{"id":547671,"date":"2025-11-03T12:20:33","date_gmt":"2025-11-03T12:20:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547671\/"},"modified":"2025-11-03T12:20:33","modified_gmt":"2025-11-03T12:20:33","slug":"wissenschaft-berliner-hochschulen-unsicherheit-als-konstante-groesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/547671\/","title":{"rendered":"Wissenschaft \u2013 Berliner Hochschulen: Unsicherheit als konstante Gr\u00f6\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img313471\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/313471.jpeg\" alt=\"An der Technischen Universit\u00e4t (hier das Physikgeb\u00e4ude) ist die Befristungsquote beim wissenschaftlichen Personal mit 92 Prozent besonders hoch.\"\/><\/p>\n<p>An der Technischen Universit\u00e4t (hier das Physikgeb\u00e4ude) ist die Befristungsquote beim wissenschaftlichen Personal mit 92 Prozent besonders hoch.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Christophe Gateau<\/p>\n<p>Der Wissenschaftsbetrieb an den Berliner Hochschulen und Universit\u00e4ten ist weiterhin kein Ort, an dem man sich f\u00fcr die Zukunft einrichten kann. Der Berliner Senat erkl\u00e4rt sich zwar bem\u00fcht, doch die Befristungsquote von wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen geht nur leicht zur\u00fcck und bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau. \u00dcber alle \u00f6ffentlichen Hochschulen und Universit\u00e4ten hinweg lag sie 2024 bei 84 Prozent. Im Jahr 2019 waren noch 86 Prozent aller wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen befristet angestellt. Die Zahlen gab die Wissenschaftsverwaltung auf eine Anfrage des Linke-Abgeordneten Tobias Schulze bekannt.<\/p>\n<p>An den Universit\u00e4ten ist der Anteil von wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen mit befristeten Vertr\u00e4gen besonders hoch. An der Technischen Universit\u00e4t (TU) und der Humboldt-Universit\u00e4t (HU) liegt die Befristungsquote trotz eines leichten R\u00fcckgangs um zwei Prozent seit 2019 immer noch bei 92 Prozent (TU) beziehungsweise bei 80 Prozent (HU). An der Freien Universit\u00e4t liegt sie bei 86 Prozent (R\u00fcckgang um drei Prozent). An den weniger forschungsintensiven Hochschulen, etwa an der Wei\u00dfensee Kunsthochschule Berlin oder der Hochschule f\u00fcr Schauspielkunst Ernst Busch f\u00e4llt die Quote 2024 mit 49 beziehungsweise 43 Prozent deutlich niedriger aus.<\/p>\n<p>In den Hochschulvertr\u00e4gen mit dem Land Berlin sind Zielquoten verabredet, die die Bildungseinrichtungen zu mehr entfristeten Vertr\u00e4gen bewegen sollen. Doch wie die Zahlen der Wissenschaftsverwaltung andeuten, ist der Effekt dieser Vereinbarungen \u00e4u\u00dferst gering. Eigentlich sahen die ab 2018 geltenden Vertr\u00e4ge beim wissenschaftlichen Personal eine Entfristungsquote von 35 Prozent vor, die bis zum Ende des Jahres 2020 erreicht werden sollte, beziehungsweise eine Steigerung der Quote um mindestens f\u00fcnf Prozent f\u00fcr Einrichtungen mit Ausgangswerten unterhalb von 30 Prozent. Keine der Berliner Universit\u00e4ten konnte diese Werte erreichen.<\/p>\n<p>Obwohl die Universit\u00e4ten die vereinbarten Vorgaben verfehlten, wurden sie mit den aktuell laufenden Vertr\u00e4gen nochmal erh\u00f6ht. Nun sollen die Universit\u00e4ten bis Ende 2027 eine Entfristungsquote von 40 Prozent erreichen, die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194227.wissenschaft-soziale-spaltung-erreicht-berliner-hochschulen.html?sstr=hochschule\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochschulen <\/a>von 35 Prozent.<\/p>\n<p>Besser f\u00e4llt die Quote aus, wenn man die drittmittelfinanzierten Stellen herausrechnet, also Gelder, die etwa f\u00fcr Forschungszwecke vom Bund bereitgestellt werden. Hier kommt die TU Berlin auf 82 Prozent (2019: 86 Prozent), die FU auf 73 Prozent (2019: 76 Prozent) und die HU auf 62 Prozent (2019: 64 Prozent).