{"id":547036,"date":"2025-11-03T06:03:14","date_gmt":"2025-11-03T06:03:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547036\/"},"modified":"2025-11-03T06:03:14","modified_gmt":"2025-11-03T06:03:14","slug":"index-der-steuerlichen-wettbewerbsfaehigkeit-welche-laender-schneiden-in-europa-am-besten-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547036\/","title":{"rendered":"Index der steuerlichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit: Welche L\u00e4nder schneiden in Europa am besten ab?"},"content":{"rendered":"<p>Die Steuereinnahmen spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung \u00f6ffentlicher Dienstleistungen. Im Jahr 2023 lag die Gesamtquote der Steuern im Verh\u00e4ltnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU laut Eurostat bei 40,0 Prozent.<\/p>\n<p>Die Steuerpolitik und die Steuers\u00e4tze unterscheiden sich jedoch stark zwischen den verschiedenen L\u00e4ndern in Europa, die Regierungen setzen unterschiedliche wirtschaftliche Priorit\u00e4ten, und es gibt unterschiedliche Sozialmodelle.<\/p>\n<p>International Tax Competitiveness Index (ITCI)<\/p>\n<p>Der International Tax Competitiveness Index (ITCI) der Tax Foundation vergleicht, wie verschiedene L\u00e4nder ihre Steuersysteme gestalten. Bewertet werden<a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2024\/10\/21\/dort-sollen-investoren-hin-welches-land-hat-das-wettbewerbsfahigste-steuersystem-in-europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> jedes Jahr<\/a> Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Neutralit\u00e4t &#8211; im Vergleich von Unternehmenssteuer, Einkommenssteuer sowie <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2025\/05\/08\/in-welchen-landern-zahlen-die-reichen-die-geringsten-steuern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Verm\u00f6genssteuer<\/strong><\/a> und K\u00f6rperschaftssteuer.<\/p>\n<p>Ein wettbewerbsf\u00e4higes Steuersystem im ITCI h\u00e4lt die Grenzsteuers\u00e4tze niedrig, um Investitionen und Wirtschaftswachstum zu f\u00f6rdern, w\u00e4hrend ein neutrales System darauf abzielt, die meisten Einnahmen mit den geringsten wirtschaftlichen Verzerrungen zu erzielen.<\/p>\n<p>Ein besseres Ranking geht nicht immer mit niedrigeren Steuers\u00e4tzen einher.<\/p>\n<p>&#8222;Die L\u00e4nder k\u00f6nnen ihre Steuerstruktur verbessern, ohne viele Einnahmen zu verlieren, indem sie die Komplexit\u00e4t und Ineffizienz ihrer Steuersysteme reduzieren&#8220;, so Alex Mengden, Politikanalyst bei der Tax Foundation, zu Euronews Business.<\/p>\n<p>Welche L\u00e4nder haben also die h\u00f6chsten Werte f\u00fcr steuerliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit in Europa?<\/p>\n<p>Baltische Staaten vorn, Frankreich und Italien Schlusslichter<\/p>\n<p>Unter den 27 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, die in dem Index erfasst sind, reichen die Gesamtwerte von 45,8 in Frankreich bis 100 in Estland. Das bedeutet, dass Estland das wettbewerbsf\u00e4higste und neutralste Steuersystem hat, w\u00e4hrend Frankreich den schlechtesten Wert aufweist.<\/p>\n<p>&#8222;Frankreich hat sich an das Ende des Index man\u00f6vriert, indem es mehrere Zusatzsteuern f\u00fcr gro\u00dfe Unternehmen eingef\u00fchrt hat, die den Spitzensteuersatz f\u00fcr Unternehmen vor\u00fcbergehend auf 36,1 Prozent anheben, den h\u00f6chsten Satz in der OECD, der fast 12 Prozentpunkte \u00fcber dem OECD-Durchschnitt liegt&#8220;, so Mengden.<\/p>\n<p>Der Spitzensteuersatz f\u00fcr Unternehmen in Frankreich von 36,1 Prozent liegt 11,9 Prozentpunkte \u00fcber dem OECD-Durchschnitt von 24,2 Prozent.<\/p>\n<p>Eine Zusatzsteuer ist eine zus\u00e4tzliche Steuer, die auf eine bestehende Steuer aufgeschlagen wird &#8211; im Wesentlichen eine vor\u00fcbergehende oder zus\u00e4tzliche Abgabe, die zu einem Standardsatz hinzukommt.<\/p>\n<p>Sie wird h\u00e4ufig in Zeiten hoher Defizite, Krisen oder au\u00dfergew\u00f6hnlicher Gewinne eingesetzt und kann die Gesamtsteuerbelastung eines Landes h\u00f6her erscheinen lassen, als es der Basissatz vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ohne den Aufschlag liegt der Standard-K\u00f6rperschaftsteuersatz in Frankreich bei etwa 25 Prozent.<\/p>\n<p>Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen stehen an der Spitze der Rangliste. Lettland (92,8) folgt auf Estland, w\u00e4hrend Litauen (81,8) an vierter Stelle liegt, knapp hinter der Schweiz (86).<\/p>\n<p>Die nordischen L\u00e4nder &#8211; Schweden (76,1), Norwegen (68,8), Finnland (66,8), D\u00e4nemark (64,3) und Island (63,7) &#8211; liegen im Mittelfeld der Rangliste.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder im Allgemeinen bessere Werte aufweisen, schneiden die Westeurop\u00e4er schlecht ab.<\/p>\n<p>Am Ende der Rangliste stehen Italien (50,3), Polen (54,7) und Spanien (57,9) hinter Frankreich. Portugal (58,2), das Vereinigte K\u00f6nigreich (59,1), Irland (61,3) und Belgien (63,2) folgen auf den n\u00e4chsten Pl\u00e4tzen. Zusammen bilden sie die acht niedrigsten Punktzahlen.