{"id":548337,"date":"2025-11-03T18:35:14","date_gmt":"2025-11-03T18:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548337\/"},"modified":"2025-11-03T18:35:14","modified_gmt":"2025-11-03T18:35:14","slug":"zwoelf-punkte-fuer-einen-toten-ukraine-baut-bonussystem-fuer-kaempfende-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548337\/","title":{"rendered":"Zw\u00f6lf Punkte f\u00fcr einen Toten: Ukraine baut Bonussystem f\u00fcr K\u00e4mpfende aus"},"content":{"rendered":"<p>                    Zw\u00f6lf Punkte f\u00fcr einen Toten<br \/>\n                Ukraine baut Bonussystem f\u00fcr K\u00e4mpfende aus<\/p>\n<p>\t\t\t\t              03.11.2025, 19:18 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Wenn man Punkte vergibt f\u00fcr die T\u00f6tung von Menschen &#8211; entmenschlicht das nicht den Krieg? Nebensache, meint der ukrainische Vize-Pr\u00e4sident Fedorow. Immerhin mache es die Verteidigung effektiver. Die Ukraine ist von ihrem Anreizsystem offenbar so \u00fcberzeugt, dass sie es erheblich ausweiten will.<\/strong><\/p>\n<p>Die Ukraine will ein Belohnungssystem ausbauen, das Drohnenpiloten mit Punkten belohnt, wenn sie bestimmte Ziele treffen. &#8222;Es ist bei den Einheiten sehr beliebt geworden&#8220;, sagte der stellvertretende ukrainische Ministerpr\u00e4sident Mychajlo Federow dem britischen &#8222;Guardian&#8220;. Die Zeitung zitiert ukrainische Beamte: Die Zahl der teilnehmenden Einheiten habe sich seit August mehr als vervierfacht.<\/p>\n<p>Ein verwundeter russischer Soldat sei 8 Punkte wert, berichtet die &#8222;New York Times&#8220;. Ein toter Soldat 12 Punkte. Russische Drohnenpiloten sind besonders wertvoll: Ihre Verwundung bringt 15 Punkte ein, ihr Tod 25. Ein zerst\u00f6rter Panzer wird mit 40 Punkten belohnt. Der Jackpot? Einen russischen Soldaten lebend zu fangen: 120 Punkte.<\/p>\n<p>Zum Start des Programms h\u00e4tten die Drohnenpiloten f\u00fcr einen toten russischen Infanteristen nur zwei Punkte bekommen, schreibt die Zeitung. Kiew habe die Belohnung seither in zwei Schritten auf zw\u00f6lf Punkte angehoben. Die Zahl der russischen Opfer diesen September war doppelt so hoch wie im Oktober letzten Jahres. Das sei zum Teil auf den gestiegenen Bonus zur\u00fcckzuf\u00fchren, so der &#8222;Guardian&#8220;. Die Punkteverteilung spiegele die ver\u00e4nderten Priorit\u00e4ten auf dem Schlachtfeld wider.<\/p>\n<p>Neben Drohnenpiloten sollen in Zukunft auch Soldaten mit Punkten belohnt werden, die Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten, logistische Operationen durchf\u00fchren oder in Artillerieeinheiten k\u00e4mpfen. Aufkl\u00e4rer k\u00f6nnten Punkte erhalten, wenn sie ein Ziel markieren, das eine andere Einheit sp\u00e4ter erfolgreich attackiert.<\/p>\n<p>&#8222;Ein sich selbst verst\u00e4rkender Kreislauf&#8220;<\/p>\n<p>Die Punkte k\u00f6nnen in einem Onlineshop gegen Waffen eingetauscht werden. Dort gibt es mehr als 100 verschiedene Drohnen, autonome Fahrzeuge, Roboter und anderen Kriegsbedarf. &#8222;Es gibt einen Wettbewerb um die Punkte, um diese Drohnen, elektronischen Kriegssysteme und andere Dinge zu erhalten&#8220;, sagte Fedorow dem &#8222;Guardian&#8220;: &#8222;Je mehr Infanteristen man t\u00f6tet, desto mehr Drohnen bekommt man, um noch mehr Infanteristen zu t\u00f6ten. Das wird zu einer Art sich selbst verst\u00e4rkendem Kreislauf.&#8220;<\/p>\n<p>Die &#8222;New York Times&#8220; vergleicht das ukrainische Bonussystem mit den Medaillen und Orden, mit denen Soldaten fr\u00fcher f\u00fcr Erfolge belohnt wurden. Die digitale Belohnung mit Punkten sei schneller und effektiver. Sie sorge daf\u00fcr, dass Ressourcen dorthin flie\u00dfen, wo sie am besten genutzt werden. &#8222;Wenn es unsere Streitkr\u00e4fte zus\u00e4tzlich motiviert&#8220;, so Fedorow laut der Zeitung, &#8222;dann unterst\u00fctzen wir das gerne&#8220;. <\/p>\n<p>Die &#8222;New York Times&#8220; l\u00e4sst auch einen Drohnenpiloten zu Wort kommen. Er ist 33 Jahre alt, k\u00e4mpft in einer der Einheiten, die besonders viele Punkte gesammelt haben und sagt: &#8222;Es ist ein brutales Spiel &#8211; Menschenleben werden zu Punkten&#8220;. Der Kommandant seiner Einheit dagegen will im Krieg kein Spiel erkennen. Das Bonussystem sieht er lieber als vertrauensbildende Ma\u00dfnahme: &#8222;Dass erfolgreiche Kampfhandlungen zus\u00e4tzliche Ausr\u00fcstung mit sich bringen &#8211; das schafft Vertrauen, dass wir \u00fcber die Mittel verf\u00fcgen, um weiterzuk\u00e4mpfen.