{"id":543692,"date":"2025-11-01T21:00:15","date_gmt":"2025-11-01T21:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/543692\/"},"modified":"2025-11-01T21:00:15","modified_gmt":"2025-11-01T21:00:15","slug":"wie-putins-kinderschutzbeauftragte-ihren-ukrainischen-adoptivsohn-umerzog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/543692\/","title":{"rendered":"Wie Putins Kinderschutzbeauftragte ihren ukrainischen Adoptivsohn umerzog"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mariupol-asow-stahlwerk-100.jpg\" alt=\"Ansicht von Mariupol, im Hintergrund das zerst\u00f6rte Asow-Stahlwerk.\" title=\"Ansicht von Mariupol, im Hintergrund das zerst\u00f6rte Asow-Stahlwerk. | Valery Melnikov\/Kommersant\/Sipa USA\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 01.11.2025 20:24 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die russische Kinderschutzbeauftragte pr\u00e4sentiert sich als Retterin ukrainischer Kinder. Sie hat selbst einen Jungen aus Mariupol adoptiert &#8211; und einen &#8222;Patrioten&#8220; geformt. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/markert-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stefanie Markert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stefanie-markert-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie inszeniert sich mit reiner Weste: Maria Lwowa-Belowa tr\u00e4gt nicht nur beim Besuch eines Kinderheims, sondern auch bei Interviews stets bl\u00fctenwei\u00dfe Kleider. Die 41-J\u00e4hrige ist die von Pr\u00e4sident Wladimir Putin eingesetzte russische Kinderschutzbeauftragte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor kurzem war sie Gast des regierungsfreundlichen Journalisten Wjatscheslaw Manutscharow in dessen Online-Format &#8222;Empatija Manuchi&#8220;. Empathie sei die Quintessenz der Sendung, die vor einem Kamin auch Arbeitsstress und Eheleben der Vorzeige-Frau bespricht.<\/p>\n<p>    &#8222;Das ist unser Kind&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Empathie beansprucht Lwowa-Belowa auch f\u00fcr ihr Handeln im Ukraine-Krieg, der in Russland offiziell als &#8222;milit\u00e4rische Spezialoperation&#8220; bezeichnet wird. In der Sendung berichtete sie von ihren Erlebnissen in der ukrainischen Stadt Mariupol: &#8222;Wir sammeln von dort Kinder ein, die unter Beschuss waren. Darunter ein 15-j\u00e4hriger Junge, Filipp. Meiner Familie habe ich gesagt: &#8218;Das ist unser Kind&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie erz\u00e4hlt nicht, wie die Kinder zwischen die Fronten gerieten: Mariupol wurde mit katastrophalen humanit\u00e4ren Folgen von der russischen Armee belagert, beschossen und schlie\u00dflich eingenommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Filipp habe schon mit zehn Jahren seine Mutter verloren, bei befreundeten Familien gewohnt und bei den Angriffen auf sich allein gestellt die russischen Soldaten gebeten, ihn in Sicherheit zu bringen &#8211; so erz\u00e4hlt es Lwowa-Belowa.<\/p>\n<p>    390 ukrainische Kinder zu &#8222;Pflegefamilien&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Flugzeug habe nach einem der Eins\u00e4tze 390 Kinder zu Pflegefamilien in Russland ausgeflogen, sagte die Ombudsfrau in einem anderen Interview. Sie habe die Kinder aus Mariupol sp\u00e4ter in einem Sanatorium bei Moskau getroffen, ihnen Kleidung und Telefone gekauft und Filipp vorgeschlagen, in ihre Familie zu kommen. Als f\u00fcnftes Adoptivkind neben f\u00fcnf leiblichen Kindern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Kinder seien &#8222;allesamt Patrioten&#8220;. Wie sie, die in der Provinzstadt Pensa geboren wurde und dort mit drei wesentlich j\u00fcngeren Geschwistern aufwuchs. In ihrer ersten ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit betreute sie verlassene Neugeborene. Sie lernt Musikp\u00e4dagogik. W\u00e4hrend Lwowa-Belowa Projekte f\u00fcr Kinder mit Behinderung in Pensa durchf\u00fchrt, siegt sie im F\u00fchrungskr\u00e4ftewettbewerb &#8222;Leader&#8220;. Sie wird j\u00fcngste Senatorin Russlands &#8211; dann folgt das Job-Angebot Putins.