{"id":550477,"date":"2025-11-04T14:39:12","date_gmt":"2025-11-04T14:39:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550477\/"},"modified":"2025-11-04T14:39:12","modified_gmt":"2025-11-04T14:39:12","slug":"init-freedom-devuan-gnulinux-excalibur-ist-debian-13-trixie-ohne-systemd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550477\/","title":{"rendered":"&#8222;Init Freedom&#8220;: Devuan GNU+Linux &#8222;Excalibur&#8220; ist Debian 13 &#8222;Trixie&#8220; ohne systemd"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              &#8222;Init Freedom&#8220;: Devuan GNU+Linux &#8222;Excalibur&#8220; ist Debian 13 &#8222;Trixie&#8220; ohne systemd<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Veteran UNIX Admins haben Version 6.0 ihrer Distribution Devuan GNU+Linux, Codename Excalibur, ver\u00f6ffentlicht. Devuan ist ein Fork von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Linux-Debian-13-kommt-als-Trixie-10515203.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Debian GNU\/Linux 13 &#8222;Trixie&#8220;<\/a>, der sich vor allem durch den konsequenten Verzicht auf das Init-System systemd unterscheidet. Wie Debian setzt auch Devuan 6.0 auf den Linux-LTS-Kernel 6.12 und bietet ansonsten einen nahezu identischen Softwareumfang. Statt des allumfassenden systemd-Frameworks verwendet Devuan jedoch klassisch wahlweise die \u00fcbersichtlicheren Init-Systeme SysVinit, OpenRC oder Runit.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>F\u00fcr einige Desktop-Umgebungen, insbesondere das stark an systemd gekoppelte GNOME 48, <a href=\"https:\/\/blogs.gnome.org\/adrianvovk\/2025\/06\/10\/gnome-systemd-dependencies\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">mussten die Entwickler Anpassungen vornehmen<\/a> und bestimmte systemd-Funktionen nachbilden, um Kompatibilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten. Als Standard-Desktop liefert Devuan Xfce aus. Dar\u00fcber hinaus stehen unter anderem GNOME, KDE Plasma, MATE, Cinnamon, LXDE, LXQt sowie diverse schlanke Window-Manager zur Auswahl.<\/p>\n<p>Alles in einem Topf: Devuan folgt Debians \/usr-Merge<\/p>\n<p>Eine der auff\u00e4lligsten \u00c4nderungen f\u00fcr bestehende Devuan-Anwender d\u00fcrfte <a href=\"https:\/\/wiki.debian.org\/UsrMerge\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Debians Schritt in die moderne Systemarchitektur namens &#8222;merged-\/usr&#8220;<\/a> sein. Dabei werden die Inhalte der Verzeichnisse \/bin, \/sbin und \/lib aus dem Wurzelverzeichnis in die entsprechenden Verzeichnisse in \/usr verschoben. Die alten Pfade werden dabei als Symlinks beibehalten, so dass die bash beispielsweise sowohl \u00fcber \/bin\/bash als auch \u00fcber das neue \/usr\/bin\/bash aufgerufen werden kann. Konsequenter und vermutlich auch sicherer w\u00e4re es, keine halben Sachen zu machen und \/{bin,sbin,lib} gleich ganz zu entfernen.<\/p>\n<p>Die Trennung stammt \u00fcbrigens aus alten Unix-Zeiten, als man mangels Platz das Betriebssystem auf einer und das gro\u00dfe \/usr-Verzeichnis auf einer zweiten Festplatte oder via NFS auf einem Server installiert werden musste. FreeBSD, OpenBSD und NetBSD verwenden diese Aufteilung noch immer, allerdings aus einem anderen Grund. In den Verzeichnissen direkt unter \/ befinden sich alle Dateien und Werkzeuge, die f\u00fcr den Start und grundlegenden Betrieb eines minimalen Basissystems zwingend notwendig sind. Alle weiteren nicht zum Start oder zur grundlegenden Administration notwendigen und optionalen Programme liegen in \/usr\/{bin,sbin,lib}.<\/p>\n<p>Je nach Sichtweise hat diese Trennung Vorteile, weil so beispielsweise Zugriffsrechte feiner granuliert werden k\u00f6nnen. Im Zeitalter von Suns ZFS ist einer der Nachteile, die bei der Installation vorzunehmende harte Aufteilung in Partitionen, eigentlich kein Thema mehr. Alles in einen Topf zu werfen und beispielsweise auch \/home nicht mehr separat anzulegen mag da die bessere, weil einfacher zu verstehende L\u00f6sung sein. Beide Ans\u00e4tze funktionieren gut, wenn man mit ihnen arbeiten kann und will.<\/p>\n<p>Wie bei BSDs: klassisches \/run\/utmp statt systemd-login<\/p>\n<p>Devuan 6.0 h\u00e4lt an der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Registrierung von Logins in \/run\/utmp fest. Urspr\u00fcnglich speicherten GNU\/Linux-Distributionen den Zeitpunkt des Logins als 32bittige time_t in Sekunden, die seit dem 01. Januar 1970 (Unix-Epoch) vergangen sind. Am 19. Januar 2038 um 03:14:07 UTC k\u00e4me es daher zu einem \u00dcberlauf mit spannenden und unvorhersehbaren Problemen. Als L\u00f6sung f\u00fcr Teile des Linux-Lagers gibt es systemd-login, das Sitzungsdaten intern 64bittig in systemd-eigenen Strukturen in verschiedenen Verzeichnissen und Textformaten verwaltet.