{"id":548339,"date":"2025-11-03T18:36:28","date_gmt":"2025-11-03T18:36:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548339\/"},"modified":"2025-11-03T18:36:28","modified_gmt":"2025-11-03T18:36:28","slug":"trump-und-xi-vereinbaren-handelspakt-aber-us-gefuehrte-konfrontation-mit-china-haelt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548339\/","title":{"rendered":"Trump und Xi vereinbaren Handelspakt, aber US-gef\u00fchrte Konfrontation mit China h\u00e4lt an"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/a71da01e-256b-4133-bc46-96464ca13994\" style=\"max-height:100%\"\/>Pr\u00e4sident Donald Trump und der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping vor ihrem Gipfeltreffen am Gimhae International Airport in Busan (S\u00fcdkorea), 30. Oktober 2025 [AP Photo\/Mark Schiefelbein]<\/p>\n<p>Letzte Woche fand der mit Spannung erwartete Gipfel von US-Pr\u00e4sident Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in S\u00fcdkorea statt. Er endete mit nichts weiter als einem vagen einj\u00e4hrigen Waffenstillstand in einem Wirtschaftskrieg, den Trump seit seiner R\u00fcckkehr ins Amt in diesem Jahr dramatisch versch\u00e4rft hat. Zwar mag das Treffen den Handelskonflikt vor\u00fcbergehend beilegen, doch der von den USA angef\u00fchrte Wirtschaftskrieg und die milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung gegen China gehen mit Sicherheit weiter.<\/p>\n<p>Im Jahr 2017 lagen die US-Z\u00f6lle auf Importe aus China bei lediglich \u00a03,1 Prozent. Trump erh\u00f6hte sie w\u00e4hrend seiner ersten Amtszeit auf 20 Prozent, einen Satz, den auch US-Pr\u00e4sident Joe Biden beibehielt. In seiner zweiten Amtszeit verdoppelte Trump diese Z\u00f6lle erneut auf mittlerweile \u00fcber 47 Prozent.<\/p>\n<p>Neben den hohen Z\u00f6llen versuchte das Wei\u00dfe Haus, die chinesische Hightech-Industrie zu schw\u00e4chen, indem es den Verkauf von hochentwickelten Halbleitern und Chip-Fertigungsanlagen an China aus Gr\u00fcnden der \u201enationalen Sicherheit\u201d einschr\u00e4nkte. China reagierte darauf, indem es den Verkauf Seltener Erden einschr\u00e4nkte. Zahlreiche Branchen, vor allem die Automobilit\u00e4t, die Elektronik und die Verteidigung, sind auf Seltene Erden angewiesen.<\/p>\n<p>Kurz vor dem Gipfel erh\u00f6hte Trump provokativ den Einsatz noch weiter: Im letzten Monat beschr\u00e4nkte er nicht nur den Verkauf von Halbleitern an bestimmte chinesische Unternehmen, sondern an alle Unternehmen, an denen diese eine Mehrheitsbeteiligung halten. Einer Sch\u00e4tzung zufolge wurde der Geltungsbereich der Verbote damit von rund 1.300 Unternehmen auf \u00fcber 20.000 Unternehmen ausgeweitet, die einen Bezug zu China haben.<\/p>\n<p>\u00dcber diesen Versto\u00df gegen fr\u00fchere Vereinbarungen war China offensichtlich ver\u00e4rgert, und es weitete seine Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Export von Seltenen Erden aus. Zudem f\u00fchrte es eigene Lizenzanforderungen ein, die sich auf den Export von Ausr\u00fcstung zur Gewinnung und Verarbeitung Seltener Erden beziehen, und verbot insbesondere jene Exporte, die in sensiblen Bereichen von Milit\u00e4roperationen Anwendung finden. China hat praktisch ein weltweites Monopol sowohl beim Abbau als auch bei der Verarbeitung dieser wichtigen Rohstoffe.<\/p>\n<p>Trump explodierte vor Wut, drohte mit zus\u00e4tzlichen Z\u00f6llen von 100 Prozent f\u00fcr China und wollte das Gipfeltreffen absagen, bevor er die zus\u00e4tzlichen Z\u00f6lle wieder zur\u00fccknahm. Doch unmittelbar vor seinem Treffen mit Xi twitterte Trump im Stil eines Mafiabosses. er habe die Wiederaufnahme der US-Atomtests angeordnet, wof\u00fcr er ausdr\u00fccklich China und Russland verantwortlich machte. Alle drei L\u00e4nder hatten solche Atomtests in den 1990er Jahren eingestellt. Ihre Wiederaufnahme ist nicht allein ein plumper Versuch, Xi zu Zugest\u00e4ndnissen zu zwingen, sondern ein deutliches Zeichen: Trumps Wirtschaftskrieg ist eng mit den weit fortgeschrittenen Vorbereitungen der USA auf einen milit\u00e4rischen Konflikt mit dem atomar bewaffneten China verbunden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/veranstaltungen.html\" class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw-75rem-m bg-black-05 mt3 