sie. Nach rund 20 Jahren Bauzeit, Kosten in Milliardenh\u00f6he, wurde die offizielle Er\u00f6ffnung zuletzt immer wieder verschoben. Stattdessen gab es eine Teil-\u00d6ffnung &#8211; St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck konnten Besucher erst nur die gro\u00dfe Halle, dann den Treppenaufgang und zuletzt erste Galerien besuchen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Betreiber war diese Salami-Taktik hilfreich &#8211; rund 800 Besch\u00e4ftigte arbeiten t\u00e4glich in dem Riesengeb\u00e4ude. &#8222;Es ist eine sehr gro\u00dfe Herausforderung&#8220;, sagt Mirette el Sayyed von der Betreiberfirma des Museums. &#8222;Durch die sp\u00e4tere, portionsweise Er\u00f6ffnung hatten wir eine Vorbereitungszeit, den ersten Stresstest mit nur wenigen Besuchern.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jetzt schaue man gespannt auf den Tag, an dem das Publikum zum ersten Mal in das ganze Museum komme, sagt el Sayyed. &#8222;Da erwarten wir einen gro\u00dfen Ansturm, das h\u00e4lt uns nachts wach.&#8220;<\/p>\n<p>    Tempel der Exponate<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber eine breite Auffahrt aus im Sonnenlicht hell glei\u00dfendem Stein geht es zum Tempel der Exponate &#8211; das Dreiecksmotiv der nachempfundenen Pyramiden wiederholt sich dutzendfach in der riesigen Fassade. Die ersten Besucher des Tages, Briten, sie sind begeistert: &#8222;Sehr beeindruckend, vor allem die gro\u00dfe Treppe!&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hinter einem dreieckigen Vordach, wie ein Tor aus Alabaster, \u00f6ffnet sich die zentrale Halle des Museums. Der Blick in das Atrium raubt f\u00fcr einen Moment den Atem: Eine riesige Halle, so gro\u00df wie ein Hochhaus und mit monumentaler Imposanz &#8211; die 3.000 Jahre alte Kolossalstatue von Ramses II. wirkt mit ihren elf Metern H\u00f6he und 83 Tonnen Gewicht fast klein und bescheiden. Der Raum solle Ehrfurcht erzeugen, schreiben Reiseunternehmer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dutzende Fremdenf\u00fchrer tummeln sich mit ihren Gruppen in der gro\u00dfen Halle. Eine luftig-offene Deckenkonstruktion l\u00e4sst Licht in den Raum fallen und spendet dennoch Schatten, Ramses spiegelt sich in einem Wasserbecken. Der ganze Bau wirkt eher wuchtig als anmutig &#8211; ein moderner Palast, in dem man fast den Eindruck gewinnt, als wetteiferten Architektur und Exponate um die Gunst des Betrachters.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Touristen aus Deutschland und \u00d6sterreich sind beeindruckt: &#8222;Gigantisch&#8220;, findet eine Besucherin &#8211; &#8222;pomp\u00f6s&#8220;, kommentiert ihr Mann. Eine Touristin aus Berlin sagt, der Bau erinnere sie an den Potsdamer Platz und betont &#8222;eine architektonische Meisterleistung&#8220;. &#8222;Sehr modern, wie ein Flughafen, gar nicht wie ein Museum&#8220;, findet eine andere Besucherin.<\/p>\n<p>    Ort der Superlative<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine gro\u00dfe Freitreppe f\u00fchrt von der Halle aus zu den Galerien. Prachtvolle Exponate reihen sich hier auf, eine Statue \u00e4lter und wertvoller als die andere &#8211; ein Emporsteigen durch die Geschichte \u00c4gyptens. Es ist ein Ort der Superlative, dieses gr\u00f6\u00dfte Museum Afrikas: In den Galerien erwarten die Besucher auf einer halben Million Quadratmetern mehr als 100.000 verschiedene Exponate, darunter die ber\u00fchmte Tutanchamun-Sammlung. Gestaltet wurde die Ausstellung unter anderem von deutschen Architekten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Niemand kann die Kollektion \u00fcbertreffen, die man bei uns t\u00e4glich sehen kann&#8220;, sagt Mirette el Sayyed. &#8222;Die Galerien haben so eine gro\u00dfe Vielfalt von Artefakten &#8211; von Krokodil-Mumien bis zu Armreifen. Und nat\u00fcrlich die Tutanchamun-Kollektion mit mehr als 5.000 St\u00fccken, zum ersten Mal die ganze Kollektion an einem Ort.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und deswegen hat J\u00f6rg aus K\u00f6ln auf seinem Weg zum Badeurlaub am Roten Meer extra in Kairo stopp gemacht hat, um das neue Museum zu sehen: &#8222;Einfach mega beeindruckend&#8220;, findet er. &#8222;Allein schon von der Gr\u00f6\u00dfe, und was die hier angeschleppt haben an Sch\u00e4tzen. Ich finde es von der Architektur ein bisschen zu pyramidig, das Dreieck ist ja \u00fcberall.&#8220;<\/p>\n<p>    Stolz der Regierung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ralph aus dem Rheinland fehlt der Einblick in das Leben der einfachen Menschen neben den gro\u00dfen Pharaonen. Das gesamte Geb\u00e4ude f\u00fcr ihn: monumental, raumeinnehmend &#8211; geplant von den Pharaonen der Neuzeit sozusagen. \u00c4gyptens Regierung ist mehr als stolz auf das Gro\u00dfprojekt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und so mancher Besucher bemerkt doch den Unterschied zwischen der \u00e4rmlichen Bev\u00f6lkerung drau\u00dfen in den Vierteln vor dem Museum &#8211; und dem teuren Prunkbau. &#8222;Aus Kairo hierher gefahren sieht man nat\u00fcrlich auch die elendigen H\u00e4user teilweise&#8220;, so eine Besucherin aus Berlin. &#8222;Wenn man dann so etwas sieht, dann denkt man schon, wie kann das sein?&#8220;<\/p>\n<p>    Modernes Meisterwerk?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Begeistert sind die Besucher aus der ganzen Welt &#8211; denn das neue Museum kann sich im Gegensatz zu seinem etwas angestaubten Vorg\u00e4nger messen lassen mit den anderen ber\u00fchmten Museen weltweit &#8211; gut beschriftet, angenehm klimatisiert, ansprechend, sauber, sortiert w\u00fcrdigt es die Wunderwerke des alten \u00c4gyptens. Kairos modernes Meisterwerk ist tats\u00e4chlich fertig geworden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und wenn man, ganz oben auf der Freitreppe angekommen, den Blick aus der gro\u00dfen Glasfassade wirft, dann wird f\u00fcr einen Moment das ganze Museum leise, verschwinden die Besuchermassen, der Trubel und das Summen der Rolltreppen: Durch das Fenster schaut man auf das wahre Wunder der Architektur, das in kein noch so gro\u00dfes Museum passt &#8211; nur wenige 100 Meter entfernt und nach wie vor un\u00fcbertroffen majest\u00e4tisch: die Pyramiden von Gizeh.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio-319438.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Anna Osius, ARD Kairo, tagesschau, 01.11.2025 10:36 Uhr<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.11.2025 12:53 Uhr Nach langer Verz\u00f6gerung wird heute das Grand Egyptian Museum bei Kairo er\u00f6ffnet. 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