{"id":550280,"date":"2025-11-04T12:50:17","date_gmt":"2025-11-04T12:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550280\/"},"modified":"2025-11-04T12:50:17","modified_gmt":"2025-11-04T12:50:17","slug":"fuer-einen-echten-abpflastern-wettbewerb-fehlt-leipzig-derzeit-das-geld-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550280\/","title":{"rendered":"F\u00fcr einen echten Abpflastern-Wettbewerb fehlt Leipzig derzeit das Geld \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig ist die hei\u00dfeste Stadt in Sachsen. Im zweiten Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe (DUH) schrammte die Stadt in diesem Jahr knapp an der Roten Karte vorbei. Das hat Gr\u00fcnde. Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die starke Hitzebelastung, unter der mehr als die H\u00e4lfte der Stadtbev\u00f6lkerung stark leidet, ist die dichte Bebauung, die auch mit einer hohen Versiegelung einhergeht. Wenn man St\u00e4dte k\u00fchler machen will, m\u00fcssen sie entsiegelt und begr\u00fcnt werden. Das war der Inhalt eines Gr\u00fcnen-Antrags, der am 29. Oktober in der Ratsversammlung zum Aufruf kam.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/atsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025661&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2177143\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geschrieben hatte den Antrag die Gr\u00fcnen-Fraktion<\/a> auch schon vor der mehr als nur knappen Genehmigung des Leipziger <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/tag\/doppelhaushalt-2025-2026\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Doppelhaushalts 2025\/2026<\/a> durch die Landesdirektion. Da hilft auch der<a href=\"https:\/\/www.nk-tegelwippen.nl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Blick nach Holland<\/a> nicht, wo St\u00e4dte wie Amsterdam und Rotterdam schon eifrig im Wettbewerb stehen um m\u00f6glichst viel Entsiegelung von Fl\u00e4che, die nicht asphaltiert oder mit Steinen verbaut sein muss.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/4b4dd1c676004b0caee1647582bf317e.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/11\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Mitten in der Stadt. Da, wo fr\u00fcher Planer, Architekten und Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer ganz selbstverst\u00e4ndlich Pflaster hingesetzt haben. Sch\u00f6n pflegeleicht, befahrbar, dauerhaft.<\/p>\n<p>Und der Wettbewerb, auf den dann am 29. Oktober auch der Fraktionsvorsitzende der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, Dr. Tobias Peter, anspielte, ist letztlich auch keiner, den die Stadtverwaltungen selbst organisieren m\u00fcssen. Auch deshalb, weil es dann jedes Mal gleich viel Geld kostet. Von 600.000 Euro sprach <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026127&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Amt f\u00fcr Umweltschutz in seiner Stellungnahme<\/a>.<\/p>\n<p>600.000 Euro, die in der derzeitigen klammen Finanzsituation nicht darstellbar sind. Und Mitarbeiterinnen, die einen Wettbewerb zum \u201eAbpflastern\u201c betreuen k\u00f6nnten, fehlen auch.<\/p>\n<p>Wenn das Geld fehlt<\/p>\n<p>\u201eVor diesem Hintergrund hat die Verwaltung gepr\u00fcft, ob und ggf. wie ein solcher Wettbewerb f\u00fcr Leipzig organisiert werden kann. Die vorangehenden Ausf\u00fchrungen verdeutlichen, dass der Wettbewerb nur mit dem Einsatz einer erheblichen Zahl von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern durchgef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Da in der derzeitigen Situation und in absehbarer Zeit, wie im Folgenden n\u00e4her dargelegt, keine Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter f\u00fcr zus\u00e4tzliche freiwillige Aufgaben zur Verf\u00fcgung stehen werden, er\u00fcbrigt sich eine weitergehende Recherche zu der genauen Anzahl von Personen, die erforderlich w\u00e4ren\u201c, schrieb das Amt f\u00fcr Umweltschutz.<\/p>\n<p>\u201eEine Alternative w\u00e4re der R\u00fcckgriff auf externe personelle Unterst\u00fctzung durch die Bindung entsprechend qualifizierter Firmen. Daf\u00fcr w\u00e4ren erhebliche finanzielle Ressourcen erforderlich. F\u00fcr die Begleitung des Wettbewerbes \u00fcber ein Jahr werden die Kosten auf der Basis der Kosten f\u00fcr ein anderes B\u00fcrgerbeteiligungsverfahren auf 600.000 \u20ac gesch\u00e4tzt. Diese Haushaltsmittel stehen im derzeitigen Doppelhaushalt nicht zur Verf\u00fcgung.