center\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/fd1ec8ed-480f-4281-8a23-4fb07ac9416f\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/f5f07f82-e496-471e-94ac-d6c902ce47d6\"\/><\/a><\/p>\n<p>Das kurze Gipfeltreffen erbrachte daraufhin kein anderes Ergebnis als das, was die Verhandlungsf\u00fchrer der USA und Chinas bereits Tage zuvor in Malaysia vereinbart hatten. China und die USA einigten sich darauf, die j\u00fcngsten Ma\u00dfnahmen in Bezug auf Seltene Erden und Spitzentechnologie f\u00fcr ein Jahr auszusetzen. Die USA senkten die bestehenden Z\u00f6lle auf chinesische Exporte um 10 bis 45 Prozent, und China erkl\u00e4rte sich bereit, wieder amerikanische Sojabohnen und andere Agrarprodukte zu kaufen.<\/p>\n<p>Die globalen M\u00e4rkte und die Wirtschaftselite atmeten erleichtert auf, dass der Gipfel einen unmittelbaren Bruch zwischen den beiden gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften der Welt verhindert hatte. Aber niemand macht sich Illusionen. Wie jeder wei\u00df, ist der Waffenstillstand nur vor\u00fcbergehend und kann jederzeit platzen. Auch sind die Details der Vereinbarung noch unklar, da weder eine gemeinsame Pressekonferenz stattfand noch eine Vereinbarung unterzeichnet wurde.<\/p>\n<p>Auf seinem R\u00fcckflug in die USA prahlte Trump mit den Ergebnissen des Gipfels als \u00fcberw\u00e4ltigendem Erfolg, dem er die Note \u201e12 von 10\u201c vergab. In der CNN-Sendung \u201eState of the Union\u201c erkl\u00e4rte Finanzminister Scott Bessent am Sonntag: \u201eAlles, was aus der Konferenz zwischen Pr\u00e4sident Trump und Pr\u00e4sident Xi hervorging, hat den Einfluss der USA gest\u00e4rkt. (&#8230;) Er hat mit einer 100-prozentigen Zollerh\u00f6hung auf chinesische Produkte gedroht, und wir konnten eine einj\u00e4hrige Aufschiebung aushandeln.\u201c<\/p>\n<p>In seinem Leitartikel \u201eLessons from Trump\u2019s China trade war\u201c (Lehren aus Trumps Handelskrieg mit China) erkl\u00e4rte das Wall Street Journal jedoch: \u201eDas Beste, was wir sagen k\u00f6nnen, ist, dass das Abkommen weiteren wirtschaftlichen Schaden verhindert hat.\u201c Und es warnte: \u201eDer Kalte Krieg zwischen den USA und China wird weitergehen.\u201c<\/p>\n<p>Auf \u00e4hnliche Weise kommentierte die Washington Post: \u201eDas Ergebnis dieses Treffens sieht eher nach einem vor\u00fcbergehenden Waffenstillstand als nach einem dauerhaften Friedensvertrag aus.\u201c Die Zeitung warnte: \u201eDie Beziehungen haben sich ver\u00e4ndert. China hat seine Bereitschaft gezeigt, Amerikas Abh\u00e4ngigkeiten auszunutzen. Die USA m\u00fcssen weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um diesen Einfluss zu verringern, denn die Entkopplung wird weitergehen.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ihrer Asienreise in der vergangenen Woche versuchten Trump und seine Entourage genau das zu erreichen: Sie haben Vereinbarungen mit Malaysia, Japan und S\u00fcdkorea \u00fcber die Lieferung Seltener Erden unterzeichnet. Bei einem Treffen mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese im vergangenen Monat erzielte Trump eine Einigung \u00fcber den Abbau und die Verarbeitung wichtiger Mineralien, darunter Seltene Erden, in Australien.<\/p>\n<p>Trotz Bessants Behauptung gegen\u00fcber der Financial Times, die USA w\u00fcrden Chinas Monopol in weniger als zwei Jahren beenden, ist Chinas \u00fcber Jahre aufgebaute Seltene-Erden-Industrie nicht so schnell zu ersetzen. Australien beispielsweise schickt einen Gro\u00dfteil seiner Seltenen Erden zur Weiterverarbeitung nach China.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-30-jahre-krieg\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/19b71883-5de1-401a-8f7f-7226c4b24a37\" style=\"max-height:100%\"\/><\/p>\n<p>David North<\/p>\n<p>30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990\u20132020<\/p>\n<p>Seit dem ersten Golfkrieg 1990\u20131991 f\u00fchren die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg.\u00a0Gest\u00fctzt auf ein marxistisches Verst\u00e4ndnis der Widerspr\u00fcche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Milit\u00e4rinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Die Reaktion der Demokratischen Partei bestand darin, Trump daf\u00fcr zu kritisieren, dass er nicht aggressiv genug vorgegangen sei und Xi nachgegeben habe. Der Minderheitsf\u00fchrer im Senat, Chuck Schumer, schrieb auf Twitter: \u201eGlaubt ihm seinen Schwachsinn nicht. Trump ist vor China eingeknickt.