{"id":547352,"date":"2025-11-03T09:07:20","date_gmt":"2025-11-03T09:07:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547352\/"},"modified":"2025-11-03T09:07:20","modified_gmt":"2025-11-03T09:07:20","slug":"beim-umspannwerk-in-stoetteritz-geht-es-nur-noch-um-den-schutz-der-baumallee-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547352\/","title":{"rendered":"Beim Umspannwerk in St\u00f6tteritz geht es nur noch um den Schutz der Baumallee \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Letztlich hatte der Stadtbezirksbeirat Leipzig-S\u00fcdost keine Chance. Mit einem Antrag hat er noch einmal versucht, die Pl\u00e4ne f\u00fcr ein neues Umspannwerk auf einem Teil des Sportplatzgel\u00e4ndes des ATV in St\u00f6tteritz zu verhindern und die Planungen auf andere, eh schon versiegelte Standorte in St\u00f6tteritz umzulenken. Clemens Meinhardt (CDU) erl\u00e4uterte dieses nur zu berechtigte Ansinnen am 29. Oktober f\u00fcr den Stadtbezirksbeirat in der Ratsversammlung. Aber das Problem war und blieb: Im Grunde waren l\u00e4ngst alle Messen gesungen.<\/p>\n<p>Seit 2023 hatte die Netz Leipzig GmbH die Planungen f\u00fcr das neue Umspannwerk in St\u00f6tteritz vorangetrieben. Aus guten Gr\u00fcnden, denn mit der Energiewende wird auch der Stromverbrauch in Leipzig deutlich steigen. Daf\u00fcr werden schon die wachsende Zahl von E-Autos und der zunehmende Einbau von W\u00e4rmepumpen sorgen. Sechs neue Umspannwerke wird Leipzig deshalb brauchen. Und in St\u00f6tteritz hat die Netz Leipzig GmbH nun exemplarisch gezeigt, wie man es nicht macht.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/e2a836601be84b08b436b8f646634486.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/11\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Und wie man die zust\u00e4ndigen gew\u00e4hlten Gremien so richtig ver\u00e4rgert.<\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027339&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2178481\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">formulierte der Stadtbezirksbeirat in seinem Antrag<\/a> dann auch sehr deutlich: \u201eDie Planungen f\u00fcr ein Umspannwerk auf dem Sportplatz de ATV 1845 e.V. schreiten bereits seit 2023 voran. Abweichend vom \u00fcblichen Verfahrensweg bei wichtigen Angelegenheiten wurde der SBB nicht einbezogen.<\/p>\n<p>Es ist unstrittig, dass ein Netzausbau notwendig ist. Die Bebauung des gro\u00dffl\u00e4chigen unversiegelten Naturrasenfeldes, welche dem Sport- und Freizeitbedarf dient und einen wichtigen klimatischen Beitrag zum Mikroklima der Stadt leistet, lehnen wir ab.<\/p>\n<p>Der Unmut der Beiratsmitglieder und der G\u00e4ste war deutlich wahrnehmbar.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-SBB-Suedost-Clemens_Meinhardt-CDU-00006096.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-637793 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-SBB-Suedost-Clemens_Meinhardt-CDU-00006096.jpg\" alt=\"Herr Clemens Meinhardt (SBB S\u00fcdost\/CDU) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Clemens Meinhardt (SBB S\u00fcdost\/CDU) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer<br \/>\nEs gibt auch noch andere Standorte<\/p>\n<p>Und im Grunde war der SBB-Antrag ein letzter Versuch, die Standortsuche noch einmal aufzumachen und deutlich besser geeignete Standorte endlich genauer unter die Lupe zu nehmen: \u201eEiner der bereits versiegelter Alternativstandorte ist zu bevorzugen, beispielsweise einer der Garagenh\u00f6fe Schlesierstra\u00dfe\/Holzh\u00e4user Str. oder Ludolf-Colditz-Stra\u00dfe (H\u00f6he Vaclav-Neumann-Stra\u00dfe).