{"id":550899,"date":"2025-11-04T18:34:12","date_gmt":"2025-11-04T18:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550899\/"},"modified":"2025-11-04T18:34:12","modified_gmt":"2025-11-04T18:34:12","slug":"wasserversorgung-pfas-im-berliner-wasser-kein-entrinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/550899\/","title":{"rendered":"Wasserversorgung \u2013 PFAS im Berliner Wasser: Kein Entrinnen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img313607\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/313607.jpeg\" alt=\"Die Berliner Wasserbetriebe untersuchen das Trinkwasser regelm\u00e4\u00dfig, um die Einhaltung aller Grenzwerte zu gew\u00e4hrleisten.\"\/><\/p>\n<p>Die Berliner Wasserbetriebe untersuchen das Trinkwasser regelm\u00e4\u00dfig, um die Einhaltung aller Grenzwerte zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Foto: imago\/Berlinfoto<\/p>\n<p>\u00dcberall Chemie \u2013 das ist das Fazit einer aktuellen Untersuchung des Umweltverbands BUND. Bundesweit wurden Trink- und Grundwasserproben entnommen und auf PFAS untersucht. Diese chemischen Verbindungen werden Ewigkeitschemikalien genannt, weil sie extrem langlebig sind und deshalb sehr lange in der Umwelt verbleiben. Vom Boden gelangen sie dabei auch ins Berliner Wasser: Die vom BUND entnommene Trinkwasserprobe aus dem Regierungsviertel enthielt PFAS, ebenso die vier Grundwasserproben. <\/p>\n<p>\u00bbUnsere Stichprobe zeigt, dass PFAS l\u00e4ngst in unserem Wasserkreislauf vor Ort angekommen sind\u00ab, sagt Christian Schweer vom BUND Berlin in einer Pressemitteilung. Zwar unterschreitet die Trinkwasserprobe die ab 2026 beziehungsweise 2028 geltenden <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193620.pfas-ewigkeitschemikalie-belastet-trinkwasser.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grenzwerte f\u00fcr den PFAS-Gehalt<\/a>, gesundheitlich bedenklich seien die gemessenen 12\u2005Nanogramm pro Liter aber allemal, sagt der BUND mit Verweis auf Ver\u00f6ffentlichungen des Bundesinstituts f\u00fcr Risikoforschung. Die 12 Nanogramm beziehen sich auf vier besonders stark regulierte PFAS, f\u00fcr die ab 2028 ein Trinkwasser-Grenzwert von 20 Nanogramm pro Liter gilt. Von den Trinkwasserproben des BUND \u00fcberschritten bundesweit nur Proben im Brandenburger Zeuthen und in zwei Orten in Mecklenburg-Vorpommern die k\u00fcnftig geltenden Grenzwerte.<\/p>\n<p>Auch die Berliner Wasserbetriebe besch\u00e4ftigen sich intensiv mit den <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1188221.umweltverschmutzung-desinformation-der-chemieindustrie.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ewigkeitschemikalien im Wasser<\/a>. \u00bbDie Untersuchung des BUND zeigt, wie universell PFAS mittlerweile verbreitet sind\u00ab, sagt Wasserbetriebe-Sprecher Stephan Natz zu \u00bbnd\u00ab. Dabei sei die Aufnahme der Chemikalien \u00fcber das Trinkwasser im Vergleich zum PFAS-Gehalt in anderen Lebensmitteln noch relativ gering, nichtsdestotrotz aber ein Problem. \u00bbWir sind uns mit dem BUND, aber auch mit Branchenverb\u00e4nden einig, dass PFAS politisch reglementiert werden m\u00fcssen.\u00ab Noch w\u00fcrden sie in zu vielen Produkten eingesetzt, etwa in wasserdichter Funktionskleidung und beschichteten Pfannen. Es gebe durchaus alternative Produktionsmethoden, diese m\u00fcssten dort eingesetzt werden, wo es m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193137.kohleausstieg-berlin-wasserversorgung-noch-stabil-natur-nicht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Wasserbetriebe<\/a> seien regionale \u00bbHotspots\u00ab entscheidend. In Berlin seien das die beiden ehemaligen Flugh\u00e4fen Tegel und Tempelhof. Auf beiden Fl\u00e4chen seien in der Vergangenheit zahlreiche Brand-Szenarien von der Flughafenfeuerwehr ge\u00fcbt worden, dadurch sei es wegen des PFAS-Gehalts im L\u00f6schschaum zu einer hohen Belastung der Umwelt gekommen. \u00bbF\u00fcr uns ist Tegel relevant. In Tempelhof gibt es kein Wasserwerk\u00ab, sagt Natz.<\/p>\n<p>Muckefuck: morgens, ungefiltert, links<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/313611.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>nd.Muckefuck ist unser Newsletter f\u00fcr Berlin am Morgen. Wir gehen wach durch die Stadt, sind vor Ort bei Entscheidungen zu Stadtpolitik \u2013 aber immer auch bei den Menschen, die diese betreffen. Muckefuck ist eine Kaffeel\u00e4nge Berlin \u2013 ungefiltert und links. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/muckefuck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anmelden<\/a> und immer wissen, worum gestritten werden muss.<\/p>\n<p>Angesichts der PFAS-Belastung des Tegeler Grundwassers haben die Wasserbetriebe dort eine eigene Anlage gebaut. Diese filtert den Gro\u00dfteil der Chemikalien heraus, damit sie nicht ins Trinkwasser gelangen. Daf\u00fcr habe man viel Geld investieren m\u00fcssen, sagt Natz, obwohl die Verursacher der Wasserverschmutzung andere sind. \u00bbIn Tegel k\u00f6nnen wir nicht darauf warten, dass das Problem von einer anderen Stelle geregelt wird.