{"id":544480,"date":"2025-11-02T04:45:13","date_gmt":"2025-11-02T04:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/544480\/"},"modified":"2025-11-02T04:45:13","modified_gmt":"2025-11-02T04:45:13","slug":"niedersachsen-bremen-migration-kriminalitaet-und-angst-was-die-statistik-zeigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/544480\/","title":{"rendered":"Niedersachsen &#038; Bremen: Migration, Kriminalit\u00e4t und Angst \u2013 was die Statistik zeigt"},"content":{"rendered":"<p>                    Niedersachsen &amp; Bremen<br \/>\n                Migration, Kriminalit\u00e4t und Angst \u2013 was die Statistik zeigt<\/p>\n<p>\t\t\t\t              02.11.2025, 05:32 Uhr<\/p>\n<p><strong>Menschen in Niedersachsen f\u00fchlen sich im \u00f6ffentlichen Raum manchmal unsicher \u2013 obwohl die Kriminalit\u00e4tsrate unter dem Bundesschnitt liegt. Was die Polizei dazu sagt und was Migration damit zu tun hat.<\/strong><\/p>\n<p>Hannover (dpa\/lni) &#8211; Nach den &#8222;Stadtbild&#8220;-\u00c4u\u00dferungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist die \u00f6ffentliche Debatte um Migration und ihre Auswirkungen auf die innere Sicherheit neu entfacht. W\u00e4hrend Kritiker in den Merz-Worten eine pauschale Stigmatisierung von Menschen mit Migrationsgeschichte und eine Ankn\u00fcpfung an rechte Narrative sehen, begr\u00fc\u00dfen Bef\u00fcrworter, dass der Kanzler Probleme bei irregul\u00e4rer Migration und Kriminalit\u00e4t offen anspricht.<\/p>\n<p>Forscher: Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalit\u00e4t<\/p>\n<p>Aus Sicht von Michael Windzio, der Professor f\u00fcr Migration und Stadtforschung am Institut f\u00fcr Soziologie der Universit\u00e4t Bremen ist, sollte man einen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalit\u00e4t nicht prinzipiell abstreiten. Asylantragsteller aus Nordafrika seien etwa in der Polizeilichen Kriminalstatistik f\u00fcr Niedersachsen bei den Tatverd\u00e4chtigen stark \u00fcberrepr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des Wissenschaftlers liegt das jedoch haupts\u00e4chlich an der sogenannten &#8222;sozialen Selektivit\u00e4t der Migration&#8220;. Das bedeutet: Bestimmte Gruppen von Ausl\u00e4ndern haben einen gr\u00f6\u00dferen Anreiz zur Einwanderung nach Deutschland als andere. Das gelte etwa f\u00fcr die kleine Teilgruppe junger M\u00e4nner in Nordafrika, die bereits im Herkunftsland kriminell aktiv waren oder sich sogar der Strafverfolgung entziehen wollten.<\/p>\n<p>Kriminelle Aktivit\u00e4ten hier ertragreicher als im Herkunftsland<\/p>\n<p>&#8222;Wie die meisten Menschen sind nat\u00fcrlich auch junge kriminelle Nordafrikaner rationale Akteure, wenn es um derartigen Migrationsentscheidungen geht&#8220;, sagte der Forscher. Beg\u00fcnstigende Faktoren seien etwa Kontakte zu Verwandten, Freunden oder Bekannten im Zielland. Zudem seien kriminelle Aktivit\u00e4ten im &#8222;reichen Deutschland&#8220; ertragreicher als im Herkunftsland, und auch der Strafvollzug sei oft weniger belastend.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem ist aus Sicht von Windzio, dass Migranten nach einer Ablehnung ihres Asylantrags h\u00e4ufig nicht ausreisen. Etwa die H\u00e4lfte der Antr\u00e4ge werde abgelehnt. &#8222;Es gibt also zahlreiche ausreisepflichtige Personen, f\u00fcr die kein Anreiz f\u00fcr eine Integration besteht&#8220;, sagte der Forscher.<\/p>\n<p>Innenministerin: Gef\u00fchlte Unsicherheit gr\u00f6\u00dfer als tats\u00e4chliche<\/p>\n<p>Nach Ansicht der nieders\u00e4chsischen Innenministerin Daniela Behrens (SPD) weicht das Sicherheitsgef\u00fchl vieler Menschen von der Realit\u00e4t ab. &#8222;Viele glauben, dass man heute kaum noch vor die T\u00fcr gehen kann, ohne Opfer von Kriminalit\u00e4t zu werden&#8220;, sagte sie.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sei die Kriminalit\u00e4t seit den 1990er Jahren deutlich gesunken, selbst 2006 sei die Belastung h\u00f6her gewesen. &#8222;Zur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch: Die Gewaltkriminalit\u00e4t ist zuletzt gestiegen, vor allem bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die pers\u00f6nliche Freiheit&#8220;, sagte Behrens weiter.