<\/p>\n<p>    Der Adoptivsohn provoziert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Vater ihrer leiblichen Kinder, einen Geistlichen, verl\u00e4sst sie f\u00fcr einen Oligarchen. Den lernt sie bei Hilfsg\u00fcterlieferungen f\u00fcr die Ostukraine kennen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Filipp hat unseren Familienzusammenhalt sehr erschwert. Er hatte ein posttraumatisches Syndrom und war durch die Schule lange negativ in seiner Haltung zu Russland beeinflusst worden. Er sagte, Moskau nerve ihn, er war\u00a0hysterisch. Ich habe ihn nachts getr\u00f6stet. Aber er wollte nicht in Russland leben, er liebe die Ukraine. Ich hab\u2018 ihm gesagt, er sei jetzt bei uns und m\u00fcsse seine Einstellung \u00e4ndern. Doch er las ukrainische Internet-Seiten, sang Lieder auf Ukrainisch. Er hat st\u00e4ndig provoziert, wollte zur\u00fcckgebracht werden. Ich solle nicht hoffen, dass sich was \u00e4ndere. Das war die Pubert\u00e4t.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So tut die Lwowa-Belowa den innersten Wunsch ihres Adoptivsohnes ab. Ausgerechnet der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes soll die Wende gebracht haben. &#8222;Einmal kam er zu mir und sagte: &#8218;Mama, sie schreiben hier \u00fcber Dich, Du w\u00fcrdest Kinder fressen und dass Du schrecklich bist&#8216;.&#8220; Er hat doch aber gesehen, wie ich in den Donbass fahre, dort keine Nacht schlafe. Und verstanden, dass es L\u00fcgen sind. Dann hat sich sein Bewusstsein langsam ver\u00e4ndert.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Jetzt ist Russland sein Zuhause&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ob ihr Adoptivsohn noch in die Ukraine wolle? Die Frau mit den blond gef\u00e4rbten Haaren lacht: &#8222;Nein, nein, wovon reden Sie. Er f\u00e4hrt einmal im Jahr nach Mariupol und sagt dort, er wolle nach Hause.&#8220; Und das ist jetzt Russland.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor einigen Monaten hat der Teenager mit Brille, Silberkettchen und schwarzem T-Shirt in der Sendung &#8222;Leader&#8220; einer kremltreuen Bloggerin vorgeschw\u00e4rmt, wie die Kinder aus Mariupol zum ersten Mal Fast Food einer bekannten Kette zu essen bekommen h\u00e4tten. Bestellt von Lwowa-Belowa.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er schildert seinen Weg so: &#8222;Ich hatte damals eine schlimme Depression. Ich bin ins Zimmer, habe geheult. Eine Viertelstunde sp\u00e4ter kam sie mich beruhigen. Sie ist mir eine echte Mama geworden, der beste Mensch, der mir passieren konnte. Sie hat so viel f\u00fcr mich getan, mir gesagt, sie habe mich nicht mit ihrem K\u00f6rper, sondern mit ihrem Herzen geboren. Ein magischer Mensch.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ich schaue auf Filipp und begreife, es war nicht umsonst. Er studiert an einem Jura-College, tr\u00e4umt davon, in den Sicherheitsorganen zu ermitteln oder Staatsanwalt zu werden, in der Justiz also, die unser Land liebt.&#8220;\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Lwowa-Belowa sieht sich als Retterin der Kinder<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Lwowa-Belowa lebt seit dem internationalen Haftbefehl rund um die Uhr mit Personenschutz. Die weltweiten Reisebeschr\u00e4nkungen wegen des Haftbefehls bezeichnet sie als Preis daf\u00fcr, &#8222;Retterin&#8220; der Kinder zu sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Interview bei &#8222;Empatija Manuchi&#8220; sagt sie, der Westen w\u00fcrde an &#8222;Mythen&#8220; festhalten, Russland bringe Kinder gewaltsam weg und erziehe sie um. Als h\u00e4tte sie nicht gerade selbst von Aufenthalt wider Willen und Umerziehung erz\u00e4hlt. Umso mehr, als sie unbeirrt sagt: &#8222;Ich bin bereit, dass noch 150 Mal zu wiederholen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00a0<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio-319624.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>Stefanie Markert, MDR, tagesschau, 01.11.2025 18:28 Uhr<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.11.2025 20:24 Uhr Die russische Kinderschutzbeauftragte pr\u00e4sentiert sich als Retterin ukrainischer Kinder. 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