{"id":544634,"date":"2025-11-02T06:20:17","date_gmt":"2025-11-02T06:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/544634\/"},"modified":"2025-11-02T06:20:17","modified_gmt":"2025-11-02T06:20:17","slug":"wenn-aus-asche-ein-gedenkdiamant-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/544634\/","title":{"rendered":"Wenn aus Asche ein Gedenkdiamant wird"},"content":{"rendered":"<p class=\"ar-p\"><strong>Mainz\/Idar-Oberstein.<\/strong> Nach dem Tod eines geliebten Menschen etwas von ihm zu behalten: Das w\u00fcnschen sich viele Angeh\u00f6rige. Eine M\u00f6glichkeit ist, Diamanten aus der Asche des Verstorbenen fertigen zu lassen, die man dann an Ring, Armband oder Kette immer bei sich tragen kann.\u00a0<\/p>\n<p>AdUnit Mobile_Pos2<\/p>\n<p>AdUnit Content_1<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Die Bestattungskultur ist seit Jahren im Wandel und die Formen werden immer vielf\u00e4ltiger. Auch in Deutschland. Bisher waren Gedenkdiamanten aus der Asche von verstorbenen Menschen hier nicht erlaubt. Vor wenigen Wochen haben zwei Bundesl\u00e4nder diese Bestattungsform in neu gefassten Gesetzen legalisiert: Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Demnach kann ein kleiner Teil der Totenasche zur w\u00fcrdevollen Nutzung oder Weiterverarbeitung in Erinnerungsst\u00fccken entnommen und verwendet werden, hei\u00dft es. In Sachsen-Anhalt sind maximal f\u00fcnf Gramm der Asche eines Toten festgelegt, um etwa daraus einen k\u00fcnstlichen Diamanten herzustellen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"ar-p\">\u00abHaupts\u00e4chlich geht es dabei darum, den Verstorbenen auf diese Weise n\u00e4her bei sich zu behalten\u00bb, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer vom Bestatterverband Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Christian J\u00e4ger. Die Nachfrage sei bisher konstant und liege im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Ob sie mit den neuen Gesetzen zunehmen werde, sei schwer zu sagen.<\/p>\n<p>Herstellung ist aufwendig und teuer<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Die Herstellung eines Diamanten aus Asche sei mit hohem Arbeits- und Zeitaufwand verbunden, sagt der Kulturbeauftragte des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, Simon J. Walter, in D\u00fcsseldorf. Und: je mehr Karat, desto teurer. Die Kosten beliefen sich auf mehrere tausend Euro, wobei der Einstiegspreis in der Regel bei circa 4.000 Euro liege.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Und wie geht es? Zun\u00e4chst wird aus der Asche Kohlenstoff extrahiert, wie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft in Idar-Oberstein, Tom Stephan, erkl\u00e4rt. Der Kohlenstoff wird zu Graphit umgewandelt und mit einem Keimkristall versetzt. Das wird hohen Temperaturen und hohem Druck ausgesetzt: Es kommt zum Wachstum von synthetischen Diamanten. Je nach gew\u00fcnschter Gr\u00f6\u00dfe k\u00f6nne das einige Tage bis mehrere Wochen dauern.<\/p>\n<p>In zwei Bundesl\u00e4ndern ist es erlaubt, einen Teil der Totenasche zu einem Diamanten zu verarbeiten. (Archivbild) \u00a9\u00a0picture alliance<\/p>\n<p class=\"ar-p\">F\u00fcr einen solchen Erinnerungsdiamanten brauche es einiges an Kohlenstoff. \u00abDas Fragliche ist immer, ob aus der Asche gen\u00fcgend extrahiert werden kann\u00bb, sagt der Experte. Es k\u00f6nne also sein, dass im Prozess noch Kohlenstoff hinzugef\u00fcgt werden m\u00fcsse. Die Hersteller wiesen auch darauf hin.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">\u00abAber ungeachtet dessen: Wenn es im Trauerprozess hilft und der synthetische Diamant eine tolle Erinnerung an den Verstorbenen ist, ist es schon etwas Besonderes. Ich gehe schon davon aus, dass die Nachfrage da ist\u00bb, sagt Stephan. Ein Diamant stehe f\u00fcr die Ewigkeit. \u00abNichts ist h\u00e4rter als der Diamant.