{"id":550339,"date":"2025-11-04T13:22:16","date_gmt":"2025-11-04T13:22:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550339\/"},"modified":"2025-11-04T13:22:16","modified_gmt":"2025-11-04T13:22:16","slug":"aufnahmezusage-bundesregierung-bietet-afghanen-geld-fuer-freiwilligen-verzicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550339\/","title":{"rendered":"Aufnahmezusage: Bundesregierung bietet Afghanen Geld f\u00fcr freiwilligen Verzicht"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/flugzeug-hannover-100.jpg\" alt=\"Ein Flugzeug fliegt hinter Stacheldraht am Flughafen Hannover.\" title=\"Ein Flugzeug fliegt hinter Stacheldraht am Flughafen Hannover. | picture alliance\/dpa\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 04.11.2025 13:35 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Bundesregierung versucht nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios mit Geldzahlungen Afghaninnen und Afghanen in Pakistan dazu zu bewegen, auf ihre Aufnahmezusagen zu verzichten. Der Druck auf die Wartenden steigt damit weiter.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/philipp-eckstein-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Philipp Eckstein\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eckstein-105.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/claudia-kornmeier-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Claudia Kornmeier\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/claudia-kornmeier-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Pakistan und Afghanistan warten weiterhin rund 2.100 Afghaninnen und Afghanen auf eine Ausreise nach Deutschland. Sie alle haben in den vergangenen Jahren im Rahmen unterschiedlicher Aufnahmeprogramme von Deutschland die Zusage erhalten, dass sie einreisen d\u00fcrfen, weil sie in Afghanistan unter der radikalislamistischen Taliban-Herrschaft nicht mehr sicher sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Situation der Wartenden ist prek\u00e4r. Pakistan hatte in den vergangenen Monaten mehr als zweihundert Menschen aus der Gruppe nach Afghanistan abgeschoben. Sie werden dort von Deutschland weiter betreut, m\u00fcssen sich vor den Taliban aber verstecken. Zuletzt konnten laut Angaben aus dem Ausw\u00e4rtigen Amts zwanzig der Abgeschobenen wieder nach Pakistan einreisen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Wartenden in Pakistan f\u00fcrchten jederzeit ebenfalls abgeschoben zu werden, auch wenn es laut Aussagen der Bundesregierung eine Zusage der pakistanischen Regierung gibt, dass dies bis Jahresende nicht erneut passieren soll.<\/p>\n<p>    Ein Fingerzeig auf das Innenministerium<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im September hatte Au\u00dfenminister Johann Wadephul das erkl\u00e4rt und zugleich betont, er &#8222;erwarte, dass unsere Sicherheitsbeh\u00f6rden diese Zeit effektiv nutzen, damit wir zu unseren Aufnahmezusagen stehen k\u00f6nnen und gleichzeitig nat\u00fcrlich die Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen durchf\u00fchren k\u00f6nnen&#8220;. Dies war ein Fingerzeig in Richtung Bundesinnenministerium. Das ist f\u00fcr die Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen in Pakistan zust\u00e4ndig, l\u00e4sst sich bei der Bearbeitung aber viel Zeit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Mai, kurz nach dem Regierungswechsel, die Verfahren zun\u00e4chst monatelang ausgesetzt. Seit Herbst laufen sie wieder, gehen aber nur schleppend voran. So konnten seit dem Regierungswechsel erst zwei der Wartenden im regul\u00e4ren Verfahren nach Deutschland einreisen &#8211; alle anderen eingereisten Afghaninnen und Afghanen mussten ihre Visa vor Verwaltungsgerichten einklagen. Rund 110 Menschen konnten so in den vergangenen Wochen und Monaten einreisen. Erfolg hatten damit bislang vor allem Menschen aus dem Bundesaufnahmeprogramm.<\/p>\n<p>    Frist r\u00fcckt n\u00e4her<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Warum das Bundesinnenministerium bei den Verfahren kaum Fortschritte macht, ist unklar. Fragen dazu beantwortet das Ministerium nicht. Fakt ist, in den vergangenen Monaten hat sich die Zahl der Wartenden kaum ver\u00e4ndert und das Jahresende und damit die von Pakistan gesetzte Frist r\u00fcckt immer n\u00e4her. Im aktuellen Tempo ist es schwer vorstellbar, dass die rund 2.100 Verfahren noch abgeschlossen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das sieht offenbar selbst das Bundesinnenministerium so. In E-Mails, die in seinem Auftrag an Wartende Anfang der Woche verschickt worden sind und die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegen, hei\u00dft es: &#8222;Die hiesigen Verfahren m\u00fcssen bis Jahresende 2025 vollst\u00e4ndig abgeschlossen sein. Leider ist nicht garantiert, dass alle Verfahren rechtzeitig abgeschlossen werden k\u00f6nnen.&#8220; Was das f\u00fcr die Wartenden bedeutet, wird nicht weiter ausgef\u00fchrt. Das d\u00fcrfte allerdings nach den Erfahrungen der vergangenen Monate auch nicht n\u00f6tig sein.