{"id":548774,"date":"2025-11-03T22:36:17","date_gmt":"2025-11-03T22:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548774\/"},"modified":"2025-11-03T22:36:17","modified_gmt":"2025-11-03T22:36:17","slug":"extinction-rebellion-in-wuppertal-solidaritaet-mit-indigenen-voelkern-blickfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/548774\/","title":{"rendered":"Extinction Rebellion in Wuppertal: Solidarit\u00e4t mit indigenen V\u00f6lkern &#8211; blickfeld"},"content":{"rendered":"<p>Vom 10. bis 21. November 2025 findet in der <strong>brasilianischen Stadt Bel\u00e9m die 30. UN Climate Change Conference<\/strong> <strong>(COP30)<\/strong> statt. Die Wahl fiel nicht ohne Grund auf diese, am Rande des <strong>Amazonasbeckens <\/strong>gelegene Stadt, denn Brasilien will die <strong>Wichtigkeit der (Tropen-)W\u00e4lder<\/strong> als <strong>\u201eLunge der Erde\u201c<\/strong> hervorheben. Auch wenn die <strong>Abholzung <\/strong>in den letzten Jahren zur\u00fcckgegangen ist, stieg sie <strong>2024<\/strong> wieder auf einen <strong>Rekordwert <\/strong>an. Betroffen davon sind auch <strong>indigene V\u00f6lker<\/strong> \u2013 um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, startete am 12. Oktober 2025 eine <strong>Karawane von Mexiko in Richtung Bel\u00e9m<\/strong>. Diese besteht aus <strong>Repr\u00e4sentanten der indigenen V\u00f6lker, Klimaaktivist:innen sowie Vertreter:innen sozialer Bewegungen<\/strong>.<\/p>\n<p>Ihre Anliegen gehen \u00fcber die <strong>Umwelt<\/strong> hinaus und ihre durch den Kolonialismus gepr\u00e4gte Geschichte, die Invasion, Enteignung, Sklaverei, Patriarchat und Rassismus umfasst, ist nicht abgeschlossen \u2013 vielmehr setze sich dieselbe Logik heute fort. Die V\u00f6lker leiden in <strong>Mittel- und S\u00fcdamerika<\/strong> an Kriminalisierung, Justiz- und Milit\u00e4rgewalt, Verschwindenlassen von Dissident:innen, insbesondere von indigenen Gemeinschaften und ihren Kulturtr\u00e4ger:innen. Somit versteht sich die Karawane nicht nur als <strong>Symbol f\u00fcr Klimagerechtigkeit<\/strong>, sondern als integrale <strong>Bewegung territorialer wie auch sozialer Gerechtigkeit<\/strong> und f\u00fcr das Recht auf Selbstbestimmung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/karawane_xr-wuppertal_002.webp.webp\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1482300119\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"45813\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/karawane_xr-wuppertal_002.webp.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-45819\"  \/><\/a>GAIA, die Mutter Erde \u2013 Foto: kb<br \/>\nLeuchtende Gaia zieht Blicke auf sich<\/p>\n<p>Etwa <strong>25 Teilnehmende<\/strong> versammelten sich am 18. Oktober 2025 auf dem<strong> Bahnhofsvorplatz in Elberfeld<\/strong>, wo auch eine erste Kundgebung stattfand. Die Aufmerksamkeit der Passanten zog vor allem eine Teilnehmerin der Aktion auf sich: die <strong>Puppe GAIA, <\/strong>die<strong> Verk\u00f6rperung der Erde<\/strong>.<\/p>\n<p>Die etwa drei Meter gro\u00dfe, farbenfrohe Puppe GAIA suchte ganz bewusst den Kontakt mit Passanten und besonders Kinder waren ihr sehr zugetan. Es wurden Selfies aufgenommen, H\u00e4nde gesch\u00fcttelt, aber auch Flyer mit dem Anliegen von XR an interessierte Passanten verteilt. Das n\u00e4chste Ziel hie\u00df <strong>Von-der-Heydt-Platz<\/strong>. Nicht nur Mitglieder von XR begleiteten den Zug. <strong>Carmen, Studentin im Nachhaltigkeitsmanagement<\/strong>, kam von <strong><a href=\"https:\/\/www.bonn4future.de\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bonn4Future<\/a><\/strong> hinzu: \u201eOft liegt der Fokus stark auf westlichen Themen, aber von den <strong>Folgen des Klimawandels<\/strong> betroffen sind meist V\u00f6lker, die gar nicht zu seiner Entstehung beigetragen haben.\u201c Sie plant im Januar ein<strong> Auslandssemester in Kolumbien<\/strong> und sagt dazu: \u201eVon wem kann man lernen? Wie k\u00f6nnen wir andere Perspektiven verstehen? Ich finde, das Mindeste, was wir tun k\u00f6nnen, ist unterst\u00fctzen, wenn dort etwas Bedeutendes passiert.\u201c Ihr liegt die<strong> Vernetzung der Gruppen<\/strong>, die sich f\u00fcr <strong>Umweltbelange <\/strong>einsetzen, am Herzen: \u201eAlle haben nat\u00fcrlich unterschiedliche Schwerpunkte, aber im Grunde dieselbe Sehnsucht \u2013 dieselbe <strong>Vision einer besseren Zukunft<\/strong>.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/karawane_xr-wuppertal_003.webp.webp\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"648332754\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"45813\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/karawane_xr-wuppertal_003.webp.