{"id":547490,"date":"2025-11-03T10:41:18","date_gmt":"2025-11-03T10:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547490\/"},"modified":"2025-11-03T10:41:18","modified_gmt":"2025-11-03T10:41:18","slug":"was-tun-wenn-die-gedanken-nur-ums-essen-kreisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547490\/","title":{"rendered":"Was tun, wenn die Gedanken nur ums Essen kreisen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"sc-dr8wih-0 iVDsBU paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\">Das Fr\u00fchst\u00fcck ist kaum vorbei \u2013 und schon kreisen die Gedanken um das n\u00e4chste Essen. Was gibt es zu Mittag? War das M\u00fcsli zu s\u00fc\u00df, das Brot zu viel? Selbst abends, im Bett, geht das Kopfkino weiter, wenn man den n\u00e4chsten Tag gedanklich durchplant: Was darf ich essen, was lieber nicht? Dieses st\u00e4ndige Gr\u00fcbeln hei\u00dft <strong>Food Noise<\/strong> \u2013 ein inneres Rauschen, das den Alltag leise, aber beharrlich bestimmt.<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\">Immer mehr Menschen berichten, dass sie kaum abschalten k\u00f6nnen, weil ihr Denken ununterbrochen um Mahlzeiten, Kalorien oder Regeln kreist. Warum das so ist und wie man das Gedankenkarussell stoppt, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Suzana Stojiljkovic<\/strong>, Psychotherapeutin und Chief of Mental Health bei Oviva, einem digitalen Programm f\u00fcr Ern\u00e4hrungstherapie.<\/p>\n<p>ELLE.de: Frau Dr. Stojiljkovic, viele Menschen erkennen sich in dem Begriff Food Noise wieder, wissen aber gar nicht genau, was gemeint ist. Wie definieren Sie das Ph\u00e4nomen?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>Dr. Suzana<\/strong> <strong>Stojiljkovic: <\/strong>Food Noise beschreibt anhaltende, aufdringliche Gedanken an Essen, die \u00fcber normale \u00dcberlegungen hinausgehen und als belastend empfunden werden. Es ist ein st\u00e4ndiges \u201eGedankenrauschen\u201c, das sich schwer kontrollieren l\u00e4sst \u2013 \u00e4hnlich wie Gr\u00fcbeln. Eine Patientin sagte einmal: \u201eIch denke 80 Prozent der Zeit an Essen \u2013 nicht, weil ich hungrig bin, sondern weil ich st\u00e4ndig \u00fcberlege, ob ich alles richtig mache.\u201c<\/p>\n<p><img alt=\"Pinterest logo\" loading=\"lazy\" width=\"1\" height=\"1\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/www.elle.de\/shared\/images\/pinterestlogo.svg\"\/><\/p>\n<p>Inhalt laden<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy\">Unter &#8222;Anbieter&#8220; <b>Pinterest<\/b> aktivieren, um Inhalt zu sehen<\/p>\n<p>Woran erkennt man, dass es sich nicht mehr um normales Interesse an Ern\u00e4hrung handelt, sondern um ein Problem?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Food Noise unterscheidet sich von gesundem Appetit oder bewusster Ern\u00e4hrung durch seine Intensit\u00e4t und Dauer. Die Gedanken werden als laut, unkontrollierbar und erm\u00fcdend erlebt. Besonders belastend ist, wenn Scham, Frust oder Selbstvorw\u00fcrfe hinzukommen \u2013 das Gef\u00fchl, die eigenen Gedanken nicht mehr im Griff zu haben. Dann ist Food Noise nicht mehr blo\u00dfes Ern\u00e4hrungsinteresse, sondern ein psychisches Ph\u00e4nomen, das Aufmerksamkeit verdient.<\/p>\n<p>Was l\u00f6st dieses st\u00e4ndige Kreisen um Essen aus \u2013 passiert das im Kopf oder im K\u00f6rper?