\u201c Der Journalist John Harwood fasste die Kritik aus dem Lager der Demokraten in den Worten zusammen: \u201eXi hat Trump in Grund und Boden gestampft.\u201c<\/p>\n<p>Die den Demokraten nahestehende New York Times \u00a0warf Trump vor, die nationale Sicherheit der USA zu gef\u00e4hrden, weil er Abstand davon nahm, das Exportverbot f\u00fcr US-Spitzentechnologie an Unternehmen mit chinesischer Mehrheitsbeteiligung zu verl\u00e4ngern. Die Journalistin Ana Swason erkl\u00e4rte: \u201eDieser Schritt war offenbar eins der ersten Zugest\u00e4ndnisse, die die Vereinigten Staaten im Rahmen von Handelsverhandlungen bez\u00fcglich der Kontrolle von Technologie im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit gemacht haben.\u201c<\/p>\n<p>Die Reaktion der Demokraten zeigt, dass das gesamte politische Establishment der USA, ungeachtet der taktischen Differenzen, die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr die globale wirtschaftliche und milit\u00e4rische Vorherrschaft des US-Imperialismus in China sieht. Seit mehr zehn Jahren, seit der \u201ePivot-to-Asia\u201c-Politik der Obama-Regierung, betreibt Washington in der gesamten indopazifischen Region eine diplomatische und wirtschaftliche Offensive und eskaliert den milit\u00e4rischen Aufbau, mit dem Ziel, China zu schw\u00e4chen und letztendlich den eigenen wirtschaftlichen und strategischen Interessen unterzuordnen.<\/p>\n<p>In seiner ersten Amtszeit propagierte Trump die Notwendigkeit einer \u201eEntkopplung\u201c von China als wichtigen Teil der Kriegsvorbereitungen. Weit davon entfernt, die Spannungen mit China zu entsch\u00e4rfen, f\u00fchrt das vorl\u00e4ufige Abkommen, das Trump und Xi in S\u00fcdkorea geschlossen haben, im Wei\u00dfen Haus und in Washington zu einer Schlussfolgerung: Wenn der Wirtschaftskrieg Peking nicht einsch\u00fcchtern kann, m\u00fcssen milit\u00e4rische Mittel eingesetzt werden \u2013 und angesichts von Chinas rasantem Aufstieg eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Kein neuer \u201eKalter Krieg\u201c wird vorbereitet, sondern vielmehr eine dramatische Ausweitung der Kriege, die schon in Europa und im Nahen Osten stattfinden, zu einem milit\u00e4rischen Konflikt mit China. Trumps Drohung mit Atomwaffen unmittelbar vor seinem Treffen mit Xi ist die deutlichste Warnung vor dem, was vorbereitet wird. Denn der US-Imperialismus ist nicht nur mit geopolitischen Rivalen konfrontiert, sondern auch mit einer enormen wirtschaftlichen und sozialen Krise im eigenen Land.<\/p>\n<p>Die einzige soziale Kraft, die den Absturz in einen globalen Krieg und eine nukleare Katastrophe aufhalten kann, ist die internationale Arbeiterklasse. Das Internationale Komitee der Vierten Internationale ruft zum Aufbau einer geeinten Antikriegsbewegung der Arbeitenden in den USA, China und auf der ganzen Welt auf. Sie muss sich auf ein revolution\u00e4res, sozialistisches Programm st\u00fctzen, das zum Ziel hat, den Kapitalismus und die reaktion\u00e4re Aufteilung der Welt in rivalisierende Nationalstaaten zu beenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pr\u00e4sident Donald Trump und der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping vor ihrem Gipfeltreffen am Gimhae International Airport in Busan&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":548340,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,227,106,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-548339","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-china","11":"tag-donald-trump","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-united-states","17":"tag-united-states-of-america","18":"tag-us","19":"tag-usa","20":"tag-vereinigte-staaten","21":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115487218424258376","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=548339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548339\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/548340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=548339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=548339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=548339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}