<\/p>\n<p>Ungarn (78,7), die Tschechische Republik (77,4) und die T\u00fcrkei (75,9) schaffen es in die Top 10, wobei die Werte deutlich \u00fcber denen der am schlechtesten bewerteten L\u00e4nder liegen<\/p>\n<p>Die Niederlande (71,4), \u00d6sterreich (69,6), Deutschland (68,9) und Griechenland (67,0) liegen im Mittelfeld.<\/p>\n<p>Ursachen f\u00fcr die Unterschiede in der Bewertung<\/p>\n<p>&#8222;In diesem Jahr zeigen die Kategorie Grundsteuer und die Unterkategorie Unternehmenssteueranreize die st\u00e4rkste Korrelation mit den Endnoten&#8220;, erkl\u00e4rt Alex Mengden von der Tax Foundation. Das bedeutet, dass die Rangfolge der L\u00e4nder am st\u00e4rksten von zwei Schl\u00fcsselfaktoren beeinflusst wird.<\/p>\n<p>Im ersten Punkt geht es um verzerrende Steuern auf den produktiven Kapitalstock (wie Nettoverm\u00f6genssteuern und<a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/business\/2025\/09\/29\/wealth-taxes-in-europe-who-collects-them-and-how-much-do-they-raise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> <\/a>Steuern auf Unternehmensverm\u00f6gen) oder auf Transaktionen wie Immobilienverk\u00e4ufe, Aktien\u00fcbertragungen und Eigenkapitalerh\u00f6hungen.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt betrifft die Komplexit\u00e4t der<a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/business\/2025\/09\/27\/revenues-from-corporate-income-tax-in-europe-which-countries-collect-the-most\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> <\/a>steuerlichen Anreizstrukturen f\u00fcr<a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/business\/2025\/09\/27\/revenues-from-corporate-income-tax-in-europe-which-countries-collect-the-most\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> <\/a>Unternehmen, einschlie\u00dflich Patentboxen, steuerliche Subventionen f\u00fcr Forschung und Entwicklung und die Anwendung mehrerer K\u00f6rperschaftssteuers\u00e4tze oder -stufen.<\/p>\n<p>Frankreich beispielsweise erreicht in der Kategorie K\u00f6rperschaftssteuer nur 29 Punkte. Das n\u00e4chstplatzierte Land ist Italien mit 58 Punkten. Der Abstand zeigt, wie weit Frankreich in dieser Kategorie ganz unten steht.<\/p>\n<p>In der Kategorie Grundsteuer hat Frankreich (41) die f\u00fcnftniedrigste Punktzahl, w\u00e4hrend Italien (32) ganz unten rangiert.<\/p>\n<p>Neben der Gesamtwertung vergleicht der Bericht auch die K\u00f6rperschaftssteuer, die<a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/business\/2025\/05\/01\/personal-income-tax-rates-in-europe-where-do-workers-pay-the-highest-and-lowest-taxes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> <\/a><a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2025\/06\/03\/gehalt-steuern-europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Einkommenssteuer<\/strong><\/a>, die Verbrauchssteuer, die Grundsteuer und die grenz\u00fcberschreitende Steuer.<\/p>\n<p>Warum schneidet Deutschland besser ab als andere gro\u00dfe Volkswirtschaften?<\/p>\n<p>In der Gesamtbewertung schneidet <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2024\/12\/17\/cdu-stellt-wahlprogramm-vor-rechtsruck-beim-thema-migration-massive-einsparungen-im-sozial\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Deutschland<\/strong><\/a> besser ab als die anderen f\u00fcnf f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Volkswirtschaften.<\/p>\n<p>&#8222;Zwei Faktoren heben Deutschland von den anderen gro\u00dfen europ\u00e4ischen Volkswirtschaften ab: die Verbrauchssteuern und die Grundsteuern&#8220;, so Mengden.<\/p>\n<p>Die deutsche Mehrwertsteuerbasis, gemessen an der OECD-Mehrwertsteuerquote, lag im Jahr 2022 bei 57 Prozent des potenziellen Verbrauchs.<\/p>\n<p>Die Mehrwertsteuerbefreiung f\u00fcr Kleinunternehmen gilt ab 2025 f\u00fcr Ums\u00e4tze unter 25.000 Euro, Italiens Registrierungsschwelle und Pauschalregelung liegt bei 85.000 Euro, w\u00e4hrend die Mehrwertsteuerregistrierung im Vereinigten K\u00f6nigreich seit April 2024 ab 90.000 Pfund greift.<\/p>\n<p>Abgesehen von der Erbschafts- und Grunderwerbssteuer vermeidet Deutschland wettbewerbsverzerrende Abgaben auf Privatverm\u00f6gen, Finanztransaktionen, Bankguthaben und Steuern auf Unternehmen, die Aktienkapital aufnehmen.<\/p>\n<p>&#8222;Dieser neutralere Ansatz bei der Besteuerung von Kapital verschafft Deutschland einen erheblichen Vorteil gegen\u00fcber den anderen gro\u00dfen europ\u00e4ischen Volkswirtschaften&#8220;, erl\u00e4utert Alex Mengden.<\/p>\n<p>In dem Bericht wird betont, dass Kapital in einer globalisierten Welt sehr mobil ist. Unternehmen k\u00f6nnen sich f\u00fcr Investitionen in einer beliebigen Anzahl von L\u00e4ndern entscheiden, um die h\u00f6chste Rendite zu erzielen. Die Struktur der Steuergesetzgebung eines Landes ist ein entscheidender Faktor f\u00fcr seine Wirtschaftsleistung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Steuereinnahmen spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung \u00f6ffentlicher Dienstleistungen. 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