{"id":546383,"date":"2025-11-02T23:15:46","date_gmt":"2025-11-02T23:15:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/546383\/"},"modified":"2025-11-02T23:15:46","modified_gmt":"2025-11-02T23:15:46","slug":"die-rezession-in-der-leipziger-wirtschaftsregion-dauert-an-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/546383\/","title":{"rendered":"Die Rezession in der Leipziger Wirtschaftsregion dauert an \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Wie schnell kann sich eigentlich die Stimmung in der Wirtschaft drehen? Politiker tun ja gern so, als m\u00fcssten sie nur einen \u201eHerbst der Reformen\u201c ank\u00fcndigen, und schon springen die Maschinen wieder an, machen die Unternehmen gute Gesch\u00e4fte, stellen Leute ein und der Konsum kommt im Fahrt. Aber dass das so nicht funktioniert, erlebt die deutsche Wirtschaft ja gerade.<\/p>\n<p>Von wirklichen Reformen ist auch seit Herbstbeginn nichts zu sehen. Und die Stimmung in der Leipziger Wirtschaft bleibt flau, wie die IHK in ihrer j\u00fcngsten Umfrage feststellen muss.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/00c3b7410ecc4e86a42b18c283b0ae21.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2025\/11\/1\"\/><\/p>\n<p>Oder gleich mit den Worten aus der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig: \u201eDie Situation der gewerblichen Wirtschaft im IHK-Bezirk Leipzig bleibt im Herbst 2025 angespannt. Die Lage hat sich nicht verbessert und die Gesch\u00e4ftserwartungen der Unternehmen haben sich sogar sp\u00fcrbar verschlechtert. Der IHK-Gesch\u00e4ftsklima-Index f\u00e4llt entsprechend um vier auf 105 Punkte. Damit ist die leichte Stimmungsaufhellung aus dem Fr\u00fchjahr schnell wieder verflogen.\u201c<\/p>\n<p>Die Stimmungsaufhellung ging ja bekanntlich mit dem Amtsantritt von Friedrich Merz und dem angek\u00fcndigten 500-Milliarden-Euro-Sonderverm\u00f6gen einher. Das Versprechen, dass der Staat damit endlich wieder gro\u00dffl\u00e4chig ins Investieren k\u00e4me, schuf ein kleines Hoffnungsfeuerwerk. Aber das ist ein halbes Jahr sp\u00e4ter wieder gr\u00fcndlich verpufft.<\/p>\n<p>Erneuerbare Energien und B\u00fcrokratieabbau<\/p>\n<p>\u201eDie Ergebnisse der Konjunkturumfrage zeigen deutlich: Von einer echten Trendwende kann keine Rede sein. Die Unternehmen k\u00e4mpfen weiterhin mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und fehlenden Reformen. Die heutigen Unternehmensbesuche gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten aus der Region waren ein Realit\u00e4tscheck f\u00fcr die Politik. Sie haben gezeigt: Wir brauchen endlich entschlossene Schritte, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Wirtschaft zu sichern\u201c, kommentierte Kristian Kirpal, Pr\u00e4sident der IHK zu Leipzig, die Ergebnisse der Unternehmensbefragung.<\/p>\n<p>\u201eDazu geh\u00f6ren eine sp\u00fcrbare Senkung der Energiepreise durch den Ausbau erneuerbarer Energien, eine dauerhafte Reduzierung der Netzentgelte, der effiziente Ausbau der Energieinfrastruktur f\u00fcr Strom und Wasserstoff sowie die R\u00fcckf\u00fchrung des Energieeffizienzgesetzes auf EU-Niveau.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/geschaeftsklima.