\u201c<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte auch Leipziger Vereine, die sich eh schon mit dem Thema besch\u00e4ftigen, stattdessen einbinden, wie Tobias Peter anmerkte. Nur werden auch die sagen: Das kostet ein bisschen Geld.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/baumscheibe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-638192 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/baumscheibe.jpg\" alt=\"Auch die Anlage von neuen Baumscheiben ist im Grunde Abpflastern. Foto: Ralf Julke\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Auch die Anlage von neuen Baumscheiben ist im Grunde Abpflastern. Foto: Ralf Julke<\/p>\n<p>Und dazu kommt noch eine Erkenntnis aus Hamburg, die das Amt f\u00fcr Umweltschutz anf\u00fchrte: \u201eDie \u00fcberwiegende Zahl von Fl\u00e4chen, die in Hamburg zur Entsiegelung vorgeschlagen werden, sind \u00f6ffentliche Fl\u00e4chen. Die Pr\u00fcfung der Entsiegelbarkeit dieser Fl\u00e4chen muss vermutlich im laufenden Verwaltungsgesch\u00e4ft erfolgen. Dies mag ein Grund f\u00fcr die oben beschriebene Diskrepanz zwischen vielen vorgeschlagenen unbearbeiteten Fl\u00e4chen und wenigen Fl\u00e4chen, \u00fcber die entschieden worden ist, sein.\u201c<\/p>\n<p>Wenn es um gebaute Stra\u00dfen geht<\/p>\n<p>Und da wird es wirklich teuer. Denn da gehen nicht einfach ein paar Leute mit Hacke und Spaten los und schaffen ein Pl\u00e4tzchen f\u00fcr ein bisschen Gr\u00fcn. Da geht es um oft v\u00f6llig \u00fcberdimensionierte Kreuzungen, die gr\u00fcndlich umgestaltet werden m\u00fcssen, um viel zu breit dimensionierte Stra\u00dfen, auf denen nicht einfach frei nach Nase entsiegelt werden kann, weil darunter meist auch noch Leitungen und Kan\u00e4le aller Art verlaufen. Da geht es nicht ohne Planung und die Beauftragung von Bau- oder Landschaftsbaufirmen.<\/p>\n<p>Wobei das Amt f\u00fcr Umweltschutz den Antrag der Gr\u00fcnen-Fraktion nicht ablehnte, sondern nur die ganz materiellen Bedenken deutlich machte, die die desolate Haushaltslage derzeit mit sich bringt.<\/p>\n<p>Sodass die zentrale Aussage der st\u00e4dtischen Stellungnahme lautet: \u201eVor diesem Hintergrund lehnt die Verwaltung eine Realisierung des Wettbewerbes in der Laufzeit des Doppelhaushaltes 2025\/26 ab und schl\u00e4gt vor zu pr\u00fcfen, ob ein Wettbewerb dieser Art Bestandteil des zu erstellenden Klimaanpassungsprogramms werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Ein Vorschlag, der nat\u00fcrlich sinnvoll ist, denn Entsiegelung ist unbedingt ein Beitrag zur Klimaanpassung und die Stadt w\u00e4re gut beraten, dass tats\u00e4chlich auch so aufzunehmen und auch regelm\u00e4\u00dfig zu berichten, wie viel Pflaster man hat entsiegeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/riesaer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-638195 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/riesaer.jpg\" alt=\"Entsiegelter alter Radweg in der Riesaer Stra\u00dfe. Foto: Ralf Julke\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Entsiegelter alter Radweg in der Riesaer Stra\u00dfe. Foto: Ralf Julke<\/p>\n<p>Denn was in den Reden am 29. Oktober nicht angesprochen wurde: Leipzig entsiegelt ja schon. Alle Anwohner von Stra\u00dfen, wo in den letzten Jahren neue Baumscheiben angelegt wurden, wissen es. F\u00fcr jeden Baum werden mehrere Quadratmeter Pflaster entfernt und durch eine durchl\u00e4ssige Deckschicht ersetzt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/05\/riesaer-strasse-neupflanzungen-alter-radweg-623669\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In der Riesaer Stra\u00dfe wurde ein alter Radweg entsiegelt.<\/a> Auch das summiert sich, wenn die Stadt nur systematisch weitermacht, baumlose Stra\u00dfen in Leipzig mit B\u00e4umen zu versehen. Leipzig steht also gar nicht bei null und k\u00f6nnte sich durchaus in einen Wettbewerb mit anderen St\u00e4dten wagen. Mit Dresden zum Beispiel, wie Tobias Peter vorschlug.<\/p>\n<p>Der stellte dann auch \u2013 den Zw\u00e4ngen der Zeit geschuldet \u2013 die Positionierung der Stadtverwaltung zur Abstimmung, die dann auch mit 51:10 Stimmen die n\u00f6tige Mehrheit bekam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig ist die hei\u00dfeste Stadt in Sachsen. 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