{"id":550565,"date":"2025-11-04T15:26:12","date_gmt":"2025-11-04T15:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550565\/"},"modified":"2025-11-04T15:26:12","modified_gmt":"2025-11-04T15:26:12","slug":"niedersachsen-bremen-richter-auf-der-anklagebank-es-war-alles-einvernehmlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550565\/","title":{"rendered":"Niedersachsen &#038; Bremen: Richter auf der Anklagebank: Es war alles einvernehmlich"},"content":{"rendered":"<p>                    Niedersachsen &amp; Bremen<br \/>\n                Richter auf der Anklagebank: Es war alles einvernehmlich<\/p>\n<p>\t\t\t\t              04.11.2025, 16:18 Uhr<\/p>\n<p><strong>Ein heimlicher Kuss im Richterzimmer, Flirts im Zimmer der Gesch\u00e4ftsstelle, Chats mit &#8222;Dirty Talk&#8220;: Einem Richter des Amtsgerichts Lingen wird der Vorwurf gemacht, sexuell \u00fcbergriffig gewesen zu sein.<\/strong><\/p>\n<p>Osnabr\u00fcck\/Lingen (dpa\/lni) &#8211; Waren es einvernehmliche sexuelle Handlungen, oder hat sich ein Richter des Amtsgerichts Lingen gegen\u00fcber Kolleginnen und Mitarbeiterinnen \u00fcbergriffig verhalten? Die Staatsanwaltschaft Oldenburg wirft dem heute 44 Jahre alten Juristen unter anderem vor, eine Kollegin mit dem Kopf gegen eine T\u00fcr gedr\u00fcckt und sie im Intimbereich ber\u00fchrt zu haben. (Az: 15 KLs5\/25)<\/p>\n<p>Von einer Mitarbeiterin der Gerichts-Gesch\u00e4ftsstelle soll er Fotos, die sie leicht bekleidet zeigten, unberechtigt weiterverbreitet haben. Und er soll einer Kollegin mit anz\u00fcglichen Bemerkungen in einem Chat nachgestellt haben, obwohl diese deutlich gemacht habe, dass sie dies nicht wolle, wirft der Staatsanwalt dem Juristen vor, gegen den derzeit auch ein Disziplinarverfahren l\u00e4uft und der vorl\u00e4ufig vom Dienst suspendiert ist.\u00a0<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeit darf bleiben<\/p>\n<p>Dessen Anwalt will zun\u00e4chst die \u00d6ffentlichkeit ausschlie\u00dfen &#8211; es gehe immerhin um intime sexuelle Details. Der Staatsanwalt sieht aber ein berechtigtes \u00f6ffentliches Interesse: Immerhin habe der Angeklagte als Richter eine herausgehobene gesellschaftliche Stellung. Und er habe die ihm zur Last gelegten Taten zum Teil w\u00e4hrend seiner Dienstzeit als Richter begangen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Gericht schlie\u00dft sich dieser Auffassung an, die \u00d6ffentlichkeit darf bleiben. Der angeklagte Richter schildert daraufhin in knapp drei Stunden, wie er die Vorw\u00fcrfe gegen ihn sieht. Die Taten r\u00e4umt er ein. &#8222;Aber strafbar gemacht habe ich mich nicht&#8220;, betonte er mit br\u00fcchiger Stimme. Er sei schlie\u00dflich &#8222;Strafrichter mit Leib und Seele&#8220; und wisse, was erlaubt sei und was nicht. Alle Handlungen seien mit allen betroffenen Frauen einvernehmlich gewesen.<\/p>\n<p>Interesse an sexuellen Abenteuern<\/p>\n<p>Er macht keinen Hehl daraus, dass er aufgrund seiner privaten Situation an einer Aff\u00e4re und sexuellen Abenteuern interessiert gewesen sei. &#8222;Ich wollte raus aus dem Hamsterrad.&#8220; So habe er eine Beziehung mit einer Kollegin begonnen, aber stets klargemacht, dass es nur eine Aff\u00e4re sei. Sie habe das gewusst und akzeptiert.<\/p>\n<p>Nach dem Ende dieser Beziehung habe er Gefallen an einer Justizsekret\u00e4rin aus der Gesch\u00e4ftsstelle gefunden. &#8222;Wir haben geflirtet&#8220;, sagte er. Auch sie habe ihm sexuell eindeutige Signale gegeben. Aber dann seien ihm doch Bedenken gekommen, ob die Frau die richtige Aff\u00e4re f\u00fcr ihn sei, als sie ihn kurz vor einer Sitzung in seinem Dienstzimmer Geschlechtsverkehr mit ihm wollte.\u00a0<\/p>\n<p>Kein Sex vor der Sitzung<\/p>\n<p>Die Zeit reiche bis Sitzungsbeginn noch aus, es liege an ihm, soll sie gesagt haben. Er habe geantwortet, dass ihm Schnellsch\u00fcsse nicht liegen, erkl\u00e4rte der promovierte Jurist. W\u00e4hrend der Sitzung habe er nachgedacht, ob eine Aff\u00e4re mit dieser Frau noch Sinn mache, erz\u00e4hlte er.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die Versuche, eine Richterkollegin in ihrem Dienstzimmer zu k\u00fcssen, seien nicht \u00fcberfallartig gewesen, betonte der Amtsrichter. Das habe sich angebahnt, er habe \u00f6fter deutlich gemacht, dass er sich eine Aff\u00e4re mit ihr vorstellen k\u00f6nnte. Sie habe ihn aber immer abgewiesen, weil sie Angst gehabt habe, das Verh\u00e4ltnis k\u00f6nne auffliegen. Er sei zumindest \u00fcberzeugt gewesen, dass auch seine Kollegin an ihm Interesse gehabt habe, betonte der Richter.<\/p>\n<p> &#8222;In dem Verfahren gibt es nur Verlierer&#8220;<\/p>\n<p>Er habe seine Frau und seine Familie betrogen, r\u00e4umte der Angeklagte ein. &#8222;Ich habe gro\u00dfen Mist gebaut.&#8220; Aber seine Ehefrau stehe hinter ihm. &#8222;Eines steht jetzt schon fest: In diesem Verfahren gibt es nur Verlierer&#8220;, kommentierte der Vorsitzende Richter Thomas Everdiking. Bislang sind Verhandlungstermine bis Mitte Dezember vorgesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Niedersachsen &amp; Bremen Richter auf der Anklagebank: Es war alles einvernehmlich 04.11.2025, 16:18 Uhr Ein heimlicher Kuss im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":550566,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[33270,2420,3364,29,21901,30,1411,1998],"class_list":{"0":"post-550565","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-anklagebank","9":"tag-bremen","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-es","13":"tag-germany","14":"tag-niedersachsen","15":"tag-richter"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115492132189313396","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/550565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=550565"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/550565\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/550566"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=550565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=550565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=550565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}