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Da Devuan GNU+Linux kein systemd benutzt, ist man hier nach wie vor auf \/run\/utmp angewiesen. Die Veteran UNIX Administratoren sehen darin kein allzu gro\u00dfes Problem und gehen davon aus, dass Devuan 6.0 Excalibur bis 2038 ohnehin schon lange nicht mehr im Einsatz sein wird (EoL). Die L\u00f6sung des Problems wird also in die Zukunft verschoben.<\/p>\n<p>Die BSDs, also FreeBSD, OpenBSD und NetBSD, nutzen seit jeher \/run\/utmp f\u00fcr aktuelle Logins, \/var\/log\/wtmp f\u00fcr Infos zum Verlauf von Logins und \/var\/log\/lastlog f\u00fcr den Zeitpunkt des jeweils letzten Logins eines Benutzers. Bereits vor Jahren hat man das Problem dort erkannt und konsequent behoben, indem \/run\/utmp &amp; Co auf ein 64-Bit-time_t-Format umgestellt wurden &#8211; das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die 32-Bit-Architekturen wie i386 oder ARMv7. F\u00fcr die irgendwann notwendige Umstellung auf 128-Bit-time_t haben die BSD-Entwickler somit noch etwas Zeit&#8230; genauer: bis Sonntag, 4. Dezember 292.277.026.596, 15:30:08 UTC.<\/p>\n<p>Devuan folgt Debian in Richtung Architektur-Monokultur<\/p>\n<p>Dem Beispiel von Debian GNU\/Linux folgend bieten auch die Devuan-Entwickler kein Installation-ISO mehr f\u00fcr die 32bittige x86-Plattform an. Die Abkehr von &#8222;i386&#8220; ist dabei wie bei anderen GNU\/Linux-Distributionen irref\u00fchrend, weil der Intel 80386 (i386) schon lange nicht mehr unterst\u00fctzt wird \u2013 es ist wenigstens ein i486, i586 oder meistens ein i686 (Pentium Pro-kompatibel) notwendig. Daf\u00fcr gibt es mehrere gute Gr\u00fcnde: CMPXCHG oder CMPXCHG8B als Instruktionen f\u00fcr atomare Operationen (z. B. Thread-Locking, atomare Z\u00e4hler, Spinlocks), CMOVcc f\u00fcr bedingte Zuweisungen, das Page Global Bit (PGE) oder Befehlssatzerweiterungen wie MMX und SSE\/SSE2.<\/p>\n<p>Wer sein nostalgisches Sch\u00e4tzchen unbedingt mit einem GNU\/Linux laufen lassen will, muss daher auf Distributionen wie Alpine Linux, MX Linux, Puppy Linux, Q4OS oder das leicht angestaubte antiX zur\u00fcckgreifen. <a href=\"https:\/\/antixlinux.com\/blog\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Letzteres legt zum Thema Init-Diversit\u00e4t gegen\u00fcber Devuan sogar noch nach<\/a>: In der &#8222;2025 remaster edition&#8220; bietet es die frei w\u00e4hlbaren Init-Systeme SysVinit, OpenRC, Runit, s6-rc, s6-66 und dinit an. Im Endeffekt sollte man vielleicht besser einen Umstieg auf das <a href=\"https:\/\/www.netbsd.org\/about\/portability.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">leichtgewichtige NetBSD\/i386<\/a> in Betracht ziehen, das allerdings auch einen i486 voraussetzt, daf\u00fcr aber PCMCIA, VL-Bus, EISA, MCA und ISA (AT-bus) sowie 52 weitere Architekturen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Solide wie Debian, aber weniger komplex<\/p>\n<p>Devuan GNU+Linux wurde Ende 2014 von Debian abgezweigt. Hauptziel des Projekts ist, eine Variante von Debian ohne die Komplexit\u00e4t, Abh\u00e4ngigkeiten und <a href=\"https:\/\/nvd.nist.gov\/vuln\/search#\/nvd\/home?keyword=systemd&amp;resultType=records\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Sicherheitsl\u00fccken von systemd<\/a> anzubieten. Das systemd-Framework wurde von dem mittlerweile f\u00fcr Microsoft arbeitenden Softwareentwickler Lennart Poettering entworfen und in mittlerweile fast alle Linux-Distributionen implementiert.<\/p>\n<p>Das aktuelle Devuan GNU+Linux 6.0 Excalibur enth\u00e4lt, abgesehen von systemd, nahezu alle Neuerungen von Debian GNU\/Linux 13 &#8222;Trixie&#8220; &#8211; eine Ausnahme ist beispielsweise, dass es (noch) keinen RISC-V-Port gibt. Images f\u00fcr die Installation stehen ab sofort kostenlos auf der Projektseite f\u00fcr amd64 (und nicht mehr f\u00fcr i386) <a href=\"https:\/\/www.devuan.org\/get-devuan\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zur Verf\u00fcgung<\/a>. Neben einem netinst-Image, das eine aktive Internetverbindung voraussetzt, gibt es verschiedene CD-Images und eine DVD die mehrere Desktop-Varianten mitbringt. Dazu bieten die Entwickler ein minimales Live-Image als Recovery-System und einen Live-Desktop inklusive vorinstallierter &#8222;non-free-firmware&#8220; an.<\/p>\n<p>Viele wichtige Links finden sich in der Ank\u00fcndigung von Devuan GNU+Linux 6.0 &#8222;Excalibur&#8220; <a href=\"https:\/\/dev1galaxy.org\/viewtopic.php?id=7507\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">im Forum des Projektes<\/a>. Das n\u00e4chste Devuan-Release 7.0 wird den Codenamen &#8222;Freia&#8220; tragen und auf Debian 14 basieren.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:axk@heise.de\" title=\"Axel Kannenberg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">axk<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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