&#8220;<\/p>\n<p>Bonussystem wirft wertvolle Daten ab<\/p>\n<p>Ob ein Belohnungssystem f\u00fcr Drohnentreffer den Krieg entmenschlicht? Das ist f\u00fcr den ukrainischen Vize-Pr\u00e4sident Fedorow eine nachgelagerte Frage. &#8222;Was unmenschlich ist: Einen gro\u00dfen Krieg zu beginnen&#8220;, entgegnet er der &#8222;New York Times&#8220;. Dem &#8222;Guardian&#8220; sagte Fedorow, er sei mittlerweile &#8222;ziemlich emotionslos&#8220;, wenn es darum gehe, ein feindliches Menschenleben zu bepreisen. &#8222;Es f\u00fchlt sich wie reine technische Arbeit an. Denn wenn man den Feind nicht aufh\u00e4lt, t\u00f6tet er die Soldaten, und wenn die Soldaten tot sind, kommt er in die Stadt und erobert sie, zerst\u00f6rt sie und t\u00f6tet die Zivilbev\u00f6lkerung&#8220;, so Fedorow.<\/p>\n<p>Seit Beginn der Vollinvasion der Ukraine gibt es <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Russlands-Armee-lockt-mit-Kopfgeld-und-Abschusspraemien-article23718986.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Berichte, die russische Armee zahle ihren Soldaten Abschusspr\u00e4mien f\u00fcr die Zerst\u00f6rung ukrainischer Waffen<\/a>. Die russische F\u00fchrung versuchte immer wieder, Soldaten mit hohen Kopfgeldern in den Krieg zu locken. Sie verspricht au\u00dferdem finanzielle Absicherung bei Verletzungen oder im Todesfall.<\/p>\n<p>Das Punktesystem habe der Ukraine umfangreiche Daten geliefert, wodurch sie &#8222;ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Mathematik des Krieges&#8220; erhalte, zitiert der &#8222;Guardian&#8220; Fedorow. &#8222;Dank der Punkte beginnen wir tats\u00e4chlich besser zu verstehen, was auf dem Schlachtfeld geschieht&#8220;, sagte er der Zeitung. Um ihre Erfolge auf dem Schlachtfeld in Punkte zu verwandeln, schicken die Drohneneinheiten Videos ihrer Treffer an eine Stelle in Kiew. Dort werden sie ausgewertet. Dabei fallen laut Fedorow wertvolle Daten ab. \u00dcber die getroffenen Ziele, den Ort der Treffer, die eingesetzten Waffen und Informationen.<\/p>\n<p>&#8222;So sehen wir, was effektiv ist und was weniger effektiv ist&#8220;, sagte Fedorow demnach. &#8222;Jeder sieht die Rangliste, sodass die Einheiten beginnen, sich gegenseitig zu besuchen, um voneinander zu lernen. Die Anf\u00fchrer beginnen, diejenigen zu unterrichten und ihnen den Weg zu ebnen, die sich noch in der Entwicklung befinden.&#8220; Innovation von unten sei das.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zw\u00f6lf Punkte f\u00fcr einen Toten Ukraine baut Bonussystem f\u00fcr K\u00e4mpfende aus 03.11.2025, 19:18 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":548338,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,661,10068,13,929,451,14,15,16,12,317],"class_list":{"0":"post-548337","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-angriff-auf-die-ukraine","11":"tag-drohnen","12":"tag-headlines","13":"tag-kriege-und-konflikte","14":"tag-militaer","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politik","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115487213204066667","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=548337"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548337\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/548338"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=548337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=548337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=548337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}