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDas Aufbereiten sauberen Trinkwassers wird immer aufwendiger und teurer f\u00fcr unsere Wasserwerke\u00ab, sagt Christian Schweer vom BUND. Der Umweltverband kritisiert, dass so die Verbraucher*innen f\u00fcr die PFAS-Entfernung aufkommen m\u00fcssen und nicht jene, die sie verursacht haben. \u00bbWir fordern die Kommunen auf, die Verursacher zu identifizieren und zur Kasse zu bitten.\u00ab<\/p>\n<p>Im Fall von Tegel wurden die Verursacher bereits identifiziert: Die \u00bbBundesanstalt f\u00fcr Immobilienaufgaben als Eigent\u00fcmerin der Liegenschaft und die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg als Verantwortliche f\u00fcr die Flughafenfeuerwehr\u00ab seien auf dem ehemaligen milit\u00e4rischen Teil des Gel\u00e4ndes, das Land Berlin auf dem zivilen Teil verantwortlich, so der Senat in einer Antwort auf eine Anfrage der Gr\u00fcnen-Abgeordneten June Tomiak von Anfang 2025. Haupts\u00e4chlich w\u00fcrden die Schadstoffe aber vom milit\u00e4rischen Teil aus in den Boden und ins Wasser gelangen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>\u00bbPFAS m\u00fcssen politisch reglementiert werden.\u00ab<\/p>\n<p>Stephan Natz\u2003Berliner Wasserbetriebe<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie es mit dem \u00bbzur Kasse bitten\u00ab aussieht, das l\u00e4sst sich aus den Antworten des Senats nicht allzu konkret ablesen. Die \u00bbSt\u00f6rer\u00ab, also die Verursacher der Verschmutzung, sollen Gefahrenabwehrma\u00dfnahmen umsetzen, und wenn sie das nicht machen, dann will der Senat rechtliche Schritte einleiten, hei\u00dft es. \u00bbDie Notwendigkeit von Ma\u00dfnahmen wurde kommuniziert. Mit den Planungen wurde begonnen.\u00ab Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrden umfangreiche Untersuchungen zur PFAS-Belastung in Tegel und in ganz Berlin andauern.<\/p>\n<p>Auch auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Flughafens Tempelhof liefen Untersuchungen, hei\u00dft es vom Bezirk Tempelhof-Sch\u00f6neberg in der Senatsantwort. Urs\u00e4chlich seien auch hier Feuerl\u00f6sch\u00fcbungen, \u00bbbis 1990 durch die amerikanischen Streitkr\u00e4fte sowie nachfolgend durch die Berliner Flughafengesellschaft\u00ab. Ma\u00dfnahmen zur Untersuchung des Schadens und Sicherungsma\u00dfnahmen f\u00fcr das Grundwasser w\u00fcrden \u00bbderzeit durch die Gr\u00fcn Berlin GmbH getragen\u00ab. Gr\u00fcn Berlin verwaltet als landeseigenes Unternehmen Gr\u00fcnfl\u00e4chen, darunter das Tempelhofer Feld.<\/p>\n<p>Eine nd-Anfrage zu PFAS im Trink- und Grundwasser konnte die Senatsumweltverwaltung bis Redaktionsschluss nicht beantworten.<\/p>\n<p>June Tomiak, Sprecherin f\u00fcr Gew\u00e4sserschutz der Gr\u00fcnen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, will wie der BUND die Anwendung von PFAS ebenfalls beschr\u00e4nken. Auch sie fordert, dass die Verursacher Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcssen. \u00bbDerzeit kommt der Staat, also wir alle, f\u00fcr diese Folgekosten auf, das ist nicht gerecht\u00ab, sagt Tomiak zu \u00bbnd\u00ab. Die Umsetzung dessen sei allerdings m\u00fchsam und der Senat werde hier bereits t\u00e4tig, so Tomiak.<\/p>\n<p>Auf Landesebene brauche es \u00bbeinen besseren \u00dcberblick \u00fcber belastete Gebiete\u00ab, und man m\u00fcsse \u00bbschnellstm\u00f6glich Eintragungsquellen sichern und die belasteten B\u00f6den aufbereiten\u00ab, so die Gr\u00fcnen-Politikerin. Dar\u00fcber hinaus sei es \u00bbgut und richtig\u00ab, dass die Wasserbetriebe technische L\u00f6sungen zur PFAS-Filterung entwickeln, doch zus\u00e4tzlich m\u00fcssten auch die Berliner Gew\u00e4sser in einen besseren Zustand gebracht werden. \u00bbVorhandene Belastungen zu entfernen und neue Eintragungen zu stoppen, ist die Aufgabe unserer Zeit!\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Berliner Wasserbetriebe untersuchen das Trinkwasser regelm\u00e4\u00dfig, um die Einhaltung aller Grenzwerte zu gew\u00e4hrleisten. Foto: imago\/Berlinfoto \u00dcberall Chemie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":550900,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,4488,29,844,30,1940,953,1938,12031],"class_list":{"0":"post-550899","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-bund","13":"tag-deutschland","14":"tag-flugverkehr","15":"tag-germany","16":"tag-nachrichten-aus-berlin","17":"tag-naturschutz","18":"tag-news-aus-berlin","19":"tag-umweltschutz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115492871860497805","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/550899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=550899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/550899\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/550900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=550899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=550899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=550899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}