{"id":549525,"date":"2025-11-04T05:46:20","date_gmt":"2025-11-04T05:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/549525\/"},"modified":"2025-11-04T05:46:20","modified_gmt":"2025-11-04T05:46:20","slug":"30-jahre-nach-rabin-ermordung-jemanden-wie-ihn-brauchen-wir-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/549525\/","title":{"rendered":"30 Jahre nach Rabin-Ermordung: &#8222;Jemanden wie ihn brauchen wir heute&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/rabin-100.jpg\" alt=\"Ein Foto von Izchak Rabin wird in der Knesset aufgestellt.\" title=\"Ein Foto von Izchak Rabin wird in der Knesset aufgestellt. | EPA\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 04.11.2025 04:58 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Vor 30 Jahren wurde Israels Premier Rabin nach einer Friedenskundgebung erschossen. Zum Jahrestag erinnern in Tel Aviv mehr als 100.000 Menschen an den Politiker, der den Dialog mit den Pal\u00e4stinensern suchte.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bettina-meier-107.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Bettina Meier\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/bettina-meier-109.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ich freue mich sehr. Ich m\u00f6chte mich bei jedem Einzelnen bedanken, der hier gegen Gewalt und f\u00fcr den Frieden eingetreten ist.&#8220; Es sind letzte Worte aus der Rede von Izchak Rabin, bevor der israelische Premier, der als Mitbegr\u00fcnder des Oslo-Friedensabkommens bekannt wurde, vor genau 30 Jahren von einem rechtsreligi\u00f6sen Studenten nach einer Friedenskundgebung in Tel Aviv erschossen wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es geschah, kurz nachdem Rabin davon sprach, dass der Weg des Friedens mit den Pal\u00e4stinensern dem des Krieges vorzuziehen sei, wie Jossi Beilin dem ARD-Studio Tel Aviv berichtet. Beilin war damals stellvertretender Au\u00dfenminister und Weggef\u00e4hrte Rabins.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Rabins Weggef\u00e4hrte Jossi Beilin: &#8222;F\u00fcr mich ist es, als w\u00e4re es gestern gewesen.&#8220;\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Wir haben wie Babys geweint&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Rabin hatte Angst, dass die Leute nicht kommen. F\u00fcr mich ist es, als w\u00e4re es gestern gewesen&#8220;, sagt Beilin. &#8222;Er wollte nicht f\u00fcr den Frieden sterben, aber er verstand, dass das vielleicht ein Preis ist, den man zahlt, wenn man das Schicksal seines Landes zum Besseren ver\u00e4ndert.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Beilin gilt als Architekt des Oslo-Friedensabkommen, f\u00fcr das sich Rabin einsetzte. Ein Abkommen, f\u00fcr das er sogar PLO-Chef Jassir Arafat im Wei\u00dfen Haus die Hand gab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er sei mit einem Freund in New York gewesen, als er vom Tod Rabins erfuhr, erinnert sich Beilin: &#8222;Wir sind aufgestanden, haben uns in die Arme genommen und wie Babys geweint. H\u00e4tte es Rabin nicht gegeben, h\u00e4tte es den Friedensprozess nicht gegeben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Im September 1993 gaben sich Israels Premier Rabin und PLO-Chef Arafat in Washington die Hand. Ein Frieden im Nahen Osten mit einer Zweistaaten-L\u00f6sung schien damals vorstellbar.\n                    <\/p>\n<p>    Netanjahu bleibt dem Gedenken fern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv haben sich jetzt, 30 Jahre sp\u00e4ter, mehr als 100.000 Menschen versammelt, um Rabin zu gedenken. Premier Benjamin Netanjahu, der schon damals Rabins Widersacher war, h\u00e4lt sich fern. Oppositionsf\u00fchrer Yair Lapid kritisiert, dass die derzeitige Regierung im Namen des Judentums Gewalt rechtfertige. Die Stimmung ist nachdenklich.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Merav Ben Ami wischt sich eine Tr\u00e4ne aus dem Auge. Ihr Mann sei einer der Polizisten gewesen, die Rabin nach den Sch\u00fcssen ins Krankenhaus begleiteten, erz\u00e4hlt die Frau: &#8222;Es ist traurig. Alles, was es damals gab, h\u00e4lt bis heute an. Die Gesellschaft ist gespalten, die Gewalt geht weiter. Aber wenn wir nicht auf Ver\u00e4nderung hoffen, haben wir nichts, wof\u00fcr es sich zu leben lohnt. Deshalb gehe ich seit zwei Jahren im Krieg auf die Stra\u00dfe. Auch wenn alle Geiseln wieder da sind, werden wir weiter protestieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren in Tel Aviv im Gedenken an Izchak Rabin.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Wir werden nicht vergessen, nicht vergeben&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es habe sich wie das Ende der Welt angef\u00fchlt, als Rabin starb, erinnert sich Joshua Amishav, der wenige Meter von der Stelle entfernt steht, wo Rabins Attent\u00e4ter nach der Rede auf ihn schoss. Joshua h\u00e4lt ein Plakat in die H\u00f6he. &#8222;Wir werden nicht vergessen, nicht vergeben&#8220;, steht darauf. Es zeigt ein Bild Rabins und eines von Netanjahu, der damals die Stimmung gegen Rabins Politik anheizte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es ist derselbe Netanjahu, der uns den 7. Oktober eingebrockt hat, der das Gegenteil von Rabin tat&#8220;, sagt Amishav. &#8222;Rabin wurde auf dem Weg zum Frieden ermordet. Netanjahu hat die Hamas finanziell unterst\u00fctzt, um die pal\u00e4stinensische Autonomiebeh\u00f6rde zu schw\u00e4chen. Er hat jeder M\u00f6glichkeit f\u00fcr Frieden den Garaus gemacht. Er hat den Weg vorgezeichnet f\u00fcr einen endlosen Krieg.&#8220;<\/p>\n<p>    Viel Kritik an Netanjahu<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Viele hier geben Netanjahu die Schuld, am 7. Oktober beim Angriff der Hamas versagt und nichts getan zu haben, um den Krieg zu beenden. Rabins Weggef\u00e4hrte Jossi Beilin pl\u00e4diert noch heute f\u00fcr den Dialog mit den Pal\u00e4stinensern, setzt sich f\u00fcr die Idee der Zweistaatenl\u00f6sung ein. Vor allem aber fehle es an Pers\u00f6nlichkeiten, die so etwas umsetzen k\u00f6nnen, meint Beilin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Rabin war Soldat, kein freundlicher Mensch, ein komischer Kerl, aber er war kein Kriegstreiber. Er h\u00e4tte sich nicht als Friedensaktivist gesehen, sondern als Mister Sicherheit. F\u00fcr ihn geh\u00f6rten Frieden und Sicherheit zusammen&#8220;, sagt Beilin. &#8222;Jemanden wie Rabin brauchen wir heute, der die Interessen des Landes \u00fcber seine eigenen stellt. Das haben wir nicht. Rabin war so.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.11.2025 04:58 Uhr Vor 30 Jahren wurde Israels Premier Rabin nach einer Friedenskundgebung erschossen. 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