{"id":551806,"date":"2025-11-05T02:51:22","date_gmt":"2025-11-05T02:51:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/551806\/"},"modified":"2025-11-05T02:51:22","modified_gmt":"2025-11-05T02:51:22","slug":"wie-das-alter-von-vaetern-das-erbgut-beeinflusst-und-welche-risiken-drohen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/551806\/","title":{"rendered":"Wie das Alter von V\u00e4tern das Erbgut beeinflusst \u2013 und welche Risiken drohen"},"content":{"rendered":"<p>M\u00e4nner werden in vielen Teilen der Welt sp\u00e4ter V\u00e4ter. Mit h\u00f6herem Alter steigt aber das Risiko f\u00fcr krankheitsf\u00f6rdernde Mutationen in den Spermien. Wie stark, haben Forscher nun berechnet. Manche Ver\u00e4nderungen haben einen auff\u00e4lligen Nebeneffekt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Mit dem h\u00f6heren Alter, in dem M\u00e4nner erst Kinder zeugen, steigt das Risiko daf\u00fcr, dass sie gef\u00e4hrliche Erbgutver\u00e4nderungen an ihren Nachwuchs weitergeben. Ein Grund daf\u00fcr ist die Anh\u00e4ufung von Mutationen in Spermien, beziehungsweise deren Vorl\u00e4uferzellen. Ein britisches Forscherteam hat in einer Studie 81 Samenproben von 57 gesunden M\u00e4nnern im Alter zwischen 24 und 75 Jahren gezielt auf solche Ver\u00e4nderungen hin mit einem besonders genauen Verfahren analysiert.<\/p>\n<p>Bei M\u00e4nnern Anfang 30 betrug der Anteil von Genen, die krankheitsf\u00f6rdernde Mutationen trugen, etwa zwei Prozent. Bei M\u00e4nnern mittleren und h\u00f6heren Alters \u2013 ab 50 Jahren \u2013 liege der Anteil bei sch\u00e4tzungsweise drei bis f\u00fcnf Prozent, wie die Gruppe um Raheleh Rahbari vom <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.sanger.ac.uk\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.sanger.ac.uk\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Wellcome Sanger Institute<\/a> im britischen Hinxton im Fachjournal \u201eNature\u201c <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-025-09448-3\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-025-09448-3&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">berichte<\/a>t. Im Alter von 70 Jahren waren es laut der Studie 4,5 Prozent.<\/p>\n<p>Allerdings geht diese Zunahme nicht nur auf die H\u00e4ufung zuf\u00e4lliger Mutationen in den Spermien zur\u00fcck. Manche Mutationen bieten bei der Bildung der Samenzellen in den Hoden einen Wettbewerbsvorteil gegen\u00fcber Zellen ohne diese Ver\u00e4nderungen. Insgesamt identifizierte das Team, darunter Forscher der laufenden \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/twinsuk.ac.uk\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/twinsuk.ac.uk\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">TwinsUK Study<\/a>\u201c am King\u2019s College London, 40 Gene, bei denen bestimmte Ver\u00e4nderungen Vorteile bieten; nur 13 davon waren bereits bekannt. Die entdeckte Mutationen gingen oft mit dem Verlust bestimmter Funktionen einher, die etwa f\u00fcr das Zellwachstum oder die Entwicklung wichtig sind.<\/p>\n<p>Viele der betroffenen Gene seien mit einem erh\u00f6hten Risiko etwa f\u00fcr Krebserkrankungen oder Entwicklungsst\u00f6rungen verbunden. Allerdings sei das Alter im Falle einer Vaterschaft meist geringer als das der \u00e4lteren Studienteilnehmer, merkt das Team an. Daher d\u00fcrfte der Einfluss des Alters auf die insgesamt bescheidener ausfallen.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Resultate haben bedeutende Auswirkungen auf Studien zu Evolution und Krankheiten, die sich auf Modelle zu Keimbahn-Mutationen st\u00fctzen und die positive Selektion derzeit nicht ber\u00fccksichtigen\u201c, erl\u00e4utert die Gruppe. Das Team r\u00e4umt jedoch ein, dass nicht alle dieser Mutationen zwangsl\u00e4ufig die Krankheitsrisiken f\u00fcr den potenziellen Nachwuchs erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>Obwohl der Anteil der Spermien mit sch\u00e4dlichen Mutationen mit zunehmendem Alter steigt, f\u00fchren nicht all diese Ver\u00e4nderungen zu einer erfolgreichen Befruchtung oder zu einer Geburt. Manche k\u00f6nnen auch die Entwicklung des Embryos beeintr\u00e4chtigen und zum Abbruch einer Schwangerschaft f\u00fchren. <\/p>\n<p>Mutationsrate von Keimzellen ist relativ niedrig<\/p>\n<p>Welche gesundheitliche Bedeutung Mutationen konkret f\u00fcr Nachkommen h\u00e4tten, m\u00fcsse noch weiter untersucht werden, betonen die Forscher. \u201eGleichwohl kann das wachsende Bewusstsein \u00fcber diese Risiken Interesse in Familienplanung, genetische Beratung und klinische Interventionen anregen\u201c, hei\u00dft es in der Studie.<\/p>\n<p>Bekannt war bereits, dass die Mutationsraten in Keimzellen \u2013 dazu z\u00e4hlen neben den Spermien die Eizellen einer Frau \u2013 deutlich niedriger sind als in Zellen der meisten anderen Gewebetypen. In der aktuellen Studie zeigte sich, dass die Mutationsrate in Blut achtmal h\u00f6her ist als in Spermien.<\/p>\n<p>In sich erneuernden Geweben k\u00f6nnen Mutationen \u2013 also Ver\u00e4nderungen in der DNA \u2013 bestimmten Zellen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wodurch \u201eKlone\u201c von Zellen entstehen, die dieselben Mutationen tragen. Gruppen dieser Klone k\u00f6nnen sich dann ausbreiten und andere Zellen geradezu \u00fcberwachsen. Im Gegensatz zu Mutationen in gew\u00f6hnlichen (somatischen) Zellen, die das Bindegewebe, die Knochen und die Organe bilden, werden Mutationen in Spermien- und Eizellen an die n\u00e4chste Generation weitergegeben.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt die g\u00e4ngige Annahme, dass Keimlinien wegen ihrer niedrigen Mutationsraten gut gesch\u00fctzt sind\u201c, wird Studienleiterin Rahbari in einer Mitteilung ihres Instituts zitiert. \u201eAber tats\u00e4chlich ist die m\u00e4nnliche Keimbahn eine dynamische Umgebung, in der die nat\u00fcrliche Selektion gef\u00e4hrliche Mutationen beg\u00fcnstigen kann \u2013 manchmal mit Konsequenzen f\u00fcr die n\u00e4chste Generation.\u201c<\/p>\n<p>Walter Willems, dpa\/rc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00e4nner werden in vielen Teilen der Welt sp\u00e4ter V\u00e4ter. 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