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-45820\"  \/><\/a>Teilnehmer:innen des Zuges als symbolische Opfer der drohenden Klima-Katastrophe \u2013 Foto: kb<br \/>\nLeichent\u00fccher verbergen Schicksale<\/p>\n<p>Auf dem <strong>Von-der-Heydt-Platz <\/strong>angekommen, baute sich die Gruppe erneut auf. Vor gro\u00dfen Bannern und untermalt mit mobiler Piano-Musik eines Mitglieds, hielt <strong>Susanne von XR<\/strong> ihre Rede. In dieser wies sie auf den <strong>Wohlstand<\/strong> hin, den unsere <strong>Gesellschaft auf Kosten anderer<\/strong> \u2013 besonders des globalen S\u00fcdens \u2013 erlangt hat. Deren Geschichte zu erz\u00e4hlen und Solidarit\u00e4t zu bekunden, sei umso wichtiger, denn: Das <strong>Schicksal der Betroffenen<\/strong> drohe auch uns, und es w\u00e4re an der Zeit, sich zu entscheiden, auf wessen Seite man stehen will \u2013 der der <strong>Profiteure<\/strong> oder der der <strong>Opfer<\/strong>. Viele Passanten blieben stehen \u2013 von Interessierten bis zu Ver\u00e4rgerten. Manche murmelten sogar <strong>halblaut Beschimpfungen<\/strong> in Richtung der Rednerin.<\/p>\n<p>Die <strong>Gruppe Extinction Rebellion<\/strong> ist bekannt f\u00fcr Aktionen neben ihren Kundgebungen: Teilnehmer:innen nahmen wei\u00dfe Laken, legten sich auf den Boden und \u2013 wie <strong>Grabschilder <\/strong>\u2013 wurden kleine Tafeln auf den symbolischen Leichen verteilt. Auf diesen standen beispielsweise: <\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>\u201eIch bin verhungert.\u201c<\/li>\n<li>\u201eGestorben durch Luftverschmutzung.\u201c <\/li>\n<li>\u201eIch wollte mein Land nicht verlassen und wurde erschossen.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Puppe GAIA ging \u2013 die betroffene Stimmung war deutlich zu merken \u2013 von Tuch zu Tuch und streckte verzweifelt ihre H\u00e4nde nach den Opfern aus. Das <strong>Schicksal der Erde<\/strong> \u2013 und <strong>die Erde machtlos<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/karawane_xr-wuppertal_004.webp.webp\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"2059806446\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"45813\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/karawane_xr-wuppertal_004.webp.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-45821\"  \/><\/a>Susanne von XR bei der Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz in Elberfeld \u2013 Foto: kb<\/p>\n<p>Mit den Worten \u201eSteh auf. Solidarisiere dich. Steh auf f\u00fcr die Erde, denn wir haben nur diese eine!\u201c erhoben sich die Teilnehmer:innen wieder. Anschlie\u00dfend ging es f\u00fcr die Gruppe weiter Richtung <strong>Laurentiusplatz<\/strong>.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t, Interesse aber auch Ablehnung<\/p>\n<p>Sein Ende fand der Zug auf dem <strong>Laurentiusplatz<\/strong>. Inmitten des dort stattfindenden <strong>Street-Food-Festivals <\/strong>wiederholten die Teilnehmer:innen ihre <strong>Kundgebung<\/strong> und <strong>Aktion der Leichent\u00fccher<\/strong>. Obwohl laut XR zugesichert, wurde die dort laufende Musik nicht f\u00fcr einen Moment unterbrochen, sodass die Worte von <strong>Susanne <\/strong>etwas untergingen. Trotzdem zeigte besonders die Leichentuch-Aktion wieder Wirkung und einige Passanten blieben stehen \u2013 aber auch K\u00f6pfe wurden gesch\u00fcttelt. Susanne von XR kommentierte dazu: \u201eEs gab sehr unterschiedliche Stimmen. Ich denke, das war genauso gemischt wie die Bev\u00f6lkerung insgesamt.\u201c Auf dem Laurentiusplatz gab es St\u00e4nde, die kolumbianisches Essen verkauften und einen direkten Bezug zu der Thematik hatten. \u201eAber auch unterwegs haben wir viele Gespr\u00e4che gef\u00fchrt \u2013 mit Menschen, die sich gefreut haben, uns gesehen zu haben, die vorher nichts davon wussten, die es weitertragen und unterst\u00fctzen wollen.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen l\u00e4uft <strong>GAIA <\/strong>weiter \u00fcber den Platz,<strong> leuchtend \u2013 vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer<\/strong>. \u00bb<a href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/ueber-uns\/blickfeld-redaktion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kb<\/a>\u00ab<\/p>\n<p>\u00dcber Extinction Rebellion (XR)<\/p>\n<p><strong>Extinction Rebellion (XR)<\/strong> hei\u00dft \u00fcbersetzt: Aufstand gegen das Aussterben.<\/p>\n<p>XR ist eine weltweite Umweltbewegung, die mit gewaltfreiem zivilen Ungehorsam auf die Klimakrise aufmerksam machen m\u00f6chte und sofortige politische Ma\u00dfnahmen fordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vom 10. bis 21. November 2025 findet in der brasilianischen Stadt Bel\u00e9m die 30. UN Climate Change Conference&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":548775,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,26873,5393,2314,30,133460,1209,383,4418],"class_list":{"0":"post-548774","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-doeppersberg","11":"tag-ehrenamt","12":"tag-featured","13":"tag-germany","14":"tag-kb","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-umwelt","17":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115488161389167668","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=548774"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/548774\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/548775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=548774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=548774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=548774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}