{"id":548472,"date":"2025-11-03T19:48:22","date_gmt":"2025-11-03T19:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548472\/"},"modified":"2025-11-03T19:48:22","modified_gmt":"2025-11-03T19:48:22","slug":"atomendlager-suche-nur-noch-25-prozent-der-flaeche-im-rennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548472\/","title":{"rendered":"Atomendlager-Suche: Nur noch 25 Prozent der Fl\u00e4che im Rennen"},"content":{"rendered":"<p>Peine (dpa) &#8211; Das Gro\u00dfprojekt Atomendlager-Suche macht einen weiteren Schritt nach vorn: Nach j\u00fcngster Einsch\u00e4tzung der Bundesgesellschaft f\u00fcr Endlagerung (BGE) kommen noch 25 Prozent der deutschen Landesfl\u00e4che f\u00fcr ein m\u00f6gliches Endlager in Frage &#8211; im vergangenen Jahr waren es noch 44 Prozent gewesen. Die Experten sieben in einem mehrstufigen Prozess immer mehr Regionen aus.<\/p>\n<p>Welche Regionen kommen f\u00fcr ein Endlager in Frage?<\/p>\n<p>Besonders in Norddeutschland sind derzeit noch gro\u00dfe Teile f\u00fcr ein sp\u00e4teres Endlager im Rennen. Das liegt unter anderem daran, dass dort gro\u00dfe Fl\u00e4chen noch nicht bewertet wurden. Aber auch im S\u00fcden gibt es noch m\u00f6gliche Standorte.<\/p>\n<p>Einige Gebiete h\u00e4lt die BGE aus heutiger Sicht f\u00fcr besonders geeignet, sie haben die bisherigen Pr\u00fcfschritte \u00fcberstanden. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Regionen in Baden-W\u00fcrttemberg in der N\u00e4he von Freiburg und s\u00fcdlich von Karlsruhe sowie mehrere Regionen nahe der tschechischen Grenze, sowohl in Bayern als auch in Sachsen.\u00a0<\/p>\n<p>Auch in Th\u00fcringen und Sachsen-Anhalt zwischen Halle und Erfurt gibt es solche m\u00f6glichen Standorte sowie in Niedersachsen im Raum Braunschweig und Hannover sowie n\u00f6rdlich von Osnabr\u00fcck. In Hessen kommt ein Gebiet in der N\u00e4he des baden-w\u00fcrttembergischen Mannheim infrage. Ein Teil Norddeutschlands ist auf der BGE-Karte grau, f\u00fcr ihn gibt es also noch keine Einstufung.\u00a0<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Teile von Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie das Saarland kamen nie in Frage, weil es dort an den n\u00f6tigen Gesteinsschichten fehlt. Rheinland-Pfalz ist inzwischen ebenfalls aus dem Rennen.<\/p>\n<p>Warum ist die Suche wichtig?<\/p>\n<p>Deutschland hat seine letzten Atomreaktoren zwar im April 2023 abgeschaltet. Doch noch muss ein Lager f\u00fcr rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atomm\u00fcll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit f\u00fcr eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert der M\u00fcll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesl\u00e4ndern. Seit 2017 l\u00e4uft die aktuelle Endlager-Suche.<\/p>\n<p>Worauf achtet die BGE?<\/p>\n<p>Derzeit passiert alles noch auf Papier oder am Rechner und nicht vor Ort. \u00abWir schauen uns nur die geologischen Daten an, die wir haben\u00bb, sagt die Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Iris Graffunder. \u00abJe gleichm\u00e4\u00dfiger und langweiliger der Untergrund ist, umso besser geeignet f\u00fcr ein Endlager.\u00bb<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich untersucht werden Gegenden, in denen es Steinsalz, Tongestein oder Granit gibt. Dickere Gesteinsschichten seien dabei besser als d\u00fcnnere, sagt BGE-Sprecherin Dagmar Dehmer. Wichtig sei, m\u00f6gliche Auswirkungen von Vulkanen f\u00fcr die n\u00e4chste Million Jahre auszuschlie\u00dfen. Auch das Erdbebenrisiko spielt eine Rolle. \u00ab\u00dcberall da, wo das Gestein in Bewegung ist und sich gegeneinander verschieben kann, da wollen wir kein Endlager bauen.\u00bb Bereiche mit Rissen im Gestein w\u00fcrden ausgeschlossen, so Graffunder.\u00a0<\/p>\n<p>Wie geht es weiter?<\/p>\n<p>Mitte 2026 will die BGE einen weiteren Zwischenstand pr\u00e4sentieren, Ende 2027 will sie Standortregionen f\u00fcr die oberirdische Erkundung vorschlagen. Diesen Vorschlag pr\u00fcft dann das Bundesamt f\u00fcr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), das Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit beteiligt. Die Entscheidung \u00fcber die in Frage kommenden Regionen trifft schlie\u00dflich der Bundestag. Als Zieldatum f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber ein Endlager ist derzeit 2050 angepeilt.\u00a0<\/p>\n<p>Muss das alles so lange dauern?<\/p>\n<p>Wenn es nach Bundesumweltminister Carsten Schneider geht, soll es schneller gehen. \u00abMir ist wichtig, dass wir nach diesem Schritt ab 2027 deutlich schneller vorankommen. Das sind wir nicht zuletzt den Menschen schuldig, die in den Regionen mit den Zwischenlagern leben\u00bb, erkl\u00e4rte der SPD-Politiker. Man werde das Standortauswahl-Verfahren \u00aboptimieren\u00bb. \u00abDabei gilt es, den Kern des Verfahrens zu bewahren &#8211; insbesondere das Ziel der bestm\u00f6glichen Sicherheit.\u00bb Einen entsprechenden Gesetzes-Vorschlag werde er Anfang kommenden Jahres machen.\u00a0<\/p>\n<p>Man versuche, vor Mitte des Jahrhunderts fertig zu werden, sagt die BGE-Vorsitzende Graffunder. \u00abDas geht aber nur, wenn man auf Bergwerke verzichtet\u00bb &#8211; also von der Oberfl\u00e4che aus arbeitet. Die Untersuchungen von der Oberfl\u00e4che aus seien heute so gut, dass Bergwerke verzichtbar seien.<\/p>\n<p>\u00abDeutschland hat extrem gute geologische Formationen, um hochradioaktive Abf\u00e4lle endzulagern\u00bb, versichert Graffunder. \u00abDie Schwierigkeit ist nicht, einen Standort zu finden, sondern wir haben die Qual der Wahl.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Peine (dpa) &#8211; Das Gro\u00dfprojekt Atomendlager-Suche macht einen weiteren Schritt nach vorn: Nach j\u00fcngster Einsch\u00e4tzung der Bundesgesellschaft f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":548473,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[15013,6303,3364,29,30,8970,1209,383],"class_list":{"0":"post-548472","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-atom","9":"tag-atomenergie","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-muenster","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-umwelt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115487500191067052","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=548472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548472\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/548473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=548472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=548472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=548472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}