{"id":550729,"date":"2025-11-04T16:58:16","date_gmt":"2025-11-04T16:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550729\/"},"modified":"2025-11-04T16:58:16","modified_gmt":"2025-11-04T16:58:16","slug":"juedische-kulturwochen-in-stuttgart-alltag-mit-widerspruechen-wie-der-7-oktober-2023-juedisches-leben-veraendert-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550729\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische Kulturwochen in Stuttgart: Alltag mit Widerspr\u00fcchen \u2013 wie der 7. Oktober 2023 j\u00fcdisches Leben ver\u00e4ndert hat"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"J\u00fcdische Kulturwochen in Stuttgart: Alltag mit Widerspr\u00fcchen \u2013 wie der 7. Oktober 2023 j\u00fcdisches Leben ver\u00e4ndert hat\" title=\"J\u00fcdische Kulturwochen in Stuttgart: Alltag mit Widerspr\u00fcchen \u2013 wie der 7. Oktober 2023 j\u00fcdisches Leben ver\u00e4ndert hat\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.81c5eb0d-f9bc-4252-b3fb-3831be679731.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDie J\u00fcdischen Kulturwochen in Stuttgart bieten dieses Jahr wieder ein vielf\u00e4ltiges Programm. Zum Auftakt wurde \u00fcber j\u00fcdisches Leben im Alltag diskutiert. (Symbolfoto)\u00a0Foto: imago\/photothek\t\t\t<\/p>\n<p>Vertreter dreier Generationen diskutieren zum Auftakt der J\u00fcdischen Kulturwochen in Stuttgart \u00fcber Alltag und Antisemitismus \u2013 und landen doch beim Nahost-Konflikt.<\/p>\n<p>Ein buntes Prisma in stark leuchtenden Farben vor dem Neuen Schloss: \u201eDas ist das neue Logo f\u00fcr die J\u00fcdischen Kulturwochen\u201c, pr\u00e4sentierte Barbara Traub, die Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft W\u00fcrttemberg (IRGW), das Bild der gl\u00e4sernen Skulptur bei der Er\u00f6ffnung der Kulturwochen im <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Rathaus\" title=\"Rathaus\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rathaus<\/a>. Facettenreich wie das j\u00fcdische Leben, solle es ein starkes Signal senden in die Stadt, in der die j\u00fcdische Gemeinde schon am 9. Juni 1945 wieder gegr\u00fcndet wurde, ein fulminantes Aufbauwerk leistete und in der Gesellschaft angekommen und mittendrin dabei sei. <\/p>\n<p>Daniel Cohn-Bendit polarisiert auf dem Podium in Stuttgart <\/p>\n<p>Auf den Boden der bundesdeutschen Realit\u00e4t holte die Talkrunde zum Thema \u201eJ\u00fcdisches Leben aus der Sicht dreier Generationen\u201c zur\u00fcck. \u201eWas ist f\u00fcr Sie j\u00fcdisch\u201c, wollte die Journalistin Ilanit Spinner als Moderatorin von den G\u00e4sten auf dem Podium wissen. \u201eWiderspr\u00fcchlich denken\u201c, antwortete Daniel Cohn-Bendit (80), der als Publizist und Politiker von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen und im Europaparlament damit oft und auch an diesem Abend polarisierte. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.7e39822b-37b0-4958-bc92-cdfebbbf9a23.original1024.media.jpeg\"\/>     Daniel Cohn-Bendit polarisierte auf dem Podium zum Auftakt der J\u00fcdischen Kulturwochen Stuttgart. (Archivfoto)    Foto: imago\/Horst Galuschka    <\/p>\n<p>F\u00fcr Daniel Neumann (52), Rechtsanwalt in Frankfurt und Vorsitzender des Landesverbandes der J\u00fcdischen Gemeinden in Hessen, ist es \u201ebitterer Humor\u201c und f\u00fcr Noemi Goldberg (24), Vorstandsmitglied der J\u00fcdischen Studierendenunion W\u00fcrttemberg (JSUW), \u201edie Community\u201c. In der Gemeinschaft mit den j\u00fcdischen Kommilitonen sp\u00fcre sie das j\u00fcdische Leben, Neumann findet es \u201ein meiner Gemeinde\u201c.<\/p>\n<p>Gesch\u00fctzte R\u00e4ume f\u00fcr den R\u00fcckzug. Sie habe schon in der Schule viel Antisemitismus erlebt und niemand habe es ernst genommen, beklagte Noemi Goldberg. Deutlicher wurde Neumann, der als 13-J\u00e4hriger mit ansehen musste, wie \u201eNazis vor unserem Haus aufzogen und das Horst-Wessel-Lied sangen\u201c und jetzt werde es immer schlimmer: Nach dem 7. Oktober habe sich seine 14-j\u00e4hrige Tochter als Judenhure beschimpfen lassen m\u00fcssen, der zehnj\u00e4hrige Sohn frage, ob er sich als Jude outen k\u00f6nne. Und dass Juden \u00fcberlegen, ob sie ihren Davidsstern verstecken und auf die Kippa verzichten sollen, sei so pervers wie die Polizei vor Synagogen und anderen j\u00fcdischen Einrichtungen.<\/p>\n<p>Nahost-Konflikt soll Bestandteil des Unterrichts in der Schule sein   <\/p>\n<p>Cohn-Bendit, der mit der Bemerkung, dass er j\u00fcdisches Leben bei den Demos in Israel gegen die Regierung sp\u00fcre, schon eine Kontroverse andeutete, bekannte, dass der 7. Oktober auch f\u00fcr ihn ganz schrecklich gewesen sei: \u201eDiese Tage waren furchtbar, ich habe mich nur noch als Jude gef\u00fchlt, einsam und verzweifelt \u00fcber diese \u201aJa, aber\u2019-Reaktionen.\u201c Doch nun k\u00f6nne er keine falsche Solidarit\u00e4t mehr \u00fcben und wolle ehrlich sein: Netanjahu und seine rechtsextremen Minister seien Faschisten. Zustimmung auf dem Podium bekam er daf\u00fcr nicht, die Zuh\u00f6rer hielten h\u00f6rbar den Atem an. <\/p>\n<p>Einigen konnten sich die Diskutanten darauf, dass in der Folge dieses Massakers die deutsche Zivilgesellschaft und die Linke versagt h\u00e4tten. Obwohl Deutschland f\u00fcr Juden dank der Solidarit\u00e4t durch die Politik das sicherste Land sei. \u201eDie Leute sind alle verwirrt, die Widerspr\u00fcche sind kafkaesk\u201c, umschrieb Cohn-Bendit das Dilemma. Und Neumann forderte eine Bildungsoffensive: In den Schulen m\u00fcsse der Nahost-Konflikt Bestandteil des Unterrichts sein, \u201edas ist wichtiger als Karl der Gro\u00dfe\u201c.<\/p>\n<p>Ehe Cohn-Bendits Forderung nach einer Zwei-Staaten-L\u00f6sung doch zum Konflikt gef\u00fchrt h\u00e4tte, pries die Moderatorin die Kultur des Miteinanders beim Kochen und Essen, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.juedische-kulturwochen-wir-sind-in-stuttgart-angekommen.f20270d9-c3e1-4134-9e1b-abad88448b1d.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das auch Teil der Veranstaltungen ist<\/a>. Und ein Film brachte wieder zur\u00fcck nach Stuttgart in die j\u00fcdische Gemeinde, in der das Leben stark und bunt ist wie das gl\u00e4serne Prisma.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die J\u00fcdischen Kulturwochen in Stuttgart bieten dieses Jahr wieder ein vielf\u00e4ltiges Programm. 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