<\/p>\n<p>In Anbetracht dessen, dass ca. 32 Mio. Investitionen f\u00fcr das Umspannwerk veranschlagt werden und das Grundst\u00fcck verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig preiswert von der Stadt erworben werden kann, sollte eine angemessene Entsch\u00e4digung f\u00fcr die jeweiligen Garagenbesitzer m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Am Rande des Bedarfsgebietes 1 liegt die ehemalige Friedhofsg\u00e4rtnerei, welche teilversiegelt ist und momentan als Baustellenabstellplatz, Lagerfl\u00e4che und Unterkunft dient. St\u00f6tteritz wird momentan aus dem 3 km entfernten Thonberg versorgt, daher sollte eine Nutzung der Fl\u00e4che 450 m vom Sportplatz entfernt, technisch m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Somit k\u00e4me auch der Garagenhof hinter dem Wertstoffhof infrage.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-Frank_Franke-SPD-00006390.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-637811 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-Frank_Franke-SPD-00006390.jpg\" alt=\"Herr Frank Franke (SPD) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Frank Franke (SPD) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Aber zu diesen neuerlichen Pr\u00fcfungen wird es nicht kommen. Auch wenn <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026991&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die SPD-Fraktion einen Erg\u00e4nzungsantrag eingebracht hat<\/a>, den Frank Franke dann emotional bewarb, in dem sie eigene Vorschl\u00e4ge f\u00fcr einen anderen Standort machte: \u201eHierzu beauftragt der Oberb\u00fcrgermeister die Netz Leipzig GmbH, eine entsprechende (Mehr-) Kostenaufstellung zur Errichtung eines Umspannwerkes an den Standorten\u00a0\u201aAlte Friedhofsg\u00e4rtnerei\u2018, \u201aLudolf-Colditz-Stra\u00dfe\u2018, \u201aFl\u00e4che an der Schwimmhalle Kolmstra\u00dfe\u2018 sowie \u201aHolzh\u00e4user Stra\u00dfe\u2018 zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Es soll gepr\u00fcft werden, ob die Gr\u00fcnfl\u00e4che vor der Schwimmhalle Kolmstra\u00dfe, die im Gestaltungsplan f\u00fcr das Gebiet als \u201aStadtplatz S\u00fcd\u2018 bezeichnet ist, als Alternativstandort ausreichend Fl\u00e4che bietet und welche \u00c4nderungen diese r\u00e4umliche Neuordnung im Bebauungsplan Nr. 444 \u201aStadtquartier an der Kolmstra\u00dfe\u2018, notwendig machen w\u00fcrden. Das Ergebnis ist dem Stadtrat vorzulegen.\u201c<\/p>\n<p>Aber das w\u00fcrde \u2013 so CDU-Stadtr\u00e4tin Sabine Heymann \u2013 bedeuten, einen in Erarbeitung befindlichen Bebauungsplan zur Kolmstra\u00dfe noch einmal aufzumachen und dessen Beschluss um ein Jahr zu verz\u00f6gern.<br \/>Tats\u00e4chlich war in der Debatte schnell sp\u00fcrbar, dass die Ratsmehrheit sich mit dem Standort am ATV Sportplatz abgefunden hat.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst sind die Planungen daf\u00fcr zu weit gediehen. Der Zeitpunkt, die Bev\u00f6lkerung wirklich ernsthaft in die Standortsuche einzubinden, wurde gr\u00fcndlich verpasst. Der Unmut des SBB war nur zu berechtigt: \u201eDer stadtweite Netzausbau kann nur gelingen, wenn die Bev\u00f6lkerung rechtzeitig mit eingebunden wird und keine \u201aHinterzimmert\u00fcr-Planungen\u2018 stattfinden.\u201c<\/p>\n<p>Ist die Baumallee gef\u00e4hrdet?