<\/p>\n<p>    Geld f\u00fcr freiwilligen Verzicht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudio wurden die E-Mails an Menschen geschickt, die eine Zusage nach der Menschenrechtsliste und dem \u00dcberbr\u00fcckungsprogramm haben. Das betrifft noch rund 700 der 2100 Wartenden. Ob alle diese E-Mail bekommen haben, ist unklar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Angebot in den E-Mails lautet: Geld f\u00fcr einen freiwilligen Verzicht auf das weitere Aufnahmeverfahren. Die angebotenen Geldbetr\u00e4ge richten sich dabei nach der Gr\u00f6\u00dfe der Familie. Eine Zahlung sollen sie noch in Pakistan erhalten, einen gr\u00f6\u00dferen Betrag nach der R\u00fcckkehr nach Afghanistan. Im Fall einer Familie mit vier Kindern werden 2.750 Euro in Pakistan angeboten und anschlie\u00dfend knapp 11.500 Euro in Afghanistan. Das Geld sei f\u00fcr eine R\u00fcckkehr nach Afghanistan beziehungsweise &#8222;im besonderen Ausnahmefall und vorbehaltlich einer Einzelfallpr\u00fcfung&#8220; f\u00fcr eine R\u00fcckkehr in einen Drittstaat m\u00f6glich, hei\u00dft es in den E-Mails.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Bundesinnenministerium hat auf Anfrage entsprechende Angebote best\u00e4tigt, weitere Fragen dazu allerdings nicht beantwortet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zus\u00e4tzlich zu den Geldzahlungen wird &#8222;organisatorische Unterst\u00fctzung bei der Ausreise aus Pakistan&#8220; angeboten. Dabei geht es etwa um die &#8222;Beschaffung und \u00dcbernahme der Kosten f\u00fcr Exit Permits&#8220;, um Pakistan zu verlassen, &#8222;die Sicherstellung der Reisef\u00e4higkeit durch Abschluss laufender medizinischer Behandlungen&#8220; und eine &#8222;Finanzierung des Transports&#8220;. Au\u00dferdem soll bei der Ankunft in Afghanistan eine Unterkunft, Verpflegung sowie eine medizinische Versorgung f\u00fcr drei Monate garantiert werden.<\/p>\n<p>    Betroffene m\u00fcssen in kurzer Zeit entscheiden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den E-Mails betont das Bundesinnenministerium, das Angebot gilt jeweils nur f\u00fcr die gesamte Familie. &#8222;Mit Inanspruchnahme dieser Ma\u00dfnahmen erkl\u00e4ren Sie, dass Sie und Ihre gemeldeten Familienangeh\u00f6rigen aus dem Verfahren ausscheiden.&#8220; Eine &#8222;sp\u00e4tere Wiederaufnahme in das Verfahren ist ausgeschlossen.&#8220; Bis zum 17.11. m\u00fcssen sich die Familien entscheiden, ob sie das Angebot annehmen m\u00f6chten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anw\u00e4lte berichten, dass sie &#8222;viele panische Anfragen&#8220; dazu erreichen. Die Menschen, die teilweise seit zwei Jahren warten, m\u00fcssen jetzt in k\u00fcrzester Zeit entscheiden, ob sie das Geld nehmen, w\u00e4hrend die Anw\u00e4lte keine sicheren Ratschl\u00e4ge geben k\u00f6nnten &#8211; denn eine ausstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts dar\u00fcber, ob die deutschen Zusagen nach der Menschenrechtsliste und dem \u00dcberbr\u00fcckungsprogramm rechtlich verbindlich sind, wird es vor Ablauf der Frist voraussichtlich nicht geben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Betroffenen stellt das vor ein Dilemma. Sie alle sind vor den Taliban geflohen und haben auf die deutschen Aufnahmezusagen vertraut. Dieses Vertrauen d\u00fcrfte w\u00e4hrend der langen Wartezeit zwar ersch\u00fcttert worden sein. Viele wissen auch, dass die Bundesregierung angek\u00fcndigt hat, so viele Zusagen wie m\u00f6glich zur\u00fcckzunehmen. Dennoch setzen viele ihre Hoffnung weiterhin auf Deutschland. Hinzu kommt, dass viele Wartenden laut Berichten \u00fcber kaum noch Geld verf\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit dem neuen Angebot stellt sich f\u00fcr sie jetzt die Frage: Sollen sie doch einen Neuanfang in Afghanistan wagen, trotz der Herrschaft der Taliban und der m\u00f6glichen Gefahren. Oder sollen sie weiter auf ein deutsches Visum warten, trotz der langwierigen Verfahren und der konkreten Gefahr, dass ihnen in wenigen Monaten die Abschiebung nach Afghanistan droht und sie dort dann, m\u00f6glicherweise ganz ohne deutsche Hilfe, wieder neu starten m\u00fcssten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 04.11.2025 13:35 Uhr Die Bundesregierung versucht nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios mit Geldzahlungen Afghaninnen und Afghanen in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":550340,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[7451,13769,29,30,13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-550339","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-afghanistan","9":"tag-aufnahmeprogramm","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115491645690839514","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/550339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=550339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/550339\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/550340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=550339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=550339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=550339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}