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Beides. Psychologisch ist Food Noise eng verwandt mit Gr\u00fcbeln: Je st\u00e4rker jemand versucht, Essen zu kontrollieren, desto mehr Raum nimmt es gedanklich ein. Neurobiologisch spielen das Belohnungs- und das Stresssystem des Gehirns eine Rolle. Wenn etwa durch Di\u00e4ten oder Schlafmangel die Balance gest\u00f6rt ist, reagiert das Gehirn \u00fcberempfindlich auf Essensreize. Auch Hormone wie Ghrelin und Leptin geraten aus dem Gleichgewicht, was das Denken an Nahrung verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, Food Noise ist auch ein biologisches Ph\u00e4nomen?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Ja, und das zeigen sogar GLP-1-Medikamente wie <a class=\"sc-dr8wih-0 duDfcU paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\" data-entity-type=\"external\" rel=\"follow noopener\" href=\"https:\/\/www.elle.de\/beauty-trends-abnehmen-ozempic\" target=\"_self\">Ozempic<\/a>: Viele Betroffene berichten, dass das Gedankenrauschen um Essen w\u00e4hrend der Behandlung leiser wird, weil das Medikament auf Appetit- und Belohnungszentren wirkt. Doch dieser Effekt h\u00e4lt nur an, solange man es nimmt \u2013 die zugrunde liegenden Denkmuster bleiben. Deshalb braucht es immer auch psychologische Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Welche Rolle spielt unser Lebensstil dabei \u2013 Stress, Schlafmangel, Social Media?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Eine sehr gro\u00dfe. Dauerstress h\u00e4lt das Gehirn im Alarmmodus, das Stresshormon <a class=\"sc-dr8wih-0 duDfcU paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\" data-entity-type=\"node\" data-entity-uuid=\"91c5908c-cd7d-46e5-bbcd-3ba4a0b5e4da\" data-entity-substitution=\"canonical\" rel=\"follow noopener\" href=\"https:\/\/www.elle.de\/abnehmen-anti-cortisol-diaet\" target=\"_blank\">Cortisol<\/a> steigt, und Essen erscheint als schnelle Belohnung. Schlafmangel ver\u00e4ndert wiederum Hunger- und S\u00e4ttigungshormone, was den Appetit steigert. Hinzu kommt die st\u00e4ndige Reiz\u00fcberflutung \u2013 Essen ist \u00fcberall pr\u00e4sent. Soziale Medien verst\u00e4rken das zus\u00e4tzlich: \u201eWhat I Eat in a Day\u201c-Posts aktivieren im Gehirn dieselben Bahnen wie reale Essensreize.<\/p>\n<p>Also hat Food Noise auch viel mit unserer digitalen Umgebung zu tun?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: \u00a0<\/strong>Absolut. Social Media erzeugt eine Art Dauerpr\u00e4senz von Nahrung \u2013 man wird st\u00e4ndig an Essen erinnert. Wenn dann noch gesellschaftliche Ideale oder Di\u00e4ttrends dazukommen, entsteht ein innerer Bewertungsdruck. Das kann Food Noise massiv verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Wie zeigt sich Food Noise im Alltag \u2013 gibt es unterschiedliche Typen?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Ja, das Spektrum ist breit. Manche z\u00e4hlen Kalorien obsessiv, andere hinterfragen jede Mahlzeit unter dem Aspekt \u201eClean Eating\u201c. Einige erleben es eher kognitiv \u2013 als unaufh\u00f6rliches Denken \u00fcber N\u00e4hrwerte oder Portionsgr\u00f6\u00dfen. Andere empfinden vor allem emotionale Belastung durch Schuldgef\u00fchle oder Scham. Entscheidend ist weniger der Inhalt, sondern ob die Gedanken als st\u00f6rend und unkontrollierbar erlebt werden.<\/p>\n<p>Wie kann man selbst erkennen, dass man betroffen ist?