{"id":543721,"date":"2025-11-01T21:16:16","date_gmt":"2025-11-01T21:16:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/543721\/"},"modified":"2025-11-01T21:16:16","modified_gmt":"2025-11-01T21:16:16","slug":"ermordung-rabins-1995-zehntausende-gedenken-in-tel-aviv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/543721\/","title":{"rendered":"Ermordung Rabins 1995: Zehntausende gedenken in Tel Aviv"},"content":{"rendered":"<p>Tel Aviv (dpa) &#8211; 30 Jahre nach dem Mord an Izchak Rabin haben Sch\u00e4tzungen israelischer Medien zufolge etwa 150.000 Menschen in Tel Aviv des fr\u00fcheren Ministerpr\u00e4sidenten gedacht. \u00abDas waren andere Zeiten, als F\u00fchrungskr\u00e4fte noch Verantwortung \u00fcbernahmen \u2013 in Worten und Taten. Verantwortung \u2013 genau das ist es, wonach sich Israel heute sehnt\u00bb, sagte der fr\u00fchere Generalstabschef Gadi Eisenkot unter dem Applaus der Teilnehmer auf dem zentralen Rabin-Platz. Er spielte damit auf die Kritik vieler Israelis an Regierungschef Benjamin Netanjahu an, der eine Verantwortung f\u00fcr Fehler im Zusammenhang mit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 verneint.<\/p>\n<p>Im Zentrum von Tel Aviv hatte ein j\u00fcdischer Fanatiker Rabin am 4. November 1995 erschossen, um territoriale Zugest\u00e4ndnisse an die Pal\u00e4stinenser zu verhindern. In Israel werden Gedenkveranstaltungen stets nach dem Datum im hebr\u00e4ischen Kalender abgehalten.<\/p>\n<p>Sch\u00fcsse auf Rabin trafen auch den Friedensprozess<\/p>\n<p>\u00abVor 30 Jahren, auf dem schrecklichen H\u00f6hepunkt einer hemmungslosen Hetzkampagne, ging Izchak Rabin die Treppe herunter, als ein verabscheuungsw\u00fcrdiger Attent\u00e4ter drei Kugeln abfeuerte, den Premierminister ermordete und den Friedensprozess zerst\u00f6rte\u00bb, erkl\u00e4rten die Organisatoren der Gedenkveranstaltung, wie die Zeitung \u00abTimes of Israel\u00bb schrieb. Oppositionsf\u00fchrer Jair Lapid \u00e4u\u00dferte sich \u00e4hnlich. \u00abDie drei Kugeln, die hier auf dem Platz abgefeuert wurden, sollten nicht nur einen Anf\u00fchrer t\u00f6ten, sondern eine Idee ausl\u00f6schen\u00bb, sagte Lapid.\u00a0<\/p>\n<p>Zwei-Staaten-L\u00f6sung inzwischen in gro\u00dfer Ferne<\/p>\n<p>Der 1993 vereinbarte Oslo-Friedensprozess mit den Pal\u00e4stinensern befand sich schon vor dem Attentat in der Krise. Dennoch markierte der Tod Rabins einen entscheidenden Einschnitt, der den Oslo-Friedensprozess politisch schwer besch\u00e4digte. Die von Rabin angestrebte Zwei-Staaten-L\u00f6sung gilt inzwischen als nur noch schwer realisierbar und wird von Netanjahu abgelehnt.<\/p>\n<p>Dem Mordanschlag war rechtsextreme Hetze vorangegangen. Netanjahu wird immer wieder vorgeworfen, damals zu dem politischen Klima beigetragen zu haben, das die Tat wahrscheinlicher machte. So sprach er einen Monat vor dem Attentat bei einer Demonstration in Jerusalem, bei der Protestierende Plakate hochhielten, auf denen Rabin mit einer Nazi-Uniform dargestellt wurde. \u00abRabins Ermordung war die direkte Folge von Polarisierung und Aufstachelung\u00bb, sagte Eisenkot.<\/p>\n<p>Der heutige rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir zeigte kurz vor der Ermordung Rabins in einem TV-Interview ein von der offiziellen Limousine des Regierungschefs abgebrochenes Emblem und drohte: \u00abWir k\u00f6nnen Rabin erreichen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Unter Netanjahu ist Israel immer weiter nach rechts ger\u00fcckt<\/p>\n<p>Ein Jahr nach dem Tod Rabins wurde Netanjahu dann erstmals Regierungschef. Er hat die Geschicke des Landes seitdem mit nur kurzen Unterbrechungen geleitet. Die israelische Gesellschaft ist w\u00e4hrenddessen kontinuierlich nach rechts ger\u00fcckt. Heute ist die am weitesten rechts stehende Regierung der israelischen Geschichte an der Macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tel Aviv (dpa) &#8211; 30 Jahre nach dem Mord an Izchak Rabin haben Sch\u00e4tzungen israelischer Medien zufolge etwa&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":543722,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,507,29,30,2989,411,8970,6000,1209,139],"class_list":{"0":"post-543721","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-demonstration","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-geschichte","13":"tag-israel","14":"tag-muenster","15":"tag-nahost","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-regierung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115476521580403933","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/543721","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=543721"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/543721\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/543722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=543721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=543721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=543721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}