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-638079 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/geschaeftsklima.jpg\" alt=\"Die Entwicklung des Gesch\u00e4ftsklima-Index im IHK-Bezirk Leipzig. Grafik: IHK zu Leipzig\" width=\"2250\" height=\"895\"  \/><\/a>Die Entwicklung des Gesch\u00e4ftsklima-Index im IHK-Bezirk Leipzig. Grafik: IHK zu Leipzig<\/p>\n<p>Zur St\u00e4rkung der Industrie seien vor allem der Abbau globaler Handelshemmnisse wichtig, eine vorzeitige Absenkung der K\u00f6rperschaftsteuer ab sp\u00e4testens 2027, die Abschaffung \u00fcberzogener EU-Vorgaben wie der Lieferkettenrichtlinie und der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie eine aktive Ansiedlungs- und Akzeptanzpolitik, so Kirpal.<\/p>\n<p>\u201eSchlie\u00dflich brauchen wir einen echten B\u00fcrokratieabbau: ein Belastungsmoratorium nach dem Prinzip\u00a0\u201aone in, one out\u2018 auch auf EU-Ebene, fl\u00e4chendeckende Praxis-Checks f\u00fcr neue Gesetze, keine zus\u00e4tzlichen Vergabekriterien auf Bundes- oder Landesebene und ein Verbot, EU-Regeln national zu versch\u00e4rfen. Nur so schaffen wir wieder Vertrauen, Planungssicherheit und Wachstumsimpulse f\u00fcr unsere regionale Wirtschaft.\u201c<\/p>\n<p>An der Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig im Herbst 2025 beteiligten sich 558 Unternehmen aller Branchen und Gr\u00f6\u00dfenklassen mit mehr als 28.000 Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftslage stagniert \u2013 Wachstum bleibt aus<\/p>\n<p>Trotz optimistischerer Gesch\u00e4ftsaussichten im Fr\u00fchjahr 2025 hat sich die aktuelle Gesch\u00e4ftslage der Unternehmen nicht verbessert. Der Lagesaldo liegt unver\u00e4ndert bei 17 Punkten. Sowohl die Umsatz- als auch die Ertragsentwicklung liegen per saldo im negativen Bereich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/risiken.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-638081 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/risiken.jpg\" alt=\"Die gr\u00f6\u00dften Risiken aus Sicht der befragten Leipziger Unternehmer. Grafik: IHK zu Leipzig\" width=\"2250\" height=\"747\"  \/><\/a>Die gr\u00f6\u00dften Risiken aus Sicht der befragten Leipziger Unternehmer. Grafik: IHK zu Leipzig<\/p>\n<p>Viele Betriebe haben ihre Aussichten im Vergleich zum Fr\u00fchjahr 2025 sp\u00fcrbar nach unten korrigiert. Der Prognose-Saldo f\u00e4llt um sieben auf aktuell -5 Punkte. Besonders problematisch: der R\u00fcckgang ist in allen Wirtschaftsbereichen sichtbar. Auch die aktuelle Auftragsentwicklung l\u00e4sst in vielen Branchen keinen Nachfragezuwachs erkennen. Hohe und steigende Kosten sowie ausbleibende wirtschaftspolitische Reformen d\u00e4mpfen vielmehr die Hoffnung auf eine schnelle Konjunkturwende, sch\u00e4tzt die IHK ein.<\/p>\n<p>Insbesondere in der <strong>Industrie<\/strong> sei die Entt\u00e4uschung gro\u00df. Die Erwartungen fallen deutlich und die Kapazit\u00e4tsauslastung nimmt weiter ab. Insolvenzen regionaler Betriebe und fehlende politische Reformen verst\u00e4rkten die Unsicherheit zus\u00e4tzlich, so die IHK.<\/p>\n<p>Auch im <strong>Baugewerbe<\/strong> bleibe die Stimmung ged\u00e4mpft. Die anhaltende Investitionsschw\u00e4che, sinkende Ums\u00e4tze und Ertr\u00e4ge, Fachkr\u00e4ftemangel und hohe Baukosten belasten die Branche.