<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbWir haben ein Heer von befristeten Post-Docs ohne Perspektive auf eine Professur oder eine unbefristete Stelle. Viele akademisch Ausgebildete gehen deshalb ins Ausland.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nTobias Schulze\u2003Hochschulpolitischer Sprecher im Abgeordnetenhaus (Linke)<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00bbAuch mit dem Wissen, dass die Befristung des wissenschaftlichen Personals nur langsam erfolgen kann, sehen wir leider nur sehr wenig Bewegung\u00ab, sagt Tobias Schulze, hochschulpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zu \u00bbnd\u00ab. Daf\u00fcr g\u00e4be es auch kaum einen Anreiz. Im Gegenteil: \u00bbGerade jetzt, wo den Hochschulen Gelder gestrichen werden, sind auslaufende Vertr\u00e4ge leider ein zentrales Mittel, um <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194119.wissenschaft-hu-berlin-knappe-mehrheit-fuer-bittere-pille.html?sstr=hochschule\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Personalkosten zu sparen<\/a>.\u00ab Die laufenden Hochschulvertr\u00e4ge, um deren \u00c4nderung angesichts der Haushaltseinsparungen gerungen wird, sehen keine Sanktionen vor f\u00fcr den Fall, dass die Hochschulen die Befristungsquoten nicht erf\u00fcllen, sagt Schulze. \u00bbWir haben ein Heer von befristeten Post-Docs ohne Perspektive auf eine Professur oder eine unbefristete Stelle\u00ab, sagt Schulze weiter. \u00bbViele akademisch Ausgebildete gehen deshalb ins Ausland.\u00ab<\/p>\n<p>Um dem Problem der grassierenden Kettenbefristung in der Forschung zu begegnen, hatte die damalige rot-rot-gr\u00fcne Landesregierung 2021 das Landeshochschulgesetz ge\u00e4ndert. Nur noch unter eingeschr\u00e4nkten Voraussetzungen sollten Befristungen f\u00fcr Mitarbeiter*innen mit Doktortitel zul\u00e4ssig sein. Damit habe das Land Berlin seine Gesetzgebungskompetenz \u00fcberschritten, urteilte im zur\u00fcckliegenden Juli das Bundesverfassungsgericht.<\/p>\n<p>\u00bbUnser Gesetz h\u00e4tte die M\u00f6glichkeit der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193791.bildungspolitik-nrw-setzt-rotstift-bei-hochschulen-an.html?sstr=befristet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Befristung nach einer Promotion<\/a> stark eingeschr\u00e4nkt\u00ab, sagt der Linke-Politiker Schulze heute. \u00bbDann h\u00e4tten sich die Hochschulen \u00fcberlegen m\u00fcssen, was sie mit ihrem Personal dauerhaft anfangen wollen, statt es nur f\u00fcr begrenzte Zeit den Professuren beizuordnen.\u00ab W\u00e4re das Gesetz nicht gekippt worden, w\u00e4re eine grunds\u00e4tzliche Reform unabdingbar gewesen, glaubt Schulze. Er spricht von der \u00bbEtablierung von eigenst\u00e4ndigen wissenschaftlichen T\u00e4tigkeiten unterhalb der Professuren\u00ab. Der Ball hierf\u00fcr liege jetzt beim Bund. Er hoffe zudem auf entsprechende Debatten in den Hochschulen selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"An der Technischen Universit\u00e4t (hier das Physikgeb\u00e4ude) ist die Befristungsquote beim wissenschaftlichen Personal mit 92 Prozent besonders hoch.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":547672,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,1567,29,30,46498,1940,1938],"class_list":{"0":"post-547671","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-bildungspolitik","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-hochschulpolitik","16":"tag-nachrichten-aus-berlin","17":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115485739497543062","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=547671"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547671\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/547672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=547671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=547671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=547671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}