{"id":547359,"date":"2025-11-03T09:11:14","date_gmt":"2025-11-03T09:11:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547359\/"},"modified":"2025-11-03T09:11:14","modified_gmt":"2025-11-03T09:11:14","slug":"konzert-in-der-liederhalle-sound-mit-fernweh-so-wars-bei-kruder-dorfmeister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547359\/","title":{"rendered":"Konzert in der Liederhalle: Sound mit Fernweh: So war\u2019s bei Kruder &#038; Dorfmeister"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Konzert in der Liederhalle: Sound mit Fernweh: So war\u2019s bei Kruder &amp; Dorfmeister\" onclick=\"var pA=document.createElement('a');pA.setAttribute('href','https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/gallery.konzert-in-der-liederhalle-sound-mit-fernweh-so-war-s-bei-kruder-dorfmeister.13fde286-33a2-41ff-b7d5-20fa83a1e8af.html'),pA.click();\" title=\"Konzert in der Liederhalle: Sound mit Fernweh: So war\u2019s bei Kruder &amp; Dorfmeister\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.835264a3-7ff2-48ef-a9ad-9b385e7cf9fa.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/gallery.konzert-in-der-liederhalle-sound-mit-fernweh-so-war-s-bei-kruder-dorfmeister.13fde286-33a2-41ff-b7d5-20fa83a1e8af.html\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tFast alles ist handgemacht bei den \u201eK&amp;D-Sessions\u201c von Kruder &amp; Dorfmeister im Beethovensaal.\u00a0Foto: Ferdinando Iannone\t\t\t<\/p>\n<p>Das \u00f6sterreichische DJ-Duo Kruder &amp; Dorfmeister hat in der Stuttgarter Liederhalle seine sehr tanzbaren \u201eK&amp;D-Sessions\u201c von 1998 live aufgef\u00fchrt \u2013 vor bestuhltem Saal. Funktioniert das?<\/p>\n<p>Der Beethovensaal der Liederhalle verstr\u00f6mt nicht gerade Club-Vibes. Wer etwas trinken will, muss sich in lange Schlangen quetschen und den Drink schnell herunter kippen. Mit Mojito in der Hand den anderen beim Tanzen zugucken, geht nicht. Ein seltsamer Ort also, um die elegante, rhythmusfixierte Tanzmusik des \u00f6sterreichischen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/DJ\" title=\"DJ\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DJ<\/a>-Duos Kruder &amp; Dorfmeister zu h\u00f6ren. Am Samstagabend sind die beiden mit einer vierk\u00f6pfigen Band und dem Material ihres zweiten Albums \u201eThe K&amp;D Sessions\u201c in der Liederhalle aufgetreten &#8211; 27 Jahre nach der Erstver\u00f6ffentlichung. Inmitten eines k\u00fcnstlichen Sonnenblumenfeldes haben die beiden ihr DJ-Pult aufgeschlagen. Links davor ein Drumkit, rechts Perkussion, mittig Keyboards, dazwischen schlendert der Bassist herum.<\/p>\n<p>Alles cool, alles entspannt  <\/p>\n<p>Schon beim ersten synthetischen Wabern johlen die Fans in den nahezu ausverkauften Sitzreihen. Der Bossa-Rhythmus und die schw\u00fcle Basslinie bringen den Puls erst einmal runter; alles cool, alles entspannt. Wer in den sp\u00e4ten 90ern elektronische Musik mochte, konnte auf viele K\u00fcnstler zur\u00fcck greifen, die unter Genrebezeichnungen wie Trip Hop, Drum &amp; Bass oder Electronic Dub musikalische Konzepte jenseits der Techno-Spielwiesen entwickelten. <\/p>\n<p>Peter Kruder und Richard Dorfmeister haben Material einiger dieser DJs und Bands und auch mancher anderer aus dem weiten Feld des Rock \u2019n\u2019 Roll wie Depeche Mode in Remix-Versionen verarbeitet. Aber klingt das \u00fcber ein Vierteljahrhundert sp\u00e4ter noch frisch? \u201eWir sind oft gefragt worden, ob wir unsere \u201aK&amp;D-Sessions\u2018 nicht live spielen wollen\u201c, erz\u00e4hlt Dorfmeister mit charmantem Wiener Schm\u00e4h in der Stimme nach einem St\u00fcck. \u201eKlingen wir nicht wie eine alte verstaubte Schallplatte, abgespielt auf falscher Geschwindigkeit?\u201c Nach langer Suche in der \u201eganzen Welt\u201c habe man \u201eums Eck in Wien\u201c eine tolle Band gefunden und k\u00f6nne jetzt die aufw\u00e4ndig im Studio gebastelten Sounds live reproduzieren.<\/p>\n<p>Reizvoll ist die Electro-Musik der 90er durch die Verbindung organischer Instrumentalklanglandschaften mit elektronischen Verfremdungstechniken und komplex geschichteten Rhythmen, was das Duo meisterhaft beherrscht. Erotischer Bossa trifft auf scharf scheppernde Hi-Hat, der Bass wippt im Groove, manchmal schwelgt ein einsames Saxofon aus der Konserve, hinterm Pult greift Dorfmeister noch selbst zu Gitarre und Querfl\u00f6te. Der sph\u00e4rische Frauengesang mancher St\u00fccke schallt dagegen aus dem Nirgendwo der Computer-Festplatte, die Grenze zwischen organisch-analog und synthetisch-digital verschwimmt. <\/p>\n<p>Der Klangteppich wird live gestrickt <\/p>\n<p>In einer Zeit, in der die KI den Menschen auch aus der Musik zu verdr\u00e4ngen droht, wirken die Aneignungen und Modifizierungen fremder Werke durch Kruder und Dorfmeister r\u00fchrend altmodisch, kann man ihnen doch live dabei zusehen, wie sie an ihrem Klangteppich stricken. Dass auch die Technik im Gegensatz zu den humanoiden Musikern manchmal streikt, ist die ironische Pointe des Abends. \u201eSorry, da stimmt was nicht\u201c, sagt Kruder, und muss dem H\u00e4nger auf den Grund gehen. Die Leute lachen und freuen sich \u00fcber den Glitch. <\/p>\n<p>Tanzen? Man kann sich auch einlullen lassen <\/p>\n<p>Abgesehen vom frenetischen Beifall bleiben die Fans aber brav sitzen, erstaunlich, angesichts heftiger Tempoanz\u00fcge, der klirrenden Breakbeats und virtuosen Perkussion. Man kann sich aber auch einlullen lassen von diesem Sound, der nach Fernweh, der bunteren Jugend, nach der Vorfreude auf die n\u00e4chste Clubnacht klingt. Nach gut eindreiviertel Stunden und zwei Zugaben ist der Trip ins unbeschwertere Gestern auch schon wieder vorbei. Ein guter Rausch, nur der Club, der hat gefehlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fast alles ist handgemacht bei den \u201eK&amp;D-Sessions\u201c von Kruder &amp; Dorfmeister im Beethovensaal.\u00a0Foto: Ferdinando Iannone Das \u00f6sterreichische DJ-Duo&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":547360,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[25437,1634,71232,3364,29,30,133005,1310,133003,80,1441,5329],"class_list":{"0":"post-547359","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-dj","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-beethovensaal","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-kd-sessions","15":"tag-konzert","16":"tag-kruder-dorfmeister","17":"tag-kultur","18":"tag-stuttgart","19":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115484996469494518","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=547359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547359\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/547360"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=547359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=547359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=547359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}