<br \/>Im Dienstleistungsgewerbe ist die Lage zwar stabil, aber weiterhin ohne Dynamik.<\/p>\n<p>Der <strong>Einzelhandel<\/strong> leidet nach wie vor unter der schwachen Konsumlaune der Verbraucher \u2013 derzeit ohne Hoffnung auf Besserung. Trotz steigender Verkaufspreise sinken die Ums\u00e4tze.<\/p>\n<p>Im <strong>Gro\u00dfhandel<\/strong> gehen die Erwartungen ebenfalls kr\u00e4ftig zur\u00fcck. Hohe Einkaufspreise, Transportkosten und neue Handelsbarrieren (Z\u00f6lle) setzen die Branche unter Druck.<\/p>\n<p>Im <strong>Verkehrsgewerbe<\/strong> hat sich die Lage zwar stabilisiert, jedoch sinken auch hier die Gesch\u00e4ftsaussichten. Die Branche leidet unter hohen Kosten und verhaltener Nachfrage.<\/p>\n<p>Im <strong>Gast- und Tourismusgewerbe<\/strong> bleibt die Lage ebenfalls angespannt. R\u00fcckl\u00e4ufige \u00dcbernachtungszahlen, hohe Betriebskosten und Konsumzur\u00fcckhaltung belasten die Branche.<\/p>\n<p>Personalplanung auf Sparflamme<\/p>\n<p>Aufgrund der gesunkenen Gesch\u00e4ftserwartungen sehen die Unternehmen kaum noch Spielraum f\u00fcr Neueinstellungen, geht die IHK auf ein Problem ein, das mittlerweile auch den Arbeitsmarkt in Leipzig l\u00e4hmt. Frei werdende Stellen werden momentan in vielen F\u00e4llen nicht nachbesetzt. Die Folge: die Personalnachfrage bleibt branchen\u00fcbergreifend sehr schwach.<\/p>\n<p>Der Saldo aus Firmen mit steigenden bzw. sinkenden Personalplanungen liegt gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr unver\u00e4ndert bei 2 Punkten. Dies deutet insgesamt auf eine stagnierende Besch\u00e4ftigtenzahl in der gewerblichen Wirtschaft hin. R\u00fcckg\u00e4nge sind \u2013 teilweise auch saisonal bedingt \u2013 in der Industrie sowie im Bau- und Gastgewerbe nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Investitionen werden zur\u00fcckgefahren<\/p>\n<p>Angesichts der schwachen Gesch\u00e4ftsprognosen fehlt den Unternehmen nach wie vor die Grundlage f\u00fcr eine Erh\u00f6hung ihrer Investitionsaktivit\u00e4ten. Vielmehr sinkt die Investitionsbereitschaft der Betriebe in vielen Wirtschaftsbereichen \u2013 darunter auch in der Industrie. Nach wie vor planen nur 17 Prozent der Unternehmen ihre Investitionsausgaben aufzustocken, 24 Prozent werden diese jedoch zur\u00fcckfahren.<\/p>\n<p>Das regionale Risikoradar wird immer st\u00e4rker von der \u201eEntwicklung der Arbeitskosten\u201c dominiert. Mit unver\u00e4ndert 63 Prozent ist dies der mit gro\u00dfem Abstand meistgenannte Risikofaktor, so die IHK. Auf den R\u00e4ngen 2 bis 4 folgen di<\/p>\n<p>e \u201eInlandsnachfrage\u201c, die \u201eEnergiepreise\u201c und die \u201ewirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen\u201c. Unter letzterem Faktor werden insbesondere die ausufernde B\u00fcrokratie, hohe Steuern und Abgaben, der Mindestlohn und steigende Lohnnebenkosten, aber auch der zunehmende globale Protektionismus (Z\u00f6lle), ebenso wie Kriege und Unruhen genannt.<\/p>\n<p>Den vollst\u00e4ndigen Konjunkturreport <a href=\"http:\/\/www.leipzig.ihk.de\/konjunktur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">findet man hier.\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie schnell kann sich eigentlich die Stimmung in der Wirtschaft drehen? 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