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Wenn das Denken an Essen ungewollt und belastend ist, spricht vieles f\u00fcr Food Noise. Wer einfach diszipliniert isst, denkt gezielt \u00fcber Mahlzeiten nach. Bei Food Noise dr\u00e4ngen sich die Gedanken auf \u2013 auch ohne Hunger \u2013 und beeintr\u00e4chtigen Konzentration und Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p><img alt=\"Food Noise: Was tun, wenn die Gedanken nur ums Essen kreisen?\" loading=\"lazy\" width=\"4\" height=\"3\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/dr-suzana-stojiljkovic-head-of-mental-health-oviva_psychotherapeutin.jpg\"\/><\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 fUDIRK\">Foto: PR<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 iQuxNn\">Als Psychotherapeutin und Chief of Mental Health bei Oviva besch\u00e4ftigt sich Dr. Suzana Stojiljkovic mit den Gedanken, die unser Essverhalten steuern.<\/p>\n<p>Was hilft, um das Gedankenkarussell zu stoppen \u2013 ohne Medikamente?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Der erste Schritt ist Bewusstwerden: wahrnehmen, wann und warum die Gedanken auftauchen. Strukturierte Mahlzeiten helfen, den inneren Alarm zu beruhigen. Dauerndes Kalorienz\u00e4hlen oder restriktive Di\u00e4ten versch\u00e4rfen das Problem nur. Ebenso wichtig sind Achtsamkeit und Selbstmitgef\u00fchl \u2013 also die Gedanken beobachten, ohne sie zu bewerten. Bewegung, Entspannung oder Atem\u00fcbungen k\u00f6nnen helfen, den Kopf zu entlasten.<\/p>\n<p>Das klingt einfacher gesagt als getan. Wie gelingt das konkret?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Oft hilft schon Routine: feste Mahlzeiten, Pausen, ausreichend Schlaf. Auch kleine Ver\u00e4nderungen \u2013 etwa nicht st\u00e4ndig Essensinhalte zu konsumieren \u2013 k\u00f6nnen sp\u00fcrbar entlasten. Food Noise ist kein pers\u00f6nliches Versagen, sondern eine Reaktion des Gehirns auf Reize. In der Therapie arbeiten wir daran, diese Reaktionen zu verstehen und Schritt f\u00fcr Schritt zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Welche Rolle spielt Achtsamkeit oder intuitive Ern\u00e4hrung dabei?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Eine gro\u00dfe. Sie st\u00e4rkt den Kontakt zu echten K\u00f6rpersignalen. Wer bewusst und ohne Bewertung isst, kann Food Noise reduzieren. Wichtig ist, dass Achtsamkeit nicht zur neuen Regel wird \u2013 sie soll Freiheit schaffen, nicht Kontrolle. Man merkt, dass sie wirkt, wenn Essen wieder genussvoll und flexibel m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Und wenn man merkt, dass es allein nicht besser wird \u2013 wann sollte man Hilfe suchen?<\/p>\n<p class=\"sc-dr8wih-0 kgerBy paragraph-splittext-entityType_not_set ab-splittext-entityType_not_set\"><strong>S. S.: <\/strong>Wenn die Gedanken dauerhaft die Stimmung, den Schlaf oder das Sozialleben beeinflussen. Hilfe zu suchen, ist kein Zeichen von Schw\u00e4che, sondern von St\u00e4rke. Gespr\u00e4che mit Ern\u00e4hrungspsycholog*innen oder Psychotherapeut*innen k\u00f6nnen schon fr\u00fch helfen, Zusammenh\u00e4nge zu erkennen. Viele merken dann: Sobald sie sich nicht mehr allein damit f\u00fchlen, wird das Rauschen im Kopf leiser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Fr\u00fchst\u00fcck ist kaum vorbei \u2013 und schon kreisen die Gedanken um das n\u00e4chste Essen. 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