\u00bb<\/p>\n<p>Anbieter in der Schweiz und \u00d6sterreich<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Auch vor der \u00c4nderung des Bestattungsgesetzes habe man einen solchen Gedenkdiamanten bekommen k\u00f6nnen, sagt Nico Schmidt vom Bestattungshaus Martin Loch im rheinland-pf\u00e4lzischen Trier. Man habe die Aschenkapsel zum Beispiel in die Schweiz geschickt, wo es Unternehmen daf\u00fcr gebe.\u00a0<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Dort sei dann ein Teil der Asche entnommen, zum Schmuckst\u00fcck gefertigt und zur\u00fcckgeschickt worden. Mit der Legalisierung d\u00fcrfe man nun in Rheinland-Pfalz einen Teil der Asche entnehmen und ihn an die Anbieter schicken \u2013 und m\u00fcsse nicht mehr die komplette Urne schicken. Er sch\u00e4tzt die Nachfrage wegen der hohen Kosten gering ein. Und: Der Rest der Asche m\u00fcsse trotzdem noch beigesetzt werden.\u00a0<\/p>\n<p>Schmuckst\u00fccke mit Fingerabdruck des Verstorbenen<br \/>\n\u00d6fter nachgefragt werden Schmuckst\u00fccke mit dem Fingerabdruck des Verstorbenen. (Archivbild) \u00a9\u00a0Harald Tittel<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Was oft vorkomme, sei Schmuckst\u00fccke mit dem Fingerabdruck des Verstorbenen anfertigen zu lassen, sagt Schmidt. Man nehme den Abdruck in Spezialwachs. Es gebe Hersteller, die gravierten die Abdr\u00fccke dann entweder in neue Schmuckst\u00fccke oder in Schmuck, den man schon habe.\u00a0<\/p>\n<p class=\"ar-p\">\u00abEs ist einfach etwas, was bleibt\u00bb, sagt Bestatterin Ulrike Grandjean. Auch sie habe oft Anfragen nach Schmuckst\u00fccken mit Fingerabdruck. Das sei deutlich g\u00fcnstiger als ein Diamant, den man auch aus Haaren herstellen lassen k\u00f6nnte, sagt sie. Generell wichtig sei es, in Verf\u00fcgungen beim Bestatter festzuhalten, was nach dem Tod passieren soll.\u00a0<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Auch mit der Asche: Es m\u00fcsse genau geregelt sein, wer einen Teil zur Fertigung eines Schmuckst\u00fccks bekomme, sagt Grandjean, die auch stellvertretende Vorsitzende des Bestatterverbands Rheinland-Pfalz ist. Mit dem neuen Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz kann die Asche jetzt auch im Garten verstreut werden.\u00a0<\/p>\n<p>Diese Schmuckst\u00fccke sind g\u00fcnstiger als k\u00fcnstliche Diamanten. (Archivbild) \u00a9\u00a0Harald Tittel<br \/>\nDiamant \u00abaus der Asche der Oma\u00bb?<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Sp\u00e4ter k\u00f6nne nicht mehr nachgewiesen werden, ob ein k\u00fcnstlicher Diamant mit der Asche des Verstorbenen hergestellt wurde oder nicht, sagt Edelstein-Experte Stephan. Er habe schon F\u00e4lle im Labor gehabt, da h\u00e4tten Enkel wissen wollen, ob ein Diamant \u00abaus der Asche der Oma\u00bb hergestellt worden sei. \u00abWir k\u00f6nnen nur nachweisen, dass da Kohlenstoff drin ist wie in jedem synthetischen Diamanten.\u00bb<\/p>\n<p>Laut Bestatterverband geht es vor allem darum, den Verstorbenen n\u00e4her bei sich zu behalten. (Archivbild) \u00a9\u00a0Harald Tittel<\/p>\n<p class=\"ar-p\">K\u00fcnstlich hergestellte Diamanten seien generell auf dem Vormarsch. \u00abEs gibt sie erst seit wenigen Jahren in Schmuckqualit\u00e4t und g\u00fcnstig\u00bb, sagt er. Der H\u00e4ndlerpreis f\u00fcr ein Karat liege bei um die 120 Euro. \u00abDie Nachfrage ist sehr hoch, weil quasi jetzt jeder Diamanten tragen kann.\u00bb<\/p>\n<p class=\"ar-p\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:251102-930-238240\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mainz\/Idar-Oberstein. 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