<\/p>\n<p>Aktuelle PKS zeigt leichten R\u00fcckgang der Gesamtkriminalit\u00e4t\u00a0<\/p>\n<p>Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) verweist auf die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik f\u00fcr 2024, die einen leichten R\u00fcckgang der Gesamtkriminalit\u00e4t zeigt. Das Niveau liege unter dem Zehnjahresdurchschnitt und weit unter den H\u00f6chstst\u00e4nden der 1990er Jahre. Die Gewaltkriminalit\u00e4t nehme aber weiter zu, darunter Rohheitsdelikte, Straftaten gegen die pers\u00f6nliche Freiheit und h\u00e4usliche Gewalt. Eigentumsdelikte wie Einbr\u00fcche und Diebst\u00e4hle gingen dagegen zur\u00fcck, so das Innenministerium.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Gesamtkriminalit\u00e4t f\u00e4llt regional unterschiedlich aus. In Hannover seien die Fallzahlen in der stark besuchten Innenstadt zuletzt leicht zur\u00fcckgegangen, wie die dortige Polizei erkl\u00e4rte. Im Zust\u00e4ndigkeitsbereich G\u00f6ttingen hingegen stiegen die registrierten Straftaten in den vergangenen Jahren, ebenso die Zahl der Gewaltdelikte.\u00a0<\/p>\n<p>K\u00f6rperverletzungs-, Raub- und Rauschgiftdelikte bei Dunkelheit<\/p>\n<p>In mehreren St\u00e4dten wurden nach Einbruch der Dunkelheit vor allem K\u00f6rperverletzungs-, Raub- und Rauschgiftdelikte festgestellt. Die Polizei Osnabr\u00fcck verwies au\u00dferdem auf alkohol- und drogenbedingte Gewaltdelikte. Taschen- und Handydiebst\u00e4hle treten laut Polizei Oldenburg vor allem an belebten Orten auf.<\/p>\n<p>Mehrere Polizeien nannten Bahnhofsbereiche, Party-Hotspots und schlecht einsehbare Wege als besonders von Kriminalit\u00e4t belastete Orte. Laut Polizei L\u00fcneburg bieten etwa schlecht beleuchtete und wenig besuchte Orte wie Parks, Unterf\u00fchrungen, abgelegene Fu\u00dfwege, Parkh\u00e4user, Hinterh\u00f6fe oder einsame Haltestellen potenziellen T\u00e4tern angesichts fehlender sozialer Kontrolle g\u00fcnstige Bedingungen.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Innenministeriums ist in bestimmten Bereichen ein deutlicher Anstieg der Kriminalit\u00e4t zu verzeichnen, etwa bei Gewaltdelikten. Hier stieg demnach besonders die Gewalt gegen Einsatzkr\u00e4fte wie Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr. Auch bei h\u00e4uslicher Gewalt in Partnerschaft und Familie gab es eine Zunahme. Dagegen sei Eigentumskriminalit\u00e4t wie Wohnungseinbruch und Diebstahl r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Innenministerium: &#8222;Wir leben in einem sehr sicheren Bundesland&#8220;<\/p>\n<p>Studien zeigen jedoch laut Innenministerium: Menschen k\u00f6nnen sich auch in objektiv sicheren Regionen unsicher f\u00fchlen \u2013 etwa aufgrund medialer Berichterstattung, pers\u00f6nlicher Erfahrungen oder sozialer Faktoren. &#8222;Besonders vulnerable Gruppen, darunter Frauen und \u00e4ltere Menschen, empfinden h\u00e4ufiger Unsicherheit, obwohl sie statistisch seltener Opfer von Straftaten werden&#8220;, hei\u00dft es vom Ministerium.\u00a0<\/p>\n<p>Das Innenministerium sieht generell keinen Grund f\u00fcr \u00fcberm\u00e4\u00dfige Furcht. &#8222;Grunds\u00e4tzlich kann f\u00fcr Niedersachsen festgehalten werden, dass wir in einem sehr sicheren Bundesland leben. Die Kriminalit\u00e4tsbelastung liegt seit Jahren konsequent unter dem Bundesschnitt&#8220;, sagte ein Sprecher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Niedersachsen &amp; Bremen Migration, Kriminalit\u00e4t und Angst \u2013 was die Statistik zeigt 02.11.2025, 05:32 Uhr Menschen in Niedersachsen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":544481,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[18929,2420,3364,29,30,1584,382,1411,924],"class_list":{"0":"post-544480","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-angst","9":"tag-bremen","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-kriminalitaet","14":"tag-migration","15":"tag-niedersachsen","16":"tag-statistik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115478287172910017","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/544480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=544480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/544480\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/544481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=544480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=544480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=544480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}