<\/p>\n<p>Letztlich ging es nur noch um die Frage, ob es beim Bau des Umspannwerks noch zu Eingriffen in den unter Naturschutz stehenden Lindenbestand auf der Naunhofer Stra\u00dfe kommt und wie die Stadt damit umgeht. Das war sowohl Inhalt <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027472&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eines Antrages, den die Stadtr\u00e4tinnen Sabine Heymann (CDU) und Franziska Riekewald (Linke) gemeinsam gestellt hatten<\/a>, als auch eines noch weiter gehenden Antrags der Gr\u00fcnen-Fraktion, f\u00fcr den Gr\u00fcnen-Stadtr\u00e4tin Chantal Schnei\u00df warb.<\/p>\n<p>In welchem es dezidiert hie\u00df: \u201eDer OBM wird beauftragt, mit der Netz Leipzig GmbH gr\u00fcnordnerische und gestalterische Ma\u00dfnahmen zu entwickeln, die bei Errichtung des Umspannwerkes die Auswirkungen auf die Lindenallee und die naturschutz- und umweltbezogenen Gegebenheiten des Standortes minimieren. Au\u00dferdem sollen B\u00e4ume, welche im Rahmen der Bauma\u00dfnahmen entnommen werden m\u00fcssen, im Rahmen des M\u00f6glichen erhalten und mittels Umpflanzung nach Errichtung des Umspannwerks an ihren alten Standort zur\u00fcckkehren.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-Chantal_Schneiss-Gruene-00006119.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-637797 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-Chantal_Schneiss-Gruene-00006119.jpg\" alt=\"Frau Chantal Schnei\u00df (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Chantal Schnei\u00df (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Auch die Gr\u00fcnen hatten noch einmal einen weiteren Standortvorschlag gemacht: \u201eSeitens der Verwaltung ist dabei auch die Fl\u00e4che des bestehenden Garagenkomplexes in die Standortpr\u00fcfung einzubeziehen.\u201c<\/p>\n<p>Aber auch der hatte am 29. Oktober keine Chance und wurde mit 10:47 Stimmen abgelehnt, genauso wie der SPD-Antrag mit 18:42 Stimmen Ablehnung erfuhr.<\/p>\n<p>Im Grunde ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Der Standort am Sportzplatz war nicht mehr umzuwerfen. Nur um die unter Naturschutz stehende Lindenalle in der Naunhofer Stra\u00dfe konnte noch gerungen werden. Auch wenn Umweltb\u00fcrgermeister Heiko Rosenthal noch nicht sieht, dass es zu Eingriffen in die doppelreihige Lindenallee kommt. Aber sicher ist sicher. Der entsprechende Antragspunkt der Gr\u00fcnen bekam mit 49:8 Stimmen eine klare Zustimmung.<\/p>\n<p>Genauso wie die Antragspunkte, die die Stadtwerke Leipzig bzw. die Netz Leipzig jetzt auffordern, den Stadtbezirksbeirat regelm\u00e4\u00dfig zu informieren und bei den n\u00e4chsten Planungen f\u00fcr neue Umspannwerke ein Konzept vorzulegen, das die fr\u00fchzeitige Beteiligung der\u201eStadtbezirksbeir\u00e4te oder Ortschaftsr\u00e4te und der \u00d6ffentlichkeit bei der geplanten Errichtung von der Versorgung dienenden Infrastrukturvorhaben durch das verantwortliche Versorgungsunternehmen sicherstellt.<\/p>\n<p>Denn nichts wurde in St\u00f6tteritz deutlicher als das Fatale an langj\u00e4hrigen Planungen, die ein kommunales Unternehmen hinter verschlossenen T\u00fcren betreibt, ohne die betroffenen B\u00fcrger und Stadtbezirksbeir\u00e4te auch nur zu informieren, was da auf sie zukommt. Das geht nicht. Genau das war eigentlich das Signal dieses 29. Oktober.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Letztlich hatte der Stadtbezirksbeirat Leipzig-S\u00fcdost keine Chance. 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