{"id":543890,"date":"2025-11-01T22:56:15","date_gmt":"2025-11-01T22:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/543890\/"},"modified":"2025-11-01T22:56:15","modified_gmt":"2025-11-01T22:56:15","slug":"deutschland-kaempft-weiter-gegen-den-behoerdenfrust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/543890\/","title":{"rendered":"Deutschland k\u00e4mpft weiter gegen den Beh\u00f6rdenfrust"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sechs Monate nach Gr\u00fcndung des neuen Digitalministeriums bleibt die Verwaltung im analogen Zeitalter gefangen.<\/strong> Trotz massiver Anstrengungen unter Minister Karsten Wildberger rangiert die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft Europas nur auf Platz 21 von 27 EU-Staaten beim digitalen Fortschritt.<\/p>\n<p>Was das f\u00fcr B\u00fcrger und Unternehmen bedeutet? Endlose Papierberge, Warteschlangen in \u00c4mtern und ein Flickenteppich aus halbherzigen Online-L\u00f6sungen. Die Realit\u00e4t sieht ern\u00fcchternd aus: W\u00e4hrend Nachbarl\u00e4nder l\u00e4ngst ihre Verwaltung digitalisiert haben, k\u00e4mpft Deutschland noch immer mit den Grundlagen.<\/p>\n<p>Das Ausma\u00df des Problems wird bei einem Blick auf die Zahlen deutlich: Das Onlinezugangsgesetz von 2017 sollte bis Ende 2022 insgesamt 575 wichtige Verwaltungsleistungen digital verf\u00fcgbar machen. Das Ziel wurde grandios verfehlt.<\/p>\n<p>Ende 2025 pr\u00e4sentiert sich die Lage als \u201cFlickenteppich\u201d, wie Experten es nennen. Hunderte von Dienstleistungen sind bundesweit noch nicht digital verf\u00fcgbar. Wer etwa ein Auto anmelden oder Elterngeld beantragen m\u00f6chte, erlebt je nach Bundesland v\u00f6llig unterschiedliche Erfahrungen.<\/p>\n<p>Die Ursachen liegen tief: Deutschlands komplexer F\u00f6deralismus mit 16 Bundesl\u00e4ndern, unterschiedliche IT-Landschaften in den Kommunen und eine \u00fcber Jahrzehnte gewachsene Zettelwirtschaft blockieren einheitliche L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Neustart mit zentraler Strategie<\/p>\n<p>Im Mai 2025 zog die Bundesregierung die Notbremse: Sie gr\u00fcndete das Bundesministerium f\u00fcr Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung und holte mit Karsten Wildberger einen Manager aus der Privatwirtschaft als Minister.<\/p>\n<p>Die Botschaft war klar: Schluss mit der Zersplitterung der Zust\u00e4ndigkeiten. Das neue Ministerium b\u00fcndelt alle wichtigen IT-Projekte des Bundes und entwickelt einheitliche Standards f\u00fcr digitale Dienste.<\/p>\n<p><strong>Das Herzst\u00fcck der neuen Strategie: die BundID.<\/strong> Dieses zentrale B\u00fcrgerkonto soll als digitaler Schl\u00fcssel f\u00fcr alle Beh\u00f6rdeng\u00e4nge fungieren. Einmal anmelden, alle Dienste nutzen \u2013 von der Steuererkl\u00e4rung bis zum Arbeitslosengeld.<\/p>\n<p>BundID: Hoffnungstr\u00e4ger mit Anlaufschwierigkeiten<\/p>\n<p>Die Zahlen zeigen das Dilemma: Von \u00fcber 84 Millionen Deutschen haben bisher nur 4,9 Millionen eine aktive BundID eingerichtet. Immerhin verdoppelten sich die Anmeldungen im vergangenen Jahr.<\/p>\n<p>Die BundID verspricht einiges: Antr\u00e4ge werden automatisch mit pers\u00f6nlichen Daten ausgef\u00fcllt, ein sicheres digitales Postfach ersetzt den Papierkrieg mit den \u00c4mtern. Wer die h\u00f6chste Sicherheitsstufe nutzen will, authentifiziert sich \u00fcber die Online-Funktion des Personalausweises.<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen plant die Regierung eine radikale Wende: Binnen f\u00fcnf Jahren sollen alle bundesweiten Verwaltungsleistungen <strong>ausschlie\u00dflich<\/strong> digital angeboten werden. Schluss mit parallelen Papierverfahren.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ischer Druck treibt den Wandel<\/p>\n<p>Deutschland steht nicht nur innenpolitisch unter Zugzwang. Die EU-Kommission hat klare Ziele f\u00fcr die \u201cDigitale Dekade\u201d ausgegeben \u2013 und Deutschland hinkt deutlich hinterher.<\/p>\n<p>Besonders spannend wird die geplante Verkn\u00fcpfung der BundID mit der kommenden Europ\u00e4ischen Digitalen Identit\u00e4t. Deutsche B\u00fcrger sollen k\u00fcnftig ihre digitale ID nahtlos in allen EU-Mitgliedstaaten nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Steiniger Weg zur digitalen Verwaltung<\/p>\n<p>Minister Wildberger und sein Team stehen vor einer Mammutaufgabe: Sie m\u00fcssen nicht nur Technik implementieren, sondern auch einen Kulturwandel in einer der konservativsten Verwaltungen Europas durchsetzen.<\/p>\n<p>Das ehrgeizige Ziel: Neue Gesetze sollen k\u00fcnftig von Beginn an digital gedacht werden. B\u00fcrokratieabbau und vereinfachte Verfahren sollen den Weg ebnen.<\/p>\n<p>Ob die Deutschen bald ihre Beh\u00f6rdeng\u00e4nge so einfach erledigen k\u00f6nnen wie Online-Banking? Die n\u00e4chsten Jahre werden zeigen, ob der Neustart gelingt oder Deutschland weiter im digitalen Mittelfeld verharrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sechs Monate nach Gr\u00fcndung des neuen Digitalministeriums bleibt die Verwaltung im analogen Zeitalter gefangen. 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