{"id":545529,"date":"2025-11-02T15:01:12","date_gmt":"2025-11-02T15:01:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/545529\/"},"modified":"2025-11-02T15:01:12","modified_gmt":"2025-11-02T15:01:12","slug":"drohnenabwehr-flughafen-berlin-brandenburg-viel-alarm-wenig-drohnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/545529\/","title":{"rendered":"Drohnenabwehr \u2013 Flughafen Berlin-Brandenburg: Viel Alarm, wenig Drohnen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img313474\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/313474.jpeg\" alt=\"Am Flughafen BER gab es 2025 f\u00fcnf Drohnenvorf\u00e4lle, die den Flugverkehr behinderten.\"\/><\/p>\n<p>Am Flughafen BER gab es 2025 f\u00fcnf Drohnenvorf\u00e4lle, die den Flugverkehr behinderten.<\/p>\n<p>Foto: picture alliance\/dpa\/Christophe Gateau<\/p>\n<p>Am Freitagabend sorgte die Sichtung einer Drohne am Flughafen BER f\u00fcr St\u00f6rungen: Knapp zwei Stunden lang wurde der Flugverkehr in Sch\u00f6nefeld eingestellt. Eine Reihe von Fl\u00fcgen musste umgeleitet werden, einer fiel komplett aus. Nach Mitternacht lief der Betrieb aber wieder normal.<\/p>\n<p>Innensenatorin Iris Spranger (SPD) reagierte umgehend: \u00bbIch begr\u00fc\u00dfe die Initiative auf Bundesebene in Bezug auf die Drohnenabwehr. Ich bef\u00fcrworte die Einrichtung eines zentralen Drohnenabwehrzentrums\u00ab, teilte sie auf dpa-Anfrage mit. Berlin habe die Dringlichkeit fr\u00fch erkannt und bereits im Kontext der Uefa Euro 2024 Abwehrtechnik beschafft. Weitere Anschaffungen w\u00fcrden folgen.<\/p>\n<p>Die Aufregung kontrastiert allerdings mit Zahlen, die der Senat erst einen Tag zuvor ver\u00f6ffentlichte. In einer <a href=\"https:\/\/pardok.parlament-berlin.de\/starweb\/adis\/citat\/VT\/19\/SchrAnfr\/S19-24074.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antwort<\/a> auf eine schriftliche Anfrage vom 23. Oktober wird deutlich: Von einer Zunahme von Drohnenvorf\u00e4llen kann in Berlin nicht die Rede sein.<\/p>\n<p>Die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Luftverkehrsgesetz im Hinblick auf \u00bbGefahrenlagen\u00ab mit Drohnen bewegt sich der Antwort zufolge seit Jahren auf \u00e4hnlichem Niveau: 2020 waren es 50 F\u00e4lle, 2021 sank die Zahl auf 39, stieg 2022 auf 70, fiel 2023 auf 56 und lag 2024 bei 68 F\u00e4llen. Dieses Jahr wurden mit Stand Oktober 46 Verfahren registriert.<\/p>\n<p>Diesen Trend best\u00e4tigt auch die Deutsche Flugsicherung: In ihrem fortlaufenden Report zu Behinderungen durch Drohnenfl\u00fcge in Berlin wurden in diesem Jahr bislang f\u00fcnf Vorf\u00e4lle erfasst. Im vergangenen Jahr waren es 20.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbIch bef\u00fcrworte die Einrichtung eines zentralen Drohnenabwehrzentrums.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nIris Spranger\u2003Berliner Innensenatorin (SPD)<\/p><\/blockquote>\n<p>Besonders aufschlussreich: Drohnen\u00fcberfl\u00fcge \u00fcber kritische Infrastruktur werden in Berlin erst seit Januar 2025 strukturiert erfasst. Bis zum 9. Oktober gab es in diesem Jahr gerade einmal zwei solcher Sichtungen \u00fcber Kritis-Einrichtungen. Der Vorfall am BER w\u00e4re damit der dritte Fall.<\/p>\n<p>Auch die Zahlen der ermittelten Tatverd\u00e4chtigen mahnen zur Gelassenheit: 2020 waren es 40 Personen, 2021 33, 2022 61, 2023 45 und 2024 62. Bis Anfang Oktober 2025 wurden 40 Tatverd\u00e4chtige erfasst. Daraus lie\u00dfe sich schlie\u00dfen: Ein Gro\u00dfteil der Vorf\u00e4lle wird von der Polizei aufgekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Der Senat selbst beschreibt in der Antwort die Lage differenziert: \u00bbDie im gesamten Bundesgebiet und dem europ\u00e4ischen Ausland in der letzten Zeit verst\u00e4rkt festgestellten Drohnensichtungen stellen f\u00fcr die Sicherheitsbeh\u00f6rden in Berlin eine ernstzunehmende Herausforderung dar, wenngleich es in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesl\u00e4ndern nur in sehr geringem Ausma\u00df zu Drohnensichtungen gekommen ist.\u00ab<\/p>\n<p>Zu der steigenden Zahl solcher bundesweiten Vorf\u00e4lle muss allerdings auch der Bestand an kleinen handels\u00fcblichen Drohnen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194578.polizei-und-militaer-drohnenalarm-ueber-deutschland.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ins Verh\u00e4ltnis gesetzt werden<\/a>. Dieser hat sich in den letzten vier Jahren in etwa verdoppelt.<\/p>\n<p>Ungeachtet der Zahlen will Berlin die rechtlichen Grundlagen zur Drohnenabwehr \u00e4ndern. Eine Sprecherin der Innenverwaltung teilte mit, das Abgeordnetenhaus berate derzeit eine Erg\u00e4nzung des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG). Danach solle eine spezialgesetzliche Regelung geschaffen werden, die Drohnendetektion und -abwehr regelt. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194574.drohnen-deutschland-sucht-die-abwehrstrategie.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der j\u00fcngste Vorsto\u00df des Bundesinnenministeriums<\/a> zum B\u00fcndeln von Kompetenzen aus Bund und L\u00e4ndern und M\u00f6glichkeiten auch zur milit\u00e4rischen Intervention sei zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Polizei Berlin verf\u00fcgt nach eigenen Angaben bereits \u00fcber eine entsprechende Technik zur Detektion, Verifikation sowie zur Abwehr von unkooperativen unbemannten Luftfahrtsystemen. Vor einigen Jahren musste sich die Landeshauptstadt hierzu bei einer Drohnenaktion des Seebr\u00fccke-Netzwerks noch <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/anti-terror-drohnenabwehr-erfolgloser-einsatz-gegen-seebruecke-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sch\u00fctzenhilfe beim BKA holen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Flughafen BER gab es 2025 f\u00fcnf Drohnenvorf\u00e4lle, die den Flugverkehr behinderten. 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